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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-11-01 · 11 (Noviembre, 1965) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
11 (Noviembre, 1965)
Date
1965-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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NOVIEMBRE 1965 BOLETIN INFORMATIVO 5 DIALEKTIK MIT BINDESTRICHEN Die Kommission fuer So-Voelker verliehen ziaipolitik und Menschen- (in der O.N.U.) rechte der Vereinten Nationen hatte sich in ihrer diesjaehr igen Sitzungsperiode bekanntlich mit dem Thema der Diskriminierung und Verfolgung aus Gruenden der Rasse auseinanderzusetzen, Im Verlauf der Debatten und Abstimmung ereignete sich eine Episode, die so bald nicht vergessen werden darf. Und zwar hatten die Deleg a t i onen der Vereinigten Staaten und Brasiliens zu der allgemeinen Verurteilung eine- Ergaenzung vorgeschlagen, die eine spezifische Ablehnung des Antisemitismus beinhaltete. Steht nicht der Antisemitismus fuer Rassenhass schlechthin, vor allem ln unserem blutbesudelten Jahrhundert? War nicht der Antisemitismus die Essenz des S y s t e ms, auf dessen Truemmern die Vereinten Nationen erst gegruendet werden konnten? Es schien also schwer einzusehen, dass jemand etwas dagegen einwenden koennte, eine allzu allgemein gehaltene Erklaerung somit etwas konkreter zu fassen. Gewiss, da sind die Araber, die in ihrem blinden Eifer gegen Israel trotz aller geg e n t e i ligen Beteuerungen schon lange den Antisemitismus, selbst in seiner primitivsten Form, als Waffe nicht verschmaehen. Sie intrigigierten, redigierten Gegen- - vorschlaege und drohten, der Nazi-Opfern. Kommission eine Eingabe zur r? Regierung, Verurteilung des Zionismus vorzulegen. Es kam nicht dazu, eilte ihnen doch ihr staendiger Alliierter in Gestalt des Sowjet-Delegierten hat, die fuer die Errichtung des Staates Israel gestimmt hat und die das zweite Land war —nach den Vereinigten Staaten—, das Israel, Verwirklichung des zionistischen Ideals, anerkannte, nun die Araber in ihrem Versuch unterstuetzt, den Zionismus auf eine Stufe mit den Rassenhass-Bewegungen zu stellen”. Levi Eschkol: “Es ist einer grossen Nation, die die menschlichen Werte zu verteidigen vorgibt, unwuerdig, unsere Freiheitsbewegung mit den finstersten Kraeften, die je in der Geschichte an die Oberflaeche gelangten, auf die gleiche Stufe zu stellen”, Und Abba Eban bezeichnete das Vorgehen Russlands als “eine Politik, die mehr Wert auf Stimmen als auf Prinzipien legt”. Er erinnere sich, in der O. N. U. mit Gromyko stets in seiner Eigenschaft als Zionist konferiert zu haben und “unsere Unterhaltungen (im Jahre 1948) bezogen sich einzig und allein auf das Ziel des Zionismus, naemlich .auf die Errichtung eines juedischen Staates”. MONATSSPIEGEL den eisigen Konzentrationslaegern Sibiriens Hunderttausende schmachten oder Millionen. Aber die Perversitaet des Regimes hat den miss braucht wird... oder aber missachtet. Aber der Rueckfall in die unsaubere Dialektik der stalinistischen Epoche, der darf, wie eingangs gesagt wurde, so bald nicht vergessen werden und der geht nicht nur die von dieser unglaublichen Episode betroffenen Juden an, sondern alle normal denkenden Menschen. Der beweist naemlich, dass das ganze seichte Abruecken vom sogenannten “Persoenlichkeitskult” —welch harmloses Wort fuer ein entsetzliches Regime— vielleicht eine Aenderung im Kraefteverhaeltnis der machtausuebenden Kliquen widerspiegelt, keineswegs aber etwas an der perversen Natur des Regimes geaendert hat, die sich symptomatisch immer wieder in den Auswuechsen ihrer “inv e r tierten und surrealistischen Gedankenwelt” aeussert. Und es ist typisch fuer diese Auswuechse, dass die x . Koriphaeen des Regimes alle ter der Oberflaeche, stoesst wahren und eingebildeten rr}a,n allgemeinen auf so Feinde, Gegner, Kritiker oder Vle^ TTr,rnt Tr,nn ■slph 0 schon so gewaltig, dass auch kein Mensch etwas dabei findet wenn der Staat, der diese Konzentrationslaeger unterhaelt, das entscheidende Rest der Welt schon so weit Wort mitredet in der Debatinfiziert, seine Macht ist te ueber... die Menschenrechte! TRIUMPH DER MENSCHLICHKEIT Das politische Zeitgeschelediglich zu der wohlgemeinhen von einer moralischen ten, aber in einer tragischen Warte aus zu beurteilen, ist Farce endenden, Einberufung eine undankbare Aufgabe, der Konferenz von Evian Schuerft man nur etwas unaufraffen. Wenn in diesem Zusammenhang an Roosevelt erin- Schliesslich Dr. Joachim Prinz, in seiner Eigenschaft als Sprecher der repraesentativen Organisationen des amerikanischen Judentums: “Das Vorgehen der Sowjetunion ist eine Verunglimpfung gegen . Millionen von Keine andenicht einmal eine arabische, hat jemals mit solcher Unverschaemtheit der O.N.U. eine derart m o nstruoese Machenschaft aufzuzwingen versucht. Solch Abtruennige in einen einzigen Topf werfen, der mit S c h m a ehungen eingeheizt und mit Verleumdungen besudelt wird. In den Zeiten des Kampfes gegen die alte Garde, sprach man nicht von der nazistisch-faschis t is c h-trotzkistischen Ver- Unrat, dass man sich des Vorwurfs einer negativen Einstellung nur schwer ernert wird, so keineswegs, um die U. S. A. speziell zu kritisieren. Ihre Haltung war, wehren kann, es sei denn unvon wenigen ruehmlichen ter wiederholtem; Hinweis Ausnahmen einiger Kleindarauf, dass es die Tatsa- Staaten abgesehen, nur tychen selbst sind und nicht pisch fuer die meisten Laenihre Erlaeuterung, was das der der damaligen Zeit und peinliche Bild schafft. Um so groesser ist die Verpflichschwoerung? In den Zeiten tung und um so erfreulicher des Stalin-Hitler-Paktes, vom anglo-franzoesischen k o 1 onialistisch-imperialistischen Angriffskrieg? Und Kriegsende wieder? Wurde der heute wieder sehr ehrenwerte Praesident der Anlass, ein Ereignis hervorzuheben, das sich nur als Fortschritt im moralischen rTaVVi Verhalten der Menschen beschreiben laesst. Es handelt sich um die nordamerikanische Reaktion von Jugoslawien nicht mit auf das ueberraschende Andiensteifrig zu Hilfe, indem ein Zusammenhang (N. der er im Namen seiner Regiezwischen Nazismus rung eine Resolution vorleg- Zionismus - Antisemitismus) te deren Ungeheuerlichkeit ist nur in der invertierten alle weitere konstruktive Arsurrealistischen Welt des beit unmoeglich machte. Die Totalitarismus denkbar . nordamerikanisch-brasilianische Ergaenz ung erlitt Schiffbruch und mit 82 gegen 12 Stimmen, bei 10 Stimmenthaltungen, wurde eine ungarisch - griechische Vorlage angenommen, derzufolge alle Formen rassischer Diskriminierung abgeleh n t werden, ohne irgendeine dieser Formen beim Namen zu nennen. Worin bestand der russische Gegenvorschlag? In einer Verurteilung des Nazismus, Neonazismus, Antisemitismus und Zionismus, der eine Form des Kolonialismus und Rassenhasses darstelle! Dazu Dr. Nahum Goldmann, Praesident der Zionistischen Welt-Organisation: “Däs Ist absurd. Der Zionismus ist eine klassische nationale Bewegung, wie so viele andere Bewegungen dieser Art. Sein Ziel war, einen Staat fuer das juedische Volk, das zwei Jahrtausende aufgrund des Fehlens nationaler Freiheit gelitten hatte, zu erlangeh. Die zionistische So richtig, klug und wuerdig all die hiermit zitierten Erklaerungen auch sind, so sind sie doch —bis auf den letzten Satz— offensichtlich auch von diplomatischen Ruecksichten diktiert. An manchen Stellen geht dies so weit, dass Zweifel daran geaeussert werden, ob das Vorgehen des Sowjet-Delegierten in der Kommission fuer Menschenrechte vom russischen Volk und seiner Regierung gebilligt werden kann, wie wenn eine Marionette der russischen Diplomatie je haette husten duerfen, 'bevor der Kreml entsprechend geraeuspert hatte. Erst der letzte Satz kommt, wie gesagt, dem Kernproblem irgendwie naeher, wenn er an die invertierte und surrealistische Welt und Gedankenwelt des Totalitarismus ruehrt. Denn dass in der sogenannten Kommission fuer Menschenrechte der Vereinten Nationen anno 1965 keieigens fuer ihn gemuenzten, mit dialektischen Bindestrichen verse henen, faschistisch - titoistisch - nazistischen Adjektiven bedacht? Was immer blieb, sind die Bindestriche zwischen Begriffen, die fuer ein normal funktionierendes Gehirn keine Beziehung aufweisen und die nun, im Paroxysmus kommunistischer Tatsachenverdrehung auf ein offizielles Sowjetdokument zwischen die Vokabel Antisemitismus und Zionismus gesetzt wurden. Eschkol, Eban, Goldmann und die ansonsten fuer unsere Leitung verantwortlichen Menschen sind nicht zu beneiden. Sie muessen ihre Empoerung bezaehmen, ihre Antwort muss diplomatisch formuliert werden und, wie die oben widergegebenen Zitate es zeigen, ist sie es auch. Dr. Prinz ging ein Schrittgebot von Fidel Castro, einen grossen Teil der auswanderungswilligen Kubaner ziehen gu lassen. Niemand bestimmt anstaendiger als z. B. die der von Beteuerungen der Unterstuetzung verfolgter Voelker triefenden Sowjet-Union, die lediglich ein paar Dutzend fuehrender Kommunisten aufn ahm... um die meisten alsdann zu deportieren oder zu erschiessen. Es geschieht lediglich, um die vom Kongress und Volk der Vereinigten Staaten gebilligte Entscheidung Praesident Johnsons hervorzuheben, derzufolge jeder Kubaner, der sein Vaterland weiss so gut wie wir Juden verlassen will, in U. S. A. aus Mitteleuropa, was es einwandern kann, heisst, auswandern zu wollen Manch interessante Speku- und es nicht zu koennen, lation war in der Weltpresse weil die Tore der Einwandeueber die Frage zu finden, rungslaender verschlo s s e n warum Castro ploetzlich die sind. Zehntausende, hundert- Unzufriedenen ziehen laesst. tausende unserer Brueder Manch boeses Wort in komverloren ihr Leben, weil eine munistischen Blaettern ueindifferente Welt zum Komber die angeblichen Motive plizen der Moerder wurde, der Vereinigten Staaten, sie indem sie uns, ihnen, den aufnehmen. Aus unserer Weg in die Freiheit versperrganz speziellen Perspektive te. Man kann dem damallbitterster persoenlicher Ergen Praesidenten Roosevelt fahrung heraus gesehen, erwirklich nicht vorwerfen, scheinen alle wahren oder unterstellten Beweggruende als irrelevant. Was wichtig bleibt ,ist das Novum, dass es mitten in diesem 20. Jahrhundert Menschen in grosser Zahl gestattet wird, ein neues Leben in einem fremden Lande zu beginnen. Das bleibt. Als Triumph der Menschlichkeit. dass er die Gefahr des Hitlerismus nicht in seinen ganzen Ausmassen sehr rechtzeitig erkannt haette. aber statt dem Kongress die Erhoehung der dramatisch niedrigen Einwanderu n g s- Bewegung hat niemals andene Mehrheit gegen den Anre Voelker oder deren nationale Ziele bekaempft, sondern ganz im Gegenteil sie unterstuetzt, selbst die der arabischen Voelker. Die zionistische Bewegung hat stets den Frieden und die Kooperation mit den Arabern gesucht und wenn sie in diesem Versuch erfolglos war, so ist das die Schuld der Araber. Ich bin entsetzt und es schmerzt mich, dass die U. d. S. S. R„ die immer ihre Unterstuetzung den nationalen Bestreb ungen verfolgter tisemitismus zustande kom men konnte, mag sich fuer die Vereinten Nationen und fuer die Geschichte der Menschenrechte negativ auswirken; uns kann es genau so kalt lassen, wie es die Araber, die Nazis und gegebenenfalls die Kommunisten kalt gelassen haette, wenn sie ja zustande gekommen waere. Es entspricht der Struktur dieser Organisation, dass sie von grossen Sektoren ihrer Mitgliedstaaten entweder fuer ihre eigenen Zwecke chen weiter; der Sektor, den Staatsbürgern*^pro Jahrvon er vertritt, kann fuer sich et- ¿Schlagen® konnte er steh was freier sprechen. Daher zuscmagen, konnte er sicn oeffnet das von ihm anges c hnittene Thema einen Tuerspalt in den finsteren Raum, in den es hinein zuleuchten gilt, will man diese Beleidigung des menschlichen Geistes zu verstehen versuchen. Mit politischen Begriffen allein, wie etwa dem der russischen Unters t u etzung arabischer Machenschaften, kommt man da nicht mehr heran. Dort spielen sich Dinge ab, die von Kafka p r o p h e tisch geahnt worden sind, in den Anklagereden des Grossinquisitors —und NU-Delegierten!— Vishinsky waehrend der Moskauer Monstre-Prozesse vorgetragen wurden, die undenkbar-denkbar sich nur in Welten ereignen, wo das Oberste nach Unten gestuelpt wird. Kein Mensch weiss, ob in DIE ERKLAERUNG DES KONZILS “Wir haben heute das Bewusstsein, dass viele Jahrhunderte Blindheit unsere Augen geschlossen hatten, sodas wir die Schoenheit Deines Auserwaehlten Volkes nicht mehr erkennen konnten, noch in seinem Antlitz die Zuege unserer vielgeliebten Brueder. Im Lauf der Jahrhunderte hat unser Bruder Abel in dem Blute gelegen, das wir vergossen und er hat geweint die Traenen, die wir verursacht, indem wir vergassen Deine Liebe. Vergib uns ob des Fluchs, den wir auf seinen Namen als Juden zu Unrecht schleuderten. Vergib uns ob der Kreuzigung, die wir Dir zum zweiten Male in seinem Fleische zufuegten. Denn wir wussten nicht, was wir taten’’. Im vorstehenden Gebet, von Papst Johannes XXIII drei Monate vor seinem Tode persoenlich verfasst, ist das Konzept enthalten, dass die heiss und lange debattierte “Judenerklaerung” des II Vatikanischen Konzils bestimmen sollte. Es beinhaltet das Eingestaendnis getanen Unrechts, Reue und Einkehr, das Zugestaendnis, falsche Beschuldigungen erhoben zu haben, Erklaerungen guten (Fortsetzung Seite 6)

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