Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 8 (Agosto, 1965)
- Date
- 1965-08-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1965 MOSCHE SCHARETT Dawar erklaert, das jüdische Volk trauere um einen seiner grossen Führer und Bauer, dessen Andenken immer erhalten bleiben wird. Die zionistische Arbeiterbewegung verlor einen ihrer besten Abgesandten, einen geistigen Wegweiser, wie es kaum einen anderen gegeben hat. Das jüdische Volk hat eine der grössten Persönlichkeiten verloren die immer um das Schicksal des Volkes besorgt war und sich für das Volk eingesetzt hat. Scharett hat unsere Welt mit grossen Leistungen verlassen, und die vielen Titel, die er bekam, vermögen diese Leistungen nicht widerzuspiegeln. Dawar erinnert daran, dass Scharett der erste Sekretär der Redaktion des Dawar war, er war ein ausgezeichneter Redakteur und er stand der Zeitung als Helfer und Berater bis in seine letzten Tage zur Verfügung. Haaretz weist darauf hin, es sei schwer ein weiteres Beispiel für Fleiss und unermüdliche Arbeit im Dienste der übernommenen Aufgaben zu finden. Diese Eigenschaften hätten Scharett besonders ausgezeichnet. Eine gewaltige Arbeitskraft, schnelles Auffassen, ein glänzendes Gedächtnis und Hingabe an die Sache kamen ihm in seiner Tätigkeit zu Hilfe, seine Lebensaufgabe sah er darin, dem jüdischen Volke einen Platz in der Völkerfamilie zu sichern. Auf diesem Gebiete konnte er gewaltige Fortschritte verzeichnen, und sein Name wird für immer mit den auf diesem Sektor erzielten Leistungen verbunden sein. Cheruth weist auf die scharfe Polemik hin, die es zwischen Scharett und der Cheruth auf politischem Gebiet gegeben hatte, Scharett war jedoch ein Gegner von Format ein Mann von Kultur, und er hatte Umgangsformen, die die Schärfe des bestehenden Konflikts mildern konnten, jetzt, da dieser Mann uns nach heroischem Ringen mit dem Tode verlassen hat, verneigt die Cheruth in Ehrfurcht ihr Haupt vor Scharett, der Jahrzehnte lang an den Fronten des jüdischen Volkes gekämpft hatte. Lamerchaw ist der Meinung, dass die Ereignisse unserer Zeit nicht ohne den Einsatz und ohne den persönlichen Beitrag von Scharett dargestellt werden können. Sie sind nicht denkbar ohne Erwähnung seines Fleisses und seiner Hingabe für die Sache des jüdischen Volkes und des Zionismus. Al Hamischmar weist darauf hin, dass Scharett die Aufgabe zufiel, für das juedische Volk in einer Zeit grosser Leiden und der politischen Renaissance einzutreten. Nicht in einem Jahre und nicht durch politisches Auftreten bei einer Gelegenheit erwarb sich dieser Mann seinen Platz in unserem Volke. Bis in seine letzten Tage bewunderten wir sein Verhalten und sein Auftreten. Haboker schreibt Scharett habe das Glück gehabt, einer Epoche und Ereignissen seinen Stempel aufzudrükken, die nicht aus dem Gedächtnis unseres Volkes verschwinden werden. Nach Meinung der Jerusalem Post war Scharett der geeignetste Führer unseres Volkes in der Epoche vomJischuw zur Staatsgründung. Er war für alle Aufgaben passend, die er übernahm, ebenso wie diese Aufgaben für ihn geeignet waren. Omer weist auf die Liebe Scharetts zur hebräischen Sprache hin. Dieser Mann kämpfte Zeit seines Lebens gegen Fehler in Sprache und Schrift, weil er sich gegen Unwissen und Unbildung wenden wollte. Hazofeh geht auf die Verbindung Scharetts mit der jüdischen Tradition ein. Auf Grund seiner vielen Zusammenkünfte mit Juden der Golah begann er den Wert der jüdischen Tradition zu verstehen. Er selbst näherte sich später langsam der Synagoge Hazofeh sieht darin den Beweis für die intellektuelle Kraft dieses Mannes, der nun nach so vielen Leistungen aus unserer Mitte geschieden ist. DIE SPALTUNG DER MAP AI Dawar schreibt unter der Ueberschrift “Noch eine Partei in Israel”: Dieser Schritt der Gründung einer neuen Partei ohne oeffentlich-ideologische Begründung legt der Gruppe der Minderheit eine schwere Verantwortung auf. Diese Verantwortung wird sie nicht nur vor den Wahlurnen, sondern auch vor der Geschichte des Volkes tragen, welches seine staatlichen Organe traegt. Lamerchaw: Die gegen die Oeffentlichkeit die Mapai bis zu einer Krise gebracht haben, haben auch die Augen vieler ihrer Mitglieder auf die Gefahren gelenkt, die von der Sezessionsgruppe drohen, doch vor einigen Jahren war diese Gefahr vielen Mitgliedern der Mapai nicht bewusst, die sich damals mit der Absetzung M. Scharetts s. A. und Pinchas Lavons abgefunden haben. Als sich aber herausstellte, dass diese Methode der Absetzung fortgesetzt werden sollte und im Begriffe stand, neu Opfer zu fordern, da standen in der Mapai Kraefte auf, um diese Entwicklung zu hemmen. Dieses Erwachen konnte zwar die Spaltung nicht verhindern, doch kann sie die Mapai retten. Wenn die Sezessionsgruppe die Macht in der Mapai an sich gerissen haette, dann waere die ganze Leitung der Mapai abgesetzt worden mit Ausnahme derer, die sich den ambitioesen jungen Leuten, welche Ben Gurion nahestehen, angepasst haetten. Die Annaeherung an Achduth Haavodah waere nicht erfolgt und die Mapai haette sich von der Arbeiterbewegung losgeloest. Durch die Spaltung der Mapai ist eine neue Lage entstanden, die Gefahr von seiten der Rechten ist gewachsen, und man kann auch die Mapam nicht von der Pflicht befreien ihre Hand zu einem Zusammenschluss der Arbeiterschaft zu geben, um den Block Cheruth - Liberale abzuwehren, die Spalter zum Misserfolg zu verurteilen und die Hegemonie der Arbeiter in Israel zu errichten. Haaretz: In einigen Monaten, nach den Wahlen, werden wir wissen, ob der Beschluss Ben Gurions und seiner Freunde ein kühner Schritt war, der den Staat und seine Entwicklung auf neue Wege führen kann, oder ein falscher Schritt, der die Isolierung, in der sich Ben Gurion jetzt befindet, verstaerkt hat. Die Urteilssprüche der Demokratie sind grausam. Es ist schwer vorstellbar. dass der Wahlkampf dem wir entgegengehen, für Ben Gurion und Eschkol ohne Sieger und Besiegten ausgehen wird. Zwischen ihnen wird eine Entscheidung fallen, die wir alle werden annehmen müssen. Haboker schreibt unter der Ueberschrift “Mapai” ohne Ben Gurion”. Die Spaltung in der Mapai kann nicht vorübergehen, ohne die politische Situation im Lande zu beeinflussen. Niemals hatte der Staat so gute Aussichten, sich von der Mapai zu befreien als jetzt. Die Spaltung in dieser Partei und der Austritt ihres Führers waren die notwendige Folge der persoenlichen Atmosphaere, die in dieser Partei entstanden ist. Wenn auch eine solche Atmosphaere jetzt zwischen den Splittern der Mapai herrscht, so besteht doch auch Hoffnung, dass das Volk diejenigen bestrafen wird, die es in einen Kampf um die Herrschaft gebracht haben. Jerusalem Post eroertert die Aussichten der Minderheit bei den kommenden Wahlen und meint, schwierige politische Manoever werden noetig sein, um eine Koalition mit der Minderheit zu vermeiden, wenn B. G.s Liste Erfolge erzielen kann. Die gegenwärtige Krise kann nützlich sein, wenn sie alle beteiligten Kreise veranlasst, die bisherige ideologische Erstarrung aufzugeben und Antworten auf die Probleme unserer Tage statt auf die vergangener Generationen zu geben. Al Hamischmar erklaert, die Spaltung in der Mapai würde nicht fortschrittlichen Kraeften in der Arbeiterbewegung zunutze kommen. Sie haengt mit dem Ringen um die Herrschaft und um persoenliches Prestige zusammen. Diejenige, die Jahre lang das Staatsbewusstsein verherrlichten und gegen die Haeufung von Parteien sprachen ziehen jetzt selbst das Staatsbewusstsein durch die neuen Spaltung in den Staub Die Vereinigte Arbeiterpartei Mapam wird das Volk aufrufen, ihre eigene Kraft zu staerken, damit sie zugunsten der Staerkung der Demokratie und der Arbeiter-Elemente im Staate taetig werden kann. Cheruth ist der Auffassung dass die Mehrheit über den Beschluss der Minderheit bestürzt war, denn noch bis kurz vorher schien es, dass die Spaltungsgefahr in der Mapai gebannt war. Nach Meinung der Cheruth beginnt die Mapai zu zerfallen, und sie ist nicht mehr die Kraft, die zur Führung des Staates imstande ist. Die Alternative stellt der Block Cheruth-Liberale dar. AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE DIE POLITISCHE AUSRICHTUNG DER ISRAEL—PRESSE DIE POLITISCHE AUSRICHTUNG DER ISRAEL—PRESSE Regieruiskoalition: DAVAR, Histadruth, pro-Mapai; JERUSALEM POST, unabhaengig, pro-Mapai; LAMERCHAW Achduth-Awoda: HAZOFE, National-Religioes. Opposition: C'HERUTH, Revisionisten: HAAREZ, unabhaengig, pro-Liberal: HABOKER, Liberal; AL HÄMISCH MAR, Mapam; KOL HAAM, Kommunisten. BOTSCHAFTER PAULS Al Hamischmar kritisiert in scharfen Worten die Manoever der Regierung im Zusammenhang mit der Ernennung des ersten westdeutschen Botschafters in Israel und mit der Bestätigung von Dr. Rolf Pauls für diesen Posten. Die Zeitung weist darauf hin, dass die Regierung es letzten Endes vermieden hat eindeutig zu dieser Ernennung Stellung zu nehmen und den Ball wieder an das Aussenministerium zurückgespielt hat. Dass nunmehr die Bestätigung von Dr Pauls als Botschafter vom Aussenministerium und nicht von der Regierung erfolgt änderte nichts an der Situation. Es müsse weiterhin mit Bedauern darauf hingewiesen werden, dass Dr. Pauls nicht die geeignete Persönlichkeit für dieses Amt ist. Es hätte nicht geschehen dürfen, dass Westdeutschlands erster Botschafter in Israel gerade ein früherer Offizier der Heere Hitlers war. Auch Haboker kritisiert die Ernennung des Botschafters und besonders das Tauziehen, das sich in diesem Zusammenhang in den letzten Wochen abgespielt hat. Zuerst habe die Regierung zu den Meldungen über die Kadidatur von Pauls überhaupt nicht Stellung genommen und die Debatte ausschliesslich der Presse über lassen. Dann entschloss sich die Regierung Kritik an Bonn, wegen der Persönlichkeit des vorgeschlagenen Botschafters, zu üben. Als dieses Manöver erfolglos blieb, liess man aus offiziellen Kreisen in der Presse durchsickern, der Leiter der israelischen Einkaufsmission in Köln, Dr. Schinar, habe nur ungenügende Informationen übermittelt. Wieder wandte man sich daraufhin, immer noch erfolglos, an Bonn und schliess lieh kam die ganze Angelegenheit zur endgültigen Bestaetigung vor die Regierung. Aber nochmals versuchte man die wirkliche Entscheidung zu vermeiden und wies den Fragenkomplex zur Beschlussfassung nun nochmals ans Aussenministerium zurück. Hamodia glaubt Israel sei, im Zusammenhang mit der Ernennung von Dr. Pauls zum Botschafter der Bundesrepublik in Israel, nicht aktiv genug gewesen und habe seine Ansichten In Bonn nicht mit dem erforderlichen Nachdruck vorgebracht. Die Zeitung ist überzeugt, dass eine israelische Protestaktion gegen Dr. Pauls Erfolg gehabt haette, wenn sie mit entsprechender Schärfe formuliert worden wäre. Bonn waere in einem solchen Fall bereit gewesen, einen anderen Botschafter als den früheren Wehrmachts- Offizier Dr. Pauls nach Israel zu senden. Schearim weist auf die antisemitischen Schandtaten hin, die im Laufe der letzten Wochen in der westdeutschen Stadt Bamberg verzeichnet wurden. Man könne nicht umhin, dieses Problem gemeinsam mit der Frage der Ernennung von Dr. Pauls zum deutschen Botschafter in Israel aufzurollen. Es zeige sich auf diese Weise, dass auch heute noch aktive Nazigremien und Kräfte in Deutschland tätig sind. Die Ernennung von Dr. Pauls zum westdeutschen Botschafter i m jüdischen Staat beweise zugleich, dass Bonn nichts gelernt hat und nicht bereit ist, den Ansichten und Empfindlichkeiten Israels zur Genüge Rechnung zu tragen. Die Zeitung gelangt zu der Ansicht, dass noch ein langer Weg zu bewältigen sein wird, bevorm a n von einem neuen Deutschland sprechen könne Dieser Ansicht schliesst sich auch Kol Haam, an. Das Blatt der Kommunisten bestreitet, dass sich irgendetwas in Deutschland geändert habe. Die Behauptungen unserer Staatsführer, wir hätten es heute mit einem neuen, anderen Deutschland zu tun seien völlig unberechtigt Die Zeitung nimmt überhaupt gegen einen Ausbau der Beziehungen zwischen Israel und der westdeutschen Bundesrepublik Stellung und in diesem Zusammenhang auch gegen die Ernennung, bezw, die Bestätigung der Ernennung von Dr. Pauls als westdeutscher Botschaf t e r ln Israel. OJO Si Ud. quiere almorzar bien visite el Restaurant Europea-Cocuna Jíddisch San Antonio 378, 6*? Piso, Dep. 608 Tel. 393359 — De 6-8 Tel. 40580 SE ARRIENDA 1 PIEZA A MATRIMONIO SOLO