Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 5 (Mayo, 1964)
- Date
- 1964-03-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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MAYO 1964 BOLETIN INFORMATIVO 7 MONATSSPIEGEL £5 DIE GRENZE DER FEINDSCHAFT NAZISMUS IN CHILE ILLEGAL! Aus dem “Monatspiegel” April 1964: “Wenn man sagt, dass nicht der Gewalt um der Gewalt willen das Wort geredet werden soll, so, weil 1964 die Dinge anders liegen als 1938. Damals war die Alt e r n a t ive unausweichlich blutig. Heute ist sie blutig nur fuer die Demokraten, fuer uns Juden und fuer die anstaendigen Mensch en. Pfeiffers Franz aber ,und Genossen kann man heute vor sich selbst, vor den Folgen ihrer Borniertheit und ihrer uniformierten und bewaffneten Illegalitaet schuetzen: mit (rein legalen Handhaben. Es kann nicht Aufgabe dieses Kommentars sein, bis in die letzten Details hinein zu analysieren, ob bestehende Gesetze wie das fuer Verfassungsschutz (“Ley de Seguridad Interior del Estado”) explizit und engmaschig genug sind, um die braunen Fische darin zu fangen. Das sollen die Rechtsanwaelte tun, von denen ja eine ganz stattliche Anzahl mit unserer Leitung beauftragt ist. Aber eines steht jedenfalls fest: wenn die bestehenden Gesetze nicht ausreichen, so kann / und muss man neue schaffen. Weder die Regierung des Praesidenten Jorge Alessandri noch irgendein Sektor des Parlaments... wuerde seine Mitarbeit bei dem Entwurf, Debatte und Promulgation eines solchen Gesetzeskoerpers versagen”. Aus der Tagespresse vom 7. Mai: “Der Chef der Politischen Polizei, don Francisco Acebal, stellte Franz Pfeiffer Richter, Kommandant des sogenannten Movimiento Nac i o n al-Socialista (M.N.S:), die Verfuegung zu, dass er auf Anordnung der Regierung diesen Verein vor dem 15. des Monats aufzuloesen habe, widrigenfalls er wegen Verstoss gegen die “Ley de Seguridad Interior del Estado” angezeigt wird”. Wenn wir ausnahmsweise der Versuchung nachgegeben haben, aus dieser gleichen Spalte zu zitieren, so geschieht dies keineswegs, weil damit ein kausaler Zusammenhang zwischen unseren beschwoerenden und warnenden Worten und dem Schritt der Regierung vorgespiegelt werden soll. Eine betraechtliche Anzahl chile~ nischer Zeitungen, deren bescheidensten selbst man mehr Einfluss unterstellen darf als uns, hatte in der einen oder anderen Form aehnliches vorgebracht, wie zu zitieren wir zum Teil Gelegenheit hatten. Selbst die Genugtuung ueber die von diesem Ereignis a posteriori bestaetigte Aktualitaet unseres Kommentars ist zumindest nicht der wichtigste Grund: dann schon eher die Genugtuung lieber die zutiefst befriedigende Tatsache, dass nach Ansicht der Regierung der Nazismus in Chile illegal ist. In der Hauptsache aber wollen wir der Verpflichtung unseren . Lesern gegenueber nachkommen, ,sie darueber zu informieren und zu orientieren, woran wir jetzt .sind: Pfeiffer und sein halbes Dutzend Hanswuerste stehen jetzt vor folgendem Dilemma: Entweder sie gehen nachhause und verwahren die braunen Windeln huebsch in der Kommode oder... sie lassen es drauf ankommen. Letzteres wuerde bedeuten, dass sie die Zustellung der Polizei in den Wind schlagen, ihren Gang nicht aufloesen und damit die Regierung zwingen, die angedrohte Anzeige zu ¡erstatten. Im Hinblick auf die gratis Publizitaet, die sie immer gesucht haben und die ihnen in diesem Fall sicher Waere, sollte man annehmen, dass sie letzteren Weg waehlen. Es waere dann an der Justiz, sich mit dem Pfeiffer, ider fuer sie kein Unbekannter ist —im Moment schwebt noch sein Einspruch gegen ein Urteil erster Instanz, laut dem er mit 300 Tagen Haft bedacht woren ist-, zu befassen. Vor den Tribunalen gibt es natuerlich wieder mehrere Moeghchkeiten, die zu eroertern aber heute bestimmt noch nicht der geeignete Zeitpunkt ist. Vorwegnehmen kann man nur, dass die Rechtsberater der Regierung zweifellos davon ueberzeugt sind, dass die nazistische Taetigkeit in Chile widerrechtlich ist und dass der Ausgang eines eventuellen Prozesses Regierung gegen Nazi-Gang keine grossen Zweifel aufkommen lassen sollte. Ebenso wenig ¡Zweifel sollten darueber ¡bestehen, dass ein jeder der drei Kandidaten, die um die Nachfolge des Praesidenten Alessandri kaempfers, einen solchen Prozess mit der gleichen Energie, mit dem gleichen Interesse und im selben Sinne jweiterbetreiben wuerde, um aus dem “Asyl gegen die Verfolgung” auch nur den Ansatz der Ideologie der Verfolgung zu vertilgen. ANZEIGEN ANNAHME für das BOLETIN INFORMATIVO Nueva York 52 - Of. 412 - Tel. 87765 In ihrer Ausgabe vom 3. April ds. Js. befasst sich die hervorragende londoner Zeitschrift “Jewish Observer and Middle East Review” mit der nach innen anti-juedischen und nach aussen anti-israelis'chen Politik der Sowjetunion. Zum Anlass diente ihr das in Kiew kurz vorher publizierte skandaloes antisemitische Pamphlet “Das Judentum ohne Schminke”. Ungeachtet der Proteste, schreibt die genannte Zeitschrift, die nicht nur in der westlichen Welt im allgemeinen, sondern selbst in den Kommunistischen Par teien des Westens laut wurden, muss man unterstellen, dass eine solche Schmaehschrift weder verfasst noch in der staatlichen Druckerei verlegt worden waere, wenn ihre Autoren nicht damit Gunst in Kruschews Augen zu finden hofften. Sodann befas'st sich der Leitartikel des genannten Blattes mit den Zusammenhaengen zwischen Juden- und Israel-Feindschaft der Sowjet - Regierung. Aus der Schlussfolgerung “sie folgen dem gleichen Muster: Nasser bewaffnen, Israel angreifen und Judentum beschmutzen” und der Analys'e, die dieser Schlussfolgerung zugru n d e liegt,, ist zu entnehmen, dass der “Jewish Observer” diese Zusammenhaenge in einem Schema starrer Wechselbeziehungen sieht. Unter den Beispielen, die dem aufmerksamen Leser einfallen und die der These von der Starrheit des Schemas widersprechen, ist ' ein wichtiges, da es der Vergangenheit angehoert, dem Autor des genannten Artikels bekannt. Es besteht in dem damit unvereinbaren Widerspruch mit der Politik der letzten Jahre Stalins: Unterstuetzung der zionistischen Forderungen in der O. N. U. bei gleichzeitiger Vorbereitung des' beruehmten “AerzteprozesseS”, der den bisherigen Hoehepunkt der antisemitischen Verfolgung in der U. d. S. S. R. darstellt. Ein weiteres Beispiel hatte sich noch nicht ereignet: der Sturm der Entruestung, der wie gesagt, auch in den Kommunistischen Parteien der freien Welt ausgebrochen war zwang die Sowjet-Regierung zu einem Rueckzieher. Das Schundpamphlet von Kiew wurde aus dem Umlauf gezogen und eingestampfi. Einige Berichte aus Moskau bezeugen sogar, dass die bei dieser Gelegenheit abgegebenen Erklaerungen ueber die ueblichen Beteuerungen, dass es in Russland keinen Antisemitismus' gaebe, hinausgingen und von freundschaftlichen Gefuehlen zu der fortschrittlichen Arbeiterschaft des Staates Israel die Rede gewesen sein soll. Ist dies wahr, so darf man ihm nicht allzuviel Bedeutung beimessen. Denn erstens meinen die Komm unisten mit “fortschrittlicher Arbeiterschaft” immer nur ihre eigenen Parteigenossen und deren naive oder devote Mitlaeufer. Zweitens pfeift Israel und seine Arbeiterschaft auf freundschaftliche “Gefuehle” aller Politiker, deren Taten den Gefuehlen insofern widersprechen, als sie Nasser mit Waffen versehen und seine Kriegsdrohungen ermuntern. Drittens ist es moeglich, dass eine solche halbe Erklaerung nicht aus Sympathie an Israels Adresse, sondern im Moment von Husseins Besuch in Washington aus Antipathie an ihn gerichtet war. Viertens aber ist die Erklaerung wahrscheinlich nie abgegeben, sondern nur “lanciert” worden. Wie dem aber auch sei, das Einstampfen eines von der "Akademie der Wissenschaften” der Ukraine approbierten Buches' stellt einen bedeutsamen Rueckzie her dar. Seine Gruende und Hintergruend^, die bereits erfolgten und moeglichen Auswirkungen sollten zum Gegenstand eingehender Analyse der leitenden juedischen Instanzen in der Welt —Weltkongress, Antidiffamat i o n League, u. s. w.— genommen werden. In grossen Zuegen wird eine solche Analyse zweifellos etwas ergeben, was wie ein Gemeinplatz klingt: der S o w jet-Antisemitismus ist kein blindwuetiger, wie es der nazistische war, sondern weitgehend ein kalkulierter, politischen Konj unkt u r e n, Krisen und Interessen untergeordneter. Antisemitischer Exzess ist fuer Kruschew, was die Grenzen der politischen Interessen der Sowjet-Union ueberschreitet, exzediert, d. h. alles, was von ihm —nicht von uns aus gestehen exzessiv und schaedlich ist. Wie gross ist der Massbecher des russischen Judenhasses'? Da liegt die Frage, von deren Beantwortung wichtige Entscheidungen in Bezug auf die notwendigen Reaktionen abhaengen. Die Episode von Kiew liefert ei nige aufschlussreiche Daten zur Kalibrierung der Antwort Um auf die Betrachtungsweise des “Jewish Observer” zurueckzukommen, die den russischen Antis'emiti s m u s und Anti-Israelismus in Zusammenhang bringt, kann noch folgendes gesagt werden. Ob starr oder elastisch, auch das Studium dieses Zusammenhangs ist von ebenso grosser Bedeutung wie dies die Politik der Sowjet-Union fuer das Schicksal unseres Volkes nun einmal, ob wir es wollen oder nicht, tatsaechlich ist. Und, eine sehr gelungene Bemerkung des genannten Blatts ueber die Zusammenarbeit zwischen den Russen, die Nasser Waffen liefern und den Nazi-Wissenschaftlern, die sie fuer ihn bauen, weiterspinnend, laesst sich die These von der Grenze der Feindschaft (die da liegt, wo die eigenen Interessen beruehrt werden) anwenden. Die Kommunisten machen heutzutage soviel Aufheben von ihrer angeblichen Nazi-Feindschaft und dehnen sie, wie dies aus der hiesigen Linkspresse beim Besuch des Praesidenten Luebke zu ersehen war, auf den Bonner Nachfolgestaat aus, dass man garnicht genug auf diese anruechige Kooperation hinweisen kann. Es ist gar kein Zweifel, dass sie das selbst als wunden Punkt empfinden, sprach doch z. B. ein kommunistischer Senator im hiesigen Oberhaus in feurigen Worten von den Laendern, die den Nazi-Verbrechern Asyl gewaehren, und nannte ‘die deutsche Bundesrepublik Oesterreich, Frankreich, die Vereinigten Staaten, Argentinien und selbst Chile". Und Aegypten, Herr Senator? En letztes Wort zum Thema des “kalkulierten Antisemitismus” Wie dies 'die traurige Erfahrung eines Nachbarlandes zeigt, gehoert die dort ansaesgige arabische Kolonie zu den Triebfedern der antijuediSchen Hetze, unter der Maske des “Anti-Zionismus”. Ein von ihr besoldeter Hetzer hat Chile in den letzten Wochen schon zwei Mal die zweifelhafte Ehre seines Besuchs abgestattet, um den Versuch zu starten, seine Landsleute hier zum Kampf gegen unsere Kollektivitaet zu bewegen. Man darf hoffen, dass dieselben hier ueberlegter sind als in Argentinien und sich nicht dazu hinreissen lassen, Steine zu werfen, die im Endeffekt nur das Glashaus der Gastfreundschaft zertruemmern wuerden. Es zu erhalten, zu pflegen und zu schonen, liegt gewiss auch in Ihrem Interesse. Sollten sie es vergessen, muesste es moeglich sein, sie daran zu erinnern, dass an seiner Schwelle auch die Grenze des Hasses und der Feindschaft gezogen werden muss. I ATSCHEKA n -Banquetes Recepciones bei Hochze:ten, Geburtstagen, Barmiz.wahs, etc. Wemer Spiegel Irarrázaval 1232 Tel. 460755 514