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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1965-03-01 · 3 (Marzo, 1965) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVII (1965)
Issue
3 (Marzo, 1965)
Date
1965-03-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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MARZO 1965 BOLETIN INFORMATIVO 19 Es waere fuer die Herren im westdeutschen “Bundesdorf”,deren nahostpolitische Geometrie das “Dreieck Bonn — Jerusalem — Kairo” so heillos verwirrt hat, ziemlich lehrreich gewesen, wenn auch nicht gerade ein Vergnuegen, der Sitzung des israelischen Landesparlaments beizuwfohnen, der Knesseth in Jerusalem, als sie Mitte Februar zur Entgegennahme einer Regierungserklaerung ueber diese Krise und zur Aussprache zusammentrat. Im einzelnen sei hier nicht resümiert, was die Redner, je nach Parteizugehoerigkeit, Temperament und oft wohl auch auf Grund eigener Lebenserinnerungen, zum Beschluss Prof. Erhards und seines Aussenministers Schroeder ausfuehrten, dem deutsch-israelischen Sicherheitshilfevertrag inmi tten der Abwicklung untreu zu werden. Von ihrer schweren Enttaeuschung ' ueber das “Muenchen” sprachen sie, dem sich Bonn unter dem Diktat des “'Hitlers am Nil” gefuegt habe, ohne daran zu denken, wie katastrophal die Folgen des ersten “Muenchen”, des vom Herbst 1938, seinerzeit fuer Europa, fuer die Welt, fuer die Deutschen selber — und nicht zu vergessen, fuer das juedische Volk — gewesen waren. Es liege auf der Hand, fuhren sie fort, dass Abdel Nasser im Begriff zu sein scheine, einen wer weiss wie folgenschweren Praezedenzfall zu schaffen: wenn ihm die Bundesregierung nachgebe, laufe sie als Gefangene ihrer dubiosen “Hallstein-Doktrin” demnaechst ja Gefahr, ebenso von den uebrigen arabischen Laendern, und vielleicht auch noch von anderen, erpresst zu werden — imme r auf Israels Kosten. Schluss also, radikal, mit jeder wie auch immer gearteten Beziehungen zu den Deutschen; mit diesen Worten zog M. Begin, Vorsitzender der “Cheruth”-Partei, die den Deutschenhass seit je auf ihr Banner geschrieben hat, fulminant wie immer, wieder einmal alle Register seiner Beredsamkeit. Als es ausgewittert hatte, setzte Levi Eschkol, der Ministerpraesident, zwar eine Entschliessung in der Knesseth durch, in der vom Wunsch seiner Regierung gesprochen wurde, “die Bruekken nicht!zu verbrennen”, und sogar von ihrer Absicht, die Deutschen gegebenenfalls foermlich “zur Erneuerung der Kontakte zu noetigen”. War die linksradikale, die rechtsradikale Opposition im Recht, wenn sie ihm, “im Einklang mit der grollenden Stimme des Volkes”, wie sie behauptete, daraufhin in ihren Zeitungen vorhielt, reinem Wunschdenken aufgesessen zu sein? Gewisse Meldungen aus Bonn, Washington, London, Paris, deuten mittlerweile darauf hin, dass vielleicht Herr Eschkol im Recht war, seinem hierzulande sprichwoertlichen, zum Instinkt gewordenen Wirklidhkeitssinn mehr als Parolen der Verzweiflung zu vertrauen. SZENENWECHSEL ,Im Mittelpunkt einer ganz anderen, und wenn ueber- * Zwei Abrechnungen in einer Woche Von Dr. Abner Neckushtan, Tel-Aviv haupt moeglich nicht stuermischer entfesselten Redeschlacht sah der Regierungschef sich achtundvierzig Stunden spaeter im Tel- Aviver “Hechal Hatarbuth” (Tempel der Kultur), als die Szene der 28. Landeskonferenz die die sozialdemokratische Mapai dort abhielt, unversehens zum Tribunal wurde. Gegen den oft erklaerten Willen L. Eschkols, der Partei ein so beschaemendes Scha u s p i e 1 oeffentlicher Selbstzerfleischung zu ersparen, ungeachtet, eines guten Dutzend formaler Beschluesse der zustaendigen Ausschuesse, die Vergangenheit auf dem Eiplegiertentag ruhen zu lassen, hatte kein geringerer als David Ben Gurion dieser Stunde der grossen Abrechnung mit dem nach seiner Ueberzeugung abtruennig gewordenen. Teil seiner langjaehrigen Mitarbeiter seit Wochen, seit Monaten entgegengefiebert. Nun war es soweit. Auf dem weitraeumigen Vorplatz des “Kulturtempels”, sonst der Staette friedlicher philharmonischer Konzerte, draengten sich viele hunderte der zu spaet gekommenen mit solcher Vehemenz durch die Sperrketten der Ordner und Polizisten, dass einer der grossen Scheiben des Hauptportals alsbald zerklirrte. Als drinnen bekannt wurde, dass “der Alte” jetzt das Wort nehmen wuerde, hatte sich das mehrstoeckige Foyer im Nu geleert es stauten sich die rund 2000 Delegierten, die Ehrengaeste und sonstigen Eingeladenen, Journalisten, Photographen, politischen Schlachtenbummler zu Häuf im Parket und in so lebensgefaeh r 1 i c h e m Gedraenge auf dem darueber schwebenden Hufeisen der iRaenge, dass sie in akute Einsturzgefahr gerieten, wie wir (glücklicherweise) erst spaeter erfuhren. BEN GURIONS “ALTE RECHNUNG” Fast seit dem Tage, da “Mister Israel” im Spaetsommer 1963 als Ministerpraesident zuruecktrat, hat er wieder und wieder dem Uebergang vom dem hier im Lande gueltigen System parlamentarischer Verhaeltniswahlen zum — angelsaechsischen — Beziskswahlsystem, das Worte geredet. Gleichfalls mit manchen gewichtigen und einigen fadenscheinigen Argumenten hat er den intensiven Bemuehungen seines Nachfolgers Eschkol widersprochen, die “Achduth Ha’awoda” (“Einheit der Arbeit”), eine relativ kleine Arbeiterpartei, der Mapai anzunaehern, deren “linker Nachbar” sie ist, um sie frueher oder spaeter voellig zu absorbieren. Am hartnaeckigsten aber beharrt Ben Gurion bekanntlich auf seiner Forderung, den Ladenhueter der “Affaire Lavon” wieder vorzulegen, obwohl sich ausser ihm und einer Handvol] seiner Getreuen kaum ein Mensch in diesem Lande dafuer interessiert, ob Pinchas Lavon als Sicherheitsminister oder wer sonst anno 1954 (sic) die Schuld an irgendeinem, bis heute zudem geheimgehaltenen Fehlgriff gehabt habe. Diese mysterioese Angelegenheit, die im Laufe der Jahre 6 oder 7 Komissionen von Ministern, hohen Offizieren und Beamten Vorgelegen hat, wollte er durchaus und durchum von einem hoechstrichterlichen Comité nach allen prozessualen Formvorschriften untersuchen lassen. , Um nienamden ueber dies Dreipunkt-Programm im unklaren zu lassen, hatte er es — zum xten Male — am Vorabend der Delegiertentagung in zwei Zeitüngsaufsaetzen des Titels “An Stelle einer Rede“ entwickelt. Dennoch sprach er, — und wie. Nichts werde im Falle der Wahlreform und der Wiederaufrollung des “Falles Lavon”, aus dem Freundschaftsabkommen mit der “Partei der Arbeitseinheit” werden, die beides ablehnt? Macht nichts; Gerechtigkeit geht vor Partei-Egoismus; und gewiss hat sie der Neigung vorauszugehen, sich an Miinisterposten au klammern. Mit einem unter den buschigen Augenbrauen zuernenden Blick auf Levi Eschkol, der zwei Plaetze von ihm entfernt auf der Praesidialtribuene sass: Wer nicht fuer mich ist, ist wider mich (ja, so — dem Sinn nach, wenn auch nicht woertlich) und taete besser, zurueckzutreten... Nach einer Schrecksekunde laehmienden Schweigens folgte dieser Herausforderung ein chaotisches Gewirr von Beifall und Widerspruch. Es klang ab, als in eben diesem Moment der schwerkranke Mosche Shareth im Rollstuhl nach vorne geschoben und in seinem Stuhl auf die Tribuene gehoben wurde. Welch pathetischer, symboltraechtiger Anblick; wer von den ungezaehlten Parteiveteranen, die zu der Tagung erschienen waren, erinnerte sich jetzt nicht daran, wie “formlos” Ben Gurion diesen Shareth, den treuesten und verdienstvollsten seiner engsten Mitarbeiter, vor Jahren kaltgestellt hatte, weil “Moshe” als Aussenminister des jungen Staates sich damals mehr als sein Regierungschef von politisch-diplomatischer Kleinarbeit in den UN und den Kabinetten der grossen Maechte versprach. Statt wie jener Lavon zu intriguiren, hatte Herr Shareth jeder Zoll ein Gentleman, danach niemals das mindeste unternommen, seine Ausschiffung rueckgaengig zu machen, sondern sich wichtigen organisatorischen und vor allem erstrangigen kulturpolitischen Aufgaben |in Huelle und Fuelle unterzogen. Man erhob sich ehrerbietig, als er durch die Bankreihen kam; erschuettert schlug er, seine Traenen zu verbergen, die Haende vors Gesicht. In seinem vielbewunderten, von fast niemandem sonst hierzulande erreichten “Oxford-Hebraeisch” setzte er sich dann mit Ben Gurion auseinander. Der “Mann mit der silbernen Loewenmaehne” — schwindelerregende Hoehe habe er als Gruender des juedischen Staates erreicht. Einmalig sei in Israel seine Fuehrerstellung. “Aber verliert der Erwaehlte die Fuehlung mit der Nation die ihm zujubelt, ist es um sein sittliches Recht geschehen, sie zu fuehren”. Weit massiver als der nach seinem Typ,eher professorale Shareth wurde Frau Golda Meir, die Aussenministerin, als Hauptwortfuehrerin der Alten Garde, die sich seit mehr denn Jahresfrist um L. Eschkol schart. So schlagend widerlegte sie mit einem wahren Feuerwerk mitleidlos zugespitzter Einwaende Ben Gurions Forderung, auf die “Affaire Lavon” zurueckzukommen, dass “der Alte” mit hochrotem Kopf die Sitzung schliesslich zornbebend verliess. KNAPPE MEHRHEIT FUER ESCHKOL Doch seine Sache gab er darum nicht verloren — er nicht, und ebensowenig der Kreis seiner Anhaenger mit dem einflussreichen Haifaer Bürgermeister A. Chuschi und dem volkstümlichen frueheren Generalstabschef Mosche Dajan, dem “Sieger von Sinai”, an der Spitze. Eine Gruppe von Resolutionstexten, die den Delegierten am naechsten Tage zu geheimer Abstimmung Vorlagen, lehnten Ben. Gurions Dreipunkte-Programm ab, die andere Antraggruppe akzeptierte es, wenn man die z.T. verwirrenden Verklausulierungen beiseite laesst. Summarisch zusammengefasst, erhielt der jetzige Premierminister etwas ueber 60 und sein Vorgaenger dementsprechend ungefaehr 40% der Stimmen. Es war im Kern natuerlich mindestens so sehr eine Entscheidung nicht sächlicher, sondern eminent persoenliche Natur zwischen den beiden, zu Rivalen gewordenen Maennern. Laesst man die zweitausend Vertrauensleute der groessten Partei Israels, die dies Resultat herbeifuehrten, als spiegeltr e u e n Querschnitt durch den politisch ueberhaupt ansprechbaren Teil der Gesamtbevoelkerung gelten, so zeigt sich, dass heute zwar die Mehrheit hinter L. Eschkol steht, aber eine so betraechtliche M i n d erheit hinter David Ben Gurion, dass seine Anhaenger nach der Bekanntgabe des Wahl ergebnisses wohl nicht ganz unbegruendet von einem “moralischen Sieg” sprachen. In der Tat, wird es sich Herr Eschkol leisten koennen, ohne die Zustimmung, ja vielleicht sogar gegen den Widerstand von mehr als einem Drittel seiner Parteimitglieder die Verbindung mit der benachbarten “Achduth Ha-avodah” herzustellen, die er ins eigene Lager bringen will? Wird er die von diesem “ben-gurionistischen” Drittel gewuenschte Reform des Wahlsystems vertagen und die “Affaire Lavon” bei einem solchen Stimmenverhaeltnis endgueltig in der Versenkung versenwinden lassen koennen, in die sie gehoert? Er tat das denkoar gescheiteste. Wieder liess er sich von seinem gesunden Menschenverstand leiten, wie einige Tage vorher in Jerusalem, als er jn der israelischen Volksvertretung mit richtigem Instinkt - wie sich jetzt zu zeigen beginnt — fuer die Aufrechterhaltung der westdeutsch - israelischen Kontakte eingetreten war. Man stosse sich an dieser Parallele nicht: ebenso plaedierte Levi Eschkol nun, in der Schlussitzung des Delegiertentages der Mapai, auf der Ebene der Innenpolitik fuer pflegliche Beziehungen zur Gegenseite. “Hier kennen wir keine Sieger und Besiegten” sagte er, stand auf und bot dem grossen Alten Mann des Staates Israel die Hand. Der hatte gerade zwar erklaert: “Wir wissen als bekenner i s c h e Demokrater was wir unserer Partei schulden, nachdem wir nun einmal in der Minoritaet geblieben sind”, aber hinzugefuegt '.“Doch insofern es sich um Dinge des Gewissens handelt, werde ich weiterkaempfen”. Den Haendedruck seines Nachfolgers erwiderte er indessen mit nicht minder betonter Herzlichkeit. Und siehe — da begann die schier unertraeglich gewordene Angst, dass diese Zwei unwiderruflich aus Freunden izu Feinden geworden seien, von den Menschenmassen im “Tempel der Kultur” endlich zu weichen. Sie applaudierten begeistert. War es auch kein Ruetli-Schwur; jedenfalls hatte sich das Tribunal zur Szene zurueckverwandelt. SU$ HQfipfi Oí DESCAES, pjih L V ANO PLEGABlfc RESISTENTE CONJUNTO: MESA Y 4 SILLAS NYLON - ALUMET - CUBIERTA FORMICA r LE PROPORCIONA EL MAYOR AGRADO |fi„fiatCSSOIU',t J* IDEAL PARA SU l) TERRAZA O JARDIN © MESAS SILLAS « SILLONES MECEDORAS CAMAS, ETC. FABRICADO POR PLAQUE

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