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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-04-01 · 4 (Abril 1966) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
4 (Abril 1966)
Date
1966-04-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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<; BOLETIN INFORMATIVO ABRIL 1966 DIE KONFERENZ... (Schluss von Seite 5) In Asien und Afrika setzt sich ebenso die Zusammenarbeit mit Israel mehr und mehr durch und die ewigen arabischen Drohungen werden immer weniger ernst genommen. Bei allem Mangel an Erfahrung ist auch dort niemand so blind, um zu uebersehen, dass davon kaum noch die rhetorische Fassade uebrig geblieben ist und dass deren Stuck auch schon durch die staendig neuen und tiefen Risse im Gebaeude der arabischen Einheit abbroeckelt, extremistischer Putsch in Syrien, Verschaerfung des Kriegs ' n Jemen, Bildung einer Royalistischen Allianz, Erklaerung ¡Nassers: “Israel ist nicht mehr der Hauptfeind’’. Das interessanteste Symptom ist aber das Abruecken der KP von den in La Habana diesbezueglich so “demokratisch” gefassten und Unterzeichneten Resolutionen Es scheint, dass man sich in den fuehrenden Kreisen der Partei des Schadens bewusst wird, den man der eigenen Sache —zumindest in den Kadern der westlichen. Laender— mit der antisemitischen Politik im Innern Russlands und der antiisraelischen Aussenpolitik fortgesetzt zugef uegt hat. Es lohnt sich offenbar nicht mehr, dem kommunistischen Gewissen der Parteimitglieder —und dies ist immerhin auch ein Gewissen, wenn auch mit Einschraenkungen solche unnuetze Belastungsproben zuzumuten. Banalitaeten wie die von La Habana, die zu Stalins Zeiten noch geschluckt werden mussten, heute aber diskutiert werden koennten, mucssen in ertraeglichen Mengen verabreicht werden. Und s o 1 che “Ungeheuerlichkeiten” gehen weit darueber hinaus. Daher die rituell anmutende Erklaerung von Senator Teitelboim, in der er eingangs daran erinnert, dass “fuer die Gruendung des Staates Israel in den VN auch die Sowjet — Union stimmte”, da ja fuer die Mentalitaet der Parteigenossen kein Ding Lebensberechtigung haben kann, wenn die U. d. S. S. R. nicht die sozusagen heiligen Sakramente mitverabreicht hat. Daher die heuchlerische Erklaerung, man habe nur unterschrieben, weil man ueherstimmt >—“demokratisch” ueberstimmt— wurde. ¡Aber es steht nicht dafuer, zu untersuchen, wieviel Unwahrheit in dieser Behauptung versteckt ist: angefangeu von dem im Senatsprotokoll festgehaltenen Widerspruch mit dem Delegationschef Senator Allende, demzufolge man sich nur der Stimme enthalten hatte, bis zu einer Analyse des primitiven kommunistischen Jargons, der allein im ersten Säte der Resolution die Worte “agressiv;j. expansionistisch, rassistisch, faschistisch und imperialistisch” anhaeuft: auf arabischem Mist ist das nicht gewachsen. Denn worauf es ankommt, ist vielmehr, dass ein so intelligenter, ein so raffinierter Dialektiker wie Senator Teilt-Tboim .merkt: es wird Zeit, von dieser Version des arabischen Antizionismus abzuruecken. Das will nicht heissen, dass Moskau Nasser und anderen ¡arabischen Machthabern von heute auf morgen die Unterstuetzung versagen wird, bezw. auf deren Unterstuetzung in der UNO und anderswo verzichten wird. Man wird auch weiter einen gewaltigen Preis dafuer zahlen, einen fuer Israel gefaehrlichen Preis an Waffenhilfe, Wirtschaftshilfe, Krediten. Die Muenze von La Habana aber, die wird man wohl aus dem Umlauf ziehen, denn die Kommunisten haben es nicht noetig, mit diesem Preis zu zahlen. Mit dem Preis der Lae cherlichkeit.; ATSCHEKA ANSTEIGEN DES ANTISEMITISMUS IN DEUTSCHLAND Der Antisemitismus und Neonazismus sind wieder im Ansteigen begriffen, wird aus der Bundesrepublik Deutschland in einem Bericht des Innenministeriums in Bonn bekannt gegeben. Aus dem Bericht geht hervor. dass die neonazistischen rechtaextremen Organisationen emsige Taetigkeit entwickeln und die Anzahl ihrer Mitglieder um 33% gestiegen ist. Die Verbaende zaehlen heute 28.000 Mitglieder. Der Statistik gemaess , hat sich die Zahl antisemitischer Aktionen im abgelaufenen Jahr verdreifacht. Unter diesen Aktionen erwaehnt man das Beschmieren von Haeuserwaenden mit Hakenkreuzen, Terrorakte, Verbreitung von Flugblaettern, sowie ¡Beleidigungen und Bedrohungen, die gegen Juden ausgestossen , worden sind. Auch die Zahl der neonazistischen Zeitungen und Zeitschriften ist bedeutend gestiegen. Des weiteren wurde festgestellt, dass sich die verschiedenen kleinen Nazigruppen einander nicht nur genaehert, sondern auch weitgehend vereinigt haben. Obwohl diese Kreise nur eine ganz kleine |Min°ritaet der westdeutschen ’ Bievoelkerung darstellen, warnt der Bericht des Bonner Innenministeriums vor einem neuen Aufflackern des nazistischen Geistes und setzt sich für groessere Aufmerksamk eit der Behoerden bezüglich dieses Problems ein. Alles müs- BESUCH ADENAUERS BESTAETIGT RU ECKERSTATTUAIGSGESETZ Ablauf der Anmeldefrist Rueckerstattungsansprueche wegen der Entziehung von Hausrat und Edelmetallgegenstaenden in den ehemals besetzten Westgebieten und wegen der Entziehung von Gold-und Schmuckgegenstaenden (nicht Hausrat) in den ehemals besetzten oder eingegliederten Gebieten im Osten koennen nur noch bis zum. 2*. Mai 1966 angemeldet werden. Als besetzte und eingegliederte Ostgebiete gelten 1. ) das Generalgouvernement nach dem Stande vom 1. August 1941 und die eingegliederten Ostgebiete einschl. der Freien Stadt Danzig. 2. ) Die Reichskommissariate Ostland und Ukraine, sowie der Bezirk Bialistock. 3. ) das Protektorat Boehmen und Maehren. 4. ) der Bereich des Militaerbefehlshaber in Serbien, ausserdem das Koenigreich Italien fuer Entziehung von Schmuck und Edelmetall. Gegenstaende aus Silber fallen nicht unter das Gesetz. Die URO steht zu Auskuenften waehrend ihrer Sprechzeit Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr zur Verfuegung. URO Huérfanos 757, Of. 416 Der Sprecher der israelischen Botschaft in Koeln bestaetigte, dass Alt-Bundeskanzler ¡Adenauer Anfang Mai zu einem acht- bis zehntaegigen Besuch in Israel eintreffen wird und das Weizmann-Institut in Rechowoth .ihn bei dieser Ge legenheit mit einem Ehrendoktorat würdigen wird. (IW) fuer das Boletín Informativo fuer ' Valparaiso und Viña gesucht Zuschriften an: Boletín Informativo Clasificador 567 — Stgo. se getan werden, dass die gegenwaertige . ¡Minori t a e t nichts eines Tages das deutsche Volk und die Konstitution der Bundesrepublik bedrohe. Es ist dies der erste Bericht dieser Art, der offiziell die Besorgnis der Regierung über das Anwachsen der neonazistischen Bewegu n g zum Ausdruck (bringt. Bundesinnenminister Paul Lücke schrieb im Regierungsbulletin, die neonazitische Bewegung stelle noch keine Bedrohung der Demokratie dar, doch muesse die Regierung ein wachsames Auge auf sie halten. Der Bericht zaehlt 56 Seiten und ist in ausserordentlicher Offenheit verfasst. In der Bundesre publik Deutschland bestehen gegenwaertig 113 rechtsgerichtete extreme Organisationen. Die groesste von ihnen, die Nationalpartei Deutschlands, steht unter der Führung alter Nazis und hat bei den letzten Wahlen, die im September 1 9 6 5 abgehalten wurden, 2 Prozent aller Stimmen erhalten. (“Canfit”) 1 HERZL Eingeordnet in die Rubrik “In besonderen Faellen” nimmt das Herzl-Poem thematisch eine Sonderstellung ein. Die anderen Gedichte sind ueberschrieben “Die Pest in Elliant”, Bauernaufstand, Der Ritterschlag usw. “Theodor Herzl” ist der letzte Beitrag in den Balladen Muenchhausen (1874 — 1945). Und es lautet: Wasser des Lebens aus steinernen Herzen schlug (Deine Hand, Du fuehrtest dein Volk aus der Fremde ins (Vaterland Und sahst doch nur von den Bergen die heilige. (Flui Die der ewige ¡Gott der Vaeter dem Samen des (Abraham schwur, Du Mose der Zeit, da das Heimweh in Israel stieg, Du Mose unserer Tage, Gott geb deiner Sache den (Sieg Forscht man in der Literaturgeschichte, laesst sich noch mancher Hinweis auf juedische Themen entdecken, die der neuromantische Dichter mit Hingabe und grossem Mitgefuehl gestaltet ¡hat. Der Doktor der Rechte und Dr. phil. h. c. von Muenchhausen war ein Nachfahre laengst entschwundener weiten: "Reiten, Trinken, Fechten, Kuessen die ganze lMacnt“ — dies und anderes verraet, dass er seiner Gegenwart entrueckt war, ein Romantiker eben, andere sagen schlicht; ein Reaktionaer. — Muenchhausens Portraet, das Karl Rickeit im Jahre 1909 gezeichnet hat, zeigt den Spross westfaelischen Adeisgeschiechtes in der typisenen Byron-Haltung, der Pose des Weltschmerzes, wie sie von Heine und anderen Poeten des 19. Jahrhunderts bekannt ist. Freiherr Boerries von Muenchhausen kann als Dichter einer stoizen Heimatliebe gelten. Heimatsehnsucht ist in zahlreichen Gedichten, Balladen und Liedern — die virtuose Sprachbeherrschung erkennen lassen — Muenchhausens stets wiederkehrendes Thema Doch war er anscheinend nicht, wie ander Dichter regionaler Bedeutung, zugleich ein Hasser all dessen, was den verbohrten Nationalisten als “fremd” galt. Wir wollen den Freiherrn nicht als einen Repraesentanten christlicher Zionsfreunde feiern, doch erscheint uns der adlige Dichter als ein Phaendmen, das nur in der Zusammenschau mit der Zeit begriffen werden kann. Muenchhausen hat ein Balladenbuch der juedischen Geschichte gewidmet. Es heisst “Juda” und erschien im Jahre 1900. Das Werk wird eingeleitet mit der Widmung “Euch”, in der Muenchhausen die national uedische Bewegung begruesst. Getragen werden die fuenfzehn Dichtungen biblischer Thematik von einem leisen Unterton der Melancholie. Der Graphiker Moses Ephraim Lilien (1874 — 1925) lernte den junge Freiherrn in Berlin kennen und illustrierte im Stil der Zeit dessen Zionistische Balladen. Nach alldem wird es nicht verwundern, in Max Bodenheimers Lebensbericht “So wurde Israel” zu lesen, dass Boerries von Muenchhausen bereits am ersten Basler Zionistenkongress teilnahm. — Mit welcher Ergriffenheit der Balladendichter damals von der zionistischen Idee Kenntnis genommen hat, lassen die Verse seiner Herzl-Huldigung spueren. Ein Gedicht, welches mit den Jahren in Vergessenheit geriet, das auszugraben aber lohnt. Betrachten wir es als ein Stueck deutsch-juedischer Geschichte , als eine Episode jener Zeit, in der Israel wurde. JOACHIM HEMMEKLE C5C

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