Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1964-06-01 · 6 (Junio, 1964) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVI (1964)
Issue
6 (Junio, 1964)
Date
1964-06-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/8553624-8559039-9194561--4207-8559161
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

6 BOLETIN INFORMATIVO JUNIO 1964 EIN MONAT... SEINE FRAU MUSS ES JA WISSEN: Englands Oberna^i selbst als Ehemann unbrauchbar Senat anlaesslich des Unabhaengigkeitstages von Israel gehalten wurden. Nur aus Raummangel ist es uns nicht moeglich, die nicht minder interessanten aus der Abgeordneten-Kammer wiederzugeben. Die folgenden Konzepte des Deputierten Gaona (Radikale Partei) duerfen wir jedoch ihrer ganz speziellen Bedeutung wegen nicht vorenthalten: “All dies war nur Imoeglich”, sagte der Redner nach einer eingehenden Wuerdigung der wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften des Juedischen Staates, “trotz der prekaeren Bedingungen fuer ein Zusammenleben mit den Nachbarlaendern, den gleichen, denen man in der Proklamation der Unabhaengigkeit selbst die offene Hand in Geste der Freundschaft und Friedens entgegengestreckt hatte; den gleichen, die man wiederholt eingeladen hat, direkt und friedlich Gegensaetze zu ueberwinden und einen Wieg zum dauerhaften Frieden in dieser Zone zu finden, als unumgaengliche Vorbedingung, um eine Etappe sofortigen Fortschritts fuer Millionen von Menschen einzuleiten, in der alle Quellen des Reichtums voll ausgenuetzt werden koennen; eine Etappe des Fortschritts, in der das lebenswichtigste der Elemente, das Wasser, sich nicht in der Trockenheit einer unproduktiven Wueste verliere, wie dies bei dem Jordan, oder in einer unbewonnten Salzsteppe, wie dies bei unserem Lauca der Fall ist. Man muss sich fragen, ob uns nicht die fahrlaessige Nichtausnutzung zweier Finesse, verloren durch die Blindheit der Menschen, eine schreckliche Lehre erteilt: wie sehr der Mensch sich noch aendern muss, um uralte und unsinnige Furcht vor seinen Mitmenschen zu ueberwihden”. HETZER TRIKKI HETZTE Wenige Tage vorher hatte der Delegierte der Arabischen Liga in Buenos Aires, Hussein Trikki, eine ganze Seite in der Tagespresse bezahlt, um einige Schmaehschriften von Achmed Schukairy und anderer “Autoritaeten” an den Mann zu bringen. Sehr wohl ueberlegt verzichteten unsere leitenden Instanzen darauf,' eine ausführliche Entgegnung zu veroeffentlichen’. Ton und Niveau des Herrn Trikki sprechen fuer sich selbst, bezw, fuer seine Feinde und zweifellos sehr gegen ihn. Statt dessen erschien kurz darauf, unbezahlt, das Protokoll der obenerwaehnten Reden und darunter die des Deputierten Gaona, Argandofia (Christi. Demokr.). Alme y d a (Soz.), Eluchans (Konserv.), u. a. m. Eine weitere Schlappe holte sich Herr Trikki, mit dem zu befassen wir noch des oeftern fuerchten, Notwendigkeit zu haben, seitens der chilenischen Praesi dentschaftskandidaten. Und zwar hatte er den Kandidaten Allende, Frei und Prat in seiner in Buenos Aires, erscheinenden Pasquille “Nación Arabe” antisraelische Erklaerungen zugeschrieben, die sie sofort nach Erscheinen entruestet dementierten. Unser Kollege “Mundo Judío” nahm die Gelegenheit wahr, sowohl die angeblichen Interviews wie die drei Briefe, in denen die hiesigen Politiker Herrn Trikki zum erbaermlicben Luegner stempeln, in Faksimil abzudrucken. EIN TYPISCH NAZISTISCHER “DREH” In unsrer vorigen Ausgabe hatten wir Gelegenheit, von der Verordnung der Regierung zu berichten, derzufolge die hiesige Nazi-Organisation sich im Sinne des Verfassungschutz-Gesetzes aufzuloesen hat, und wiesen auf eine Reihe von Alternativen hin, die sich 1 dem braunen Gesindel bieten. Dem bisherigen Verlauf der Ereignisse zufolge haben sie nun folgendes angestellt: Die “P. N. s. Ch.” (Partido Nacional Socialista de Chile) kommt der Aufforderung der Regierung nach und loest sich auf. Ein gewisses “M. R. N. S.” (Movimiento Revolucionario Nacional-Sindicalista) jedoch beschmiert Tueren und Waende mit der Verlautbarung, dazu nicht bereit zu sein. Waere es nicht dank einer Wochenzeitschrift die sich mit besonderer Inbrunst aller Verstoesse gegen Sex und Lex annimmt, haette man von der Existenz dieser faschistischen Organisation und seines “Duce”, Ramón Callis Arrigorriaga (des Fuehrers Stellvertreter: Werner von Bischoffshausen) nur wenig gewusst. Ihr Organ “Bandera Negra” ist schon vor Jahren mangels Leser eingegangen. Zum Glueck liess sich die Regierung durch diesen typisch nazistischen “Dreh” nicht ins Bockshorn jagen und strengte den angekuendigten Prozess gegen die Nazis, nun im Gewand der “M. R. N. S.”. trotzdem an. Herr Pfeiffer wird also nur schwerlich bei Herrn Bischoffshausen die Zuflucht finden die er sich erhoffte. Den fuer ihn voraussichtlich unguenstigen Ausgang des Prozesses vorausahnend, behauptet Faschist Callis nunmehr, im Vorstand einer unter der Aegide eines ehemaligen Praesidentschaftskandidaten stehenden “Bewegung der Nationalen Einheit” zu figurieren. Eine kuriose Einheit sollte das ein, die ein Mann mitzustande bringt, der nach allen Seiten Gift und Galle spuckt. Das sollte auch der ehemalige Kandidat, vor allem im Hinblick auf die entmutigenden Erfahrungen waehrend seiner Kampagne, wohl bedenken. In ihrer Nummer 4 vom 2o. Januar ds. Js. berichtet die Illustrierte “Stern” unter dem Titel “Waschlappen auf dem trockenen” ueber die juengste Blamage des englischen Antisemitenfuehrers Colin Jordan: “Der Obernazi ist ein Waschlappen!”, und faehrt fort: “Diese un-arische Eigenschaft des britischen “Fuehrers” Colin Jordan (40) entdeckte seine Frau Françoise Dior (31) nach dreimonatiger Ehe. Sie trennte sich von “Hitler” und Parteibuch. Im Oktober vergangenen Jahres waren Françoise Dior, eine Nichte des franzoesischen Modekoenigs Christian Dior, und der ehemalige Lehrer Colin Jordan unter “Sieg- Heil”-Rufen und dem entschlossenen Konterfei Adolf Hitlers getraut worden. Auf germanische Art hielt das Brautpaar damals aufgeritzte Zeigefinger aneinander. Auf die Londoner Bluthochzeit folgte herbe Enttaeuschung: Françoise Dior entriss ihrem Busen das Hochzeitsgeschenk i h r e; s Mannes, ein goldenes Hakenkreuz. Sie fuhr | in das heimatliche Paris und beantragte dort die Scheidung. Zugleich machte Mrs. Jordan inren Austritt aus der Partei publik. I Der Ehemann erfuhr erst durch englische Zeitungen von der bevorstehenden Aenderung seines Zivilstandes. Erste Reaktion: “Voellig absurd. Sie ¡weiss doch, dass ich ein guter Nazi bin”. Dann stuerzte er ans Telefon und liess sich mit Paris verbinden . Aber erst nach Stunden fand sich die Angetraute bereit, sein Liebesgestammel (“Bitte, bitte, komm zurueck. Ich liebe dich!”) anzuhoeren. Der blonde ILebensborn kam nicht zurueck. Françoise Dior hielt an der Seine mehrere Pressekonferenzen ab. Zackig verkuendete sie: “Ich glaubte, einen Fuehrer und Helden fcu heiraten. Statt dessen merkte ich, dass ich einen Waschlappen genommen hatte”. Der Waschlappen stuerzte wenig spaeter in den Salon. Mit Traenen in den Augen wollte ,Colin Jordan erreichen. was er am Vorabend per Telefon nicht geschafft hatte: die Versoehnung. Erstklassige | SEKRETÄRIN sroanisch-deutsch, Stenogra- [ fie, senbistaenüig in allen Bueroarbeiten, langjaehrige! Zeugnisse, beste Empfehlun.! gen, | sucht Vertrauensstellung i Telefon 84502 ■ Junge Dame i sucht; I Vertrauensposten j deutsehsprechend, Praxis in ¡! Bueroarbeit, englisch-spani- ¡ i sehe Corresponden?.. Erstklassige Referenzen. i Tel. 491151 Doch die Dior-Nichte liess sich durch den unnordischen Gefuehlsausbruch des Fuehrers nicht beeindrucken. Behutsam legte sie ihre Zigarette ab und sperrte ihren Mann in die Kueche. Vierundzwanzig Stunden lang weinte und bettelte der Nazi-Held am Herd hinter verschlossener ,Tuer. Schluchzend gab er bekannt, sich entleiben zu wollen. Schliesslich war er sogar bereit, dem Nationalsozialismus fuer immer abzuschwoeren”. Abschliessend schmunzelt ‘Stern”: “Amuesierte Reporter notierten, dass der eingesperrte Ehemann Jordan verzweifelt versuchte, die Aufmerksamkeit seiner Frau durch schuechterne “Dar- ES WAR VDR 25 Am Abend des 13. Mai 1939 verliess das deutsche Luxusschifif “St. Louis” den Hamburger Hafen mit Kurs auf Havanna. An Bord befanden sich 937 juedische Emigranten mit Einreisevisen fuer Kuba. Diese 98. Fahrt der “St. Louis” solhe jedoch nicht der Beginn zu einem freien, sicheren Leben im Ausland sein, sondern der Anfang eviei Irrfahrt, die nur wenige ueberlebten. Gustav Schroeder, dem Kapitaen des Schiffes, waren die Emigranten anvertraut worden. Er zeigte an diesem Abend ein sorgenvolles Gesicht. Er hatte von der Hapag den Auftrag bekommen, die “St. Louis” vor zwei anderen Schiffen, der englischen “Orduna” und der franzoesischen “Flandre” nach Kuba zu bringen. Auch diese Schiffe hatten Juden an Bord, und es' bestand die Gefahr, dass Kuba bei einem solch grossen Schub von Emigranten, die Einreisegenehmigungen zur.ueckzog. Am 23. Mai wurden die Befuerchtungen SchroederS bestaetigt. Dem Hapagschift “Orinoco”, das mit 200 juedischen Passagieren am 27. Mai von Hamburg nach Kuba fahren sollte, war die Landung verboten worden. Noch wussten die Passagiere nichts von dem drohenden Unheil. Am 27. Mai 1939 erreichte die “St. Louis” den Hafen von Havanna. Auf der Pier warteten die Angehoerigen der Emigranten darauf, ihre Vaeter, Muetter und Kinder in die Arme schliessen zu koennen. Sie wurden bitter enttaeuscht. Der Praesident von Kuba, Laredo Bru, erklaerte die ling”-Rufe auf sich zu lenken. Doch seine Frau liess sich nicht umstimmen. Sie warf ihn s c h 1 i esslich aus der Wohnung und wies ihn in sein englisches Hauptquartier zurueck. Dort erklaerte Jordan siegesbewusst: “Unsere Ehe bleibt bestehen!” Flugs meldete er ein Gespraeöh nach Paris an. Er erhielt keine Antwort. Francoise tat Journalisten gegenueber das anhaltende Klingeln laessig mit einer Handbewegung ab: “Lassen Sie es ruhig laeuten. Es kann nur mein (Mann sein”. Sie hatte wohl, meint die genannte Illustrierte, “genug von Englands Fuehrer”. JAHREN: ausgegebenen Landeerlaubnisse fuer ungueltig, und nur die Passagieren durften an Land, die im Besitz eines ordentlichen Visums waren und eine Garantiesumme von 500 Dollar hinterlegt hatten. Dies waren genau 16 Menschen... Kapitaen Schroeder versuchte eine Woche lang das Landerecht fuer die uebrigen Passagiere zu erreichen. Seine Bemuehungen waren umsonst. Er wurde gezwungen, den Hafen zu verlassen. Ein juedischer Anwalt aus Breslau schnitt sich aus Verzweiflung die Pulsadern durch und stuerzte sich ueber die Reling, doch er konnte gerettet werden. Schroeder erwirkte, das er an Land durfte. Aus Angst vor einer Rueckkehr nach Deutschland planten die Emigranten, Sabotageakte durchzufuehren... z. b. einen Schiffsbrand, bei dem doch niemand zoegern wuerde, die Passagiere zu retten. Schroeder beschloss, an der Suedkueste Englands Schiffbruch vorzutaeuschen. Es erwies sich als nicht noe tig. In einem Telegramm erklaerten sich Belgien, Holland Frankreich und schliesslich England am 13. Juni 1939 bereit, die Verfolgten aufzunehmen. Die Emigranten glaubten sich in Sicherheit, nachdem sie 37 Tage auf dem Atlantik umhergeirrt waren. Doch es war eine truegerische Hoffnung. Einige Monate spaeter begann der Krieg und die Geretteten befanden sich wieder auf der Flucht. Dr. Edith Goldschmidt ATSCHEKA Eingefuehrte Vertreter - Firma SUCHT juengeren Teilhaber mit technischen Kenntnissen. Kleineres Kapital erforderlich. Zuschriften an G 60, Clasificador 567 DEM GROSSEN UNBEKANNTEN Von Norbert Herzog Du kennst ihn nicht, und keiner kennt ihn, Weil er nicht will, (dass man ihn kennt’. Denn jede Spendenliste nennt ihn Nur ,mit den Buchstaben: N. N. Er ist der stille NAMENLOSE Der Dank nicht [will, noch Ruhm, noch Lob. Ein nobler Helfer ohne Pose, Ein unbekannter PHILANTROP. VERGESSEN WIR SIE NICHT

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.