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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-03-01 · 3 (Marzo, 1965) · p. Seite 18

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
3 (Marzo, 1965)
Date
1965-03-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO MARZO 1965 18 ISRAEL UND DIE EWG Haboker beschaeftigt sich mit der Reise des Finanzministers Sapir, der sich nach seinem Besuch in Rom nach Brüssel begab. Im Februar (fanden gemeinsame B esprechungen mit der EWG zur Klaerung technischer Probleme gemaess dem Handelsvertrag des vorigen Jahres statt. (Der Vorteil der jetzigen Reise Sapirs besteht darin, dass sie in einer Atmosphaere der Ernüchterung stattfand. Viele Monate mussten vergehen, bis wir einsahen, dass zur Freude über den Handelsvertrag mit der EWG keinerlei Anlass bestand. Die Schwierigkeiten des landwirtschaftlichen Exports Israels wurden mit Dr. Mansholt anlaesslich seines Besuches in Israel besprochen und er brachte seina Unterstützung für Erleichterungen für Israel zum Ausdruck. Aber er erklaerte, dass sein Einfluss begrenzt sei und dass Erleichterungen mehr von Paris und Rom abhaengen, die selbst Zitrusfrüchte in die Laender des EWG-Raumes exportieren. Bei Abschluss des Vertrages mit der EWG gewaehrte man Vergünstigungen fuer Grapefruits waehrend die Begrenzungen für Orangen in Kraft blieben. Es waere ein Irrtum, wenn Israel glauben würde, dass man die Lösung der Probleme nur in Brüssel finden kann, ebenso wichtig sind diplomatische Kontakte in den - Hauptstaedten der EWG. Der Fehler der israelischen Aussenpolitik ist es, dass sie diese Wahrheit nicht erkannt hat. Hinsichtlich der einzelnen Staaten muessen wir leider feststellen, dass es kaum eine gemeinsame Sprache mit Paris gibt; auch in Bonn liegen die Dinge nicht besser, und die Absage der geplanten Verabredung mit dem deutschen Wirtschaftsminister Schmuecker spricht für sich. Angesichts dieser Tatsachen können wir kaum auf befriedigende Ergebnisse der Reise des Finanzministers hoffen, auch wenn Sapir seinen Optimismus nicht verliert. Hazofeh hofft, dass es Sapir gelungen ist die Italiener zu einer, mehr elastischen Haltung gegenüber unseren Wünschen zu veranlassen. Vielleicht können wir die Italiener dazu bringen, dass sie nicht so restlos eifersüchtig auf ihre Interessen erpicht sind und auch die israelischen Belange berücksichtigen. Auch wenn alle unsere Forderungen erfüllt werden, können unsere Exportwaren mit den Lieferungen eines Staates wie Italien nicht konkurrieren, und schon dieser Umstand sollte die Italiener zum Nachgeben veranlassen, noch dazu, wo engherziges Bestehen auf Interessen mit Schaedigung Israels verbunden ist. NEUE UNTERRICHTSPLAENE Haboker analysiert den Plan die Schulpflicht in Israel um ein Jahr zu verlaengern und damit allen Kindern des Landes eine grössere Ausbildung zu geben, als das bisher der Fall gewesen ist. Die Zeitung betont, dass man überall auf der Welt grosse Anstrengungen mache, um die Ausbildung der Jugend zu verbessern. So hat Praesident Johnson soeben dem amerikanischen Kongress das höchste Ausbildungs und Erziehungsbudget vorgelegt, das die Vereinigten Staaten, in ihrer ganzen Geschichte aufzuweisen haben. Schwierig ist bei uns eigentlich nur das Problem des Lehrermangels, welches in diesem Zusammenhang unbedingt überwunden werden müsste, bevor man wirklich daran gehen kann, weitere Ausbildung zu planen und dann auch zu geben. Hamodia beschaeftigt sich ebenfalls mit Schulfragen, übt aber, wie bei solchen Fragen stets, scharfe Kritik daran dass das Schulwerk der Agudah, vor allem beim Gymnasialunterricht, nicht ausreichend gefoerdert werde, sodass hier derartige Schulen fehlen und ein Mangel besteht, der für die Schüler spürbar ist. Haaretz befasst sich mit dem Plan des Erziehungs¬ und Kulturministeriums, ein Ministerium für die Hochschulerziehung und die Pflege der Wissenschaften in Israel zu errichten. Das Blatt ist der Meinung, dass man zunaechst ein Programm der Taetigkeit auf diesem Gebiete aufstellen müsse und dass man dann erst den Regierungsapparat für die Durchführung dieses Programms errichten solle. Wir fürchten kein zusaetzliches Regierungsministerium. Das Argument, dass die Forderungen .an die Allgemeinheit und an das Finanzministerium von einem Minister im Kabinett vertreten werden müssten, leuchtet ein. Es besteht aber die Gefahr, dass ein Ministerium für die Wissenschaften die angewandte Forschung gegenüber der Grundforschung bevorzugen wird, was letzten Endes auch der angewandten Forschung schaden würde. Man muss genau untersuchen, wass bei anderen Völkern geschieht darf sie aber nicht imitieren Jedenfalls muss das Problem des Durchführungsapparates eine Lösung finden, welche der sachlichen Richtung, die man einschlagen will, angepasst ist. SIEDLUNG BIRANITH EINGEWEIHT Die Nachal-Siedlung Biranith an der libanesischen Grenze wurde in einer feierlichen Zeremonie offiziell eingeweiht. Zahlreiche Persoenlichkeiten des oeffentlichen Lebens waren erschienen, um an der Feier teilzunehmen. Jaacov Tzur vom Keren Kajemeth wies im seiner Ansprache darauf hin, dass die Besiedlung des Galil eine der Hauptaufgaben des Staates sei und zu den jetzt bestehenden zwei Siedlungen in dieser Zone noch vier ¡weitere hinzukommen werden. Biranith stehen 3000 Dunam Boden zur Bearbeitung zur Verfügung. Ministerpraeside nt und Sicher heitsminister Levi Eschkol, der ebenfalls das Wort nahm, erklaerte, er hoffe den Tag zu erleben, da das Galil voll besiedelt sein werde. Er forderte die Siedler von Biranith auf, gute Nachbarschaft mit allen anderen Siedlungen im Galil zu pflegen. Er sagte auch, dass im Jahre 1970 in Israel drei Millionen Menschen wohnen werden. Ausserdem sprachen der Nachalkommandant D o t a n und der Generalstabschef Rabin. (“Canfit”) EXPORTSTEIGERUNG BEI ATA Der Export der ATA-Werke wird sich bis Ende dieses Jahres nach Ausführung der vorliegenden Auftraege auf 1,7 Millionen Dollar belaufen, wozu noch 250.000 Dollar hinzukommen, welche für Waren gezahlt wurden, die im Lande gegen Devisen verkauft wurden. Für die ersten drei Monate liegen bereits Auftraege in Hoehe von 300.000 Dollar vor. Eine neue Tochtergesellschaft ist gegründet worden und soll die Herstellung von Einheitskleidung für die Schulen durchführen. Diese Gesellschaft hat bereits Vertraege mit 50 Schulen, welche 40.000 Schüler haben, unterzeichnet, die Bestellungen belaufen sich auf über eine Million IL. Diese' Gesellschaft wird auch Einheitskleidung für Regierungs Institutionen herstellen. * (“Canfit”) DIE POLGAT-WERKE LAUFEN AN Die Einweihungszeremonie der Polgat - Wollstoffwerke fand in Kiriath Gat statt. An der Feier nahm Minister Pinchas Sapir teil, Industrielle, Exporteure, hohe Regierungsbeamte und Gaeste aus dem Ausland waren ebenfalls anwesend. Vor der Zeremonie besichtigten die Gaeste die Gebaeu de des Werkes, das auf einer Flaeche von 23.000 qm errichtet worden ist. In dem Werk wurden insgesamt 16 Mill. IL investiert. Das Werk hat eigene Laboratorien mit modernster Ausrüstung zur Prüfung der Qualitaet seiner Produktion. Im ersten Stadium wird die Fabrik 600 Arbeiter beschaeftigen. Diese Zahl soll aber spaeter auf 1000 Arbeiter erhoeht werden Wenn das Werk seine volle Produktion auf genom men haben wird, soll es einen jaehrlichen Produktionswert von 25—30 Millionen IL erreichen, und man hofft; etwa 50% der Produktion exportieren zu koennen. In seiner Begrüssungsansprache erklaerte Minister Sapir, der Textilexport werde im Laufe des naechsten Jahres einen Wert von 50 Millionen Dollar erreichen und damit ebenso gross sein wie die Ausfuhr von Zitrusfrüchten. (“Canfit”) r AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE DIE POLITISCHE AUSRICHTUNG DER ISRAEL-PRESSE laaa^- Regierungskoalition: DAVAR, Histadruth, pro-Mapai; JERUSALEM POST, unabhaengig, pro-Mapai; LAMERCHAW Achduth-Awoda: HAZOFE, National-Religioes: OMER, Histadruth. Opposition: CHERUTH, Revisionisten: HAAREZ, unabhaengig, pro-Liberal: HABOKER, Liberal; AL HAMISCHiMAR, Mapäm; KOL HAAM, Kommunisten; SCHEARIM, Poale Agudat Israel; HAMODIA, Agudat Israel. WIRTSCHAFTLICHER ALARMRUF Mehrere Zeitungen beschaeftigen sich mit den wirtschaftspolitischen Warnrufen, des Generaldirektor des Finanzministeriums Dr. Arnon. Dawär weist darauf hin, dass der Direktor des Finanzministeriums sich besonders gegen die Gleichgültigkeit in unserem Publikum wandte. Unsere Bevölkerung hat Verstaendnis für alle Vorgaenge auf sicherheitspolitischem Gebiet und beachtet Warnrufe, die sich auf dieses beziehen. Dagegen ist sie bei wirtschaftspolitischen Fragen gleichgültig und beachtet nicht die Zeichen der Zeit. Es ist kefh Geheimnis, dass die Konjunktur in unserem Lande nicht Ergebnis unserer Arbeit und Leistung ist, noch stützen wir uns in grossem Umfange auf auslaendische Hilfe. Diese Hilfe kann in absehbarer Zeit zuende gehen, daher müssen wir die uns jetzt gegebene Atempause ausnuten, um unseren Lebensstandard nicht noch weiter zu steigern. Denn nur dann besteht Aussicht, dass wir uns weiter erhalten können, wenn der Strom der persoenlichen Entschaedigungen ein Ende finden sollte. Wenn wir rechtzeitig uns von der Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit befreien, so können wir uns den Uebergang zur unvermeidlich schwierigeren neuen Periode erleichtern. Die Jerusalem Post schreibt, sowohl der' Praesident der Bank Israel als auch Finanzminister Sapir und der Direktor seines Ministeriums Dr. Arnon haetten mit ihren Warnrufen recht. Aber trotz aller Erkenntnisse ist nichts geschehen, um die Wirtschaft vor den zu befürchtenden Kalamitaeten zu bewahren oder um sie so zu kraeftigen, dass sie gegenüber den zu erwartenden Schwierigkeiten der naetihsten Jahre standhalten kann. Dr. Arnon erklaerte, die Regierung haette wegen der Gleichgültigkeit des Mannes auf der Strasse nicht viel tun können. Er erklaerte eine normale Bevoelkerung könne waehrend der Prosperitaet nicht die Entwicklung der kommenden Jahre voraussehen. Aber Regierung und politische Führer haben die Aufgabe, die Gefahren zu zeigen und ihnen entgegenzuwirken, und zwar nicht nur mit Worten, sondern mit Taten. Das Schlimme ist, dass unsere Führer zwar gross in Worten waren, sich dagegen durch wenig Taten auszeichneten Wenn Dr. Arnon jetzt erklaert, dass Plaene zur Bewaeltigung der kommenden Krise notwendig seien, so kann man nur hoffen, dass solche Plaene in den Ministerien vorbereitet werden. Noch wichtiger ist, dass die politischen Führer, die die Befugnis zur Entscheidung über die Wirtschaftspolitik haben, ihre politische Strategie so planen, dass sie die Bevölkerung auf die Durchführung der notwendigen wirtschaftlichen Reformen und auf Erreichung wirtschaftlicher Gesundung vorbereiten. FUER JERUSALEM: HAFEN ASCHDOD ODER EIGENER FLUGPLATZ? Obgleich die Inbetriebnahme des neuen Hafen3 von Aschdod im kommenden Sommer (für den Export von Phosphaten) die Rohmaterialienzufuhr an die Jerusalemer Industrie erhtsblich erleichtern wird, sollte man sich nicht übertriebenen Hoffnungen hingeben. Jeru salem bleibt auch in Zukunft eine Stadt, in der Dienstleistungen und das Beamtentum die hauptsaech Jichen Erwerbszweige bilden, erklaerte Verkehrsminister Israel Bar-Jehuda. Der Verkehrsminister enthüllte, dass ein Sonder aus schuss, dem auch Vertreter der Jerusalemer Stadtverwaltung angehoeren, jetzt die Anlage eines Flughafens erwaege. Die Alternative ist: ein guter Flughafen in betraechtlicher Entfer n u n g von der Stadt, oder ein kleiner Flughafen im Stadtgebiet, der die Entwicklung dort eindaemmten würde. Es würde sich als notwendig erweisen, den Bau hoher Haeuser in der ganzen Umgebung zu unterbinden und bereits bestehende Strassen zu verlegen. (“Canfit”)

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