Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 6 (Junio, 1964)
- Date
- 1964-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/8553624-8559039-9194561--4206-8559160- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JUNIO 1964 5 BOLETIN INFORMATIVO DR. AEINER NECHUSCHTAN, TEL-AV1V, SCHREIBT: SCHATTEN UEBER EINEM FLUG INS WEISSE HAUS Nikita Chruschtschow hat zweifellos nicht nur eine Aegypten wieder verlassen, Formsache gewesen, wenn diese^ - Zeilen erschei- OPTIMISTISCHE LAGEBEURTEILUNG SONDER-BERKHT FÜR DAS B.I. Um sich aus erster Hand ein Bild von den Akteuren des politischen Geschehens auch im Mittleren Osten zu machen, war dem neuen amerikanischen Staatspfaesidenten daran gelegen, wie den Jordanischen Koenig Hussein schwerlich im Zeichen kritiffiiehCpenlänt“war°ThnB1iie1vrebens0 den Nachfolger Dascher Stoerungselemente stes( hattetPdi D^momtratk>n vid Ben Gurions persoenlich hen werde, [Wie, um diese opstnattet cue .Demonstration sowj etrussischer arabischer nen, und der israelische Mimsterpraesident ist auf dem Weg nach den Vereinigten Staaten oder vielleicht auch schon in Washington eingetroffen. Aber sein Besuch steht jetzt unter anderen Vorzeichen, als es urspruen- Dementsprechend war man hier in (den einschlaegigen Kreisen anfangs der Ueberzeugung gewesen, dass der Amerika-Besuch des israelischen Ministerpraesidenten Freundschaft, die der Reise nach den USA vorangegangen ist. WOLKENLOSER JAHRESBEGINN Schon um die Wende des letzten Jahres, bald, nachdem Lyndon Johnson die Nachfolge , des ermordeten Praesidenten John F. Kennedy angetreten hatte, hatte man sich in Washington und Jerusalem ueber einen foermlichen Besuch Levi Eschkennenzulernen. Einen mehr timische Beurteilung der Ins Einzelne gehenden Mei- Lage zu bekraeftigen, verlaun u ngsaustausch jedoch tete im Januar vom aegyptibeispielsweise, ueber die arasehen Staatschef aus Kairo, bische Fluechtlingsfrage oder von der arabischen Spitzenueber das sog. Jordan-Negew konferenz, dass er die Forde- Irrigationsvorhaben Israels, rung der Syrer zurueckgewienatte L. Johnson ohne Zweisen habe, die “Befreiung Pafcl nicht beabsichtigt; als erlaestinas” ohne Verzug zu fahrenem Taktiker /duerfte erkaempfen. Israel werde es ihm im Hinblick auf das “von alleine / verschwinden’’. Jetzige Wahljahr der Vereinigten Staaten vielmehr naneliegen, “explosive” Streitfragen vorerst auf Eis zu lesen. Um eine nung. mit fuer die Begeg- Herrn Eschkol kols verstaendigt, des Chefs guenstige Atmosphaere zu der Israel-Regierung. Zwar schaffen, hatte er sich im hatte damals augenscheinlich w e s e n 11 ichen darauf be- Rem akuter Anlass zur Eroerschraenkt, in der ersten Feterung staatspolitischer Frabruarwoche die von den gen bestanden, die ebenso Wissenschaftlern des israegut mcht durch die ¡herk o e m mlichen "diplomatischen [ Kanaele” zu klaeren gewesen waeren. Aber doch war der Entschluss, den Ministerpraesidenten in das Weisse Haus einzu laden, iischen Weizmann-Instituts tingeleiteten Bemuehungen zur “atomaren” Entsalzung des Meereswassers zu ruehmen und zu diesem Zweck aktive amerikanische Hilfe zuzusagen. EROEFFNUNG DES 'JERUSALEM-MUSEUM" Jerusalem— Das prunkse in Magazinen untergevolle (Jerusalem—Museum, bracht sind, dem Publikum innerhalb der neuerstehenzugaenglich zu machen. Auch den ¡Museumsstadt zwischen viele archaeologische werte, Rechawiah und der Hebraei- -fuer die sich seit der iStaatsschen iUniversitaet, westlich gruendung kein geeigneter vom Kloster des Kreuzes, Platz fand, weil das Rockenaehert sich der Vollendung Ifeller-Museum auf jordani- U^dwird dem Plane nach in schem Gebiete liegt, werden 12 Monaten eroeffnet wernun endlich zur Geltung den koennen. kommen koennen. r Es duerfte juedischa Den Anstoss zur Gruen- Kunstllebhaber und Besitzer düng der Museumsstadt gab seltener Kunstsammlungen eine Spende von 1,5 Millioaller Welt anregen, von ihnen IL aus Geldern 'des ameren Schaetzen dieser einzigrikanischen Gegenwerts i— artgen Museumsstadt eini- Fonds, der durch den Erloes ges zu ueberlassen. Auf eides Verkaufs von Literatur ner Pressefuehrung, die auf und Kunstguetern entstand, der 84 Dunam weiten Flaeche die die amerikanische Regieder in IBau befindlichen Murung Israel kostenlos zur seumsstadt stattfand, wuerde Verfuegung stellte. Die ishervorgehoiben, dass es zwiraelische Regierung ihrerseits sehen Athen und Tokio spendete die Bauflaeche. Die nichts aehnliches gebe. Errichtung der gegenwaertig im Bau befindlichen Gebaeu- Eines der Ziele des neuen de kostet 15 Millionen IL. Gebaeudekomplexes ist, die Nebst den Mitteln aus dem Kunstschaetze, die sich seit amerikanischen Fonds ha- 58 Jahren im Bezalel-Muben auch mehrere wohlhaseum angehaeuft haben, wo bende Maezene erhebliche sie aus Platzmangel teilwei- Summen gespendet. Kittel Eigene Fabrikation San Antonio 65 in feiner Unterwaesche Morgenroecke-Blusen fuer Damen und junge Maedchen fuer Haus und Budro Tel. 381900 wenn “der Welt-Imperialismus zum Erliegen gebracht sein wird”; so fuehrte Abdel Nasser gegen Ende Maerz zur Eroeffnung der aegyptischen National-Versammlung aus. Er vertagte die Revanche also auf eine voellig nebelhafte kuenftige Stunde, wenn auch Seymour Freidin, immerhin Starkorrespondent der grossen “New York Herald Tribüne” als Stichtag des Losschlagens ausgerechnet den Ostersonntag 1966 aus dieser Rede herauslas. In absehbarer Zeit sei jedenfalls nicht an jeinen Angriff der Streitmacht Nassers auf Israel zu denken, konstatierte in Washington der Assistant-State-Secretary Philip Talbot 3 Wochen spaeter im amerikanischen Kongress- Ausschuss fuer Aussenpolitik, als er von mehreren der Abgeordneten ins Kreuzverhoer ueber die Absicht genommen wurde, Aegypten weiterhin mit Geldern oder Gueterr. des .Foreign Aid — Programs zu bedenken. STURMZEICHEN AM HORIZONT Dass es sich hier um ein moeglicherweise folgenschweres Wunschdenken handele, behauptete (der Londoner “Guardian” Anfang Mai: den Aegvptem oder vielmehr den in ihrem Dienst stehenden deutschen Wissenschaftlern und Konstrukteuren sei im Verein mit entsprechenden sowjetischen Lieferungen von superm odernem Vernichtungsmaterial der “nuclear” breakthrough” geglueckt, der “Durchbruch” zum Einbau radioaktiver Koepfe in Fernraketen. In London, und besonders in Bonn und Washington wurde die Meldung ranz oder beinahe offiziell so lebhaft bestritten, dass die Zeitung einige Tage spaeter einen halben Rueckzug antrat. Hierzulande aber verwies man u. a. darauf, dass hohe Beamte der britischen Botschaft in Washington besagten aegyptischen “Durchbruch” tdemlich unumwunden zugegeben hatten, und dass ihr Premier, Sir Alec Douglas-Home. im Unterhaus eine entsprechende Anfrage mit Vorbehalten verneint hatte, die zu , spuerbar waren, als dass sie nur mit der a n g 1 o -aegyptischen Spannung in Aden und der Suedarabisehen Foederation , erklaert werden koennten. Unter diesen Umstaenden wirkte es hier noch alarmierender, als das Kabinett Erhard die Behandlung der No- Erklaerungen seines Gastes zur Identitaet in den Auffassungen der beiden ueber den israelisch—arabischen Konflikt und die Bekundungen der russischen Entschlossenheit, ihm darin womoeglich noch grosszuegiger als bisher mit Angriffswaffen, zu helfen. Mag es sonst an Meinungsverschiedenheiten zwischen ihnen auch picht gefehlt haben; in dieser einen, den Staat Israel betreffenden und bedrohenden Frage waren sie ein Herz und eine veUe ueber die ominoese Gruppe (der westdeutschen Helfer des Israelfeindes Nasser nach mehr als einjaehriger Behandlung nochmals vertagte, statt den Entwurf des Gesetzes endlich vor den Bundestag zu bringen. NIKITA CHRUSCHTSCHOW , IN AEGYPTEN Und dazu ist soeben das F e u e r w erk getreten, mit dem sich Chruschtschow und sein Gastgeber, Abdel Nasser. in ihren Reden gegen das “Zionistische Bollwerk des Imperialismus im Mittleren Osten” von Mal zu Mal foermlich uebertroffen haben. Bevor sich der sowjetrussische Staatsfuehrer nach Alexandrien einschiffte, hatte er in einem Interview, dass er der "Iswestia” gab, zwar betont, dass er den Grundsatz, Differenzen zwischen Staaten und Voelkem “nach den Richtlinien des Friedens und der Coexistenz statt mit Waffengewalt auszutragen”, auch auf das Laendergebiet des Vorderen Orient ausdehne. Nach seiner Ankuft las man es andersebenso als er das Wort auf der Sondersitzung der aegyptischen National-Versammlung nahm, wie als Ehrengast der Staatsbankette, oder im Kairo Sportstadion vor der Jugend, im Offiziersclub, auf dem “Boulevard der Maertyrer” in Port Said, und wo nicht! “Die Sowjetunion leiht ihre Unterstuetzung den Laendem und dem ganzen Volk der Araber, die mit Recht von Israel verlangen, dass es den Beschluss; der Vereinten Nationen ueber die arabischen Fluechtlinge so durchfoiehrt. wie es notwendig ist, Wir unterstuetzen die ebenso gerechten Forderungen der arabischen Staaten bezueglich der imperialistischen Plaene Israels, die die Ausnutzung der Wasser des Jordan unter Ausserachtlassung der arabischen Ansprueche betreffen”. So lautete der einschlaegige, ersichtlich als erstrangiges Stueck hoher Politik gemeinte Passus ln Chruschtschows wohl entscheidender Rede vor der National-Versammlung, nach dem yom sowjetischen Praesident bestaetigten Text. LEVI ESCHKOL NACH WASHINGTON Diese und aehnliche Aeusserungen bezeichnet man in den hiesigen amtlichen Kreisen als glatten Freibrief, den Chruschtschow dem aegyptischen Staatsfuehrer gegen Israel erteilt hat. Zweifellos, Abdel Nasser konnte kaum etwas anderes auf diesem Hoehepunkt seiner Laufbahn als derartigen Erfolg fuer sich buchen, wie i die Seele. Und so verstieg sich die Kairoer Wochenzeitung "Rose el Jussuf” bereits zu der natuerlich als “Versuchballon” kolportierten, fuer die aegyptische Stimmungslage aber bezeichnenden Tendenzmeldung, dass der Sowjetstaat daran denke, Israel die , diplomatische Anerkennung wieder zu entziehen. Wird sich Col. Nasser jetzt noch an den von der New Yorker “Herald Tribüne” errechneten — angeblichen - Stichtag vom Ostern 1966 halten oder sich vielleicht schon frueher in das Abenteuer eines Ueberfalls auf das verhasste Staatgebilde der Juden einlassen? Zwar setzt man hier in die militaerische Staerke dieses Landes zuviel Vertrauen, als dass die letzten Entwicklungen irgendwelche Panik wachgerufen haetten. Dennoch wird L. Eschkol nicht verfehlen, den amerikanischen Staatspraesidenten auf die neue, zusaetziiche Gefahr hinzuweisen. Moeglicherweise wird er die gleiche Frage an Mr. Johnson richten, die der Stellvertretende Staatssekretaer Ph. Talbot im April mit einem lakonischen: “No, Sir” beantwortete, als sie ihm auf jener Sitzung des Aussenpolitischen Congress-Ausschusses gestellt wurde: Ob die Vereinigten Staaten bei einem weiteren Anwachsen des aegyptischen Kriegspotentials 'bereit waeren, den Israelis Waffen in solchem Masse za verkaufen, dass das bisherige Gleichgewicht der militaerischen Kraefte gewahrt bleibe. Wird auch Lyndon Johnson, wie die Dinge heute liegen, seinen Besucher mit einem “No Sir” auf diese Frage bescheiden? Wird er üim statt dessen neue Garantie- Zusagen anbieten, bessere, h a n d greif lichere vielleicht auf das im Mittelmeer stationierte Sechste Geschwader der USA gestuetzte als die mancherlei frueheren, in der Regel rein platonischen Versprechungen? Und schliesslich — wird sich der Herr des Weissen Hauses vielleicht gar bereit finden, den Herrn des Kreml daran zu erinnern, wie sehr er sein Streben nach internationaler Befriedung Luegen straft, wenn er den Leidenschaften der Araber solchen Auftrieb gibt, dass sich die Spannung im Mittleren Osten in einem Krieg entladen kann, dessen Ausdehnung sich ¡von Niemandem vorbersehen Hessen!