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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-06-01 · 6 (Junio, 1965) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
6 (Junio, 1965)
Date
1965-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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JUNIO 1965 BOLETIN INFORMATIVO 11 EIN GROSSER FREUND ISRAELS UND DER JUDENHEIT Von Curt Wilk KUNST UND LITERATUR VORTEÄEGE HEINZ FLUEGEL Mitte Juli wird Herr Heinz Fluegel, Leiter der Evangelischen Akademie Tutzingen, fuer einige Wochen in Santiago weilen. Herr Fluegel, vielen unserer Leser von seinem vor einigen Jahren gehaltenen Israel-Vortrag bekannt, den wir seinerzeit in unserem Boletin Informativo abdruckten, wird waehrend seines Aufenthaltes in Santiago in Rahmen der Veranstaltungen des Goete-Instituts folgende Vortraege halten: 16. Juli Berthold Brecht. 2. August Der Christ in der Kritik der Nichtchristen. 5. August Franz Kafka. Ausserdem wird Herr Fluegel am 2. August um 21.30 Uhr in unserem Gemeindehaus ueber das Thema sprechen: “Glaubensgespraech zwischen Juden und Christen”. Latinoamericanos en la Feria Internacional del Libro Am 10. Mai vollendete der Schriftsteller Fritz von Unruh das 80. .Lebensjahr. Ueber sein Leben und Werk etwas auszusagen, dieses tapfere, 'unbeirrbare Dasein eines kaempferischen Dichters und dichtenden Kaempfers in eine sogenannte “Festbetrachtung” hine i nzustellen, bedeutet, das Einmalige, Einzigartige dieser Persoenlichkeit einer weiten Oeffentliehkeit darzustellen, die nur zu einem relativ kleinen Teil Fritz von Unruh’s dichterisches Schaffen kennt, denn er ist kein populaerer Autor. Die Frage lautet dahgr: Worin liegt seine so einmalige Bedeutung? Fritz von Unruh, zu Koblenz am 10. Mai 1835 geboren, stammt aus einer Offiziersfamilie, und er ergriff die Offizierslaufbahn ohne innere Neigung 26-jaehrig, 1911, stand der Leutnant aus dem sehr alten Adelsgeschlecht, der mit einigen der Kaisersoehne zusammen die Kadettenanstalt besucht hatte, vor der sehr ernsten Entscheidung, entweder auf die Urauffuehrung seines Dramas “Offiziere” in den Kammerspielen von Max Reinhardts “Deutschem Theater” zu verzichten oder aus dem Heere auszuscheiden, da er sich gegen Militarismus und die Privilegien einer, seiner eigenen Kaste gewandt hatte, was den Zorn der herrschenden Schichten mit dem Kaiserhaus an der Spitze hervorrufen musste. Einige Jahre danach, gelegentlich der Auffuehrung des Hohenzollerndramas “Prinz Louis Ferdinand von Preussen”, welches scharfe Kritik am feudalistischen System enthaelt, kommt es zum direkten Eingreifen Wilhelm II. der das Buehnenwerk, bezw. dessen Darstellung verbot. Fritz von Unruh hatte sich klar fuer seine menschliche und dichterische Berufung entschieden,- das Band zwischen ihm und der ueberwaeltigenden Mehrheit ¡seiner Standesgenossen war zerschnitten. Doch dann kam das Jahr 1914, und der Offizier wurde wiederum ein Aktiver, der Schuetzengrabenkrieg und Sturmangriff mitmachte, das Grauen von Verdun erlebte und durch diese Erlebnisse aufs tiefste aufgewuehlt und erschuettert wurde. Als leidenschaftlicher Pazifist und Demokrat kehrte der Dichter aus dem Felde zurueck. Das Epos “Opfergang” spiegelte diese Ergriffenheit wider. In der Folgezeit schrieb Unruh eine ganze Reihe von Dramen und Erzaehlungen, mit “Ein Geschlecht”, einer Familientragoedie im Weltkrieg, beginnend. Sein Festspiel “Heinrich aus Andernach”, das Schauspiel “Bonaparte”, da_s Reisebuch “Fluegel der Nike” entstanden in den zwanziger Jahren. Doch je mehr die "Weimarer Republik” versagte, je heftiger Reaktion und Nationalismus wieder auftreten und die Freiheit und Demokratie unter graben konnten, desto mehr wuchs der Schriftsteller Unruh als Mensch, als denkender politischer Mensch, ueber sich hinaus und wurde zum grossen Warner seines Volkes vor dem Abstieg in Chauvinismus und Antisemitismus, zum Mahner, der mit geradezu altibiblischer prophetischer Ekstase drohte, seine Mitbuerger beschwor, sich nicht abermals, wie 1914, betoeren, entrechten, bevormunden und betruegen zu lassen. Fritz von Unruh stand im Jahre 1932, als Deutschland im Begriff war, in den Schlammfluten des nahe bevorstehenden “Dritten Reiches” zu versinken, als einer der ganz wenigen Aufrechten da, der den kommenden “Sieg des Geistes ueber den Degen” verkuendete, der Menschheit und ganz besonders der deutschen Nation ins Gewissen redete und persoenliche Gefahren, schon damals, auf sich zu nehmen bereit war. Aus Deutschland musste er bald darauf fliehen; auch das faschistische Italien ist nicht sicher, und er gelangt schliesslich ueber Frankreich in das freie Amerika. Man schreibt 1940. und der nicht mehr junge Autor beginnt ein entbehrungsreiches Leben, innerlich frei und sauber,mit der Sicherheit des Gefuehls, dass er das “Dritte Reich” und dessen Schande ueberleben, in ein gereinigtes Deutschland einst zurueckkehren werde. Im Exil schrieb er das grosse Buch "Der nie verlor”; es ist die Stimme des “Unbekannten Soldaten” die spricht und von Millionen vernommen wird. Hier werden die kritischen Tage vom 29. bis zum 31. August 1939 zum Schauplatz einer Dichtung, welche die verzweifelte Weltsituation, die Untergangstimmung, die letzten Augenblicke vor Entfesselung der Zweiten Weltkrieges deutlich hervortreten laesst. Endlich naht die Stunde der Befreiung: 1948. in der Paulskirche zu Frankfurt wird dem Dichter der Goethepreis feierlich ueberreicht. Abermals haelt er eine warnende Rede an die Deutschen, wachsam zu sein, aus bitteren, traurigen Erfahrungen zu lernen. Fritz von Unruh weigert sich zu vergessen, was geschah: “Wer koennte die Tragoedie deutscher Raubtierm oral vergeben und vergessen?” So hat er damals gerufen und er hat, 1955, gelegentlich der Schillerfeier in Düsseldorf. einen so eindeutigen Pazifismus gepredigt dass dies der neuen jungen Demokratie in der Bundesrepublik “zuviel des Guten schien”. Doch duerfte er nicht recht behalten haben? Der Dichter erzaehlte stets gern von seiner ersten Begegnung mit Prof. Albert Einstein im Jahre 1922 nach dem Rathenau-Mord, wie er in diesem genialen Gelehrten die eigene leidenschaftliche Liebe zum Frieden und zur Abwendung von jeder Gewalt wiederfand; diese Verbindung riss nicht mehr ab. In Amerika sahen sich beide Maenner wieder, der christlich —- deutsche Dichter und der iuedische aus Deutschland verbannte Gelehrte, und ihre Gesoraeche bildeten einen wunderbaren, harmonischen Gleichklang. Unruh schrieb spaeter, nach Einsteins Tode, hierueber: “Ich sah Einstein nach 16 Jahren wieder. Sein Name war inzwischen in aller Welt ein Syrnbo. dafuer geworden dass die von Hitler so bestia lisch verfolgte Judenheit trotz der Streicherschen Diffamierung aus sich selber heraus schoepferische Gestalten hervorgebracht hatte, die aus dem Kulturkreis unserer Epoche nicht mehr wegzudenken sind. Seine mit Weizmann jahrelang gemeinsam so heiss betriebene Aktion fuer Israel hat nun den Traum nach einem Stueckchen eigener Heimat fuer die umherirrenden Volksgenossen realisiert”. Was Fritz von Unruh ueber Einstein sagte, trifft auf ihn auch insofern zu, als er fuer die Menschheit zum Symbol des Friedenskaempfers geworden ist. Der Dichter vermochte nicht, fuer die Dauer nach Deutschland zurueckzukehren. In Atlantic City fuehlt er sich zu Hause. Vor einigen Jahren musste er den Schmerz erleben den grosssten Teil seiner Bibliothek und i seiner Manuskripte durch eine Springflut, die ins Haus drang, vernichtet zu sehen. Doch glaubt man, annehmen zu duerfen, dass es noch viel L'nveroeffentliohtes aus seiner Feder gibt, Prosa, Poesie und Dramen. Mit bewundernswerter Ruestigkeit schreitet Fritz von Unruh ins 9. Lebensjahrzehnt. Zitierten wir seine Worte ueber Einstein, sollen Einsteins Worte ueber Unruh, diesem Glueckwunsch nicht fehien: “Er war der einzige, der mit der ganzen Kraft seiner Seele und seines Geistes einen erbitterten Kampf gegen den Militarismus und die Vergoetterung des Staates fuehrte, ‘Sein einziger Bundesgenosse i n diesem Ringen ist sein Dichtergenie, dem der Groessten verwandt das in unermesslicher Schoenheit seine Schwingen im Dienste der neuerkannten Sendung der Menschheit, der Brüderlichkeit, entfaltet”. Anzeigen Annahme fuer das Boletín Informativo Nueva York 52 of. 412 Tel. 87765 VDN 9-1 U. 5-7 Cada dos años, desde 1963, tiene lugai en Jerusalén la Feria Internacional del Libro. Con tal motivo se ha instituido el Premio Jerusalén; el correspondiente a este año fue adjudicado al escritor suizo Max Frisch, (véase información aparte). Se exhibieron unos 35.000 volúmenes en los edificios de la Nación, adonde concurrieron 52.000 personas durante los diez días que duró la Feria. Las ferias son, en principio, de dos tipos: o se venden los libros directamente al público, como en la de Londres, o no se aceptan sino pedidos, como en la de Frankfort del Main. La de Jerusalén era del segundo tipo, aunque en el día de clausura hubo venta directa, a precios reducidos, de cierta clase de libros, en tanto que parte de los volúmenes exhibidos no fueron devueltos a sus países de origen, sino distribuidos gratuitamente a bibliotecas e institutos de investigación isi’aelíes. Se comprende que prevaleciera un criterio selectivo con respecto a lo que de su producción iban a mostrar los editores. Así se explica el predominio de las obras científicas, tecnológicas y de arte. Quizás sea el lenguaje de esas materias el que más fácil y más directamente se comunique a quienes hablan idiomas diferentes. El hecho es que vi mayores aglomeraciones de gente delante de los stands que ostentaban libros de arte y magnificas reproducciones de conocidos cuadros. Hombres de ciencia, i n v estigadores, estudiantes, religiosos de varias órdenes rodeaban las mesas y estanterías donde se podían no sólo mirar y admirar sino también hojear y hasta leer destenidamente los libros de interés particular. Mas no faltaban del todo las bellas letras, la literatura amena, ni los libros de bolsillo, ni las revistas. Quien más, quien menos, todos los editores se habían empeñado en presentar su producción en forma estética, y los organizadores israelíes les ayudaban adornando las espaciosas salas con flores y hermosas plantas. En cada piso había un bar discretamente instalado; tanto alrededor de ellos como en otras partes ha.bía sillas y hasta sillones para no sólo tomar un cafecito descansadamente sino también conversar, discutir sobre lo bueno y lo malo de la Feria. Oíanse casi todos los idiomas del mundo, desde el hebreo hasta el japonés, desde el inglés hasta los dialectos del Africa Central, desde el francés hasta el ruso, desde el español en sus modalidades latinoamericanas -.. Pues, cerca de donde me había sentado, se hallaba reunid^ un grupo de damas y caballeros cuya plática it>a, subiendo de tono; ahí va lo que les escuché: —El anfitrión, Israel, el pueblo del Libro, se está luciendo, hace gala de su producción de libros, de lo que ha sido capaz de imprimir hasta en colores impecables, de editar en tan corto tiempo de su existencia de Estado independiente— dijo una joven, cuya pronunciación y dejo denotaban su origen chileno—. Fíjense ustedes: aquello es lo que ofrecen a la admiración del mundo once países latinoamericanos —prosiguió, haciendo un movimiento circular con el brazo extendido—. ¿No les parece deplorable? ¿No sienten vergüenza al mirar algo tan...? —Un momentito: son diez no más: pues deja a un lado el puesto de Cuba, que, no sé por qué, está separado de los demás. Entiéndeme bien, Felisa —dijo uno de los hombres, al parecer el esposo de la joven mujer, que en el hablar se daba a conocer— lo (Pasa a la Pág. 19)

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