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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-01-01 · 1 (Enero, 1966) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
1 (Enero, 1966)
Date
1966-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1966 50 Jahre Kleinkunst - erlebt mit Lilianette “Man muss auf alles vorbereitet sein”, sang Lilianette ihrem Publikum —kein Publikum ist wohl so sehr “ihr” Publikum wie dieses unsere in Santiago— entgegen, als sich der Vorhang hob und: “Man kann nicht auf alles vorbereitet sein” traellerte sie in schelmischer Resignation ganz am Schluss zum Abschied. Dazwischen lag ein solches Feuerwerk von Einfachen, Darbietungen, Esprit und Humor, dass einem der pointierte Widerspruch erst a 11 m a e h lieh daemmerte. Haette sie nicht besser zu Anfang sagen sollen, dass man nicht auf alles vorbereitet sein kann, z. B. auf ein solch grenzenlos verwoehntes und anspruchsvolles Publikum wie das bewusste, das sich einbildet, alle Nuancen bereits zu kennen, zumal bei einem Programm, das angeblich garnicht so viel Neues wie vielmehr das Beste vom Alten bringen soll: “Ein Querschnitt durch 50 Jahre Kleinkunst”. Dagegen am Schluss, triumphierend bis zum hohen C, dass man eben doch auf alles vorbereitet sein muss, selbst der Kenner, der Verwoehnte, der Skeptiker, der bewundernd und neid los zur Anerkennung gelangt, dass Lilianette ihr Fach versteht wie eh und je, dass sie einen Abend hinzaubert nahtlos wie ihre Kostueme und jedes Publikum um den Finger wickelt. Auch dieses. Schwache Stellen, Laengen, Fehler in der mehr als heiklen Z u s a m m e nstellung? Nicht einen. Hoehepünkte? Eine Menge. Fuer eine.n Mitarbeiter des 'Gemeindeblatts vielleicht die Offenbarung, wie eine Melodie in F-Dur entsteht, ist er doch nach monatelangem Training der Druck fahnensichtung den Mysterien des Alphabets mit Haut und Haaren herzlich und hartnaeckig ver-haftet. Von einer etwas objektiveren Warte aus vielleicht “Das daemonische Weib” —meinetwegen (dies gnaedige Zugestaendnis ist charakteristisch fuer das genannte Subjekt und keineswegs eine Anmerkung der Redaktion)— oder George Kreislers, Meister des “schwarzen Humors”, famoses “Geben sie acht!” Oder gar dass “Liebeslied fuer Verrueckte — Liebeslied fuer Normale” und “Das Gebet keiner Jungfrau”? Kann man ueberhaupt eine Auswahl treffen? Sicher nicht. Aber der Kritiker, dafuer dass er das Vergnuegen haben darf, schmunzelnd an seiner Schreibmaschine noch einmal den entzueckenden Abend vor seinem sozusagen geistigen Auge vorueberziehen zu lassen, und dafuer, dass ein Kritiker mit Fug und Recht einen eigenen, nur ihm gehoerenden Geschmack besitzen darf, der nimmt sich zum Schluss noch das Recht zu sagen, zumal er irgendwann schon einmal etwas Aehnliches gesagt hat, ohne auf Widerspruch zu stossen, dass ihm die ernsten und dramatischen Intermezzi besonders gut gefallen, als da diesmal waren: “Das Laecheln” von Anton Wildgans — es ist ein ernstes Laecheln — und die Seeraeuber-Jenny, intensiv, elektrisierend, dass nicht viel gefehlt haette, und die Piraten haetten wirklich in den Z u s c h auerraum hineingeschossen. Da aber das “kleine koschere Restaurant” mit all seiner echten Sentimentalitaet den meisten von uns immer wieder am besten schmeckt, ist man fast versucht zu sagen: nicht nur Ende gut, sondern wirklich alles gut, also... kein Hoehepunkt? Die Frage ist falsch formuliert: man darf den Hoehepunkt nicht in den Themen suchen, nicht im Objekt, sondern im Subjekt. Der Hoehepunkt ist mehr als zwei Stunden lang Lilianette selbst, die sich dauernd Verwandelnde, die unglaublich Vielseitige, die deklamierende singende rezitierende unterhal tende Kuenstlerin, die sich nie verspricht auch nicht bei den ausgefallensten D i a 1 e kten und die alles auswendig beherrscht, weil es einfach nicht wahr ist, dass man nicht auf alles vorbereitet sein kann. Zumindest bei ihr trifft es nicht zu, denn sie war es. Auch fuer den fast unmoeglichen und trotzdem e r b r a chten Beweis, dass Kleinkunst ein Erlebnis sein kann. Wenn sie naemlich mit grosser Kunst vorgetragen wird, wie in diesem Falle. Manfred Gynt am Fluegel war ein trefflicher oder, was in diesem Falle ein groesseres Lob ist, ein wtierdiger Begleiter. K. 25. fiEDAKTEIMSJUBIEAEUM Am 15. Dezember beging mit anderen Aufgaben, wiein Sao Paulo der Chefredakder abtrat. Die Arbeit fuer teur der “Crónica Israelita”, den Keren Hajessod, die Zei- Dr. Alfred Hirschberg, sein tung, die Fuelle der litera- 25 jaehriges Jübilaeum als rischen Aufgaben, die beson- Leiter dieses wichtigen Pudere Taetigkeit innerhalb des blikationsorgans der grossen grossen brasilianischen Ji- “Congregacao Israelita Pauschuw, Loge und Leo Baeck lista”, der mehr als 2000 Fa- Institut — dies alles umfasst milien zaehlenden Gesamtgenoch nicht die ganze vieiseimeinde der aus Mitteleuropa tige Taetigkeit Dr. Alfred stammenden Juden. Hirschbergs, der von Anfang Dr. Hirschberg, geboren an auch ein intensiver Mitaram 27. September 1901 in beiter der “Centra” war. Sei- Gnesen als Sohn eines Lehne Referate auf Kongressen rers, hatte an der Leipziger und Tagungen standen immer Universitaet studiert und im auf dem von ihm erwarteten Jahre 1927 den juristischen hohen Niveau. Doktorgrad erworben. Er war Die Zeitung, die ihm besonviele Jahre ein wichtiger Mitders am Herzen liegt, und arbeiter im “Centralverein deren Leitung er nunmehr deutscher Staatsbürger jueein Viertelj ahrhundert innedischen Glaubens”, rueckte hat, erhielt durch ihn eine zum stellvertretenden Syn- Bedeutung, die weit ueber ein dikus auf und im Jahre 1933 “Gemeindeblatt” hinausgeht zum geschaeftsfuehrenden. Der stolze Jude Alfred Hirsch- Im gleichen Jahre wurde Dr. berg wuchs auch ueber Hirschberg auch Chefredakdie in gewisser Weise beteur der CV“Zeitung. grenzte Aktivitaet des einsti- Die Naziverfolgungen, degen deutschen “Centralvernen prominente Persoeniicheins” hinaus und wurde eikeiten besonders ausgesetzt ner der treuesten Kaempfer waren, blieben auch ihm fuer die gesamt juedisehe nicht erspart. Doch konnte Sache, fuer die national — er ueber Paris und London religioesen Ideale des juedimit seiner Familie die rettensehen Volkes, dem er noch de Kueste Brasiliens erreiviele Jahre dienen moege in chen. Im November 1940 wurenger Verbindung mit der de er Verwaltungsdirektor ihm ans Herz gewachsenen der Gemeinde, ein Amt, das Gemeinde Sao Paulo, er etwa fuenf Jahre behielt, bis er es infolge Ueberlastung CURT WILK CISROCO ALTERSHEIM Das Direktorium des CISROCO, Comité Israelita de Socorros hat einstimmig beschlossen die Beitraege. fuer Cisroco ab 1-1-1966 auf E? 6,50 monatlich und fuer Altersheim auf E9 3,50 monatlich zu erhoehen. -MM Neuer Lufthansa Dienst i .1 -r-..1 ■ ---— Direktflug Santiago rankfurt mit f'y boe/nc rar Intercontinental der .ufthansa Auskünfte in Ihrem Reisebüro oder ULTRAMAR, Generalagenten der Lufthansa in Chile. Agustinas 1080 Stgo. Blanco 853 Valpo 2 FLUGE WÖCHENTLICH SONNTAG MITTWOCH SANTIAGO Abflug 09 30 Uhr 08 30 Uhr LIMA Ankunft Abflug 1 t 55 Uhr 1 2 40 Uhr 10 55 Uhr 11 40 Uhr GUAYAQUIL Ankunft Abflug 1 13 25 Uhr 14 50 Uhr JAMAICA Ankunft Abflug 1 7 05 Uhr 1 7 55 Uhr 17 05 Uhr 1 7 55 Uhr NEW YORK Ankunft Abflug 21.25 Uhr 23 00 Uhr t 21 30 Uhr 23 00 Uhr FRANKFURT Ankunft. 12 30 Uhr 12 30 Uhr MONTAG DONNERSTAG A N G A B EN IN ORTS 2 P i I MANKFUtT NIW YOtK! AMAICA : DAXAI lOUAVAQUllj LIMA atftIO Qi JAMIKOi ItAO PAULO-■ — [MONTIV jSANTIAÖO DE CHILI; IUIHOS AHI 4 mal WÖCHENTLICH mit Lufthansa nach EUROPA SONNTAGS UND MITTWOCHS ÜBER DEN NORDATLANTIK MONTAGS UND FREITAGS ÜBER DEN SÜDATLANTIK Alle FlUge beginnen VORMITTAGS in Santiago SJOIANOT 0343

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