Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 6 (Junio, 1965)
- Date
- 1965-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO JUNIO 1965 EINE DEUTSCHE STIMME ZU DEN ARABISCHENN DROHUNGEN GEGEN DIE BRD DER OELHAHN DER ARABER Von Ferdinand Fried Die Krise im Nahen Osten ist noch nicht vorüber, aber die Wogen haben sich etwas geglaettet. Auch der kaufmaennische Erwerbssinn der Araber scheint gegenüber den politischen Leidenschaften die Oberhand zu gewinnen. Man hat sich inzwischen auch im Orient ausgerechnet, dass die Araber bei einem Abbruch oder einer Minderung der wirtschaftlichen Beziehungen mehr zu verlieren haben als die Bundesdeutschen, denn wir sind mit rund drei Milliarden DM im .vergangenen Jahr ein viel grösserer Abnehmer als ein Lieferant m i t anderthalb Milliarden DM. Dabei spielt unter der Ausfuhr der arabischen Laender in die Bundesrepublik das Oel noch eine beherrschende Rolle: von den erwaehnten drei Milliarden DM Einfuhr machen allein die Oellieferungen 2,4 Milliarden aus. Das Oel ist also gewissermassen der Lebenssaft, von dem die weitere wirtschaftliche Entwicklung der arabischen Laender abhaengt. Um so erstaunlicher ist es, dass die Forderungen radikaler, nationalistischer Elemente nach einem Boykott der Oellieferungen nach Westdeutschland immer noch nicht verstummt sind. Bei dem Uebergewicht der Oelausfuhr aus dem arabischen Raum haben die Forderungen nach einem “Wirtschaftsboykott" keinen anderen Sinn, denn keine andere Lieferung von dort kann und soll uns so treffen wie die Oellieferung. Merkwürdigerweise haben sich neben Aegypten gerade die grossen Oellaender an die Sipitze dieser Boykott-Bewegung gesetzt und gebaerden sich am radikalsten: Irak, Saudi-Arabien und Kuweit. Natürlich sind sie von Nasser beeinflusst, der wirtschaftlich ohnedies nicht viel zu verlieren hat. Die Oelscheichs glauben, dem nationalen Ressentiment auch fromme Konzessionen machen zu müssen. Aber letztlich zaehlen sie doch ihr Geld. Ihre gane Existenz ist von der Oelausfuhr abhaengig, und sie können sich einen Oelboykott gegenüber einem wichtigen Kunden kaum leisten. Ausserdem ist ein Boykott auch praktisch nicht durchzuführen. Die Oelgewinnung, —Verarbeitung und— ausfuhr liegt in den Haenden der grossen internationalen Konzerne, und sie sind es, die die Tanker nach Europa dirigieren. Dabei steht von vornherin noch nicht fest, in welches Bestimmungsland das Oel gebracht und wo es verbraucht wird. Das entscheidet sich je nach Marktlage erst in den europaeischen Haefen. Erscheint schon deshalb ein Boykott ausgeschlossen, so noch viel mehr angesichts der Tatsache, dass sich die arabischen Laender darin nicht einig sind. Libyen und Algerien haben eine abwartende, ja sogar ablehnende Haltung eingenommen, und das sind gerade die beiden Oellaender der Zukunft. Unbemerkt von der breiteren Oeffentlichkeit hat sich in den lezten Jahren eine Verlagerung der Oellieferungen nach Westdeutschland vollzogen, naemlich von den arabischen Gebieten im engeren Sinne nach Nordafrika. Die Oeleinfuhr aus dem Irak hat sich in den letzten drei Jahren ziemlich stabil bei etwa 380 Mill. DM gehalten, die aus Kuweit bei rund 160 Mill. DM, und die Oelausfuhr aus Saudi-Arabien erhoehte sich von 204 auf 515 Mill D M. Demgegenüber schnellte alber die Oelausfuhr aus Libyen von 61 Mill. DM. im Jahre 1962 bis auf fast eine Milliarde DM. im Jahre 1964 hinauf — ein erstaunlicher Aufstieg. Algerien lieferte in diesen Jahren für rund 210 Millionen, so dass sich die Oellieferungen aus Arabien (Irak, Saudi- Arabien, Kuweit, Bahrein) Jetzt mit 1,2 Milliarden DM etwa Waage halten mit denen aus Nordafrika (Libyen und Algerien). Und nicht nur diese beiden nordafrikanischen Laender, auch andere warten darauf, dass sie ihre Oelhaehne weiter aufdrehen können. So im Nahen Osten Persien, das vor Jahren heftige Rückschlaege als Oelland erlitten hatte und jetzt wieder aufzuholen beginnt. Hier ist die 'Produktion in den letzten fünf Jahren von 50 auf 80 Millionen Tonnen gestiegen Libyen hofft, 55 Millionen Tonnen zu fördern und Frankreich mit seinem Sahara-Oel bald 60 Millionen Tonnen. Diese Laender könnte also allein die Versorgung Westeuropas (mit der Bundesrepublik) übernehmen. Den alten arabischen Oellieferanten droht eher ein Rückschlag - wenn er nach den Konventionen der internationalen Oelkonzerne möglich waere. Denn, wie gesagt, diese teilen den Markt auf, nicht die arabischen Regierungen. Schliesslich ist bekannt, dass wir uns auf dem Oelmarkt der ganzen Welt immer noch in einer Ueberschuss-Position befinden, und dass der Markt nur deshalb noch unter Kontrolle gehalten wird, weil die Oelhaehne vieler grosser Laender gedrosselt sind, an der Spitze die Vereinigten Staaten, deren Oelproduktion sich nur um sieben Prozent gehoben hat, waehrend sich die Weltförderung um rund die Haelfte erhöhte. Dabei ist die sowjetrussisehe Förderung allein auf das Doppelte gestiegen! Hier waechst also noch ein anderer, neuer Lieferant und Konkurrent, der sofort die Lücke ausfüllen würde, die seine arabischen Freunde etwa entstehen lassen würden. Die Drohung mit dem Oelboykott ist .also nichts anderes als ein grosser Bluff, und wir können der Entwicklung mit grosser Gelassenheit entgegensehen. Die internationalen Oelkonzerne tun es auch, ganz abgesehen von den Vorraeten, die ohnedies vorhanden sind. Als ein aehnlicher Bluf.f entpuppt sich auch die Drohung mit einer Sperre des'Suezkanals. Selbst wenn sich die Aegypter über die internationalen Vertraege hinwegsetzen würden, so könnten viele deutsche Schiffe der Diskriminierung durch einen Flaggenwechsel leicht ausweichen. Wenn man den Suezkanal für alle westlichen Schiffe sperren sollte, wie es kürzlich angedroht wurde, dann würde sich Nasser nur ins eigene Fleisch schneiden, denn Aegyptens Finanzwirtschaft ruht zum grossen Teil auf den Einnahmen aus Kanalgebühren. (‘Die Welt”) BANK KOSCHLAND & HEPAIER M Sitz: Selnaustr. 6 ZURICH Tel. 270630 Filiale: Grand’Rue 96 MONTREUX Tel. 616444 Export- & Import Finanzierungen Bankgeschaefte jeder Art Fábrica Hebe Ltda- Teatmos 744 ~Tei. 63026 Maletería City - Mondas 827 - Tel. 398258 Maletería Master Estado 377 - Tel. 36984 jKoffer - Reiseartihel - Handschuhe Damentaschen - Sportartihel (Fussball-Baskefball-Volleyball-Tennisartikel)! A € INI INI i ü. Y CDA. LTDA. 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