Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 1 (Enero, 1966)
- Date
- 1966-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ENERO 1986 BOLETIN INFORMATIVO 5 NEHRU, BEN BELLA, SUKARNO UND NASSER Obwohl das “B. I.” aus Gruenden der Tradition seit jeher zu Rosch Haschana auf allen Gebieten, so auch auf dem politischen, Rueckblick und Ausschau haelt, faellt es doch manchmal schwer, sich dem Bilanz— und Prophezeiungstaumei zu entziehen, dem die gesamte Presse in den ersten Tagen des bürgerlichen Neuen Jahres verfaellt. Von der wissenschaftlich fundierten Statistik ueber die Wirtschaftsentwicklung im vergangenen Jahr bis zur Behauptung, dass ein grosser Staatsmann gegen Ende 1966 eine weite Reise unternehmen wird, laesst sich fuer jeden Geschmack etwas finden: warum also nicht einmal inmitten dieser allgemeinen Inventur auch eine kleine Zwischenbilanz ziehen? Sie soll Nasser betreffen. Seit vielen Jahren identifiziert die juedische Welt seine Erscheinung weitgehend mit der arabischen Feindschaft gegen Israel. Das ist einesteils falsch: so faellt, um nur ein chronologisches Beispiel zu nennen, die bisher groesste bewaffnete Auseinandersetzung —der Befreiungskrieg— in die Zeit vor seiner Herrschaft und es wetteifern in Drohungen gegen Israel ebenso oft wie radikal andere arabische Potentaten mit ihm, die ihm und denen er ansonsten absolut nicht wohl gesinnt ist. Es ist aber andererseits viel Wahrheit darin enthalten; denn er ist von allen arabischen Nachbarn der staerkste, der konseauenteste, der einzige auf die Dauer gefaehrliche Feind. Verschwaende er von der Bildflaeche. so waeren damit die wirklichen oder kuenstlich Droduziert.en a r a bisch-isra elischen Konfliktstoffe noch nicht automatisch beseitigt, aber die Chancen, dies zu erreichen, wuerden ganz gewaltig wachsen. Was ist nun im verflossenen Jahr geschehen, welche Umstaende muessen sich in dem nunmehr begonnenen dazugesellen, um seinen Sturz— schliesslich regiert ja niemand ewig, auch wenn die “Wahlen" immer 99,9%ig ausfallen— herbeizufuehrenv Die interne Situation in Aegypten hat sich ebenso objektiven wie zuverlaessigen Berichten zufolge sehr verschlechtert. Die Wirtschaft ist in einer immer weiter um sich greifenden Krise, die sich am klarsten auf dem fundamentalsten Sektor darlegt: dem der Ernaehrung. Nur durch immer wieder neu g e w a e h rte amerikanische Hilfe kann, bei allen “antiimperialistischen” Beteuerungen, die aegyptische Regierung grosse Massen der Bevoelkeriing vor dem nackten Hungertod bewahren. Das Finanzwesen ist chaotisch; die wahnwitzige Aufruestung und der kostspielige Krieg im Jemen haben Summen verschlungen —und verschlingen sie tagtaeglich weiter—. fuer die nicht einmal mehr die Zinsen, geschweige denn eine Spur von Tilgung aufgebracht werden kann. Und so konnte und kann es nicht ausbleiben, dass die ersten Kundgebungen offener Unzufriedenheit, ausbrachen, die bisher durch den Terror einer neuen Regierung und deren Razzien gegen angebliche oder wirkliche Verschwoerer niedergehalten wurden. Nicht rosiger sieht der Himmel in Richtung auf den allgemeinen arabiscnen Horizont aus, dem bekanntlich immer Nassers erster Ausblick gegolten hatte. Von einer Unterwerfung des Irak und Syriens kann im Moment, trotz aller internen Wirren m diesen Staaten, weniger denn je die Rede sein, Husseins Position in Jordanien scheint recht stabil und Libanon war sowieso immer ausserhalb seiner Reichweite. Wo dieser sein Fehlschlag aber, sich zum obersten Schutzherrn der gesamten arabischen Welt aufzuwerfen, am tragischsten fuer ihn gescheitert ist, das ist Saudi-Arabien gegenueber im Zusammenhang mit dem Krieg im Jemen. Es ist ihm weder.gelungen, seine Vasallen dort mit Gewalt fest in den Sattel zu setzen, noch unter Verzicht auf die ■ Gewalt zu irgendeinem modus vivendi zu gelangen. Die Friedensverhandlungen sind abgebrochen und es ist schwer zu sagen, womit er eigentlich die fuer ihn fatale Wiederaufnahme der Feindseligkeiten verhindern koennte, es sei denn durch einen bedingungslosen und schmaehlichen Rueckzug, zu dem er sich wiederum sowohl aus Prestigegruenden, wie aus Angst vor der Repatriierung des geschlagenen und unzufriedenen Heeres nicht wird entscheiden koennen. Wenig besser ist es um seinen Einfluss in Asien und Afrika, den er im Zuge seiner g r o e s senwahnsinnigen Weltmachtpolitik auszubauen versuchte, bestellt. Symptomatisch fuer den Tiefstand des letzteren ist z. B. die relative Isolierung, in der er sich anlaesslich des Abbruchs der Beziehungen zu England —aufgrund der Rhodesien- Krise— befindet: kaum ein halbes Dutzend afrikanischer Staaten folgten mit ihm dem die sbezueglichen Beschluss der Konferenz von Addis Abeba und selbst diese keineswegs unter dem Gesichtspunkt der Solidaritaet mit Nasser. Im Gegenteil: zu klar liegt sein Opportunismus zutage, als dass die Staaten des schwarzen Afrika seine Solidaritaetsbeteuerungen n o ch fuer bare Muenzen nehmen Aehnlich liegen die Dinge im Falle des masslos strapazierten pan-islamischen Arguments, das er den mohammedanischen Staaten Asiens und Afrikas, speziell im Falle Israel, so insistent vorgefuehrt hat. Wer redet heute noch von den mohammedanischen Staaten als solchen im Kraeftespiel der internationalen Politik? Schliesslich setzte Nasser noch auf eine weitere Karte in s e i n er abenteuerlichen Aussenpolitik: die der sogenannten neutralen Maechte. Fuenf Machthaber standen noch vor Jahr und Tag, Symbolen gleich, an deren Spitze: die vier in der Ueberschrift genannten und der Marschall Tito. Dieser letztere nun hat sich in den letzten Jahren der Regierung Kruschew und speziell nach dessen Sturz immer mehr aus dieser fuer ihn fremden Gesellschaft geloest und ist dahin zurueckgekehrt, wo er eigentlich hingehoert: in das Lager der osteuroDaeischen Kommunisten. Dazu mag viel beigetragen haben, dass Moskau durch seinen Konflikt mit Peking die Aussoehnung mit ihm beschleunigen musste, dass andere Staaten wie Polen und vor allem Rumaenien selbst immer mehr “titoistisch” werden, aber das tut nichts zur Sache. Wesentlich bleibt, dass Belgrad heute kein Interesse mehr daran hat, als Sozius von Kairo in internationalen Geschaeften genannt zu werden. Aber die anderen! Ihr Geschick ist es das eigentlich den Anstoss gab, den allgemeinen Rueckschau und Prophezeiungs - Nonsens mitzutreiben. Nehru, der grosse Friedensfuerst (fuer andere) und Kriegsheld (zuhause) starb am 27. Mai 1964. Ben Bella wurde im Juni 1965 gestuerzt. Sukarno ist seit der gescheiterten Revolte, von der niemand weiss, ob sie von ihm oder gegen ihn angezettelt wurde, politisch entmachtet. Nehru tot, Ben Bella ausradiert, Sukarno machtlos! Und damit ein Ende dem ganzen Phantom von einer dritten Weltmacht nach Nassers und jener Herren Facon! Kann man es da jemandem veruebeln, wenn er fuer 1966 erwartet, dass auch der letzte im Bunde, bedroht vom inneren Zusammenbruch, ge - scheitert in seinen Hegemonietraeumen, e r s c h o e pft durch den aussichtslosen Bruderkrieg, isoliert durch Tod und Sturz der anderen Hasardeure, nun endlich den Weg allen Fleisches antritt? Wohl nur dann, wenn man es unterlassen wuerde, auch die Faktoren aufzuzeigen, die ihn immer noch beguenstigen. Und das sind, mit Nuancen, die Grossmaechte. So geniesst er weiter eine gewaltige russische Unterstuetzung und die U.S.A. beharren in ihrem doppelten Irrtum, erstens seinen Sturz im Hinblick auf das Risiko der Nachfolge zu fuerchten und zweitens, wie bisher zu vermeiden, “dass er ganz ins russische Fahrwasser geraet”. China umwirbt ihn, wahrscheinlich mehr bereit als faehig, bei einer Verminderung der russischen Unterstuetzung in die Bresche zu springen. Frankreich hilft ihm seit geraumer Zeit auf vielen Gebieten, selbst dem der Bewaffnung. Nur England ist in seinen Bemuehungen, die Beziehungen zu Aegypten zu verbessern, gescheitert, aber auch dies nur, weil Nasser es so wollte und moeglicherweise nur, solange er es so will. Deutschland schliesslich sah sich, durch Nassers misslungenen Bluff in der Angelegenheit der Beziehungen zur DDR, gezwungen, ihn in seine Schranken zu weisen, um zur eigenen Ueberraschung festzustellen, dass der Loewe nicht so gefaehrlich war, wie sein Fauchen es vorgetaeuscht hatte. Jedenfalls, es waere Wahnsinn es zu leugnen, eine recht eindrucksvolle Liste einflussreicher Beziehungen, um die ihn so mancher Staatsmann, der sie mit mehr Fug und Recht verdiente, zuenftig beneiden darf. Die Frage ist, ob es ihm gelingen wird, sie zu erhalten. Er kann einiges dafuer tun und man sollte annehmen, dass er es auch tun wird. Mehr wird davon abhaengen, wie lange noch und in welchem Maasse man in den Hauptstaedten der Grossmaechte ihn als Faktor so ueberschaetzen wird wie bisher: wenn auch weniger sicher, so sollte man doch unterstellen üuerfen, dass das Schicksal der Nehru, Ben Bella und Sukarno die Perspektive korrigieren und damit zu seinen Ungunsten gestalten wird. Am entscheidendsten aber sollten doch fuer ihn, wie fuer jeden Staatsmann, die realen und unmittelbaren Probleme seines Landes und seiner Menschen sein. Und gerade die haben sich, wie gesagt, aeusserst kritisch fuer ihn gestaltet. Vielleicht ist die Frucht schon faul am Baume... Vielleicht genuegt ein starker Wind... Es waere eine herrliche Ernte fuer 1966. ft MONATSSPIEGEL DER SCHMIERFINK VON BAMBERG Mit einer Jugendstrafe von unbestimmter Dauer, “mindestens eineinhalb, hoechstens dreieinhalb Jahre, unter Anrechnung der haibjaehrigen Untersuchungshaft” wurde der Graeberschaender und Apologet des Massenmordes Reinhard Woitzik, der im Vorjahre in Bamberg sein Unwesen getrieben hatte, von dem zustaendigen Gericht bedacht. Um diese mildeste aller milden Strafen zurechtzuzimmern, rechneten die Richter dem 21-jaehrigen Schmierfink eine ganze Kollektion von Entlastungsmomenten zugute: der Vater, der ein Kriegsverbrecher war, die Mutter, die im kargen Fluechtlingsgepaeck aus dem Osten ausgerechnet “Mein Kampf” mitgebracht hatte, der Zahntechniker, bei dem er in die Lehre gegangen war und der dann gar. keiner war, sodass das Diplom nichts taugte bezw. von ihm selbst fabriziert wurde —erste Jugendstrafe wegen Urkundenfaelschung—, dass er “nicht einmal das Format zum Fanatismus habe” (sic!), kurz, gemessen am Format anderer deutscher Mannen seines Schlags also ein rechter Kretin. Selbst der Staatsanwalt war der Ansicht, dass die Tat zwar fuerchterlich sei, man sie aber nicht vom Taeter trennen duerfe. Es ist schon so viel ueber die neue deutsche Justiz und ihren Hang zur Gnade in Faellen notorischer Massenmoerder und Menschenschinder geschrieben worden, als dass das nicht ueberzeugende und auch keineswegs berechtigte Mitleid mit diesem Subjekt sehr ueber raschen koennte. Allenfalls koennte das Thema der Dualitaet von Tat und Taeter Stoff abgeben fuer eine lohnende Debatte, hat man doch in der Angst, den “in seiner sittlichen Entwicklung zurueckg’e b 1 iebenen Einzelgaenger’ ob seiner “fuerchterlichen Tat” adaequat zu bestrafen, diese praktisch ungesuehnt gelassen. Und man koennte es weiterspinnen mit der Ueberlegung, ob nicht alle Nazis, die grossen und die kleinen, in ihrer “sittlichen Entwicklung zurückgeblieben” waren und sogar sehr erheblich, ob sie nicht alle in inrer beruflichen Laufbahn gestrauchelt waren, ob nicht bei allen entweder der Vater oder die Mutter oder das Milieu einen schaedlichen Einfluss ausgeuebt hatten... Denn das ist ja gerade das Wesen der faschistischen Massenbewegungen, dass sie ein Auffangbecken sind fuer diesen Typ gescheiterter Existenzen. Aber man wuerde einem Woitzik bestimmt zu viel Ehre antun, wollte man aus seinem Fall zu viel Lehren ableiten. Und dem Urteil, wollte man es verallgemeinern; es steh en, wie gesagt, viel schlimmere dafuer. Aber die Stadt Bamberg, die ist auch nach diesem Urteil noch genau so besudelt wie am Tage der Denkmalenthuellung mit der schwarzen Teerfarbe. ATSCHEKA HACE MAS GRATO SU OESCANSO SILLON CAPRI 3 POSICIONES [Gesundii«geJ TERRAZA Y JARDIN MESAS CAMAS SILLAS SILLONES, ETC. fABR/CADO POR WINDSOR PXAQUB ALU MET •LIVIANO PLEGABLE NYLON FORMIDECO