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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-07-01 · 7 (Julio, 1965) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
7 (Julio, 1965)
Date
1965-07-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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JULIO 1965 BOLETIN INFORMATIVO i BEN BELLA: SCHICKSAL DER DESPOTEN Den 3. Jahrestag seiner Fuersprache fuer sein Le- Unabhaengigkeit verbrachte ben war das erste: das war Algerien am 5. Juli dieses von seinem Standpunkt aus Jahres zum ersten Mal nicht schlau und richtig. Das zweite beinhaltete Freundschaftsbeteuerungen fuer Boumedienne: das war schon wieder zu schlau, um richtig — so wie umgekehrt der heftige Angriff Fidel Castros wenige Tage spaeter vielleicht zu richtig war, um schlau zu sein—. An dritter Stelle kam. der verzweifelt anmutende Versuch, die afro-asiatische Konferenz, die in der gleichen Woche in Algier starten sollte, zu retten. Und das war schon falsch. Die Zeiten von Bandung, ln denen zwei geeint vorgehe n d e kommunistische Grossmaechte mit Hilfe von Schrittmachern vom Schlage eines Sukarno und Nasser den Versuch machen konn- BOUMEDIENNE ein wenig Schweigen. (Foto France - Presse) ten, die hungrige Welt des Ostens und des Suedens gegen den satten Westen in Einklang zu bringen, waren sowieso vorbei. Die beiden Grossmaechte sind dergestalt entzweit, dass die eine — China — es als fundamentale Angelegenheit ansah,, die andere — Russland — von der Konferenz ueberhauipt auszuschliessen. __, _ Pro-westliche Laender wie Studenten und pluendernden Japan, denen aus geographi- Lumpenproletariats, die an sehen Gruenden, die selbst den Muellgruben eines jeein Chou-En-Lai nicht hinden Demagogen zu finden wegleugnen kann, eine Einsind, und die dann auch in ladung nicht vorenthalten den Tagen nach dem Staatswerden konnte, durften in streich laermend und proihrer Positur mit der Untertestierend durch die Strasstuetzung gemaessigter Resen Algiers zogen. gierungen — vom Typ Thai- Um ihren Fuehrer — seiiand, Burma oder dem neuen nen grossen Freund — am Regime von Ceylon — rech- Leben zu erhalten, schickte nen. Dazu kann man einen Nasser seinen zweiten Mann, grossen Teil der Staaten Marschall Amr, bereits am zaehlen, die zum British Tage nach dem Staatsstreich Commonwealth gehoeren. mit drei Anliegen zu den Ein zahlenmaessig bedeutenneuen Machthabern. Die der Teil des schwarzen Afri- TERMOMETROS INDUSTRIALES CONTROLES AUTOMATICOS PARA ENTREGA INMEDIATA E IMPORTACION DIRECTA LECHNER Y CIA. LTDA. Nueva York 52 - Of. 418 - Tel. 87765 ■***»■-« BEN BELLA Nach soviel Gerede... (Foto France - Presse) nur frei von dem Unterdrücker von aussen, sondern auch von dem inneren. Der Usurpator Achmed Ben Bella war von den wenigen Mitarbeitern, die noch nicht selbst zum Opfer seiner Megalomanie geworden waren, zum Teufel geschickt worden. ^Das Schicksal der Despoten soll er erleiden”, versprachen die triumphierenden Putschisten. Bei den vielen Alternativen, die dafuer in Frage kommen, gibt es aber nur eine, die die Gefahr einer Rueckkehr ausschliesst und bis heute ist es nicht klar, ob die neuen Herren den Mut und die Weitsicht hatten, sie geschwind und ruecksichtslos zu beschreiten. (Denn trotz Diktatur und Terror trotz Wirtschaftskrise und Hunger, trotz “Volksmilizen” und Internierungslager fehlte es natuerlich Ben Bella nicht an dem Haufen Profiteure des R.ep-imes randalierender ka — die sogenannte Gruppe von Brazzaville — rudert weite Strecken im Ozean der Weltpolitik im Kielwasser der franzoesischen Politik. Ein Gleiches gilt weitgehend von Tunesien und Marokko. Wie sich also Ben Bella mit solch widerstreitenden Schauspielern die Reprise einer Theater-Konferenz vorstellte, und was er sich davon versprach, um seinen Einfluss und Aufmerksamkeit so vordringlich darauf zu konzentrieren, ist vorerst sein privates Geheimnis geblieben. Sollte er sich bereits in den Gefilden befinden in denen die Despoten die fuer ihre Schandtaten verdienten Fruechte ernten, dann wird es fuer immer sein Geheimnis bleiben. Aber vermuten kann man, dass es der Wahn war, sich fuer eine weltpolitische Rolle auserwaehlt zu glauben. Wie so viele Tyrannen, war Ben Bella von der Idee besessen, fuer ein grosses Geschick berufen zu sein. Aber das Geschick kam nicht, es sei denn in Form eines katastrophalen Fiaskos in der Innenpolitik. So versuchte er, es in der Aussenpolitik zu beschwoeren. sein pathologischer Hass gegen Israel war ein Steinchen in dem weltpolitischen Mosaik dieses Irren. Die im vergangenen Jahr von ihm in Szene gesetzte “Palaestina-Woche” mutete wie ein “Hass-Tag” BOURGIBA Ein Feind weniger aus George Orwells genialem “1984” an. “Aber”, so fragten viele besorgt gleich am Tage nach des Tyrannen Sturz, “wird Boumedienne besser sein?” Gewiss, wir haben schon viele Enttaeuschungen bereitet bekommen, von Freiheitskaempfern, die selbst zu Diktatoren, von vielversprechenden Prinzen, die boese Koenige und hervorragenden Kandidaten, die miserable Presidenten wurden. Aber hier ist die Frage falsch gestellt. Ben Bella musste weg. So wie Hitler von einem bestimm tien Moment (an 'nur vom Heer haette gestuerzt werden koennen — und die Frage “wird Fritsch oder Haider oder Beck besser sein” muessig und dumm gewesen waere—, so konnte der Diktator von Algier nur noch vom Heer beseitigt werden. Diese Funktion hat Boumedienne erfuellt, besser als die Fritsch und Haider und Beck, und wenn er s o gruendlich war wie Tschombe mit Lumumba, MONATSSPIEGEL dann hat er sie sogar gut erfuellt. Ob er auch der Mann sein wird, der Algerien wird herausfuehren koennen aus der chaotischen Situation von nicht nur ungeloesten, sondern sich staendig verschaerfenden Problemen einerseits und haltlosen demagogischen Gaukeleien andererseits, das muss noch dahingestellt bleiben. Er ist ein grosser Schweiger. Ihm wohlwollenden Kreise stellen das gerne so hin, dass er seine Gedanken fuer sich behaelt. Man mag sich aber auch fragen, ob da nicht ein gewisser Mangel an Stoff ihn zum Schweigen bewegt. Wie dem aber auch sei: es kommt nicht sehr darauf an. Mit dem Sprengen der Ketten, die Ben Bella Algerien angelegt hatte, ist ein Prozess ausgeloest worden. Ob dieser eine Zeitlang von Boumedienne gelenkt wird oder nicht ■— und wahrscheinlicher ist das letztere—, muss nicht entscheidend sein. Entscheidend ist, dass das Land beginnt, sich mit seinen wirklichen Problemen auseinanderzusetzen statt mit Phantomen wie afro-asiatische Einheit, Marotten wie nordafrikanischen Hegemonieplaenen und Kapricen wie Hass gegen Israel. Wenn Algerien ein internationales Problem hat, dann besteht es darin, die Staaten, die seine Bevoelkerung Winter auf Winter vor dem Hungertod retten, nicht unbefristet zu beleidigen und herauszufordern. Wenn es ein nordafrikanisches Problem hat, dann besteht es darin, innerhalb des Maghreb mit Bourgiba und Hassan zu einem besseren Einvernehmen zu gelangen. Wenn es ein Minderheitenproblem hat, dann sind es NASSER (¡íiSiviv die Berber im eigenen Land, die mit einem Status wie dem der Araber Israels Grund haetten, hochzufrieden zu sein. Boumedienne wird das einsehen muessen, er oder seine Nachfolger, frueher oder spaeter. Dann wird auch Algerien die ihm zustehende Rolle in der Welt spielen und das wird gut für Algerien sein und gut für die Welt. Dass es auch für Israel gut sein wird, ist nur ein Beweis dafuer, dass sich die israelischen Interessen mit den Interessen von Vernunft und Frieden absolut decken. Kein Mensch koennte zum Beispiel behaupten, dass eine Annaeherung zwischen Algerien und Tunesien auf Bourgibas konzilianterer Haitung im israelisch-arabischen Konflikt basiert sein koennte. ‘ Das waere barer Unsinn. Die Wahrheit, die Israel wuenscht, dass sie j;ich durchsetzen möge, ist im Gegenteil die, dass Algerien oder Tunesien oder wer sonst auch, im Guten und noch weniger im Bösen mit Israel herzlich wenig zu tun hat. Sie sollen sich einigen, weil sie Nachbarn sind und sich ergaenzen können. Sie sollen an ihrem eigenen Fortschritt arbeiten und uns in Ruhe an unserem Fortschritt arbeiten lassen. Wenn sie das fertig bringen, kommt alles übrige von selbst. Die Beziehungen zur BRD waeren ein wichtiges Indiz für eine Besserung in dieser Richtung. Bekanntlich hat Tunesien sie gar nicht abgebrochen. Ben Bella hatte sich aber nicht gescheut, seinem Volk ins eigene Fleisch zu schneiden, und es für seine und Nassers panarabische Fiktion bluten zu lassen. Jede vernuenftige Regierung muss, sobald sie sien nur stark genug dazu fuehlt, diesen Humbug ungeschehen machen. Und das sollte auch Nasser, fuer den der Sturz seines Spiessgesellen ohnehin ein Menetekel war, Anlass zum Nachdenken über seine gesamte politische Fehlkonzeption werden. Natuerlich sind wir noch nicht so weit und es kann sogar Rücksohlaege geben — von denen allerdings eine Rückkehr Ben Bellas bei weitem der ernsteste waere—. Aber eine im übelsten Morast stagnierte Situation ist endlich in Bewegung geraten. Und das ist viel. Ein Freund weniger ATSCHEKA BERLITZ SCHULE SPAN Englisch — Franzoesisch Russisch — Italienisch — Deutsch Santa Lucia 212/3,er piso — Of. 31, — Santiago I S C H IsiSSfe/J

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