Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 1 (Enero, 1966)
- Date
- 1966-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1966 NOCHMALS: WIEDERGUTMACHUNG [gon Wir entnehmen dem "Aufbau” Marx, Physiker zweier Kontinente Die Veröffentlichungen im B o 1 e t i n Informativo, die selbstverständlich nur auszugsweise und unvollständig das sehr umfangreiche Entschädigungsschlussgesetz wiedergeben könnnen, sind vielfach irrtümlich aufgefasst worden. Um unnötige Hoffnungen, die später nur zu Enttäuschungen führen können, und zwecklose Anträge 7u vermeiden, sollen einige Punkte klargestellt werden: 1.) Höchstbetrag der Renten für Berufsschäden: Nicht alle, die bisher eine Monatsrente von DM. 785.— erhalten haben, werden in Zukunft den Höchstbetrag von DM. 1000.— bekommen. Es bleibt bei den bisherigen B e r e chnungsmethoden der Rente; d. h. früher selbständig gewesene Verfolgte erhalten zwei Drittel der Pension eines entsprechenden Bundesbeamten, wobei das Lebensalter am 1.10.1953 zu berücksichtigen ist. Nur wer damals bereits 55 Jahre alt war, früher selbständig war und als höherer Beamter eingestuft worden ist, erhält ab 1. Januar 1966 anstelle der bisherigen DM. 785.— eine Monatsrente von DM. 1000.—, bzw. die Witwe DM. 600.—. Wer am 1.10.1953 das 55. Lebensjahr noch nicht vollen det hatte, erhält, auch wenn er selbständig war und als höherer Beamter eingestuft worden ist, monatlich nur DM. 868. Bei früher unselbständig tätig gewesenen Verfolgten bleibt es bei der bisherigen ganz andersartigen Berechnung der Rente, die sich nach der theoretischen Kapitalentschaedigung richtet, an deren Stelle die Rente bezahlt wird. Nur diejenigen, bei denen als K a pitalentschädigung theoretisch mindestens DM. 43200. errechnet waren, können als Rente anstelle der Kapitalentschaedigung den Monatsbetrag von DM. 1000,— erreichen. Wenn z. B. nur DM. 40000.— als Kapitalentschädigung zügesagt waren und wenn s.Zt. an deren Stelle die Rente gewählt werden konnte, so kann die neue Rente bis auf weiteres monatlich nur DM. 843.— betragen, bei kleineren Kapitalentschaedigungen entsprechend weniger. Daher muss man damit rechnen, dass die Rentenerhöhungen nicht automatisch erfolgen, sondern dass in jedem Einzelfall erst der künftige Rentenbetrag ausgerechnet werden wird. Hinsichtlich der Erhöhung der niedrigeren Renten sollte man nicht zu optimistisch sein. Die Erhöhung dieser Renten hat nichts mit der Heraufsetzung des Höchstbetrages zu tun Die Regierung kann die Renten durch Rechtsverordnungen, die bisher noch nicht erlassen sind, den steigenden Beamtengehältern und —Pensionen anpassen. Da aber auch die deutschen Bundesbeamten infolge der Sparmassnahmen in der Bundesrepublik den Riemen enger ziehen müssen, ist mit einer wesentlichen Erhöhung der niedrigeren Renten nicht zu rechnen. 2.) Zuschläge für fehlende Altersversorgung bei Berufsentschädigung: Dieser Zuschlag ist nichts Neues. Er war schon immer in den Tabellen enthalten, die bei Berechnung der Kapitalen t s chaedigung verwendet wurden. Nur in einzelnen Fällen haben einige Aemter den Zuschlag von 20% nicht gewährt oder wieder entzogen, wenn der Geschädigte einen Anspruch aus der Invaliden— oder Angestelltenversicherung hatte. Das hat sich jetzt insofern geändert, als die Versicherungsrenten nicht mehr als Altersversorgung gelten, sondern nur noch Beamtenpensionen oder beamtenähnliche Pensionen. In den wenigen Fällen, in denen also die 20% nicht gewährt worden sind., müssen sie jetzt noch zugebilligt werden. Das können nie Fälle sein, wo die K a p i t alentschädigung den Höchstbetraevon DM. 40000. e r r e i c ht hat. da dieser Höchstbetrag nicht geändert worden ist. Auch wirkt sich der Zuschlag nicht bei den Rentenempfängern aus. Der im Schlusgesetz genannte neue Zuschlag von 30% - für 65-jährige Maenner und 60-jährige Frauen bedeutet überhaupt keine Erhöhung der Tabellensätze, nach denen die Kapitalentschädigung errechnet wird. Es handelt sich dabei nur um einen Rechnungsfaktor bei der Ausrechnung des Zeitpunktes, in dem der Verfolgte wieder eine a u s r eichende Lebensgrundlage erlangt hat. Der in diesem Jahr vom Berliner Entschädigungsamt zusammen mit dem Formular für die Lebensbescheinigung übersandte weise Zettel hat die Bedeutung, aufzuklären, ob jemand ausser der Rente für Berufsschäden auch eine Beamtenpension bezieht, weil man nicht beide zugleich bekommen kann. 3.) Nutzungszuschlag von 5% bei Vennögensschaden: Auch dieser Zuschlag war schon im alten Entschädigungsgesetz enthalten und wurde regelmässig berücksichtigt. Nur bei der Entschädigung für die Auswanderungskosten bestand ein Streit darüber, ob zu der Entschädigungssumme 5% Nutzungsschaden zuzuschlagen waren. Einzelne Aemter taten dies, andere nicht. Berlin, wo meisten der Auswanderungskosten durch Vergleich erledigt worden sind, stellt sich auf den Standpunkt, dass mit dem Vergleich auch der Nutzungschaden abgegolten ist. Die Neuerung des Schlussgesetzes ist nur eine Klarstellung, dass auch bei Auswanderungskosten 5% zu gewähren sind. Meist wird es sich, da ja für A u s w a nderungskosten nur selten beträchtliche Summen bewilligt wurden, bei dem Zuschlag von 5% lediglich um ganz geringfügige Beträge handeln. Kaum wird es sich lohnen, dafür Spesen zu machen. Meist steht auch der Betragin keinem Verhaeltnis zu dem Honorar, das den d e u tschen Rechtsanwälten nach der Gebührenordnung für einen solchen Antrag zustehen würde. Man sollte die Entschaedigungsaemter, d i e ja die neuen Sparmassnahmen der deutschen Regierung berücksichtigen m u e s s e n, nicht mit kleinlichen Anträgen belästigen und veraegern, sondern den Anspruch nur in begründeten Faellen stellen. Dr. Werner Laskowitz Im Herbst 1965 erhielt Dr. Egon Marx einen Lehrstuhl fuer theoretische Physik an der Technischen Hochschule (College of Tech n o 1 o g y) Clarkson in dem Staedtchen Potsdam im Staate New York. Bevor er dieses Angebot annahm, war er “Unabhaengiger Investigator”, das ist der hoechste oertliche akademische Rang an der Chilenischen Staatsuniversitaet in seiner Heimatstadt Santiago. Santiago de Chile ist natuerlich nicht Dr. Egon Marx’ erste oder ursprüngliche Heimatstadt. Geboren wurde er 1937 in Koeln am Rhein, aber zwei Jahre spaeter wanderte Herr Dr. Erich Marx, sein Vater, mit der Familie nach Chile aus. Es ist einigermassen interes s a n t und bemerkenswert, dass Soehnchen Egon das Abschlussexamen der staatlichen Mittelschule des chilenischen “Instituto Nacional” als bester Schueler bestand, trotz seiner anfaenglichen Schwierigkeiten im fremden Land und trotz einer gleichzeitig aktiven Betaetigung fuer einen juedischen Jugendverband. Sechs Jahre spaeter bestand er das Abschlussexamen der Universitaet — ais Elektro - Ingenieur, ebenfalls als bester Student seines Jahrganges. Ein Stipendium der International Cooperation Administration in Washington, also eines der grossen Auslandshilfsprogramme der amerikanischen Regierung, erlaubte ihm 1960 Fortsetzung seiner Studien in den Vereinigten Staaten, erst in Chicago und dann im Caltech in Kalifornien. 1963 kam der Ph. D. Doktorhut und dann Rueckkehr nach Santiago und Lehrauftrag an der dortigen staatlichen Universitaet. Im April 1965 heiratete er Irene Lehmann, deren Eltern ebenfalls aus Deutschland nach Chile geflohen waren, die aber schon gebuertige Chilenin ist. Wenig spaeter packte äas junge Paar seine Siebensachen und ging in die Vereinigten Staaten,- der ihm im Clarkson Institut angebotene Lehrstuhl, so raesonierte der junge Physiker, der mit je einem Fuss in Nord— und in Suedamerika zuhause ist, bietet ihm breitere und weitere Forschungsmoeglichkeiten als die Taetigkeit in Santiago. ESCUELA ISRAEL Im Verlauf einer feierlichen Veranstaltung wurde der Escuela Coeducacional N.o 13 von Pehaflor, Escuela “Israel”, die israelische Fahne uebergeben. ABSCHLUSSFEIER DES VAAD HAJINUJ Am 19. Dezember verabschiedete der Vaad Hajinuj im Rahmen einer akademischen Feier die Absolventen des 6.o Humanidades. EIN LEBEN EUER DAS RELIGIOESE IDEAL Restaurant - Café Mattem Vicente Pérez Rosales 23 - La Reina Ruprecht Reisenegger Reichhaltige Auswahl in erstkl. Mittag u. Abendessen Spezialitaet; Kaffee und Kuchen. 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Im Geiste seiner grossen Lehrer Samson Raphael Hirsch und Salomon Breuer vertrat er bis zur letzten Konsequenz das sogenannte “Trennungsprinzip”, d.h. die Aufrechterhaltung der orthodoxen Sondergemeinden, die sich seit 1876 gebildet hatten, und von denen die bedeutendsten die Berliner “Adass Jisroel” und die Frankfurter “israelitische Religionsgesellschaft” gewesen sind. In der Leitung der letztgenannten arbeitete Rosenheim Jahrzehnte und gleichzeitig war er etwa 25 Jahre hindurch der Herausgeber der zuweilen sehr s t r e itsuechtlgen “Israelit”, des Organs der deutschen Orthodoxie. Doch kaempfte er i m m e r aus innerster Ueberzeugung fuer das von 1hm als richtig erkannte. Jacob Rosenheim war einer der Mitbegrüender der Weltorganisation des orthodoxen Judentums, der “Agudas Jisroel”, die im Jahre 1912 zu Kattowitz begruendet worden war, doch bald wegen ihrer entschiedenen Ablehnung des Zionismus in einen Gegensatz zum “Misrachi” treten musste, des gesetzertreuen Fluegels innerhalb des zionistischen Bewegung. Diese Fehde, welche erst nach 1933 an Schaerfe verlor, wurde von Rpsenheim mit all der Energie gefuehrt, deren er faehlg war. Erst in sehr hohem Alter und nachdem die Ereignisse eine Annaehrung der “feindlichen Brueder” gebracht hatten, soehnte sich Jacob Rosenheim mit dem Erez Israel von heute aus. das ganz gewiss nicht seinen streng-thoratreuen Grundsaetzen. entspricht, b e z w. entsprechen kann. Als Denker und Schriftsteller, Redner, e n t h u siastischer Verfechter seines religioesen Weltbildes, als allgemein hochgebildeter Mann, der alle echten Kulturwerte durchaus bejahte, geht Jacob Rosenheim in die Geschichte der grossen Auseinandersetz ungen unserer Zeit, der Kaempfe um die Durchsetzung eines religioesen Ideals, ein. An seiner Liebe zum juedischen Lande kann nicht gezweifelt werden. Es war ihjn vergoennt, ein Vierteljaihrhundert in Erez Israel zu leben, fast alle zeitgenoessis'chen Mitstreiter ueberlebend. Gurt Wilk Stefan Laskowitz Joyero Ahumada 254 — Local 30 Fono 69464