Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 5 (Mayo, 1964)
- Date
- 1964-03-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1964 MIT OPTIMISMUS UND HOFFNUNG bungen zur Jevra Kedischa. Ich moechte nicht verfehlen, den Herren des Direktoriums dieser so wichtigen Organisation, insbesondere ihrem Vize-Praesidenten Herrn Daniel Rachmuth, fuer die verstaendnisvolle Art und Weise zu danken, in der sie uns in den Verhandlungen, die wir fuer unsere Mitglieder, in fuer sie so schweren Stunden fuebren muessen, immer entgegengetreten sind. Ich hoffe, dass auch im kommenden Geschaeftsjahre die Herren Sachbearbeiter der Jevra Kedischa mit uns in der gleichen freundschaftlichen Weise Zusammenarbeiten werden wie bisher.. HILFE FUER UNSERE NOTLEIDENDEN BRUEDER In den Geschaeftsbericht des Praesidenten unserer Gemeinde gehoert unbedingt auch ein Wort ueber den Cisroco. Es gibt viele von unS, meine Freunde die glauben, die Aufgabe des Cisroco sei beendet, die materielle Situation unserer Mitglieder sei im allgemeinen so, dass das Bestehen einer derartigen Wohlfahrtsorganisation ueberfluessig sei. Das Gegenteil ist der Fall, meine Damen und Herren. Seitens des Cisroco wird immer noch eine grosse Anzahl juedischer Menschen, die zu uns gehoeren, unterstuetzt, besonders in Faellen von Krankheit und sonstiger Schwierigkeiten. Der Cisroco wird auch von zahlreichen Mitgliedern anderer Sektoren unseres Jischuw in Anspruch genommen, da es im ganzen chilenischen Jischuw eben keine aehnliche Organisation gibt. Die besondere Fuersorge des Cisroco gilt unseren aelteren und alten Menschen. Das Altersheim auf der Strasse Maipü ist eine Einrichtung, die anderen aehnlichen Unternehmen z u‘m Vorbild gedient hat. Es hat sich infolge der grossen Zahl von Bewerbern um Zimmer als zu klein erwiesen, sodass zwei gegenueberliegende Haeuser erworben werden mussten, um dort weitere alte Menschen unterbringen zu koennen. Wir danken den Herren, die seit vielen Jahren an der Spitze des Cisroco und des Altersheims stehen, fuer ihre hingebungsvolle Taetigkeit, fuer ihre Arbeit im Interesse unserer beduerftigen kranken und alten Brueder, eine Arbeit, die sie mit beispiellosem Enthusi a s m us durchfuehren. Besonderen Dank moechte ich der Leitung des Cisroco dafuer aussprechen, dass sie anlaesslich des 25 jaehrigen Jubilaeums der Gemeinde, im Altersheim auf den Namen der Gemeinde eine Plakette angebracht hat in der zum Ausdruck gebracht wird, dass wir den C sroco von jeher unterstuetzt haben, was wir auch in Zukunft immer gern tun werden. In diesem Zusammenhang moechte ich Sie meine Damen und Herren, wie alljaehrlich auch heute (daran erinnern, dass unsere Gemeinde einen Fond fuer verschaemte Arme hat, der lelediglich ivon freiwilligen Spenden erhalten wird. Aus diesem Fond unterstuetzen wir Brueder und Schwestern, die ohne ihr Verschulden in eine unvorhergesehene Notlage geraten sind, und die sich scheuen, die Hilfe einer Wohlfahrtsorganisation i n Anspruch zu nehmen. Es ist die elementarste Pflicht einer juedischen Gemeinde., dort nach bestem Koennen Hilfe zu leisten, wo Hilfe gebraucht wird, ohne zu fragen und auch ohne gerufen zu werden. Ich bitte Sie, auch im kommenden Geschaeftsjahre an diesen Fond zu denken und uns dadurch weiterhin in die Lage zu versetzen, dieser unserer juedischen Pflicht wie bisher nachkommen, zu koennen. Im vergangenen Jahre haben wir, Direktorium und Repraesentanz, uns gezwungen gesehen, von dem uns nach Artikel 31 Par. A unserer Statuten zustehenden Rechte, die Mitgliedsbeitraege zu erhoehen, Gebrauch zu machen, was in mehr als zehn Jahren in demokratischer Weise der Generalversammlung ueberlassen worden ist. Als Verantwortungsbewusste durch Ihr Vertrauen zur Leitung der Gemeinde berufenen Maenner mussten wir uns zu diesem Schritte entschliessen, um eine voellige Desfinanzierung unserer Gemeinde zu vermeiden, die unbedingt eingetreten waere, haetten wir bis heute mit der Vornahme dieser Erhoehung gewartet, die dann erst am 1.5. in Kraft getreten waere. Ich brauche Ihnen allen nicht zu sagen, in welch erschreckender Weise seit unserer letz ten Generalversammlung die Preise gestiegen sind, wie sehr sich unsere allgemeinen Unkosten erhoeht haben. Hierzu kommt noch die 'gesetzliche Erhoehung von 45,4% der an sich nicht hohen Gehaelter unserer Beamten, denen eine juedische Gemeinde die Moeglichkeit geben muss, anstaendig lund wuerdig von ihrem Einkommen zu leben. Das RepraeSentanten-Kollegium hat daher einstimmig beschlossen die Gemeindebeitraege ab 1. Januar 1964 von E9 5 auf E9 8 zu erhoehen, mit der selbstverstaendlichen Voraussetzung, dass Antraege auf Ermaessigung dieser Erhoehung, die nur in ausserordentlich geringer Zahl Del uns eingegangen sind, genehmigt werden. Mit Freude koennen wir feststellen, dass unsere Mitglieder fast ausnahmslos fuer die schwierige finanzielle Situation der Gemeinde Verstaendnis gezeigt und uns'er Vorgehen gebilligt haben. Sollte sich nicht im Laufe dieses Geschaeftsjahres eine Situation ergeben, die niemand von uns vorauszusehen in der Lage ist, hoffen wir mit dieser Erhoehung auszukommen und dem bei der Generalversammlung im naechsten Jahre neuzuwaehlenden Direktorium unsere Gemeinde ln geordneten finanziellen Verhaeltnis'sen uebergeben zu koennen. EIN WORT DES DANKES Bevor ich meinen Rechenschaftsbericht schliesse, moechte ich persoenlich meinen Mitarbeitern des Direktoriums und des Repraesentanten - Kollegiums meinen herzlichsten Dank fuer ihre hingebungsvolle Mitarb e i t aussprechen. Ganz besonders danke ich auch den Herren Rabbinern, den Herren Kantoren, den Damen und Herren des Gemeindebueros, die uns durch ihre treue und aufopfernde Taetigkeit die Durchfuehrung der Gemeindegeschaefte ermoeglicht haben. Ein besonderes Wort des Dankes gebuehrt unserem allseits geschaetzten und beliebten Kassierer, Herrn Dr. Leopold Ros'enbaum, der am 1. 5. d. Js. nach fast 25 jaehriger Taetigkeit in den wohlverdienten Ruhestand tritt. Sie haben mit besonderer Pflichttreue und ausserordentlicher Gewissenhaftigkeit Ihre dienstlichen Geschaefte ausgefuehrt. Sie waren uns allen ein hervorragender Mitarbeiter, auf dessen Rat wir gern gehoert haben, ein Mitarbeiter, wie ihn sich jeder Praesident jeder Schatzmeister wuenscht, ¡aber nur selten findet. Ich wuensche Ihnen von ganzem Herzen, dass Ihnen noch viele Jahre eines besinnlichen, ruhigen Alters vergoennt seien, dass Sie Ihren Ruhestand in Gemeinschaft mit Ihrer Gattin, Ihren Kindern und Enkelkindern noch recht lange gemessen moegen. Meine Damen und Herren: Ein Geschaeftsjahr ist wiederum beendet, ein Jahr voller Arbeit, ein Jahr, das Erfolge gebracht hat, aber auch ein Jahr, in dem noch nicht all das erreicht wurde, was wir uns 'vorgenommen haben. Ich denke hierbei besonders lan eine noch weitgehendere Erfassung der Jugend. Ich denke an die von mir immer wieder vorgeschlagene Modernisi e r u n g unserer Gottesdienste durch erhoehte Benutzung der Landessprache, um, wie ich es schon mehrfach sagte, das Interesse auch derjenigen an unseren Gottesdiensten zu erwecken, die ohne ihre Schuld nicht die Vorkennt' nisse haben wie wir. All das Sind Aufgaben, die hoffentlich im kommenden Geschaeftsjahre durchgefuehrt werden koennen. Wir wissen nicht, was uns das kommenden Jahr bringen wird. Mag . sein, dass uns allen schwere Zeiten bevorstehen, aber eins meine Freunde ist Sicher, was sich auch immer im kommenden Geschaeftsjahre, insbesondere in den naechsten Monaten ereignen moege, es liegt kein Grund vor, eine Panikstimmung aufkommen zu lassen. Jeder einzelne von uns muss mit Optimismus und ¡Hoffnung in das kommende Geschaeftsjahr hineingehen, denn nur diese beiden Eigenschaften befaehigen uns, so wie bisher weiterzuarbeiten im Interesse des gesamten Jischuw und zum Wohle und fuer die Groeäse unserer geliebten Gemeinde. JOM HAAZMAUT 5724 Ebens’o in Santiago wie in der Provinz wurde der Unabhaengigkeitstag Israel festlich begangen. Feiern der verschiedenen Institutionen, gut besuchte Konzerte, oeffentliche Kundgebungen und Versammlungen^ legten Zeugnis von der Verbundenheit ■des chilenischen Jischuw mit Medinath Israel ab. Besonders wuerdig war die. AKADEMISCHE FEIER welche das Instituto ¡Chileno-Israelí de Cultura im Ehrensaal der Universidad de Chile durchfuehrte und in deren Verlauf als Hauptredner der israelische Botschafter, Herr Dr. Uri Naor und der Direktor der Medizinschule der Universitaet, Herr Professor Dr. Benjamin Viel in eindrucksvoller Weise ueber die Bedeutung des Jahrestage des jungen Staates sprachen. Bei dieser Gelegenheit hielt der bekannte Schriftsteller, Herr Roberto Meza Fuentes einen Vortrag ueber Seele und Landschaft Israels im Lichte der Dichtung Vicente Gerbasi’s. Künstlerische Darbietungen des Chores' des Maccabi umrahmten die Feier, bei welcher auch ein israelischer Kulturfilm vorgefuehrt wurde. Nachdem am Donnerstag den 16. April, Vertreter der Behoerden, des diplomatischen Corps und hervorragende Persoenlichkeiten der chilenischen Oeffentlichkeit und unserer Kollektivitaet dem israelischen Botschafter ihre Glueckwuensche aussprachen, empfing Herr Dr. Naor am Freitag Vormittag die Mitglieder der israelischen Kolonie und der juedischen Gemeinschaft, die ausserordentlich zahlreich erschienen, Am Abend desselben Tages fand in unserem Hause der offizielle. FESTGOTTESDIENST statt, an welchem über 200 Gemeindemitglieder teilnahmen. Auch waren der israelische Botschafter mit seinen Herren anwesend. An dieser Stelle muss besonders die Mitwirkung des Chores der “B’ne Jisroel” hervorgehoben werden, welcher unter der Leitung von Herrn David Goldstein viel zu dem schoenen und wuerdigen Verlauf des Gottesdienstes beitrug, ebenso wie Herr Kantor Alfred Baruch. Herr Rabbiner Lubliner wies in seiner Predigt auf die Bedeutung des Tages hin und wuerdigte die Leistung der Pioniere, deren hingebungsvolles Wirken, laengst ehe an das Entstehen des Staates gedacht werden konnte, die Grundlage fuer die heutige Medinath Israel schufen. Nach einer Ehrung der Maertyrer und derjenigen, welche den Heldentod fuer den juedischen Staat starben, endete Herr Rabbiner Lubliner mit dem Wunsch, dass das kommende Jahr Israel und dem juedischen Volk Frieden und Erloesung bringen moege. Mit der von allen Teilnehmern deS Gottesdienstes gemeinsam gesungenen Hatikwa, schloss diese Feierstunde. DIE PRESSE Wie schon traditionell widmete auch in diesem Jahre die chilenische Presse breiten Raum dem israelischen Unabhaengigkeitstag. Neben Sonderseiten, welche am 16. April in praktisch allen Zeitungen Santiagos ¡erschienen beschaeftigten sich mehrere wichtige -Blaetter im redaktionellen Teil mit diesem Jahrestag. So erklaerte das “Diario Ilustrado” unter dem Titel ^Aniversario de Israel” in einem Leitartikel u. a. “Se mira hoy a Israel y asombra. En un territorio árido, bajo un sol calcinante, sobre una Superficie (donde el Jordán hace rebrotar historia y leyenda, su pueblo hunde el arado, cava en la entraña, se asoma al mar como un pescador y al mismo tiempo alza industrias y cimenta su tradición de espíritu vigoroso con escuelas y universidades. Bajo iun gobierno constitucional, proclama así una razón de ser, cuya formalidad es la conjugación regular y sostenida de los valores que supo hacer suyos en el duro trance de subsistir secularmente”. Die “La Tercera de la Hora” erklaert in einem langen Redaktionsartikel: “El Estado de Israel ¡es el prodigio de una voluntad común, de la decision del pueblo judío para construir una patria fértil y floreciente allí donde no había más que arenas y desolación”. Nach einer kurzen Aufzaehlung der erstaunlichen Erfolge des juedischen Staates in den wenigen Jahren seines Bestehens, macht der Aufsatz die Leser auf die schwierige internationale Situation der Medinah aufmerksam: “Este pueblo, eminentemente pacífico, debe, no obstante .trabajar para su progreso con las armas al brazo” und endet “en este XVI aniversario no es grato presentar nuestro saludo a este Estado moderno, laborioso y progresista, que ha suscrito programas de cooperación internacional con la mayoría de los países del mundo civilizado’”. In der Abendzeitung “Noticias de Ultima Hora” kommentiert Alvarez Villablanca: “La república israelí... ha sido construida... con la azada en una mano y el fusil en la otra, en medio de ,un cerco hostil y escéptico... y con la fe que estimulan el ideal y el esfuerzo de parte de los actores de este milagro en el desierto”. Nach Besprechung der allgemeinen Grundlagen der Existenz Israels und seiner spezifischen Wirtschaftsformen, kommt der Chronist zu folgendem Schluss: “Según las propias palabras del Embajador de Israel en Chile... Lo que se ofrece al mundo son posas hechas, más que promesas o (vaticinios. Para el modesto cronista, sin embargo, hay también en lo hecho hasta ahora la realización de una esperanza alimentada durante siglos de dispersión”. Am 17. April schrieb Artus in der “La Nación” unter der Ueberschrilft: “Israel, historia viva en marcha”: “Del (Fortsetzung Seite 23)