Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVII (1965)
- Issue
- 4 (Abril, 1965)
- Date
- 1965-04-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ABRIL 1965 BOLETIN INFORMATIVO 7 JERUSALEM, DIE HAUPTSTADT Unter den vielen Problemen, mit denen sich die israelische Aussenpolitik konfrontiert sieht, gibt es einige, die der Oeffentlichkeit nur selten ins Bewusstsein kommen. Sei es, weil sie gemessen .an Fragen wie jene von Krieg und Frieden nicht so bedeutend erscheinen, sei es, weil sie sich schon so lange hinschleppen, dass man sie wirklich nicht akut nennen kann: die Tatsache ist, dass sie gleichsam nur unter der Oberflaeche weiterzuexistieren scheinen. Aber sie sind da. Zu ihnen gehoert die Frage der Hauptstadt Israels. Aus historischen, religioesen, politischen und allen anderen Gruenden, die sich dafuer zitieren lassen, ist dies Jerusalem. Da aber bekanntlich die Unabhaengigkeitserklaerung 1948 in Tel Aviv verlesen wurde, dort der Widerstand gegen die arabische Invasion organisiert wurde und andererseits Jerusalem sowohl eine umkaempfte Stadt war wie auch der geeigneten Wohnlichkeiten fuer das diplomatische Korps entbehrte, ging der schliesslich faellige Umzug nach Jerusalem nicht automatisch vor sich Nur solche Regierungen die sich mit Israel in besonderer Freundschaft verbunden fuehlen, beorderten ihre B o t s c hafter in die Hauptstadt. Die anderen zoegerten. Einige aus dem Osten glauben, den Arabern zuliebe die “Anerkennung” Israels durch die Nichtanerkennung der Hauptstadt schmaelern zu koennen Einige aus .dem Westen haben Angst, wie sie ueberhaupt in ihrer Politik oft ‘‘mehr Angst als Vaterlandsliebe” unter Beweis stellen, mit der “Anerkennung” Jerusalems als Hauptstadt jemanden zu veraergern. Wie z. B. selbstverstaendlich die Araber. Oder gar die Kommunisten, Oder schliesslich eine konfessionelle Macht, die ihren berechtigten religioesen Anspruch auf Jerusalem sehr zu Unrecht durch Israels Anspruch auf politische souveraenitaet in Frage gestellt glaubt. Ihnen allen dient ein ebenso weltfremder wie .verstaubter Beschluss der UNO, der von einer moeglichen “Internationalisierung” der Heiligen Stadt faselt, zum Vorwand, ihren Botschaftern zu jeder offiziellen Gelegenheit die Reise von Tel Aviv nach Jerusalem zuzumuten. Wenn damit jemand unterstellen will, dass nicht der Sitz der Regierung, sondern das Domizil der .Botschaften eine Stadt zur Hauptstadt macht, so bleibt das sicher ein Bestandteil —und sogar ein sehr geheimnisvoller— seiner eigenen politischen Wissenschaft: freundschaft lieh ist es zwar nicht, aber zum Glueck auch nicht welterschuetternd. Contrario sensu ist, wie gesagt, die Verlegung einer Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, eine Geste besonderer Freundschaft. Wenn diese in einem Moment vollzogen wird, wie dies am 11. Maerz dieses Jahres der Fall war, als die Weltpresse aus dem Exempel der —inzwischen u e b e r w u ndenen— Schwaeche der Bundesrepublik Deutschland irrtuemlich glaubte ableiten zu muessen, die Politik Israel gegenueber muesse sich jedermann von Nasser diktieren lassen, dann wiegt eine solche Geste besonders schwer. Nicht in letzter Linie .war an dem “Umfallen” der Regierung von Bonn der Eindruck gefaehrlich, Nasser sei in der Lage, Israel vom Westen zu isqlieren. Er wurde eines besseren belehrt. Als man sich in Bonn ueber sich selbst schaemte und auf die eigene Souveraenitaet besann. Als Averell Harriman in Jerusalem auftauchte. Als Golda Meir zu Besprechungen mit ihrem franzoesischen Kollegen Couve de Murville in Paris eintraf. Und Levi Eschkol bei Harold Wilson in London. Und als ein kleiner, aber freier und stolzer Staat des Westens seine Botschaft aus Tel Aviv nach Jerusalem verlegte. Mitten in der Krise Dass dieser Staat Chile war. erfuellt uns Juden hier mit grossem Stolz und Befriedigung. Die objektive Konstellation, die ,zu diesem positiven Schritt gefuehrt hat, ist klar. Sie liegt in der sozialen Philosophie begruendet, welche die Entwicklungspolitik der Christlich - Demokratischen Regierung bestimmt. .Praesident Frei’hat schon bei mehreren —sogar sehr feierlichen— Gele genheiten in aller Oeffentlichkeit erklaert dass ihm sowohl die Inspiration wie vor allem die praktischen Erfahrungen der s o z ialdemokratischen Tendenz Israels, seiner Kooperativen und seiner Landwirtschaft, vorbildlich erscheint. Sie liegt ferner in der fast demonstrativ zur Schau gestellten Unabhaengigkeit, die mit der Aufnahme , der Beziehungen zu den Laendern des europaeischen Ostens v o r ex e r ziert wird. Und wenn man sich von keiner Grossmacht etwas vorschreiben laesst. dann gewiss nicht von den Arabern. Es gibt aber auch subjekr MONATSSPIEGEL DIE MISSION BIRRENBACH AUSSENMINISTER GABRIEL VALDES Auch subjektive Gruende... tive Gruende. Sie tragen die Namen .Uri Naor, dessen unermuedliehe Arbeit entscheidend zu diesem grossen Schritt auf dem Wege der israelisch - chilenischen Freu ndschaft beigetragen hat; des Aussenministers .Gabriel Valdes, des Botschafters Manuel Francisco Sänchez sowie seines Vorgaengers Eugenio Palacios. Nicht zuletzt hat schliesslich die Tatsache, dass Aussenminister Golda Meir zum Regierungswechsel im November 1964 persoenlich in Santiago war, all diese persoenüchen Initiativen und Kontakte entscheidend bereichert. Mit der chilenischen, die uebrigens in der eigens dafuer eingerichteten ehemaligen Wohnung des Premiers Eschkol installiert ist, sind es nun 16 Botschaften, die in Jerusalem funktionieren: davon 9 lateinamerikanische, 6 afrikanische und eine europaeische .—Holland—. Griechenland unterhaelt ein Generalkonsulat in Jerusalem; Chile jetzt ausser der Botschaft in Jerusalem, ein Generalkonsulat in Tel Aviv. DR. BIRRENBACH EHRT NAZI-OPFER ... auf Ausgleich abgestellt Rascher als anzunehmen war, hat sich Bonn zu der neuen Poltik durchgerungen die das “B. I.” in seiner vorigen Ausgabe vorauszusagen unschwer in der Lage war. Die Aufnahme normaler diplomatischer Beziehungen zwischen der BRD und Israel ist nur noch eine Frage der Details und der Zeit. Die Details sind geheim. Was man weiss, koennen unsere Leser dem ausgezeichneten Sonder-Bericht unseres Korrespondenten Abner Nechuschtan a n anderer Stelle dieses Blatts entnehmen,- hinzugekommen ist in letzter Stunde vor der Drucklegung die Tatsache, dass der Sonderbeauftragte des Kanzlers Erhard nach Abschluss der zweiten Phase der Verhandlungen zur Berichterstattung nach Bonn geflogen ist. Was die Zeit anbetrifft, so koennen zwischen Aufgebot und Abschluss dieser Vernunftehe wohl ein bis zwei Monate vergehen. Von Interesse fuer unsere Leser duerfte jedoch eine biographische Notiz ueber die Persoenlichkeit des Mannes sein, der von seiner Regierung in Bonn mit dieser delikaten Mission beauftragt wurde. Wir entnehmen sie dem “M. B.”, Mitteilungsblatt des Irgun Olej Merkas Europa (Verband Mitteleuropaeischer Einwanderern •: Dr. KURT BIRRENBACH BOTSCHAFTER SANCHEZ - PRAESIDENT SCHAZAR .. fuer eine noch engere Freundschaft Der CDU - Bundestagsabgeordnete Dr. Kurt Birrenbach, der durch seine Mission nach Israel in den Vord e r grund des politischen Geschehens getreten i s t, wurde als Sohn eines Arztes in Arnsberg geboren und verlebte seine Jugend in Muenster. Sein politisches Interesse zeigte sich frueh; als Abiturient schreibt er einen Aufsatz ueber die Veraenderungen der britischen Politik im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. 1939 verliess Birrenbach aus politischen und persoenlichen Gruenden Deutschland und wanderte nach Buenos Aires aus,- dort uebernahm er fuer einen amerikanischen Konzern die Leitung eines industriellen Unternehmens. Er kehrte 1950 nach Deutschland zurueck. EMBAJADA CHILENA EN JERUSALEN El Presidente Zalman Shazar, expresó la satisfacción de Israel por la decisión chilena de transferir su Embajada de Tel Aviv a Jerusalén. Shazar dijo que Jerusalén “es la capital de Israel, santa para nuestro pueblo por millares de años y que ha desempeñado un papel tan destacado en el desarrollo del espíritu humano”. Hablando en hebreo, que iba siendo traducido al español, declaró su satisfacción cuando el nuevo Embajador Manuel Sánchez, presentó sus credenciales en la residencia presidencial. Aparte de Chile, 15 países tienen su Embajada en Israel en Jerusalén, seis de ellos latinoamericanos: Guatemala. Uruguay, Venezuela, Colombia, Costa Rica y la República Dominicana. Con ocasión de la entrega de sus cartas credenciales, el Embajador Sánchez recalcó que ambos países tienen ideales comunes inspirados por la Biblia —“ese gran libro que será una estrella guía y una fuente de vida para siempre”. Indicó que se está estechando la cooperación de ambas naciones en organización sindical y materia científica y técnica. Sánchez recordó que la Ministro de Relaciones Exteriores, Golda Meier, quien asistió a la ceremonia de hoy, representó a Israel al asumir el mando el Presidente Eduardo Frei. El Embajador inspeccionó una guardia de honor luego de ejecutarse el himno nacional chileno, antes de la ceremonia. El mismo día, la Embajada ofreció una recepción especial para dignatarios israelíes. Vier Jahre spaeter wurde er Generalbevollmaechtigter der Vermoegensverwaltung der Tochter des Industriellen Fritz Thyssen, Anita Graefin de Zichy, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats der August Thyssen-Huette AG fuer Beteiligungen *n Duesseldorf, der Mantelgesellschaft des Thyssen-Konzerns. Birrenbach ist ferner Mitglied des Zentralbeirats der Dresdner Bank. Im Jahre 1961 kam er als Mitglied der CDU—-Landesliste in Nordrhein -— Westfalen in den Bundestag. Der Abgeordnete, der sich fliessend in Englisch, Franzoesisch und Spanisch auszudruecken versteht, verfuegt. neben seinen engen Bindungen an die deutsche Industrie und Finanz, ueber eine sehr genaue Kenntnis der amerikanischen Finanzwelt; aus diesem Grunde wurde er in den vergangenen Jahren mehrfach seitens der Bundesregierung wie fuer seine Fraktion zu Informationsreisen in die USA entsandt. Auch der Auftrag zur Uebernahme der Mission nach Jerusalem erreichte ihn in New York, wo er von Bundeskanzler. Dr. Erhard angerufen wurde. Er uebernahm ihn ungeachtet der Tatsache, dass die Thyssen AG mit dem Nahen Os t en durch umfangreiche Rohrlieferungen an Oelgesellschaften verbunden ist. Aber auch bereits im Jahre 1963 hatte er im Bundestag fuer ein Roehren-Embargo gegen die Sowjet-Union gestimmt, ohne Ruecksicht auf (Fortsetzung Seite 8)