Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1964)
- Date
- 1964-12-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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12 DICIEMBRE 1964 BOLETIN INFORMATIVO Neue Siedlung im Makkabaeer land Von Herbert Freeden (Jerusalem) Erklaerun^en Nachum Goldmanns Das Chanuka — Fest hatte dieses Jahr in Israel eine besondere Weihe durch einen historischen Akt erhalten: Im Geburtsland der H a s m onaeer, Modi’im, ist der erste Siedlungspunkt errichtet und den jungen Nachal-Siedlern uebergeben worden “Mevo Modi’im (die archaische Form des urfpruenglichen Namens ist modernisiert worden). Der Gruendung dieses neuen Siedlungspunktes geht eine lange Geschichte voraus. Vor genau 10 Jahren entwickelte der KKL einen Plan das Land der Makkabaeer wieder zum Leben zu bringen Dieses Projekt hatte keineswegs nur eine sentimentale Bedeutung. Die Gegend von Modi’im stellt das oestliche Hinterland von Tel Aviv dar, an der jordanischen Grenze entlang, und die Berge, die sich Jenseits der Grenze erheben, sind nur 25 km von Tel Aviv entfernt. Das Projekt war bis in die kleinsten Details ausgearbeitet, "ber aus sicherheitspolitischen Erwartungen musste seine Ausfuehrung versc hoben werden. Nur ein Wahrzeichen wurde vor zwei Jahren errichtet ein Aussichtsturmmit einem Amphitheater, das bereits zu einem Sammelpunkt der Jugend des Landes geworden Ist. Der Turm, im Sinne der historischen Assoziation, hat die Form einer Fackel und zu Chanukah. wenn die Stafette der Fackellaeufer das Chanukalicht in alle Teile des Landes bringt, nimmt sie ihren Ausgang nicht weit von jenem Turm, dessen steinernes Symbol auf den Kampf der Makkabaeer weist Diese Gegend ist noch durch ein anderes Merkmal mit der zionistischen Geschichte verbunden. Hier wurde vor ungefaehr 60 Jahren mit der Pflanzung des Herzl-Waldes der erste Versuch der Wiederaufforstung des Landes gemacht. Heute hat der Herzlwald mit -einen hohen, schon laengst erwachsenen Kiefern die Grazie und den Charme europaeischer Waelder und zehntausende kommen jeden Sommer, um in seinem Schatten zu picknicken und zu rasten. Die Vergangenheit ist nicht spurlos an diesem Wald voruebergegangen. Waehrend der arabischen Unruhen wurde ein grosser Teil seines Baumbestandes zers t o e r t und von den ursprünglichen 150.000 Setzlingen halten nur ein Drittel ueberlebt. Vor etwa acht Jahren ■begann man nicht nur die Schaeden auszubessern, sondern mit einer grosszuegigen Erweiterung der Forstfiaeche, die sich jetzt ueber 4.000 Dunam erstreckt und ueber eine Million Baeume zaehlt. Allein 25 km von Pfaden durchkreuzen den Wald, um den sich neuerdings — gepflanzt mit Spenden der amerikanisch-—zionistischen Arbeiterorganisation "Farband”— ein ‘’Heldenwald” im Gedenken an die im Israelischen Freiheitskrieg Gefallenen anschliesst. Dicht an der jordanischen Grenze, aber noch innerhalb des israelischen Hoheitsgebiets, liegt die “Begraebnissta-ette der Juden” wie die Araber die Graeber der Makkabaeer nennen. Bis vor kurzem war es unmoeglich, an sie heranzukommen, da diese Gegend fast strassenlos war. Jetzt hat der KKL UM DREI STIMMEN Wie wir der juedisch nordamerikanischen Zeitung “The Voice” entnehmen, lehnte das Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten mit 117 gegen 114 Stimmen einen Antrag des republikanischen Abgeordneten fuer Ohio, Oliver P. Bolton ab, 'der Vers c h i f fung nordamerikanischer Lebensmittel nach Aegypten ein Ende zu setzen. Als Argument hatte der Antragsteller Nassers Angriffskrieg im Jemen und seine b e tont antinordamerikanische Haltung angefuehrt, ebenso wie seine Waffenkaeufe in den Laend^rn oestlich des Eisernen Vorhangs. Die Nahrungsmittelsendungen der USA nach Aegypten, die im Rahmen des Programms “Lebensmittel fuer den Flieden” durchgefuehrt werden, haben den Wert von einer Milliarde Dollar ueberschritten, und es war die Auffassung der den Vorschlag Boltons unterstuetstuetzenden Abgeordne t e n, dass so Aegypten ein gleichwertiger Devisenbetrag zur Aufruestung zur Verfuegung stuende, der sonst fuer den Kauf von Nahrungsmitteln haette benutzt werden muessen. Noch vor der Abstimmung hatte Staatssekretaer Rusk darauf hingewiesen, dass eine positive Verabschiedung der von dem Abgeordneten Bolton eingebrachten Gesetzvorlage, die “unumlaessliche Bewegungsfreiheit der nordamerikanischen Aussenpolitik” stark einschraenke. und das State Department daher von der Annahme des Antrages abraten wuerde. “ -Banquetes Recepciones bei Hochze ten, Geburtstagen, Barmizwahs, etc. Werner Spiegel Irarrázaval 1232 Tel. 460755 den “Derech Hanassi” gebaut, eine Chaussee nach aem verstorbenen Staatsprae sidenten Ben Zwi genannt, die sich von Ben Schemen quer durch das Land der Hasmonaeer bis zu dieser historischen Reliquie zieht. Ben Zwi war unter den Ersten gewesen, die vor mehr als fuenfzig Jahren sich fuer diese Staette interessiert hatten. Zwar ist nichts mehr von den sieben Saeulen geblieben, von denen Josephus Flavius sprach, als er das Monument beschrieb, das im hellenistischen Stil gehalten vom fernen Meer aus sichtbar war, mit eingemeisselten Symbolen der Kaempfe Mattatiahus und seiner Soehne. Nur gewaltige Steinblocks, unter denen man jetzt ailmaehlich Grabnischen freilegt, zeugen von dem Familiengrab, das Schimon Hanassi einst errichtet hatte. Ein kleiner Park, der jetzt dort vom Keren Kayemeth angelegt wird, duerfte einen neuen Rahmen schaffen. Das Land von Modi’im ist ueberhaupt voll von historischen Reminiszenzen. Ueberreste verfallener Terrassen, Jahrtausende alt. sind Ueberbleibsel ehemaliger juedischer Siedlungen in dieser Gegend und die Namen einiger Orte wie Beth Nabala, Gimzu und Hadith gehen auf die Tage von Jehoschua und Nechemia zurueck. An der Stelle der einstigen Ortschaft Modi’im steht heute das arabische Dorf Midia. Als die Vereinten Nationen 1948 zum zweiten Male die Einstellung des Feuers anordneten, befand sich die israelische .Armee gegenüber Midia, das im darauffolgenden Waffenstillstandsvertrag zwischen Israel und Jordanien ausserhalb der Staatsgrenzen belassen wurde. Der oestliche Teil des Modi’im-Gebiets war bisher unbebaut und in der Tat ist es vom wirtschaftlichen Standpunkt fraglich, inwieweit Landwirtschaft hier rentabel sein wird. Der Boden musste von schwerem Gestein gesaeubert, muss terrassiert werden, und es fehlen natuerliche Quellen fuer Bewaesserung grosser Flaechen. Ein in der Naehe errichteter Staudamm soll die Regenwasser sammeln. Aber in Israel koennen wirtschaftliche Erwae g u n g e n nicht allein ausschlaggebend fuer die Gruendung von Siedlungen sein. 1.000 Dunam fuer das landwirtschaftliche Areal von Mevo Modi’im sind bereit urbar gemacht, Drainage-Kanaele ueber 3 km. gelegt worden, damit die Felder glicht uebfcrschwemmen, und ein Netzwerk von 10 km Strassen ist gebaut worden, davon 1 1/2 km. Strassen innerhalb der Siedlung. “Mevo Modi’im” ist im selben Stil gehalten wie die anderen vom KKL errichtetn Grenzsiedlungen —Almagor im Korasimgebiet, Ma’ aleh Hagilboa auf dem Gilboaberg und Mei Ami auf den Irron-Huegeln. In den ersten Jahren wird hier eine Gruppe des Siedlerkorps der Armee, “Nachal”, die der religioesen Bewegung Poale Agudath Yisrael angehoert, den Grund fuer landwirtschaftliche Bearbeitung legen, um dann in ein paar Jahren auch diesen Siedlungspunkt in ein staendiges Dorf umzuwandeln. London — Dr. Nachum Goldmann, der hier an einer Sitzung der europaeischen Exekutive des Juedischen Weltkongresses teilnahm, eroeffnete in einer Pressekonferenz, dass er in Baelde nach Bonn und Berlin zu reisen gedenkt und sich ungefaehr eine Woche in der Bundesrepublik aufhalten wird. In dieser Zeit wird er mit Bundeskanzler Erhard und anderen deutschen Politikern, u. a. auch mit Willy Brand Zusammentreffen. Dr. Goldmann beabsichtigt, mit den westdeutschen Behoerden ueber Probleme der Wiedergutmachung und der Verjaehrung der nazistischen Verbrechen zu verhandeln. Er werde auch, so bemerkte er, “wenn sich die Gelegenheit bieten sollte”, das Thema der in Aegypten beschaeftigten deutschen Wissenschaftler anschneiden doch nur auf rein formellem und diplomatischem Niveau, da dies eine Frage sei, die zwischen Deutschland und Israel bereinigt werden muesse. Zur Verj aehrung von Kriegsverbrechen aeusserte Dr. Goldmann: “Wir waeren natuerlich viel gluecklicher wenn das Verjaehrungsgesetz ganz abgeschafft werden wuerde, denn dies wuerde eine eindrucksvolle moralische Geste sein. Doch praktisch gesprochen, wuerde auch eine Verlaengerung der Frist um weitere zehn Jahre eine Loesung bedeuten, und es liegen auch andere Vorschlaege vor. Wir bedauern die Absage der deutschen Regierung, gegenwaertig etwas in diesem Sinne zu unternehmen, und hoffen, dass dies nicht ihr letztes Wort sein wird. Andere grosse Demokratien haben folgerichtige Massnahmen beschlossen, und niemand wird behaupten, dass dies nicht absolut gerecht ist. So hat z. B. Belgien dieses Gesetz abgeschafft. Frankreich wird, wie ich hoere, es auch bald tun, und alle Volksrepubliken des Ostens haben es schon getan”. Was die Juden in Russland angeht, so vertrat Dr. Goldmann die Meinung, dass es verfrueht sei vorauszusagen, ob die neue sowjetische Regierung eine andere Haltung zu den Juden einnehmen wird. Kruschew jedenfalls, so bemerkte er, habe sich von den Protesten gegen den Antisemitismus in Russland stark beeindrucken lassen, und es sei auch ln diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass “die westlichen kommunistischen Parteien immer oefter ihr Unbehagen ueber die Lage der Juden in Sowjetrussland bekunden”. Ueber die Deklaration des Vatikanischen Konzils erklaerte sich Nachum Goldmann aus drei Gruenden be-, friedigt: erstens weil sie klar und unmissverstaendlich sei, zweitens weil es ueberhaupt zu einer Abstimmung kam, und drittens weil die Mehrheit so gross gewesen ist, dass wesentliche Aenderungen vor der endgueltigen Abstimmung schwerlich zu erwarten seien. Er fuegte hinzu er teile die Ansicht von Rabbiner Joseph Dow Soloweischik der glaube, es sei nicht noetig, dass die verschiedenen juedischen Gruppen und Einzelpersonen einen Druck in dieser Angelegenheit auf Rom auszuueben versuchen sollten und dass auch kein Anlass fuer einen theologischen Dialog zwischen der Roemisch-Katholischen Kirche und den Juden gegeben sei. Dies wolle jedoch nicht sagen, so betonte Goldmann, und auch Dr. Soloweischik habe dies nicht andeuten wollen, dass die politischen und praktischen Aspekte nicht von den verantwortlichen juedischen Fuehrern und den fuer die vatikanische Politik verantwortlichen Persoenlichkeiten diskutiert wuerden. In Beantwortung verschiedener anderer Fragen erklaerte Dr. Goldmann noch dass das Jiddische eine der offiziellen Sprachen bei dem naechsten Zionistenkongress sein werde, denn “wir ueben keine Diskrimination gegen die jiddische Sprache”. (“Semana Israelita”) BIN JÄ HE- (Schluss von Seite 9) ruhen. Gleich danach aber, bei Anbruch des Sommers, mussten sie ihr Arbeitsfeld in die schon grösseren Waelder verlegen, wo vier bis fünfjaehrige Baeume zurückzuschneiden und sieben- bis zehnjaehrige Parzellen zu lichten sind. Und dann, im Herbst, muss man wieder Boden für weitere Waelder vorbereiten und der Zyklus beginnt von neum. Um das Jahr 1970, erwartet man, werden die Waelder Israels hundert Millionen Baeume zaehlen. Dazu kommen ungefaehr 350.000 Dunam von Niederwald — Eichen und Pistazien und andere Baumsorten in Galilaea, auf dem Karmelberg und sonstwo, die durch zerstörerische Taetigkeit des Mensehen verkuemmert sind. Durch Ruckschneidung, Lieh, tung und andere Massnahmen werden ihnen die Foerster des KKL ihre ursprueng. liehe Gestalt stolzer Waldbaeume zurueckerstatten. Bereist man Israel, wird man leicht der grünen Flekken inmitten kahlen Hügellands gewahr. Die neuesten Waelder sind noch nicht von weitem sichtbar, aber in den naechsten Jahre werden auch sie sich erheben, dichte Massen stattlicher, hoher Baeume. Auf lange hin aber werden noch weite 'Strecken Bergland kahl bleiben muessen, und der Gegensatz zu den bewaldeten Gebieten wird sie noch trostloser erscheinen lassen. Solange jedoch der Arbeitswille der Förster mit den staendig sich bessernden Ergebnissen waechst, und solange die Spender in der Welt den Wert dieses unvergaenglichen Andenkens an von ihnen geliebte und ge. schaetzte Personen erkennen, koennen wir mit Zutrauen erwarten, dass die kahlen Berge Israels sich in ein grünes Gewand kleiden werden. (KKL-Illustrierte) 514