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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-05-01 · 5 (Mayo, 1965) · p. Seite 12

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
5 (Mayo, 1965)
Date
1965-05-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1965 40 JAHRE UNIVERSITAET DER KAMPF - Die Jerusalem Post bedauert es, dass das Jubilaeum der Universitaet gerade von einer schweren finanziellen Krise begleitet wird. Das Blatt fordert drastische Schritte zur Ueberwindung der finanziellen Schwierigkeiten. Es muss dafür Vorsorge getroffen werden, dass unser wichtigstes Bildungsinstitut nicht nur technische Kenntnisse vermittelt, sondern dass es auch in den Geisteswissenschaften einen führenden Platz behaelt. Der gute Name, den sich die Hebraeische Universitaet in der ganzen Welt erwerben konnte, muss gewahrt werden. Der Beschluss der Ueberführung der Tel-Aviver Filiale auf die Tel Aviver Universitaet ist nur zu begrüssen. Hazofeli fordert energische Massnahmen. damit die wissenschaftliche Leistungsfaehigkeit und die Auf nahme-Kapazitaet der Universitaet von den finanziellen Schwierigkeiten nicht beeintraechtigt wird. Lamerchaw setzt sich für die Erweiterung des Kreises ein, aus dem die Studenten der Universitaet kommen. Die Universitaet spiegelt noch nicht die Vielfalt in der Zusammensetzung unserer Bevoelkerung wider und verleiht nicht dem Bildungsdrang der verschiedenen Schichten Ausdruck. Nach Meinung des Blattes bestehen hinsichtlich der Herkunftsgemeinschaften in der Universitaet grossse Unterschiede, die wir nicht weiter zulassen dürfen. Hier hat die Universitaet ihre Pflichten noch nicht erfüllt. Auch AI Hamischmar fordert dringend Erweiterung der menschlichen “Basis” der Universitaet und Heranziehung weiter Schichten, besonders der orientalischen Juden. Cheruth erinnert daran, dass die Universitaet immer noch von ihrem historischen Platz, dem Scopus, vertrieben ist. Die Regierung hat nicht das Notwendige getan, um den Scopus für die Zwecke der Universitaet zurückzugewinnen. Das Blatt fordert Staat und Universitaet auf, nicht von den Bemühungen abzulassen, den ScoPus zurückzugewinnen. Cher uth macht weiter darauf aufmerksam dass in den Jahren vor Staatsgründung in der U n i v e r s i taet ein Geist h e r r s c hte, der von dem Kampf um Unabhaengigkeit weit entfernt war. Für die Zukunft wünscht Cheruth der Universitaet weitere positive Entwicklung und Foerderung der Bildungsziele unseres Volkes. SPANIEN BOYKOTTIERT Mehrere Zeitungen beschaeftigen sich mit den Nachrichten über den Boykott von Schiffen unter israelischer Plagge in spanischen Haefen. Haaretz erklaert, dieser Boykott sei für uns als völlige Ueberraschung gekommen. Man haette bei uns zuerst versucht, über diese Meldungen hinwegzugehen. Aber diese Taktik ist ein Fehler, wir müssen im Gegenteil Spanien wegen des Hafenboykotts in der ganzen Welt anprangern. Spanien ist der letzte faschistische Ueberrest in der westlichen Welt, auf die Madrid angewiesen ist und mit der es Zusammenarbeiten will, Spanien sieht sich in dieser Welt einer Art moralischen Blockade gegenüber und man ist gegenüber allen Tatsachen sehr empfindlich die diese Blockade verstaerken und verschaerfen könnten. Daher müssen wir mit aller Energie im ganzen Westen auf dieses Verhalten Spaniens hinweisen. Haboker ist ebenfalls der Meinung, dass wir über den Boykott israelischer Schiffe in spanischen Haefen nicht mit Schweigen hinweggehen sollten. Unsere Diplomatie müsste vielmehr Schritte unternehmen, um energische Vorstellungen bei den Behörden in Madrid zu erreichen. Haaretz geht auf den Schiffahrtsk o n f 1 i k t zwischen Spanien und Israel ein und aeussert die Ansicht, dass es sich, trotz aller spanischen Gegenerklaerungen, den noch um kaum etwas anderes als um den spanischen Versuch gehandelt habe, sich dem arabischen Boykott zu beugen. Aus diesem Grunde muss Israel in aller Schaerfe reagieren und nicht wie das bei uns überhaupt üblich ist, still und freundlich Stellung nehmen. DREI MILLIONEN FUER HEBRAEISCHE UNIVERSITAET Die grösste Spende, die jemals zugunsten der Hebraeischen Universitaet in Jerusalem gemacht wurde, wurde von einem amerikanischen Philantropen aus Youngstown, Ohio, geleistet. Sie belaeuft sich auf eine Million Dollar (IL 3 Millionen) und kommt von James Ross, der sich gegenwaertig als Tourist im Lande aufhaelt. Der Praesident der Hebraeischen Universitaet Elijahu Eilath, der darüber auf der Sitzung des Aufsichtsrats berichtete, erlaeuterte, dass das Geld einem Darlehensfonds zugunsten von Studenten zugehen soll. Der Spender, der an der Sitzung teilnahm, erntete bei dieser Gelegenheit begeisterten Applaus. James Ross wurde vor 63 Jahren in Russland geboren und hat sich seit seiner Kindheit aktiv zionistisch betaetigt. Er wanderte vor 35 Jahren aus Russland in die USA aus, wo er es bis zum Inhaber einer grossen Fabrik zur Herstellung elektronischer Geraete brachte, die sich spaeter in eine weitverzweigte Industrie entwickelte. Ross setzte seine zionistische Taetigkeit auch als Multimillionaer fort und zaehlt zu den grosszügigsten Spendern für zionistische Hilfswerke. Anfangs wollte er seine Spende an die Universitaet nicht publik gemacht haben, willigte jedoch dann der Veroeffentlichung zu, um anderen Philantropen ein Beispiel zu geben. (“Canfit”) Geschichte des Volkes Israel eingehen. Al Hamischmar behauptet, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu der Bundesrepublik könnte von vielen Menschen und Staaten als Verzeihen und Vergessen seitens Israel gegenüber den Deutschen und der blutigen Vergangenheit a u f g e f asst werden. Wir dürfen niemals die Verbrechen des Deutschlands von Gestern vergessen, die zu tief sind, als dass sie Jemals verheilen könnten. Der Knessethbeschluss könnte uns in ernsteste Gefahren bringen, da auch das heutige Deutschland die Verbrechen der Vergangenheit nicht gut machen kann. Hazofeh: Der Beschluss der Regierung, diplomatische Beziehungen mit Westdeutschland aufzunehmen ist in der westlichen Welt als ein abgewogener und unter den gegebenen Bedingungen vernünftiger Schritt aufgenommien worden. Das Volk in seiner grossen Mehrheit sieht keinen anderen Weg als die Annahme des Angebots von Bonn. Bisher waren die Meinungen ¡geteilt zwischen politischen und sicherheitspolitischen Erwaegungen und einer jüdisch-gefühlsmaessigen Haltung. Dabei lassen wir die radikale Linke, deren Haltung von aussenpolitischen Faktoren bestimmt wird, unberücksichtigt. Eine Nichtannahme des Bonner Vorschlages würde Westdeutschland wieder zu einer Staerkung seiner Beziehungen mit Aegypten veranlassen, und diese Gefahr waere sehr konkret. Die Vergangenheit von Auschwitz soll man nicht vergessen aber die Erfordernisse der Gegenwart und der Zukunft für die Existenz des Staates Israel muss man sich vor Augen halten. DREI NEUE MOTELS Drei neue Motels werden bis Ende dieses Jahres in Eilath, Mizpeh Ramon und am Ufer des Kinereth eröffnet werden, um Ausflüglern und Touristen zu dienen — teilten die Direktoren der Gesellschaft “Norma- Motels” auf einer Tel-Aviver Pressekonferenz mit. Sie fügten hinzu, die Gesellschaft, die in Kooperation mit schweizer Kapitalisten arbeitet, werde ca. 4 Millionen IL in die Errichtung der drei Motels investieren. In jedem von ihnen werden 50 Doppelzimmer sein und eine Uebernachtung wird 12 IL pro Person kosten. Die Gesellschaft besteht aus einer Partnerschaft zwischen der israelischen Firma “Uniran”, deren Direktoren D.B. Raanani von der Kalkar- Gesellschaft und Samos Gilad sind und den schweizer Gesellschaften “Norma Motels” und “Norma Bau A. G.”, deren Direktor Prof. Dr. Wili ist. In Mizpeh Ramon hat die Norma-Motels (Israel) Ltd. auch das Ausflügler-Restaurant “N a batean Inn” erworben. In Eilath soll im Hotelviertel der Stadt mit der Errichtung des Motels binnen einer Woche begonnen werden und man hofft, es im September 1965 in Betrieb nehmen zu können. (“Canfit”) ALBERT EIUS LETZTE REDE ZUM JOM HAATZMAUT (5. IJAR 5717 — 1955) Am 5. Ijar 5717 (1955) dem 7. L'nabhaengigkeitstage Israels, sollte Prof. Albert Einstein das Wort ergreifen. Nachstehend der Text seiner Rede, der sich unter den nachgelassenen Papieren fand. Der Gelehrte sollte in der Television erscheinen und hatte zu diesem Zweck eine vorbereitende Besprechung mit dem israelischen Botschafter in den USA, Abba Eban, der ihn in Princeton aufsuchte. “Die Schaffung Israel wurde durch einen internationalen Beschluss betaetigt. Er wurde von den meisten Voelkern anerkannt und hatte die Aufgabe, die Reste des juedischen Volkes, die jene schreckliche Katastrophe des Zweiten Weltkrieges ueberlebt hatten, zu sammeln. Eine andere Aufgabe war, ein geistiges Zentrum fuer die juedische Gemeinschaft zu schaffen, in welchem sie sich frei entfalten konnte. Die Gruendung Israels ist ein Ereignis, das tief das Bewusstsein dieser Generation beruehrte. Es ist deswegen ein bitteres Paradox, dass sich der Staat, der zur Rettung der juedischen Massen geschaffen Wurde, in hoechster Gefahr im Angesicht der Drohungen seiner Nachbarn befindet. Eine der wengen moralischen Errungenschaften des 2. Weltkrieges muss vor dieser unnatuerlichen Gefahr bewahrt werden. Es ist anormal, dass die oeffentliche Meinung der Welt sich nicht darum bmueht, die arabische Feindseligkeit znu eliminieren, die der Grund fuer diese Spannungen ist. Eine der fundamentalsten Ursachen fuer diese Krise ist die Politik der Grossmaechte, die ihren Ausdruck in einseitigen Pakten und Waffenlieferungen findet. Hierfuer ist der Wunsch massgebend, den Mitteren Orient in die Verteidigungsfront 'fuer eine eventuelle Auseinandersetzung zwischen dem Westen und dem Osten zu bringen. Die Vernichtungskraft der modernen Waffen machen einen solchen Konflikt unvorstellbar. Es ist ein schwerer Irrtum, sich in eine “Weltsicherheitspolitik” einzulassen, die das Gleichgewicht eines Gebietes zerstoert. Die internationale Politik fuer den Mittleren Osten muss danach trachten, diesem Gebiet den Frieden zwischen Israel und den Arabern zu bringen. Nur diese Politik befindet sich in Uebereinstimmung mit den universellen Ideen des Friedens und, der Bruederlichkeit, die der wichtigste Beitrag des juedischen Volkes fuer die ganze Menschheit waehrend seiner Geschichte gewesen ist”. Diese Rede sollte der Gelehrte nicht mehr halten duerfen. Es starb wenige Tage vor dem 5. Ijar. Noch waehrend des 3-taegigen Krankenlagers im Hospital hat er sich mit seinen Notizen beschaetftigt und sich darauf gefreut, diese Ansprache zum israelschen Unabhaengigkeitstage halten zu koennen. CURT WILK KURT REICHMANN (z. 1.) Unser lieber ex Praesident der Comunidad Israelita de Valparaiso hat uns fuer immer verlassen. Wir wußten alle, wie sehr krank er war und trotzdem erschrack ein jeder, als ihn die traurige Nachricht erreichte. Zaeh kaempfte er mit dem Todesengel, in einer Schlacht, die er nie gewinnen konnte. Er war die treibende Kraft, um diesen Friedhof zu erwerben wo jetzt seine irdischen Reste ruhen. Er hat sich seinen “Guten Ort” selbst geschaffen und sich selbst ei/i ewiges Denkmal damit gesetzt. Ein stolzer Jude und ein ueberzeugter Buerger seiner neuen Heimat ruht jetzt fuer immer in chilenischer und juedischer Erde, so wie er es sich wuenschte. Manch gutes Werk hat er in aller Stille getan und manch verschaemter Arme ist ihm noch heute dafuer dankbar. Von Juden und Christen wurde er geschaetzt und von arm und reich geliebt. Kurt Reichamann war vielseitig. Von Haus aus Jurist, bewies er hier in Chile seine Tuechtigkeit, sowohl als umsichtiger Geschaeftsmann wie auch als Praesident und als Vize-Praesident und Direktor des F. C. Santiago- Wanderer. Er war ein moderner Mensch und ein bewusster Jude. Er starb an Pessach, am Fest der Befreiung. Auch seine Seele wurde frei und v e r 1 iess den gemarterten Koerper. Moege sie den Weg zu den Gerechten und Mildtaetigen finden, die vor ihm den selben Weg gegangen. “Wenn der Leib in Staub zerfallen, lebt der grosse Name noch” schrieb Schiller und Rabbi Schimon sagt uns: “Es gibt die Krone der Thora, die des Priesters und die des Koenigs, aber die Krone eines guten Namens ueberragt sie alle”. E. K.

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