Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 2 (Febrero, 1966)
- Date
- 1966-02-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 BOLETIN INFORMATIVO FEBRERO 1966 iUm historischen 15. Februar 1896 VOR 70 JAHREN ERSCHIEN "DER JUDENSTAAT' “Ich arbeite seit einiger Zeit an einem Werk, das von unendlicher Groesse ist. Ich. weiss heute nicht, ob ich es ausfuehren werde. Es sieht so aus wie ein maechtiger Traum. Aber seit Tagen und Wochen fuellt es mich aus bis in die Bewustlosigkeit hinein, begleitet mich ueberal! hin, schwebt ueber meinen gewoehnliehen Gespraechen blickt mir ueber die Schulter in die komisch kleine Journalistenarbeit, stoert mich und berauscht mich”. (Theodor Herzl: “Tagebuecher”) Mit diesen Worten, im Mai 1895 geschrieben, beginnen die Tagebuecher von Dr. Theodor Herzl. Wir koennen ihn dann waehrend der ganzen Zeit begleiten, in welcher er den “Judenstaat” niedergeschrieben hat. Im Juni hatte er den ersten Entwurf begonnen; diese historische Schrift, ueber deren Bedeutung er sich im klaren gewesen war, wurde in ihrer ersten Form an die Familie des Barons von Rothschild gerichtet. Doch die “Rede”, wie er sie urspruenglich nannte, kam nie vor den “Familienrat” der Rothschilds und als Herzl erkannte, dass er sich an die gesamte juedische und nicht juedische Oeffentlichkeit wuerde wenden muessen, gab er seiner Idee eine neue Gestalt; im gleichen Jahre 1895 noch wurde der “Judenstaat” endgueltig niedergeschrieben. Das Werk und die Schrift verdient diese Bezeichnung, das den Versuch einer modernen Loesung der Judenfrage darstellt, besteht aus einem Vorwort, einer Einleitung, einem allgemeinen Teil, einer ausfuehrlichen Beschreibung der “Society of Jews” der gedachten gesetzlichen Vertretung der juedischen Interessen fuer Palaestina der “Jewish Company”, des geplanten finanziellen und wirtschaftlichen Instruments des Unternehmens sowie aus einem Schlusswort. Als die Schrift zum ersten Maie im Schaufenster der Buchhandlung Breitenstein in Wien, welche den Verlag uebernommen hatte, zu sehen war, am 15. Februar 18JS, begann an diesem Tage Vermiete schoen. moebl. gr. Zimmer m. Central Heizung u. erstkl. Pension, europ. Kuecbe via-a-vis Teatro Municipal f. 1—2 Personen. Ascensor BERTA BASEL Tenderini 115 - 6. St.Dep. 18 was man ohne Uebertreibung so formulieren darf, eine neue Aera der juedisefcen Geschichte. In den “Tagebuechern” heisst es weiter darueber: “Ich habe in diesen Tagen oefters befuerchtet, irrsinnig zu werden; so jagten die Gedankengaenge erschuetternd durch meine Seele. Ein ganzes Leben wird nicht ausreichen, alles auszrjfuehren. Aber ich hinterlasse ein geistiges Vermaechtnis allen Menschen. Ich glaube, ich werde unter den groessten Wohltaetern der Menschheit, genannt werden. Oder ist diese Meinung schon Groessenwahn?”. Die Wirkung der Veröffentlichung in Oesterreich war so, wie Herzl es erwartet hatte: die Wiener Juden waren entsetzt oder machten Witze. Die “Neue Freie Presse”, das Weltblatt, dessen Feuilletonredakteur Herzl war, liess keine Besprechung zu und die “Wiener Allgemeine Zeitung” schrieb; “Der Zionismus ist ein verzweiflungsvoller Wahnsinn; hinweg mit solchen C'himaeren”. Doch kamen vereinzelte juedische Zustimmungen, hauptsaechlich aus dem Auslande. Der in Paris lebende grosse G e s e 11 s chaftskritiker und Arzt Dr. Max Nordau schrieb, dass “der “Judenstaat” eine Grosstat und Offenbarung sei. Interessant ist die Reaktion des juedischen Dichters Richard B e er-H ofmann, spaeter durch, “Jakobs Traum” beruehmt geworden, der zur Errichtung einer grossen medizinischen Fakultaet anriet, die den Nahen Osten sanieren solle. Docn den wenigen ermunternden A e u s s e rungen oder Ratschlaegen stand all des gegenueber, was Klang und Namen im oesterreichischen Judentum besass. Im benachbarten Deutschen Reiche wiederum nahmen die angesehenen Tageszeitungen von dem Ereignis kaum Notiz, und auch die wenigen “alten Zionsfreunde” der vorherzlschen Zeit hatten manches an der Schrift auszusetzen. Sie, die meist aus Russland stammten, begriffen nicht recht, dass Herzl, der Westeuropaeer, von den allerersten Anfäengen der Zionsbewegung in Osteuropa, wie auch von anderen geschichtlichen Rueckkehr;versuchen Clases de Hebreo Niños y Adultos Grupos e individuales Llamar Fono 36143 en horas de oficina nach Palaestina nichts wissen konnte, dass er vielmehr die “Judenfrage” der westlichen Welt in einer Form praesentieren wollte, welche dieser völlig unbekannt war. Es ist aber an dieser Stelle nicht moeglich, die Fuelle der Anregungen wiederzugeben, die Herzls Schrift enthalt, und von denen so manche sich heute als sehr aktuell herausstellt, doch zwei Gedanken seien hervorgehoben: Herzl eroertert die Vorteile, die denjenigen Staaten, aus denen Juden infolge des sie bekaempfenden Antisemitismus abziehen wuerden, erwachsen koennten. Zahlreiche von Juden besetzte Positionen wuerden frei werden, die dann von Nichtjuden eingenommen werden koennten; namentlich der ueberfuellte Mittelstand wuerde eine Erleichterung erfahren. Und das Schlusskapitel des Werkes, es ist hinreissendes Bekenntnis zu einem juedischen Ideal: “die Juden, die wollen, werden ihren Staat haben”. “Ein Geschlecht wunderbarer Juden wird aus der Erde wachsen, die Makkabaeer werden wieder auferstehen” und “Was wir dort nur fuer unser eigenes Gedeihen versuchen, wirkt machtvoll und beglueckend hinaus, zum Wöhle aller Menschen . Doch nicht nur primitive Wiener- und andere Juden verspotteten Herzl als “Koenig der Juden”. In welch anderem Sinne dieses Wort Wahrheit enthielt, ahnten sie freilich nicht. Die gebildeten, die moralisch Hochstehenden unter den Westjuden lehnten die neue Bewegung, den Zionismus, ab. Sie waren, mit wenigen Ausnahmen in der Vorstellung befangen, dass die Loesung der Judenfrage nur auf dem Wege der Assimilation moeglich sei. Und es bedurfte ganz g r o sser Welterschuetterungen, wie es der Erste Weitkrieg und die folgenden politischen Umwaelzungen waren, um auch einen grossen Teil der westlichen Judenheit fuer das Verstaendnis der zionistischen Sache zu gewinnen. Aber erst die Katastrophe, der Jahre 1933- 1945 bewirkte den gewaltigen Gesinnungswechsel der grossen Mehrheit aller bewussten Juden. Curt Wilk RUDI JELEN Feine Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren Reparaturen Staendige Auswahl von Schmucksachen Edif. Pza. de Ärmas Local 136, (entrepiso) Eingang MONJITAS 879 y 21 DE MAYO 583 Telefon privat 54369 Die Anzeigen Annahme Euer das Boletín Informativo Los Serenos 476 OS. 22 - 23 ist waehrend der Ferien bis 4. Maerz NUR VORMITTAGS 9— 1 Uhr geoeffnet r KUNST UND LITERATUR Ne£ e w David Rokeah Adler, Adler in der roetlichen Stille. des Skorpiontalkessels. Die Zeit geht. den Kamelen nach. Die Brunnen sind noch versiegelt aus Abraham Tagen und ¡die Quelle am Fuss des Berges ist Splitterfall von lUrphosphor. Das Licht wie tobend. Wie Gott im Gruenspan des Rostes auf Kupferbergen. Das Licht ist mehr als Licht. Das Licht wird Kristall ein Feuerstein. Und keine Grenze. Einsam der Liebende gefesselt an seine (Hoffnung. Monumentalbau der Haifaer Ende 1965 begannen die Erdarbeiten für die Fundamente des Monumentalgebäudes der Haifaer Universität auf einem Campus von 1000 Dunam inmitten des zukünftigen Nationalparks auf dem Carmel. In Kürze erfolgen die Ausschreibungen für die Durchführung des Baus selbst, der von Professor Oskar Niemeyer (Brasilien) e n t w o rfen wurde. In erster Phase wird der Rohbau des Riesenkomplexes mit einem Aufwand von allein etwa 14 Millionen IL erstellt und je nach Bedarf werden die Einzelteile dann komplettiert. Dr. Entwurf Prof. Niemeyers sieht ein nur zweistöckiges, aber dafür 350 Meter langes und 50 Meter breites Gebäude vor. In jedem Stockwerk ergibt sich daher eine Bau- und Nutzfläche von 22.000 qm für grosse und kleine Hörsäle, Cafeteria, ein grosses Foyer etc. Ungewöhnliche Einzelheiten sind: ein später zu errichtender “Turmbau” von über 80 Meter Höhe mit 25 Stockwerken, für die Verwaltung, und ein muschelförmiges Auditorium. Ueber das Dach, des 2-stöckigen Hauptgebaeudes hinausragen werden ausserdem eine Bibi i o t hek in Form eines grossen Trichters, und eine eif örmige Synagoge. Auch Parkplätze für 350 Autos sind vorgesehen. Auf dem “Campus” werden später auch Wohnhäuser für Professoren und Studenten, Sportanlagen u.s.w. gebaut. Von den tausend Dunam Boden besass die Stadtverwaltung bloss 150 und hat 200 beschlagnahmt und den Rest gekauft. Allein bei den jetzt im Gang befindlichen Erdarbei ten werden 200.000 cubm Erde transferiert werden müssen. Die Universität ist für eine Zukunfts-Zahl von nicht weniger als zehntausend Studenten geplant. Heute hat die Haifaer Universität etwa 1500 Hörer und kann schon jetzt dem gewaltigen Andrang von Neu-Inskribierenden nicht gerecht werden, erklärte Elieser Rafa- (l im Rahmen des Universitätsinstituts bei einer Pressekonferenz. Viele geeignete Kandidaten, die die absicht lieh erschwerten Aufnahmeprüfungen bestanden haben, müssen “katastrophalerweise” -abgewiesen werden. Von fast 1000 neuen Interessenten werden in diesem akademischen Jahr nur etwa 550 aufgenommen werden können. Die Errichtung entsprechender Gebäude sei daher sehr wichtig. Am Haifaer Universitätsinstitut studieren heute 60% Mädchen, Zugenommen habe die Zahl der Hörer, die für die Universität Jerusalem qualifiziert wären und Haifa vorzogen, der aktiven Lehrer, die sich weiterbilden und ein Diplom anstreben, sowie der Minderheiten — deren Zahl mit 100 Hörern ihrem Anteil an der Landesbevölkerung (zehn Prozent) entspricht. Tee-Salon Coppelia Providencia 2211, Tel. 40450, Santiago Wir erwarten Sie mit unseren bekannten Spezialitaeten in unserem gemuetlichen Salon