Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 2 (Febrero, 1966)
- Date
- 1966-02-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO FEBRERO 1966 WER 1 GLASS» SITZT Ehemalige Nazis im Dienst des Zonenregimes Agrarreform, von juedischen Philantropen dureh&efuelirt Der V e r waltungsapparat der Sowjetzone ist mit ehe mal igen Nationalsozialisten durchsetzt. Das geht aus einer Veroeffentlichung des Westberliner Untersuchungsa u s s c h usses freiheitlicher Juristen hervor, die kuerzlich unter dem Titel “Ehemalige Nationalsozialisten in Pankows' Dienst” erschienen ist und 243 Namen enthaelt.. Danach sind zur Zeit 53 ehern alige Mitglieder der NSDAP Abgeordnete der Zonen-Volkskammer, darunter der stellvertretende Vorsitzende des Rech tsausschusses Siegfried Dallmann, der der NSDAP 1934 beigetreten sei. Unter den Mitgliedern und Kandidaten des SED-Zentralkomitees befaenden sich zwoelf ehemalige NSDAP - Mitglieder. Der stellvertretende Vorsitzende des Zonen- Staatsrates, Heinrich Homann, sei seit 1933 eingeschriebenes Mitglied der Hitlerpartei gewesen. Unter den Zonenministern seien f u enf e h e m a 1 ig e NSDAP-Mitglieder zu finden. Der Aufstellung des Untersuchungsausschusses z u f o lge wurde der Zonen-Kultusminister Hans Bentzin im April 1944 NSDAP-M it g 1 i ed, der stellvertretende Bauminister Rudolf Eichhorn im September 1939, der Staatssekretaer fuer Hoch— und Fachschulwesen, Prof. Ernst Joachim Giessmann, am 1. Mai 1937, der Staatssekretaer fuer Forschung und Technik, Herbert Weiz, im September 1942 und der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftsrates im Range eines Ministers, Hans Reichelt, im April 1943. Auch der Leiter der “Arbeiter— und Bauerninspektion” Heinz Matthes, der Zonen-Handelsrat in der CSSR, Fritz Koch, und der Leiter der Vertretung der Kammer fuer Aussenhandel in London, Handelsrat Erich Renneisen, sollen zwischen 1940 und, 1944 zur NSDAP gestossen sein. Die KPD habe sich in ihrem Verbotsprozess vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe von dem frueheren SS~ Fuehrer und Mitarbeiter des Sicherheits-Hauptamtes, dem jetzigen SED-Mitglied Professor Herbert Krueger verteidigen lassen. Gross ist auch, wie der Untersuchungsauschuss mitteilte, die Zahl ehemaliger NS- Parteimitglieder in den Leitungen wichtiger Institute und Gesellschaften der Sowjetzone. So sei etwa der Praesident der Akademie der Wissenschaften, Professor Werner Hartke im Mai 1937, sein Vizepresident, Prof. Hans Fruehauf im Mai 1933 der NSDAP beigetreten. Der Direktor des Zentralinstituts fuer Kernforschung in Rossendorf bei Dresden, Helmuth Faulstich, sei NSDAP-Mitglied seit Dezember 1936 gewesen, der Vorsitzende des Forschungsbeirates beim Zonen Ministerrat, Professor Peter-Adolf Thiessen, seit 1925 (Austritt 1923-Wiedereintritt 1933), sein Beiratsmitglied Professor Kurt Saeuberlich seit 1930 (Eintritt in die SS 1937). Last not least: Zonen- Staatsratvorsitzender Walter Ulbricht, Zonen Ministerpraesident Willi Stoph und andere hohe Sowjetzonen-Funktionaere lassen sich zu ihrem persoenlichen Schutz von Generalmajor Franz Gold vom Staatssicherheitsdienst bewachen, der am 1. November 1938 mit der Mitgliedsnummer 6.792.350 in die Nazipartei aufgenommen worden sein soll. Der Unters uchungsausschuss schreibt dazu, die SED sollte sich angesichts der Verhaeltnissse in ihrem eigenen Bereich klar sein, dass sie keine Berechtigung haette, Vorwuerfe gegen die Bundesrepublik zu erheben und ihre diffamierenden Angriffe f o r t z u setzen. Schliesslich haetten in der Zone selbst belastete Naziaktivisten gute Aufstiegsmöglichkeiten. Man muss hinzufuegen, dass in der Bundesrepublik staendig mit 200 Staatsanwaelten die Aufklaerung der NS-Verbrechen vorangetrieben wird und dass es bisher die Ostblockstaaten sind, die die Arbeit dadurch erschweren, dass sie die Dokumente nicht oder nur in Einzelfaellen herausgeben, wo sie glauben die Bundesrepublik politisch angreifen zu koennen. Im Bereiche der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands finden jedenfalls so gut wie keine Prozesse gegen NS-Verbrecher statt. Restaurant - Café Mattem Vicente Pérez Rosales 23 - La Reina Ruprecht Reisenegger Reichhaltige Auswahl in erstkl. Mittag u. Abendessen Spezialitaet: Kaffee und Kuchen. Bienenstich, Apfelkuchen, Fruchtkuchen und Torten Schwarzwaeldertorte Familienfeste - Bankette Telefon 274996 Wir freuen uns, nachstehend wieder einmal einen Artikel von Herrn ADOLF SEIDEMANN, dem aeltesten Mitglied unserer Gemeinde veroeffentliehen zu koennen, der im Januar in voelliger geistiger Frische seinen 93. Geburtstag feiern konnte. Die Redaktion Elly Kadoori wurde in Bagdad als Sohn armer Eltern geboren. Er verliess frueh seine Heimat, ging nach Indien und China, erwarb die britische Staatsangehoerigkeit, und vermoege seiner ueberragenden Intelligenz, ein sehr grosses Vermoegen. Der ehemals arme Junge glaubte fest, dass Reichtum ein heiliges Gut ist, das von seinem Besitzer nur zum Nutzen der Allgemeinheit verwaltet werden muss. Er stiftete Schulen, Krankenhaeuser und vieles andere. Er wurde von Koenig Georg V. fuer diese grosszuegigen Leistungen im Dienste der Naechstenliebe im Jahre 1926 geadelt. Als seine beiden Soehne ihren Platz in der Familienfirma Sir Elli Kadoori & Sons einnahmen, setzten sie die philanthropischen Arb eiten ihres Vaters fort. Sie lebten in Hongkong, und sie gruendeten das Dorf Tscheung- Scheung in der britischen Kronkolonie, die unmittelbar an der Grenze von Rotchina liegt. Dieses Dorf besteht durchweg aus chinesischen Fluechtlingen und diesen voellig mittellosen, aber arb e i t swilligen Zuwanderern haben die Brueder Kadoori gezeigt, welchen Nutzen eine wirkliche Agrarreform ihnen bringen kann. Sie fuehrten einen der wirkungsvollsten Feldzuege der Welt gegen menschliche Not. Die unzaehligen Flüchtlinge ohne Hab und Gut waren nach Hongkong gekommen, wo Regierung und private Hilfsorganisationen taten, was sie konnten. Aber die Brueder Kadoori waren ueberzeugt, dass mit Wohlt a e t i gkeit diesen Leuten nicht zu helfen ist, sondern mit Arbeitsbeschaffung und Gruendung einer Eixstenz. Da die meisten von ihnen Bauern waren, war Landwirtschaft die einzige Loesung. Das Land, das sie zu diesem Zweck benoetigten, lag brach. Die beiden Brueder liessen sich nicht abschrecken, dass das Projekt viele Millionen erforderte, und die Regierung nicht gewillt war, dieses unsichere Problem zu loesen. “Wir werden es finanzieren” sagten die Brueder zu dem zustaend i g e n Regierungsbeamten. “Geben Sie uns das fuer Sie fast wertlose Land, und stellen Sie uns ihre landwirtschaftlichen Fachleute zur Verfuegung. Alles Andere lassen Sie unsere Sorge sein”. Und so wurde das erwaehnte Dorf gegruendet. Um zu zeigen, was moeglich ist, siedelten die Kadooris 14 Fluechtlingsfamilien in einem felsigen, duerren Berglande an, mit einem zerbombten Haus, als vorlaeufige Unterkunft. Einige beklagten sich: “Hier sind ja nur Steine”. — “Ausgezeichnet” — erwiderte der aeltere der beiden Brueder, “die koennt Ihr beim Umbrechen des Bodens aufsammeln und damit Staelle bauen. Den noetigen Zement liefere ich unentgeltlich aus meiner Fabrik, und fuer jeden fertigen Stall bekommt Ihr eine Kuh und einen Ochsen. “So wurden die Bauern Viehzuechter. Sie ebneten und terrassierten den felsigen Hang, legten Bewaesserungsgraeben an, und machten den Boden durch Duengung fruchtbar. Schon im ersten Jahre produzierten sie genuegend Lebensmittel fuer den eigenen Bedarf, und erzielten einen Barueberschuss von 200 Dollar, den sie verwenden konnten als erste Rate zur Bezahlung des Viehes, das man ihnen gegen leicht tragbare Abzahlung ueberlassen hatte. Nun wurde ein zweites Dorf, Nim Schue Wan, auf einem Landstreifen gegruendet, den man dem Meer durch Deiche abgerungen hatte. Die Kadoorie Agriculture Aid Association, eine Gruendung der Brueder Kadoori, abgekuerzt KAA, lieferte Zement, Brunnen, Pumpen, ein Segelboot, das noetige Vieh und ein zinsfreies Darlehen von 3.500 Dollar. Das Darlehen ist inzwischen zurueckbezahlt und die Dorfgemeinde auf ueber 100 wohlhabend gewordene Familien angewachsen. Zu Beginn der Aktion bestand die Hilfe der KAA hauptsaechlich aus Spenden, die in verhaeltnismaessig kurzer Zeit nicht mehr noetig waren. Die Bauern legten mit dem Material der KAA ein 250 km langes Strassen- und Wegenetz mit 142 Bruecken an, um das Land zu erschliessen und die Verbindung mit den kuenftigen Maerkten zu sichern. Die Inseldoerfer, die vor der Hilfsbereitschaft der KAA nicht leben und nicht sterben konnten, sie brauchten einen Faehrdienst, fuer den die KAA die Dschunken lieferte und 27 Landungsstege errichten liess. Zur Bewaesserung und Trinkwasserversorgung wurden 293 Daemme, 400 Brunnen, 8 Reservoire und Kanaele in einer Laenge von rund 50 km, angelegt, Zum Schutz des fruchtbar gewordenen Ackerlandes vor den Meereswellen baute man Deiche und Schleusen. Alles das kam vielen Siedlern zugüte, die, wenn die KAA ihnen nicht zu Hilfe gekommen waere, in ihrer Armut weiter vegetiert haetten, so aber wohlhabende Bauern .wurden. Eine bedeutende Errungenschaft der KAA ist die Versuchs- und Lehrfarm, die vor etwa 9 Jahren in Pao Ngau Schek gegruendet wurde. Auch diese steilen und steinigen Berghaenge haben sowohl chinesische wie auch europaeische Landwirte fuer wertlos gehalten. Die KAA aber uebemahm 145 ha. In wenigen Monaten verwandelte eine kleine Schär von Fluechtlingen diese Gelaende in die vielleicht eindrucksvollste Versuchsfarm von ganz Ostasien. Heute gedeihen dort Zitrusfruechte aller Art. Die Farm hat einen sog % n a nnten “Dorf obstplan” aufgestellt und versorgt eine Anzahl anderer Doerfer mit Obstbaeumen. Aus dieser Farm kommen auch viele Gemuesesorten nach Hongkong, die frueher dort unbekannt waren. Die fetten, schwerbruestigen Peking-Enten und die .neuen Huehnermischrassen sind die schoensten im ganzen Land. Die Kadooris treffen keine besondere Auswahl unter ihren Schuetzlingen. Jeder Beduerftige kann sich bewerben und niemand wird abgewiesen, ohne das ihm zuvor eine Chance gegeben wurde. So haben die Kadooris bewiesen, dass Fleiss und Arbeitswille, trotz verhaeltnismaessig geringer Mittel das schaffen koennen, was China zu leisten verspricht aber nicht leisten kann, weil Waffenerzeugung und Ausgaben fuer Welteroberungsplaene einen grossen Teil der Produktion in Anspruch nehmen, die dem Volke zugute kommen koennte. LA LINEA COMPLETA EN BLUSAS FABRICA: MOiNJITAS 585 (A 3 CUADRAS DE LA “PLAZA DE ARMAS”) ANZEIGEN ANNAHME fuer das Los Sorenos 476 öS. 22-25 Tel. 87765 (Catedral Hoehe 1250) Der Ferien wegen bis 4. Maerz nur Vormittags 9—1 geoeffnet. Ab 7. Maerz Bucrostunden 9—1 und 2—6 Uhr 0