Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 5 (Mayo, 1965)
- Date
- 1965-05-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1965 SILBERSTREIFEN... nähme bekannt gegeben hat! Gewiss, in den Zeitungen wurde er des Verrats bezichtigt und in Kairo wurde ein bisschen Volksseele vor der tunesischen Botschaft gekocht. Wie billig und leicht das heutzutage ist, verlor Bourgiba keine Zeit zu demonstrieren : tunesische Volksseele kochte prompt vor der aegyptischen Botschaft. Aber Nasser hat bis heute geschwiegen, ebenso wie Hussein, die Regierung von Libanon, selbst Ben Bella und die anderen, auf die es mehr oder weniger ankommt. Das heisst zwar gewiss nicht, dass sie schon irgendwie reif sind, Bourgiba auf dem Wege zu einer vernuenftigeren Politik zu folgen, ebenso wenig wie es heissen muss, dass sie statt ihm zu antworten, ihn umbringen lassen wollen, wie dies mit Abdulla geschah. Es ist nicht unmoeglich, aber alles andere als sicher. Sicher ist nur, dass es ihnen offenst chtlich erheblich schwer faellt, ueberhaupt Stellung zu nehmen. DAS RINGEN IM HINTERGRUND Warum ihnen das so schwer faellt, wird man erst wissen, wenn sie sich schliesslich und endlich dann doch aeussern werden. Aus der Tatsache, dass diese Aeusserungen von einer arabischen Hauptstadt zur anderen voneinander abweichen werden, wird man dann Rueckschl uesse ableiten koennen. Heute wissen wir noch nicht, ob Bourgiba von seinen anfangs vorsichtigen zu seinen schliesslich kategorischen Erklaerungen uebergegangen ist, weil er auf seiner Reise dazu ermuntert wurde oder gerade, weil das Gegenteil der Fall war. Vielleicht ist beides richtig. Wahrscheinlich gibt es mehr als einen potentiellen Bourgiba in kleiner: in Libanon, in Jordanien, anderswo. Wahrscheinlich hat sich seine Rivalitaet mit Nasser zugespitzt und er ist ihm zum Trotz vorgegangen. Der Faktor des kuenstlich geschuerten a r a b i sch-israelischen Konflikts ist ja schon von Anfang an zum grossen Teil ein Produkt der arabischen Misere, der arabischen Probleme, der arabischen Machtkaempfe, alles Dinge, die sich unserer Einflussnahme entziehen und von denen wir nur wuenschen koennen, dass sie eines Tages in Ehren und Anstand ueberwunden werden. Was jedenfalls schon feststehen sollte, Ist das Ende vom Mythos der arabischen Einigkeit. Wer ihre inneren Gegensaetze —die recht eigentlich keine “inneren” sind weil es keine arabische Einheit als solche gibt— leugnen oder vertuschen wollte, hat es nie leicht gehabt: zu offen lagen die Intrigen eines Staates gegen einen anderen, eines Diktators gegen einen anderen, eines Fuersten, Scheichs, oder Emirs gegen alle oder jeden zutage. Aber er konnte immer wieder behaupten: gegen Israel ist man sich einig. Nun kann man auch das nicht mehr behaupten. Was ebenso klar zu Tage liegt, ist die zwar auch in der Vergangenheit schon manchmal, aber nie so eklatant demonstrierte Haltlosigkeit von Nassers Fuehrungsanspruch l ' LECHE NIDO la única leche en polvo con TODA su crema, protegida en envases herméticamente cerrados y con doble tapa de segundad Para el consumo en el hogar-¡únicamente leche NIDO! Así Ud tendrá la completa segundad de que esta dando a los suyos leche PURA... leche FRESCA... , con TODA su crema' MAS CREMA... MEJOR LECHE1 NIDO Un producto Nest!© in der arabischen Welt. Es gibt nicht. nur andere Interessen, es gibt auch andere Persoenlichkeiten, die bereit und faehig sind, dieselben durch eine eigene, andere, Politik zu verfechten. In dieser Hinsicht hat Nasser eine neue schwere Niederlage erlitten, sowohl was seinen panarabischen Imperialismus wie was seine verantwortungslose Kriegspolitik gegen Israel anbetrifft. NOCH EIN SOLCHER SIEG ES war nicht die erste Niederlage in den letzten Monaten und es wird nicht die letzte sein. Sie haben einen fast mathematischen Fahrplan und sind seltsamerweise nur moeglich geworden, weil er einen seiner groessten vermeintlichen Siege — einen wahren Pyrrhus-Sieg— errungen hatte. Februar: ln diesem Monat wurde ihm von einem unfaehigen Aussenpolitiker der Triumph vergoennt, dass Deutschland seine Waffenlieferungen an Israel einstellte. Maerz: Erhard rang sich zu der einzig richtigen Antwort aur seine masslosen Provokationen durch und gab seinen Willen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen der BRD mit Israel bekannt. Nassers erste Niederlage. Die R e a K t ion der arabischen Drohungen mit Repressalien wird leiser und leiser. Nie - derlage Nummer Zwei. April: Bourgiba spricht von Verhandlungen Und am Ultimo des Monats war Nasser noch sprachlos ueber diesen dritten in der Reihe von Misserfolgen. Der, wie gesagt, nicht der letzte sein wird, weil fuer Mai der Austausch der Botschafter zwischen Deutschland und Israel zu erwarten ist. Aber: quid sit futurum eras, fuge quaerere! ATSCHEKA NAZI-FUEHRER IM GEFAENGNI.S Der wegen Brandstiftung zu drei Jahren Gefaengnis v e r u r t eilte Nazi-Fuehrer Franz Pfeiffer ist in der zweiten Haelfte des Monats April im Gefaengnis in Santiago eingeliefert worden. Es war Pfeiffer anfaenglich gelungen, sich versteckt zu halten, doch wurde er schliesslich von der Polizei aufgespuert. Dieser Versuch, sich der Verbuessung seiner Strafe zu entziehen, wird sich bei eventuellen Versuchen seines Anwalts oder Parteigaenger, ihm durch Amnestie— oder Gnadengesuche behilflich zu sein, nachteilig fuer ihn auswirken. Francisco Bozinovic nach Israel In Vertretung Chiles begab sich Herr Francisco Bozinovic, Inspector Provincial del Trabajo der Provinz Magallanes, nach Israel, um an einem dortigen Seminar teilzunehmen. Feierstunde fuer das Warschauer Ghetto Wie in jedem Jahre, fand am 29. April im grossen Saal der B’ne Jisroel eine von Comité Representativo. Federación Sionista und Unión Israelita Polaca veranstaltete Feierstunde zum Gedenken des Aufstands im Warchauer Ghetto statt, ueber die wir in unserer naechsten Ausgabe berichten werden.