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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-05-01 · 5 (Mayo, 1965) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
5 (Mayo, 1965)
Date
1965-05-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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MAYO 1965 BOLETIN INFORMATIVO 11 BOURGUIBA FUER FRIEDEN IM MITTLEREN OSTEN Haboker nimmt zu den Erklaerungen des tunesischen Staatspraesidenten Bourguiba Stellung, der nachdem er eine Reihe aufsehenerregender Worte zum Problem Israel-Araber gesprochen hatte, nunmehr den Vorschlag machte, man moege zum urs p r ünglichen Teilungsplan der Vereinten Nationen vom November 1947 zurückehren. Die Zeitung stellt fest, dass dieser Plan voellig irreal sei, da man ja die Geschichte nicht zurückdrehen koenne, dass aber immerhin die Ansichten Bourguibas, die UNO sollte sich mit Friedensstiftung auch in dieser Zone der Welt weit aktiver beschaeftigen, als das bisher der Fall ist, eine Neuigkeit der Einstellung darstellt, die zu begrüssen ist. Omer geht auf dieselben Erklaerungen ein und stellt fest, dass zwar die realen Vorschlaege Bourguibas gegenstandslos seien, da er sie auf den Teilungsbeschlüssen der UNO vom 29. November 1947 basiere, aber dennoch durch diese Meinungsaeusserung bewiesen sei, dass Nasser nicht das geringste Recht habe, sich als den einzigen Sprecher der arabischen Welt zu bezeichnen. Die völlige Uneinigkeit der arabischen Voelker untereinander sei durch die letzten Erklaerungen Bourg uibas zum Problem der Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Staaten in mehr als eindeutiger Weise zum Ausdruck gekommen. Lamerchaw. Man muss feststellen, dass noch kein arabischer Führer so klare Worte über Frieden und Koexistenz zwischen den arabischen Staaten und Israel geaeussert hat. Damit hat sich Bourguiba vollkommen von der Tendenz einer Vernichtung Israels losgesagt, die bis jetzt in der arabischen Welt bei jeder Beratung des Palaestinaproblems dominierend war. Man kann aber nicht übersehen, dass die bedeutungsvolle Erklaerung Bourguibas b e g 1 e itet war von Vorschlaegen zu einer Rückkehr zu den Grenzen der Teilung und von Ratschlaegen, arabische Flüchtlinge in Israel aufzunehmen — Vorschlaege die nicht annehmbar sind. Trotzdem können diese Vorschlaege, die nicht überraschend sind, den wesentlichen Kern der Worte Bourguibas über ein sich-Abfinden mit der Existenz Israels nicht in den Schatten stellen. Die Worte Bourguibas haben eine grosse Bedeutung, denn er wiederholt immer wieder, dass auch andere arabische Führer so denken wie er, wenn sie es auch noch nicht gewagt haben, ihre Mein ungen öffentlich zu aeussern. Cheruth: Alle Anhaenger des “Brith Schalom”, der bereits seine Seele ausgehaucht hat, alle, die seinerzeit für einen bi-nationalen Staat eingetreten waren, und alle diejenigen, welche davon traeumen. Israel zu einem Anhaengsel des nasseristischen Imperiums zu machen, alle diejenigen, welche das Wesen der jüdischen Renaissancebewegung verkleinern wollen, sind aus ihren Löchern hervorgekrochen, als sie die schlauen, gewundenen und gefaehrlichen Erklaerungen des tunesischen Praesidenten, den israelischenarabischen Konflikt friedlich zu lösen, gehört haben. Welcher normale Mensch ist gegen eine friedliche Lösung? Die Tage, des Messias naehern sich und dieser erlösende Messias ist niemand anderer als Bourguiba, ein vernünftiger und kühler Politiker, der sich nicht einmal vor dem blutgierigen Zorn der Herrscher A r a b i e ns fürchtet. Wir wissen nicht, ob diejenigen, die von den Vorschlaegen Bourguibas so begeistert sind, wirklich so naiv sind oder sich so naiv stellen. Wer seine Augen öffnet, muss die Falle sehen, die er uns stellt. Gibt es wirklich noch Leute unter uns, die erklaeren, dass man die Vorschlaege Bourguibas ernst nehmen und als Verhandlungsgrundlage betrachten könne? Der Preis des Friedens, den er von uns verlangt, waere der Verlust unserer Selbstaendigkeit. Wir werden in die Falle, die uns Bourguiba stellt, nicht gehen. Dawar ist davon überzeugt, dass die Erklaerungen des tunesischen Staatspraesidenten in der Mittelostfrage zwar insofern ermutigend sind, als sie eine neue Einstellung verraten, aber keines- Dawar schreibt, in der Knessethdebatte über das pro und contra diplomatischer Beziehungen zu der Bundesrepublik sei sehr oft über den Kampf zwischen Vernunft und Gefühl gesprochen worden. Eigentlich ist diese Frage bereits entschieden worden, als wir beschlossen, dass wir deutsche Unterstützung in sicherheits- und wirtschaftspolitischer Hinsicht annehmen dürfen. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen stellt nichts weiter als eine naturgemaesse logische Weiterentwicklung dieser Beziehungen dar, die auf politisches Gebiet übergegriffen haben. Wir schreiten zu diplomatischen Beziehungen ohne jedoch die Vergangenheit zu vergessen, weil wir gelernt haben, wie gross und hartnaeckig der arabische Vernichiungswille gegen über unserem Staate ist. Andererseits haben wir vielleicht aus politischen Erfahrungen geschlossen und festgestellt, dass wir in politischen Fragen uns nicht gefühlsmaess i g denkend entscheiden müssen. Jerusalem Post meint, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu der Bundesrepublik werde die Stellung unseres Staates zweifelsohne staerken. Man könne nicht warten, bis der letzte Nazi die Augen schliesst, um diplomatische Beziehungen zu Bonn aufnehmen zu können. Wer sich dieser Auffassung ver-schliesse. betriebe kurzsichtig Aussenpolitik. Haboker erklaert nicht nur die Bevölkerung uns rs 'Staates, sondern auch die Juden der Diaspora und die gesamte Welt haben der Aufnahme weg die Grundlage für eine neue Wendung in den Ereignissen dieser Zone bedeuten. Bevor nicht eine klare Position herausgearbeitet wird, die auf einem wirklichen Plan fusst und daher ins Auge gefasst werden kann, sind diese Erklaerungen im Grunde nur Worte, mit denen nichts weiter anzufangen ist. Dennoch ist es zu begrüssen. dass ein Regierungs- und Staatschef eines arabischen Landes von Verstaendigung und Frieden spricht und nicht mehr die stereotype Linie vertritt, die bisher eigentlich die Erklaerungen aller Staatsmaenner auszeichnete. Al Hamischmar dagegen ist anderer Ansicht. Die Zeitung sieht in den Erklaerungen des Staatspraesidenten einen Silberstreif am Horizont, den man keineswegs geringachten sollte. Das Blatt wendet sich gegen die Auffassung von Aussenminister Meir so wie diese bei der Knessethdebatte über Aussenpolitik, bei der Diskussion um das Budget des Aussenministeriums zum Ausdruck gekommen ist. Die Zeitung sieht in den Worten der Aussenministerin, in welchen sie den Erklaerungen Bourgibas nicht die Bedeutung zusprach, die man nach Ansicht des Blattes in ihnen sehen müsste, eine völlig falsche Einschaetzung der Lage. diplomatischer normaler Beziehungen zu der Bundesrepublik entgegen gesehen und sie erwartet. Die Knesseth habe mit ihrer Entscheidung einen prinzipiellen Beschluss gefaellt, als die Aufnahme diplomatischer Beziehungen akzeptiert worden ist. Jetzt beginnt die zweite Etappe der Realitaet dieser Beziehungen. Hamodia fragt, ob wir überhaupt das Recht haetten in unserer aussenpolitischen Lage die Bundesrepublik einen Weg gehen zu lassen, der sie dem grossen Lager unserer Feinde anschliessen würde. Wir wissen heisst: es in dem Leitartikel, dass Westdeutschland nicht aus freiem Willen und in einem Bussgang zu uns um Aufnahme diplomatischer Beziehungen gekommen ist. Politische Taktik diktierte den Deutschen dieses Angebot, welches von uns sehr fern stehenden Interessen vorgeschrieben wurde. Nachdem die Knesseth ihren Beschluss gefaellt hat, müssen wir die Schlussfolgerungen z i e hen und konsequent den neuen Weg einschlagen, ohne geschichtliche Vergangenheiten dem Vergessen anheim fallen zu lassen. Cherut wendet sich ln bitteren Worten gegen den Knessethbeschluss der den Weg zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen gebahnt hat. Mit diesem Ungiuecklichen Entscheid haben wir selbst die sittliche Grundlage unsere Lebens zerstört. Dieser Tag wird als eines der tragischsten Daten in die Geschichte unseres Staates und der blutbefleckten (Fortsetzung Seite 12) DER KAMPF ZWISCHEN VERNUNFT UND GEFUEHL AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE] l-* DIE POLITISCHE AUSRICHTUNG DER ISRAEL-PRESSE Regierungskoalition: DAVAR, Histadruth, pro-Mapai; JERUSALEM FOST, unabhaengig, pro-Mapai; LAMERCHAW Achduth-Awoda: HAZOFE, National-Religioes: OMER, Histadruth. Opposition: CHERUTH, Revisionisten: HAAREZ, unabhaengig, pro-Liberal; HABOKER, Liberal; AL HAMISCH¬ MAR, Mapam; KOL HAAM, Kommunisten; SCHEARIM, Poale Agudat Israel; HAMODIA, A.gudat Israel. VERLAENGERUNG DER VERJAEH RUNGS FR IST Haaretz übt scharfe Kritik an dem Beschluss des westdeutschen Bundestages, die Verjaehrung für Naziverbrechen nur um fünf Jahre zu verlaengern, also um die Zeit, die zwischen dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Gründung des westdeutschen Staates liegt. Damit hat sich im Grunde das geltende Gesetz nicht veraendert und keinerlei moralischer Gesinnungswechsel hat stattgefunden. Der Beschluss des westdeutschen Parlamentes bezieht sich ausschliesslich auf eine technische Veraenderung, die einfach ein anderes Datum zugrunde legte. Al Hamischmar wendet sich ebenfalls in aller Schaerfe gegen die Form, in welcher das westdeutsche Parlament die Frage der Verjaehrung der Nazi verbrechen behandelte. Die Zeitung stellt mit Bedauern fest, dass man in Deutschland einfach garnicht daran denke, diese Frage so zu beurteilen, wie sie beurteilt werden müsste. Man versucht ihrem Grunde auszuweichen und so zu tun, als ob man eine Neuerung einführe, waehrend man eigentlich nur ein Zeitmanöver durchgeführt hatte, um dem Druck der öffentlichen Meinung der Welt Widerstand leisten zu können, ohne völlig moralisch verurteilt zu werden. Dawar stellt fest, dass der Beschluss des westdeutschen Bundestages die Verjaehrungsfrist für Naziverbrechen nur um weniger als fünf Jahre zu verlaengern, keinem Wunsche nach Sühne der Naziverbrechen entspringt, sondern bestenfalls dem Wunsche, der Erregung der öffentlichen Meinung auf der Welt, so wie die Deutschen sie in den letzten Wochen zu beobachten hatten, irgendetwas zu bieten. Man hat wiederum die gewöhnlichen Verbrechen in einen Topf geworfen, da man ja die Verjaehrungsfrist für alle Verbrechen um fünf Jahre verlaengerte und nicht etwa dazu gelangte in den Naziverbiechen eine besondere Form des Vergehens gegen die Menschheit zu sehen. Dazu kommt, dass nunmehr in der zustaendigen Kommission ein Absatz dieses Gesetzesvorschlages diskutiert wird, der als besonders unmoralisch angesehen werden muss. In diesem Absatz versucht man einen Trennungsstrich zwischen jenen zu ziehen, die einfach Befehle ausgeführt haben und penen. die sie gegeben hatten. Damit entleert man den gesamten Gar setzesantrag jedes moralischen Gehalts und das ist mehr als zu bedauern, stellt die Zeitung abschliessend fest. Haboker bringt die Enttaeuschung zum Ausdruck, welche man in Israel, aber wohl auch überall in der Welt angesichts des Beschlusses des westdeutschen Bundestages, die Verjaehrungsfrist für Naziverbre chen nur um viereinhalb Jahre zu verlaengern, empfindet. Die Zeitung ist der Meinung, dass der schnelle Beschluss der Knesseth über die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Westdeutschland, die sofortige Bereitwilligkeit Israels also dem deutschen Antrag zu entsprechen, an dieser HaD tung der Deutschen Schuld traegt. Hamodia meint zu derselben Frage, die Deutschen haetten den Verdienst aus ihrem Angebot, diplomatische Beziehungen, nun bereits eingeheimst, bevor diese Beziehungen überhaupt aufgenommen wurden, also recht verfrüht immerhin. Auch ist die Zeitung davon überzeugt, dass unser schnelles Einverstaendnis, diplomatische Beziehungen zu Bonn aufzunebmen, Schuld daran traegt, dass jetzt ein solch enttaeuschender Beschluss ln der Verjaehrungsfrage gefasst werden konnte. ANNAHME fuer das BOLETIN INFORMATIVO Nueva York 52-Ofi. 412-Tel. 87765 Buerostunden 9-1 5-7 213^

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