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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-06-01 · 6 (Junio, 1965) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
6 (Junio, 1965)
Date
1965-06-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO JUNIO 1965 ALS ISRAEL ZURUECKSCHLUG Wir veroeffentlichen nachstehend einen Artikel von Friedhelm Kemna, Mitglied der Redaktion der deutschen Zeitung “Die Welt”, der sich im Moment der israelischen Vergeltungsaktion gegen Jordanien in Israel befand, und unter obenstehendem Titel seine Eindruecke in diesem Blatt veroeffentlichte. In dieser Nacht wurde die Dizengoff-Strasse zur Etappe Im schimmernden Abend der Dizengoff-Strasse, des Herzens Tel Avivs, zittert die Hitze des Tages, die der Wind von der Negevwüste h e r a u fgetragen hat. Der Sommer hat spaet begonnen in diesem Jahr; und die Zitrusfrüchte der Sharonebene leuchten noch in dunklem Grün. Die Ernte, sagen die Leute in den Kibbuzim, wird gut sein wie nie. Der breite Boulevard — vollbesetzte Cafés unter Zypressen und Palmen, bunte Kioske mit Zeitungen in allen Sprachen, Neon-Flick- Plack der Nachtklubs und die Schaufenster der Modeboutiquen mit dem letzen Schick aus Rom, Paris oder New York — der Boulevard ist zur Etappe geworden an diesem Abend. Genau zwanzig Kilometer nordöstlich der Stadt, jenseits der versteppten Grenze nach Jordanien, im arabischen Dorf Kalkilja, jagt ein Kommando israelischer Fallschirm] aeger ein Brennstofflager in die Luit. In zwei anderen Siedlungen, fünf Kilometer tief im jordanischen Gebiet, gehen zur gleichen Stunde fünf Fabrikgebaeude und eine Mühle in Flammen auf. Grenzen ohne Frieden Israel, das hart erkaempfte Alt Neuland, das immer noch keine international anerkannten Grenzen hat und dass diese Grenzen nach einem Wort seines Regierungschefs Levi Eschkol als die “Grenzen des Friedens” ansieht, hat zurückgeschlagen. Noch weiss es niemand in den Cafés und Bars von Tel Aviv, wo Stimmengewirr aus vielen Sprachen, Englisch, Deutsch und Hebraeisch zumeist, die Schlagermusik übertönt. (Charles Aznavour und Gilbert Becaud stehen hoch im Kurs). Der Leutnant am Tisch neben mir, im braunen Khaki mit dem Pilotenabzeichen an der Brust, fragt mich, warum ich nach Israel gekommen sei und ob viele Menschen in Deutschland an Israel interessiert seien. Der alte Jude aus Wien — er ist seit fünfzehen Jahren im Land — gibt freundlich Auskunft. “Die Wüste müssen Sie sehen, Beersheba, eine grosse Stadt mitten in der Steppe, ich habe das alles wachsen sehen, dieses alte Land hat eine grosse Zukunft”. Noch wissen sie nicht, was in dieser Nacht, an den Grenzen, zwanzig Autominuten von Tel Aviv entfernt, geschehen ist. Zwölf Stunden spaeter war es Tagesgespraech. Ich habe Genugtuung, ja Erleichterung in vielen Gespraechen mit Israelis gespürt. Von Furcht oder Aufregung war keine Spur. “Wir würden siegen” Die Sprengstoffattentate auf israelische Wohnhaeuser — nach der hier herrschenden Auffassung von der aus Syrien und Jordanien operierenden “El-Fatach”-Sabotageorganisation verübt —, die aggressive Haltung der a r a b ischen “Palaestinensischen Befreiungsfront” gegen die Juden, die Vorbereitungen Syriens zur Ableitung des Jordanwassers und nicht zuletzt die öffentliche Hinrichtung Eli Cohens, des wegen Spionage in Damaskus zum Tode verurteilten Israelis, haben in den letzten Wochen antiarabische Stimmungen im Lande gefaehrlich verschaerft und Verbitterung auch bei zurückhaltenderen und liberalen Politikern aufkommen lassen. Hier mag einer der Gründe dafür liegen, dass sich der vorsichtig waegende Levi Eschkol, der sich wenige Monate vor den Neuwahlen zur Knesseth nicht zuletzt wegen der öffentlichen Kritik seines Vorgaengers, des alten David Ben Gurion, an seiner Amtsführung wachsenden innerp arteilichen Schwierigkeiten gegenübersieht, zu diesem “warnenden Exempel” eines Unternehmens regulaerer Armee-Einheiten auf jordanischem Boden entschloss. In diesem Lande gibt es heute keine Spur von Furcht vor den Arabern. “Wenn wir tausend Panzer haetten gegenüber zehntausend auf der anderen Seite, so waere das, glaube ich, ein tragbares Verhaeltnis für uns”, sagte mir in Jerusalem ein Veteran aus dem Feldzug des Jahres 1948 gegen die Araber. Kein Israeli zweifelt daran, dass Israel jetzt oder in absehbarer Zukunft einen Krieg gegen die arabischen Laender gewinnen würde. Im Kibbuz Kiriat Anavim, an der einst hart und mit hohem Blutzoll erkaempften Strasse nach Jerusalem, antwortete mir ein 19 jaehriges Maedchen in der Uniform der Armee klar und ohne jedes Pathos: “Auf der anderen Seite weiss man das genau: wenn wir herausgefordert werden, kaempfen wir, denn wir haetten alles zu verlieren. Und sie wissen, dass wir gewinnen würden, denn wir wissen, wofür wir kaempfen”. In Beth-Berl, dem Schulungs- und Feriendorf der Histadrut, Israels maechtiger Gewerkschaftsorganisation, bin ich vor einigen Tagen an der Grenze nach Jordanien entlanggefahren. Hier, an der nur zwanzig Kilometer schmalen “Wespentaille” Israels, liegt, nur einen Steinwurf vom naechsten Kibbuz entfernt, das arabische Dorf Kalkilja, wo israelische Soldaten das Tanklager in die Luft sprengten. “Irgendwo ist die Grenze”, sagte mein Begleiter, Joshua Shamir, 35 Jahre alt und Sohn deutscher Einwanderer aus Berlin. Sie ist nicht bewacht, kein Zaun, kein Grenzstein, kein Armeeposten. “Warum sollten wir sie bewachen? Die drüben haben Angst herüberzukommen. Und von uns will ohnehin keiner rüber”. Er laechelt: “Es sei denn, es knallt einmal hier bei uns. Dann wissen wir, wohin wir zu gehen haben”. Hier Felder, dort Steppe Die Strasse entlang der Grenze führte einmal, vor 1948, durch Kalkilja. Jetzt haben die Israelis eine Umgehungstrasse gebaut um den schmalen Zipfel mit dem arabischen Dorf, das in israeli¬ LA CASA DE LA TELEVISION espera su pronta visita... televisores R.C.A. Sanyo entrega inmediata fOftMA.S 06 PAGO CONV6NClONAiES S6GVJN CADA DISPONIBILIDAD Z ÄSl Frente al teatro Muntcipa \ tiatiiiip _ : IBI Éwm mm. : sches Gebiet hineinragt. Die Grenze ist markiert vom Ende der grünen Orangen- und Baumwollfelder, die israelische Bauern dem harten trockenen Boden abgerungen haben. Drüben zieht sich die Steppe hinauf zur Bergkette des jordanischen Shomron. Greifbar nahe leuchten die hellen Minarette von Kalkilja in der Talsenke. Die Bemühungen Jerusalems, angesichts der uneinheitlichen Haltung der arabischen Regierungen zum Israel Problem - der extrem aggressiven Einstellung Syriens auf der einen und dev Verhandlungsbereitschaft des tunesischen Staatspraesidenten Bourguiba auf der anderen Seite — die Weltöffentlichkeit und die Vereinten Nationen auf die Lage des Landes und die Notwendigkeit einer Lösung des Nahost- Problems aufmerksam zu machen, ist in diesen Wochen offensichtlich. Mit deutlicher Adresse an die Vereinigten Staaten schrieb d i e s er Tage die deutschsprachige liberale Zeitung “Jedioth Chadashot”: “Die allgemeine Entwicklung unserer Welt beweist eindeutig, dass die Epoche der schönen Worte vorüber ist. Ueberall muss mit Taten bewiesen werden, was man Jahre allein mit Predigten aufrechterhalten wollte... Im Mittleren Osten ist eigentlich diese Epoche der Worte schon laengst vorüber, auch wenn man sie künstlich so lange aufrechterhalten konnte... Die Regierung der Vereinigten Staaten sollte, um den Frieden im Mittleren Osten zu sichern, endlich eine aggressive Politik für diesen Frieden beginnen”. In den politischen Kreisen des Landes erinnert man heute an die Ereignisse der Jahre 1955 und 1956, als Israel wegen der staendigen Bedrohung seiner Siedler am Gaza-Streifen den Sinai- Feldzug begann. Damals hatte David Ben Gurion nach erfolgreicher Operation den Rückzug befohlen und den “Blauhelmen” der UNO, die seitdem den Frieden zwischen dem Sinai und dem Negev sichern, Platz gemacht. Aber nicht nur Ben Gu rion weiss, dass heute eine Rückkehr zum Sinai nicht möglich ist, weder militaerisch noch psychologisch. Der Krieg hat sein Gesicht veraendert; und acht Jahre nach Sinai sind militaerische Operationen dieser Art in der seitdem veraenderten Welt nicht mehr denkbar. Ben Gurion sagte mir in Tel Aviv: “Es gibt keinen Frieden mit einer regionalen Lösung im Mittleren Osten. Erst wenn die USA, die Sowjetunion und ein geeintes Europa Frieden machen, kann es auch für uns in diesem Teil der Welt Frieden geben”. Abgesehen von den politisch unbedeutenden weit rechts stehenden Gruppen des Landes weiss heute jeder in Israel, das sich in einer stürmischen Phase des Aufbaus und Ausbaus befindet, dass es eines schaerferen A u g e n m a sses und eines schaerferen Abwaegens des Pro und Kontra bedarf als je zuvor; und dass Grenzzwischenfaelle eben Grenzzwischenfaelle bleiben müssen. Die Araber auf der anderen Seite wissen vor allem eines — und Levi Eschkol hat es in diesen Tagen wiederum erklaert—, dass die Ableitung des Jordanwassers mit dem Ziel, Israel das Wasser abzugraben, von den Israelis nicht untaetig hingenommen würde. Die vorlaeufige Einstellung der Arbeiten nördlich des Galil, wo die syrischen Arbeiter in der Reichweite — und Sichtweite ■— der israelischen Artillerie sind, beweist, dass auch die Araber den Bogen nicht überspannen wollen. Israel, so wie es ist als Realitaet, muss akzeptiert werden. Das ist nicht nur die Ansicht der führenden Politiker dieses Landes, sondern auch die jedes einzelnen. Israelis, der eingewanderten ebenso wie der im Lande geborenen “Sabres”, der jungen Generation. Ihr Treffpunkt in Santiago Restaurant BELLEVUE Huérfanos 886, Ecke Estado — Tel. 392034 im 12. Stock des Astor-Gebaeude. TRICOLAN sportliche sowie elegante Strieksaehen; fuer Damen und Herren, z.Z.grosse Auswahl in zwei I und dreiteiligen Kleidern.; Rauli 634 (Diez de Julio Hoehe 343)

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