Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 8 (Agosto, 1964)
- Date
- 1964-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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AGOSTO 1964 BOLETIN IN FORMATITO VOR DEN WAHLEN Innerhalb weniger Tage wird Chile einen neuen Praesidenten waehlen. Damit und darueber hinaus wird die Bevoelkerung die Entscheidung ueber das politische, ideologische und wirtschaftliche Regime faellen, in dem das Land waehrend der naeohsten sechs Jahre leben soll. Das erklaert die Spannung, mit welcher der Ausgang dieses wahren Plebiszits nicht nur hier, sondern in ganz Amerika und der restlichen Welt erwartet wird. Das “B. I.” kann natuerlich, als Organ einer Vereinigung, die jeglicher aktiver Politik fern steht, zu den verschiedenen, um die Gunst der Waehlerschaft ringenden Stroemungen keine Stellung beziehen. Wohl aber darf es einer Verpflichtung nachkommen: der, auf die demokratische Atmosphaere hinzuweisen, in der dieser Wahlkampf, gleichwohl er nicht. ohne verstaendliche Erbitterung gefuehrt wird, stattfindet. Ein Urteil ueber die Regierungaperiode des Praesidenten Alessandri wird sich nicht nur erst nach der Machtuebergabe anbahnen, sondern auch aus dem gleichen obengenannten Grunde, von Anderen gefaellt werden. Aber Eines darf heute schon und mit berechtigter Hoffnung auf einstimmige Bejahung anerkannt werden: Er und sein Innenminister, Dr. Sotero del Rio, haben es verstanden, durch volle Wahrung aller verfassungsmaessigen Garantien den Frieden und die Ruhe uneingeschraenkt aufrecht zu erhalten. Es liegt nahe, so etwas schon als selbstverstaendlich hinzunehmen, entspricht es doch einerseits der guten Tradition dieses Landes, an der wir nun auch schon ein Vierteljahrhundert teilhaben und gelang es doch andererseits weniger durch augenfaellige Massnahmen als durch das Ausbleiben solcher. Wenn man sich aber die unleugbaren sozialen und wirtschaftlichen Spannungen vergegenwaertigt, die nicht nur dieses Land, sondern die gesamte “dritte Welt” erschuettern, sowie die Auslaeufer der internationalen politischen Erdbeben und die krankhafte Sensibilitaet, mit der waehrend der gleichen Zeit andere Staaten —vor allem Lateinamerikas— darauf reagiert haben, so kann man nicht umhin, auf die Regierung, die sich anschickt, ihre Funktionen im November z u uebergeben, die Maxime anzuwenden: Weise Fuersten sind solche, die auf Anwendung ihrer Gewalt verzichten koennen. Und natuerlich draengt sich der Wunsch auf, dass der nun zu waehlende Nachfolger auf diesem Gebiet ein ebenso ehrenvolles Urteil erringen moege. MONATSSPIEGEL EIN NEUER VERSAGER Verbu&ndete oder Konkurrenten? Im vergangenen Monat fand in Kairo die zweite panafrikanische Konferenz statt —die erste hatte im Vorjahre Addis Abeba als Schauplatz gehabt—. Wie dies unschwer vorauszusehen war, wirkte sich die unguenstige Wahl des Treffpunktes negativ auf die Resultate der Konferenz aus. Zwei kurze Fragen, um beide Behauptungen zu erhaerten: Inwiefern war der Treffpunkt unguenstig- Wieso die Resultate unbefriedigend? Die grosse Anzahl junger afrikanischer Staaten haben alle ein grosses Problem gemeinsam: aus dem Zustand kolonialer und oft prae-kolonialer Unterentwicklung oder, besser gesagt. Unter- Zivilisation ins 20. Jahrhundert zu springen. Das erfordert die Ueberwindung unvorstellbarer Schwierigkeiten im Innern und die Anknuepfung nuetzlicher Beziehungen nach aussen. Fuer den ersten dieser Asoekte kann Aegypten wenig Positives sagen, da es weder vor den gleichen Problemen steht und daher an einer wissenschaftliehen Planune zu ihrer Bewaeltigung nicht interessiert ist, noch sie so erfolgreich ueberwunden hat, um etwa als richtungsbilden des Beispiel zu gelten. In puncto Aussenpolitik aber ist die VAR eine Mischung von Opportunismus und Pharaonenwahnsinn, wie sie als Schulbeispiel fuer Laender wie Dahomey oder Malawi nicht unvorteilhafter erfunden werden koennte. Wer dies voraussah, weil er Hassers eingefleischte Manie, im Kalten Krieg Jeden gegen Jeden auszuspielen —Russland gegen U.S.A., Tito gegen Russland, Pankow gegen Bonn, Irak gegen Syrien, Jemen gegen Saudia und jetzt schon China gegen Russland— i n Rechnung setzte, fand durch die Ausschaltung des Kongo eine sehr rasche Bestaetigung. Steht doch die Solidaritaet mit den Aufstaendischen in Angola —neben der mit der unterdrueckten schwarzen Bevoelkerung der Südafrikanischen Union— an hervorragender Stelle im Programm der Panafrikanischen Union, ist aber an eine praktische Hilfe ohne oder gar gegen den benachbarten Moise Tschombe garnicht zu denken, so waren die meisten Reden und viele Beschluesse mehr von Wuenchen, Ressentiments oder Effekthascherei diktiert als von praktischen Gesichts- ) »unkten. Soweit koennte man diese Konferenz als eine weitgehend fruchtlose Bemuehung im Zuge einer Entwicklung abtun, die auf alle Faelle Jahrzehnte beanspruchen wird. Sie haette aber nicht vor der Kulisse der Pyramiden stattgefunden, wenn sie nicht —abgesehen vom unguenstigen ¡Treffpunkt und den unbefriedigenden Resultaten— einen dritten, fuer uns interessanten Aspekt aufgewiesen haette: die Hetze gegen Israel. Der Versuch, eine Resolution gegen den juedischen Staat durchzubringen, konnte natuerlich nicht fehlen. Dieser Versuch scheiterte. Ebenso wie im Vorjahre, erwies sich die Position, die sich Israel dank seiner technischen Hilfe und guten diplomatischen Beziehungen unter den jungen Staaten Afrikas gesichert hat, , als solide. Nasser, der einen sehr feinen politischen Spuersinn hat und dies vorauszusehen verstand, zeigte sich von Anfang an ¡relativ gemaessigt, wie er ja ueberhaupt seine kriegerischen Tiraden mehr fuer den internen Konsum bestimmt und auf internationalen Treffen den gesitteten Mann zu markieren versteht. Dagegen sprang als Vorkaempfer des “Antizionismus” zum wiederholten Mal •ein anderer Held in die Palaestra: Ben Bella. Und nachdem der Diktator von Algier nun schon seit Jahr und Tag mit Nasser in Angriffen gegen Israel wetteifert, ist es wohl an der Zeit, ihm auch einmal ein paar Gedanken zu widmen. Vor allem in Hinblick auf die Gefahr, bezw. berechtigte Hoffnung, dass es bald zu spaet sein koennte. Wenn man fuer diese widerwaertige Erscheinung in der modernen Geschichte eine Parallele sucht, so draengt sich die Erinnerung an Stalin auf. Beiden ist gemeinsam, die Fuehrung der Revolution Anderen ueberlassen zu haben, sodann die Fruechte der Revolution geerntet und die Kameraden, die ihre Haut zu Markte getragen hatten, ermordet oder eingesperrt zu haben. Ben Bella befindet sich im Moment dabei, diese letztere und ekelhafteste der drei Etappen zu bewaeltigen. Die berechtigten Ressentiments, die er dabei auf sein Haupt laedt, sowie seine Unfaehigkeit, die wirklichen Probleme seines Landes in Angriff zu nehmen, duerften ihm eines hoffentlich nicht zu fernen Tages, das Genick brechen. Nebenbei entwickelt e r seine markante Vorliebe dafuer, sich in Dinge einzumischen, die ihn nichts angehen. So bespritzte er versch i e d e n e amerikanische Praesidenten mit epistolaren Erguessen, in denen er seile von niemandem angeforderte Meinung ueber die Beschluesse der letzten Konferenz der OEA kundgibt. Das haengt wohl damit zusammen, dass seine Bewunderung fuer das heutige Cuba zu den Konstanten seiner Politik gehoert. Eine andere Konstante seiner Politik ist sein Hass gegen Israel. So organisierte er vor einiger Zeit eine “Palaestina-Woche”. Im Hinblick auf die erbaermliche Situation seines Landes, sowie auf sein Terror-Regime, waere eine “Algerien-Woche” wert, vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes erwogen zu werden. Ingendwann wird es einmal interessant sein, festzu- ’’tellen, ob Achmed Ben Bel- ' las “Anti-Zionismus” aus seiner Allianz mit Nasser geboren wurde oder aus der Sucht, ihm den Rang abzulaufen. Einem arabischen Sprichwort zufolge soll man sich vor drei Sorten von Feinden hue ten: den Feinden, den Freunden der Feinde und den Feinden der Freunde. Ben Bella gehoert fuer uns gleich zu allen drei Sorten, was seine Klassifizierung erleichtert. Ob er aber nu r Freund des Feindes ist oder auch insgeheim sein Konkurrent, ist bisher noch nicht ganz klar. Wer mit den grossen Linien der Orientierung der USA-Politik unter Roosevelt, Truman, Kennedy und heute Johnson konform geht, konnte eigentlich die Ernennung des Senators Barry Goldwater zum Kandidaten der Republikanischen Partei als erfreulich ansehen. Keine andere haette naemlich die Gewissheit der Wiederwahl des heutigen Praesidenten so sehr bestaerken koennen. Ueber das Parteipolitische hinaus aber ist diese Episode ein bedenkliches Sympton. Selbst wenn man unterstellt dass der Senator von Arizona weit davon entfernt sein wird, jene Haelfte der Waehlerschaft hinter sich zu scharen, die vor vier Jahren dem auch nicht gerade sehr ueberzeugenden Nixon folgte, so repraesentiert er doch zweifellos einen zahlenmaessig —und nur zahlenmaessig — respektablen Teil der nordamerikanischen Waehlerschaft. Das heisst, dass im November dieses Jahres ein bedeutender Teil des Landes, in dem man gewohnt ist. den Hort der Demokratie zu sehen, Ja sagen wird zu einer provokativen Aussenpolitik und Nein zur Gleichberechtigung fuer die Minderheiten, Ja zum schon vergessenen Isolationismus und Nein zur Entwicklungshilfe, Ja zur Reaktion und John Birch- Fanatismus und Nein zu Fortschritt und Vernunft. Fuer die Gesundheit einer Demokratie, die allen Demokraten der Welt am Herzen liegt, ist dies ein bedenkliches Zeichen. Bevor dies der Vergessenheit anheim faellt, soll fuer diese Verirrung das geruettelte Mass Verantwortung festgehalten werden, das auf das Haupt eines Mannes geladen ist: der General und ex-Praesident Dwight D. Eisenhower. An ihn hatten sich die Fuehrer des liberalen Sektors der Republikanischen Partei mit der verzweifelten Bitte gewandt, seinen entscheidenden Einfluss zugunsten des Gouverneurs Scranton in die Waagschale zu werfen und sicher hatte nicht der Mann gefehlt, der ihn daran erinnerte, dass es dieser gleiche Sektor gewesen war, der ihn 1952 gegen Senator Taft aufgestellt hatte. Wobei zwischen der konservativen Einstellung des verstorbenen Robert Taft und den ultra-reaktionaeren Gesichtspunkten von Goldwater noch ein riesiger Abgrund klafft! Gewiss, die gleichen liberalen Fuehrer hatten sich der groebsten Unterlassungssuenden schuldig gemacht. Obwohl sie zweifellos die uetoerwiegende Mehrheit der Masse der Parteimitglieder —wenn schon nicht der lokalen und staatlichen Parteihengste— rapraesentieren, hatten sie den mutigen Gouverneur Rockefeller im Kampf gegen seinen maechtigen Gegner und sein eigenes unüberwindliches persoenliches Handicap allein gelassen. Die in der Politik schon so oft fatale Idee des “lasst sie einmal rankommen” scheint auch einen laehmenden Effekt ausgeuebt zu haben; ln zwoelfter Stunde, als die Gouverneure der ¿Partei ihre eigene Wiederwahl durch Goldwaters reakitionaere Plattform gefaehrdet sahen, sprang Scranton in die Bresche. Haette Eisenhower geholfen, waere es vielleicht nicht zu spaet gewesen. Aber der Mann, der nach Aussage seiner britischen Untergebenen ein Versager im Krieg gegen Hitler war, der fuer jeden Beobachter der internationalen Szene ein Versager als Praesident der USA war, leistete sich einen neuen Versager. Goldwater schien ihm der Staerkere. Und er konnte sich daher nicht entscheiden. Womit er sich und seiner ‘Linie” treu geblieben ist. ATSCHEKA A iodos los familiares, amigos y relaciones; les desea Un Feliz Año Nuevo Ja cobo Monderer y Familia 25 Remez Street, Tel-Aviv Technisch bewandter juengerer KAUFMANN zwecks Beteiligung, evtl. Uebernahme eingefuehrter VERTRETERFIRMA GESUCHT Anschrift: Técnico, Clasificador 567 — Stgo.