Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 7 (Julio, 1964)
- Date
- 1964-07-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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JULIO 196 4 BOLETIN INFORMATIVO 11 KENNEDY-WALD IN ISRAEL Von Herbert Freeden (Jerusalem) Von der Strasse, die zur Hadassah fuehrt, biegt man scharf nach Sueden ab, laesst die beiden Doerfer Ora und Aminadav hinter sich, und dann ist man am Ende der Welt - ¡zumindest der Welt a s p h a, 11 i e rter Strassen, fruchtbarer Gaerten, gruener Waelder - eine Bergeinsamkeit aus verkarstetem Gestein mit verfallenen Terrassen und weiter Sicht tut sich auf. Irgendwo liegt Batir, schon in J ordanien, wahrscheinlich nicht weit vom historischen Betar, ivon dem der Talmud sagt, dass es 400 Synagogen beherbergt hat und in jeder von ihnen lernten 400 Schueler mit ihrem Rabbi. 'Die Huegel, die die Stadt umschlossen, muessen gruen gewesen sein, denn es war dort Sitte, eine Zeder fuer jeden neugeborenen Sohn zu pflanzen, und eine Kiefer fuer jede Tochter. Heute gibt es auf jenen Bergen, da Bar Kochba vor 2.000 Jahren seinen letzten Kampf gegen die roemischen Legionen fuehrte, nur vereinzelte Vorlaeufer e i n er neuen Aufforstung. Bald jedoch werden hier Millionen junger Baeume wachsen - in John F. Kennedy- Friedenswald. Die Idee, das Gedaechtnis an den ermordeten amerikanischen Presidenten in Israel zu verewigen, entstand spontan, als die Nachricht von seinem tragischen Ende die Welt erreichte. i Die E rschuetterung des amerikanischen Judentums fand ihren Ausdruck in einem Telegramm, das der Praesident des JNF in Amerika, Mr. Max Bressler, an I s r aels Ministerpraesident Levi Eschkol, sandte, und in dem er ihm von dem Gedanken eines K e n n e d y-Gedaechtniswaldes in I s r a el mitteilte. Eschkol sagte ihm unverzueglich die volle Unterstuetzung der Regierung zu diesem Projekte zu. “Als ein tapferer Streiter fuer Frieden und Menschenrechte war Ihr verstorbener Praesident ein wundervolles Beispiel der s t a e n digen Freundschaft AUS DEM BESUCH AUS DEM ISRAELISCHEN AUSSENMINISTERIUM Im Monat Juni besuchte Chile Herr Dr. Jaim Jahil, Generaldirektor des israelischen Aussenministeriums. Herr Dr. Jahil, der vom Aussenminister und wichtigen Persoenlichkeiten der chilenischen Behoerden empfangen wurde, gab im Verlauf einer Pressekonferenzbekannt dass der Haupt zweck seiner Reise die Staerkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Chile und Israel, sowie die Erklaerung der israelischen Position in der Frage der Ableitung des Jordanwassers waere. Er erklaerte. auf eine diesbezügliche Anfrage, dass es der grossste Wunsch der israelischen Regierung sei, auf dem Wege direkter Verhandlungen alle bestehenden Differenzen mit den arabischen Laendern aus der Welt zu schaffen und so den Frieden im Mittleren Osten zu sichern. zwischen den Voelkern der Vereinigten Staaten und Israel”. Praesident S. Shazar und Jerusalems Bürgermeister Isch-Shalom stimmten dem Plan begeistert zu. Der Wald wird aus 5 1/2 Millionen Baeumen bestehen —ein Baum fuer jeden amerikanischen Juden— dessen Zentrum ein Obelisk bilden wird, aehnlich dem Washington Monument. Dieser Obelisk wird von 50 Saeulen umgeben sein, die die fuenfzig Staaten der Union repraesentieren. Der Wald wird vom Keren Kajemeth i gepflanzt werden und die Israel Regierung wird die Verantwortung fuer die Errichtung des Monuments tragen und eine Strasse anlegen, (die von Jerusalem direkt zum Wald fuehren wird den John F. Kennedy Memorial Park Way. Der Grundstein fuer die Kennedy Gedaechtnisstaette wird am 22. November gelegt werden, dem ersten Jahrestag der Ermordung des Praesidentem Die Enthuellung wird am 4. Juli 1965 stattfinden, in Anwesenheit fuehrender amerikanischer und israelischer Persoenlichkeiten. i Bereits jetzt werden Vorbereitungen getroffen, um eine Pilgerfahrt von tausenden von amerikanischen Buergern zu ermoeglichen, die an diesem historischen (Ereignis teilnehmen wollen. Das Gedaechtnismal, , das von dem israelischen Architekten A. Marnat entworfen und von Bezalel Schatz dekoriert werden wird, duerfte aus fuenf Saeulen von ungefaehr 25 Meter Hoehe bestehen, auf einem weiten Plateau errichtet, von dem man auf der einen Seite nach Jerusalem sieht und auf der anderen Seite, an einem klaren Tag. bis zum Mittelmeer. Es ist geplant eine Grotte aus den Bergwaenden zu schlagen, in der ein Ehrenbuch fuer Besucher aufgelegt werden wird. Ueber die Frage, ob in dieser Grotte eine Bueste Kennedys aufgestellt werden soll, wird noch diskutiert. JISCHUW JUGENDSEMINARE Zwischen dem 6 und '14 Juni fanden in Temuco, Valdivia, Concepción und La Serena Seminare fuer die Jugend statt, die von dem Departamento de Provincias der Federación Sionista organisiert wurden. 44. ZIONISTENKONGRESS In der ersten Oktober-Woche wird der 44. chilenische Zionistenkongress abgehalten werden. KONVENTION DES CLALI-CHILE Unter Beteiligung der Herren BaruCh Wainstein und Herzl Gesang fand am 25. Juni im Gemeindehaus die Konvention der chilenischen Clali-Partei statt, an welcher Delegierte der Clali des Hanoar Hazioni, und des Partido de Sionistas Progresistas teilnahmen. Dem neugewaehlten Direktorium dessen Praesident Herr Jacobo Bendersky ist, gehoert als Vize-Praesident der General-Sekretaer der “B’ne Jisroel”. Herr Kurt Hofmann an. Die Oran&enaktion in der Schweiz Auch dieses Jahr fand wieder der Verkauf israelischer Orangen und Grapefruits statt. In allen grossen und kleineren Staedten der Schweiz hatte sich der Lebensmittelverein mit seinen Filialen zur Verfuegung gestellt. An den Obststaenden vor seinen Filialen verkauften vom 20. bis 21. Mai (Damen aller Kreise, juedische und nicht juedische, die herrlichen Fruechte. Grosse Transparente erklaerten dem Publikum, dass der Reinertrag dieser Aktion der Schweizer Landwirtschaftsschule in Nachlat Jehuda zu Gute komme und dass die Schweizerfrau hier gross mithelfen koenne! An manchen Staenden in den Zentren der Staedte hatten sich Prominente vom Theater, Fernsehen, Kino und auch Regierung zum Verkauf, gemeldet und waehrend der Stunden ihres “Wirkens” war natuerlich ein ganz besonders grosser Andrang. Die Damen der Wizo hatten fruehzeitigst den “Schlachtplan” entworfen, nachdem Jede Helferin und Helfer puenktlichst anzutreten hatte, angetan mit der blauen Wizoschuerze. Zur gleichen Zeit fand im Hauptgeschaeft und in allen Filialen des grossen Kaufhauskonzem “Je 1 m oli” eine Israelwoche statt, die1 grossen Zulauf hatte. Wir Helferinnen an den Obststaenden hatten maechtigen Spass durch die diversen “Kommentare” der Kunden, der Kaeufer und Nichtkaeufer! ’ Und ich notierte mir einiges. Besonders spannend war jeweils der Moment, in dem wir die Kaeufer fragten, ob sie die Rabattmarken empfangen wollen, (die auch wir abgaben, genau wie der Lebensmittelverein sonst auch), oder ob sie diese zu Gunsten der Aktion ueberlassen wollten? Eine Schachtel mit diesbezueglicher Aufschrift und “Danke herzlichst” half uns dabei Die , Meisten verzichteten selbstredend auf den Rabatt, aber einige wenige eben doch nicht. So meinte ein biederer Ehemann, dass seine Alte zu Hause schimpfen wuerde, wenn er ohne “Maerkli” heimkaeme i— Eine jiddisch sprechende Kaeuferin erzaehlte mir strahlend von ihrer Tochter,die gerade beim Militaer in Israel sei. Und als ich dann die Mama frug, eben wegen der Marken da meinte sie ziemlich erstaunt: “Nein nein, die nehm’ ich mit!”.— Ein zuercher Herr kaufte mir eine groessere Menge Orangen und Grapefruits ab, und erklaerte seinen Kauf mit “Nu grade, um den Nasser zu aergern, den S... kerl, Habt nur keine Angst, der wird noch ganz klein werden und dem geht’s noch mal ganz schlecht!” Ich dachte “Dein Wort in Gottes Gehoergang!” und dankte ihm fuer seinen Trost. Ein altes Vaeterchen buchstabierte lange und genauest das Plakat wegen der Schweizer i Landwirtschaftlichen Schule in Nachlat Jehuda. Dann schuettelte er seinen Kopf und sagte: “Also das verstehe ich nicht! Wozu gehen denn die nach Israel? Statt hier iim Strickhof zu lernen?” (Der Strickhof ist eine landwirtscha f 11 i c h e Schule bei Zuerich). Es gab zu viel zu tun, um ihn aufklaeren zu koennen, doch ich drueckte ihm eine der bebilderten Broschueren in die Hand, aus der er sicher die richtige Antwort lesen konnte. Eine Frau wollte wissen, ob ich glaube, dass wirklich alle die Dinge, die bei “Jelmoli’ als israelische Produkte verkauft wuerden, auch aus Israel kaemen, oder ob sie vielleicht dochin der Schweiz hergestellt seien? Aus solchen Fragen hoert man jeweil jenes zwar nicht sehr laute, aber doch innerlich “arbeitende” Misstrauen gegen alles was Israel anbelangt. Und so waren auch manche Reaktionen von Kun den, die erst interessiert den Stand beguckten, dann das Transparent lasen, und dann mit unmissverstaendlicher Miene davon gingen. Eine Kaeuferin, die bereits bezahlt hatte, liess sich nach “Erkennen der Sache” ihr Geld wieder retourgeben! “Ach nein, dafuer gebe ich nichts”! Man hatte sich aber durch solche Vorkommnisse nicht deprimieren lassen, denn die positiven waren in ihrer Zahl zu stark. Es gibt viel mehr “Andere”, besonders jene die der Christlich-Juedischen Gemeins c h a f t angehoeren, die sich als Nicht judon geradezu verpflichtet fuehlen, wenn schon nicht auch als Verkaeufer zu fungieren, so doch als starker Kunde! Und manches Dessert in Schweizer Haeusern richtete sich ueber die Zeit der Orangenaktion nach den Jaffafruechten! Milly Reisner-Zuerich Bundestag verabschiedet Rückerstattungsgesetz Mit einem Haertefonds in Hoehe von 800 Millionen DM zum Ausgleich für Vermögensverluste der Verfolgten des Nationalsozialismus hat der Bundestag diesen Teil der ¡Wiedergutmachung abgeschlossen. Der Haertefonds wurde mit dem einstimmig verabschiedeten dritten Gesetz zur Aenderung des Bundesrückerstattungsgesetzes beschlossen. Unmittelbar vor der Verabschiedung des Gesetzes wurde in einem Gespraech von Bundeskanzler Ludwig Erhard und Bundesfinanzminister Rolf Dahlgrün mit den Abgeordneten Martin Hirsch (SPD), Franz Böhm (CDU) und Kurt Spitzmüller (FDP) ein Kompromiss vereinbart, mit dem parlamentarische Auseinandersetzungen vermieden wurden. Die Regierung wollte ursprünglich nur einen Haertefonds in Höhe von 400 Mil- 'lionen DM. In den Ausschusöberatungen hatte die Mehrheit beschlossen, die Höhe des Haertefonds erst 1967 festzulegen. Mit Hilfe des Kompromisses konnte jedoch ein Schlusstrieh fuer den Bereich des Bundesrückerstattungsgesetzes gezogen werden. Im Fall der zunaechst vorgesehenen Entschaedigungszahlungen bis zu 4000 D-Mark bei Hausrat und bis zu 1000 DM beim Verlust von Schmuck handelt es sich nach Mitteilung des CDU-Abgeordneten Franz Böhm nun - mehr um Vorauszahlungen. Bundesfinanzminister Dahlgrün erklaerte in der Debatte, nach der Verabschiedung der Novelle zum Bundesrückerstattungsgesetz und einer Novelle zum Bundesentschaedigungsgesetz, die noch beraten wird, würden sich die Wiedergutmachungsleis tungen der Bundesrepublik auf rund 40 Milliarden DM belaufen. Der Minister wehrte sich gegen den Vorwurf, er betrachte die Wiedergutmachung allein aus fiskalischer Sicht. Die Bundesregierung habe immer die menschlichen und moralischen Gesichtspunkte gesehen und betrachte die Wiedergutmachung als einen Versuch, das Unrecht des Nationalsozialismus und die Schaeden des Krieges zu bewaeltigen. Es sei nicht mö glich, alle Schaeden und alles Unrecht vollstaendig abzugelten. Die Gesamtleistungen nach dem Bundesrückerstattungsgesetz betragen unter Berücksichtigung dieser Novelle etwa 4,2 Milliarden DM. Die Entschaedigungen werden bis zu einem Anspruch von 40.000 DM sofort voll befriedigt, darüber hinaus zu 75 Prozent des 40 000 DM übersteigenden Betrages. Bisher waren die Zahlungen auf 50 Prozent des Anspruchs begrenzt. Die restlichen Ansprüche werden vom 1. Januar an ausgezahlt, wenn der Anspruchsberechtigte das 65. Lebensjahr vollendet hat. Vom 1. Januar 1966 an werden Ansprüche juristischer Personen befriedigt, sofern sie ausschliesslich k i r c hlichen, gemeinnützigen oder mildtaetigen Zwecken dienen. Die restlichen Ansprüche aller anderen Personen werden von 1967 an erfüllt. Der Vorsitzende des Wiedergutmachungsausschusses, Hirsch, wies im Bundestag darauf hin, dass 40 Milliarden D-Mark Wiedergutmachungsleistungen nur eine scheinbar hohe Summe seien, denn man müsse bedenken, dass die Vermögensverluste der Verfolgten allein 50 Milliarden DM betragen, die nur zu zehn Prozent befriedigt würden. Die gesamten wirtschaftlichen Schaeden der Verfolgten bezifferte Hirsch auf 120 Milliarden DM. (Die Welt) MAUBICI0 LEVI R. Santo Domingo 694 Fono 36387 Erstklassige Maasanfertigung