Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 5 (Mayo, 1964)
- Date
- 1964-03-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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MAYO 1964 BOJ.ETIN INFORMATIVO 5 MIT OPTIMISMUS UND HOFFNUNG erforderlichen Raum bietet. Es ist z. ¡Zt. so, ¡dass wir der Degania infolge der ausserordentlich prekaeren Raumverbaeltnisse als Zwischenloesung fuer zwei Abende! in der Woche unser Vorstands— und jRepraesentanten - Zimmer zur Verfuegung gestellt haben. ¡Das ist aber, wie gesagt, nun eine Zwischehloesung; denn Jugend braucht eigene Raeume, die ausschliesslich fuer sie bestimmt und eingerichtet sind. Wir beabsichtigen daher, wenn die Bene Berith - Logen uns nach Vollendung ihres Logenheim - Baues den dritten. Stock unseres Hauses zur Verfuegung stellen, diesen fuer die Degania einzurichten, sodass das neu zu suchende Jugendheim dann ausschliesslich dem Barcai zur Verfuegung stehen wuerde. Wir hoffen, dass es uns bis dahin auch gelungen sein wird, unter der Beihilfe der Sochnut einen Jugendfuehrer anzustellen. Die entsprechenden Vorverhandlungen sind bereits eingeleitet. GRUNDPFEILER DER GEMEINDEARBEIT Meine sehr geehrten Damen und Herren: Bereits vor einem Jahre erlaubte ich mir auszufuehren, dass unsere Gemeindearbeit j auf zwei Grundpfeilern beruht: Tradition und Leben, Vergangenheit und Zukunft. Fuer die Zukunft glauben wir zu bauen, wenn wir fuer unsere Jugend arbeiten. Diese Zukunft kann aber nur dann gesichert sein, wenn sie auf der festen Grundlage unserer Tradition, unserer rellgioesen , Ueberlieferung ‘ beruht. Die ¡Sorge dafuer dass unsere geheiligten Traditionen lebendig , erhalten werden, obliegt einer unserer wichtigsten Kommisionen, der Kultus-Kommission. Die Arbeit dieser Kommission ist ausserordentlich schwer. Sie traegt , die Verantwortung fuer unser religioeses Leben, sie muss einen Weg finden, der den heiligen Werten unserer Vergangenheit gerecht wird und auch gleichzeitig den Beduerfnissen der heutigen Zeit und des suedamerikanischen Kontinents Rechhung traegt. Unserer Kultus- Kommission ist es gelungen harmonisch, freundschaftlich und segensreich zum Wohle unserer Gemeinde zu wirken, wenn auch selbstverstaendli c h ¡Meinungsverschiedenheiten unausbleiblich waren. Ich danke den Herren der Kultus-Kommission jvon ganzem Herzen fuer die Liebe und Hingabe, mit der sie sich dieser schweren Aufgabe unterzogen haben. Die Arbeit; der Kultus- Kommission beschraenkt sich nicht etwa allein auf die Verbereitung der, Hohen Feiertage und die Durchfuehrung der Gottesdienste an ihnen. i! Alle anderen Feiertage jeder (SChabbat, ja vielleicht am allermeisten die Aufrechterhaltung des taeglichen Minjan sind Probleme, die sie tief beschaeftigt und deren Loesung in ¡ihren Haenden liegt. Unsere Kultus-Kommission hat sich im abgelaufenen Geschaeftsjahre stets bemueht, alle ihre Aufgaben in wuerdiger Form 'zu erfuellen. Bei den. Hohen Feiertagen haben wir wiederum drei Gottesdienste veransta 11 e t und zwar wie in den letzten Jahren in unserer Synagoge, im ¡dritten Stock des Gemeindehauses und im Teatro Marconi. Zusammen mit Herrn Kantor Ruschin hat an den Hohen Feiertagen erstmalig Herr Alfred Baruch bei uns ala Kantor gewirkt, den wir ab 1. Januar dieses Jahres als weiteren Kantor angestellt haben. Bei den Gottesdiensten im Teatro Marconi wurden die Herren Kantoren, wie alijaehrlich, von unserem Damenchor unterstuetzt. Ich moechte von dieser Stelle aus den Damen dafuer aufs Herzlichste danken, dass sie weder Zeit noch Muehe gescheut . haben, ,zu uns zu kommen und bei der Verschoenerung unserer Gottesdienste mitzuwirken. Ebenso moechte ich den Herren des von Herrn Joaquín Rosenberg gegruendeten und geleiteten Maennerchores danken, der mit grosser Aufmerksamkeit und Opferwilligkeit unseren Feiertagsgottesdiens ten im Gemeindehaus einen schoenen und wuerdigen Rahmen gab. i Schawuoth - und Hoschano - Rabo - Lernen wurden ebenfalls im vergangenen Jahre abgehalten. Wir koennen mit Befriedigung feststellen, dass die Beteiligung eine sehr gute war. Auch in diesem Jahre verunstalteten ,wir einen Gemeindeseder, der unter der Leitung der Herren Rabbiner Lubliner und Kantor Baruch stattfand und an dem etwa 160 Personen teilnahmen, 30 mehr als im vergangenen Jahre. Abgesehen von den Lehrvortraegen, die unsere Rabbiner an jedem Schabbat Morgen nach dem Gottesdienst halten, wurden auch mehrere Lehrvortraege an Abenden veranstaltet, die aber leider nur einen sehr schwachen Besuch gehabt haben. Auch im vergangenen Jahre i konnten wir in unserem Hause eine Anzahl Besucher begruessen. Der wichtigste von ihnen war Herr Botschafter Dr. Uri Naor, der bald nach i seinem Amtsantritt von Vorstand und Repraesentanz empfangen wurde und in seiner liebenswuerdigen und herzlichen Art laengere Zeit mit uns ueber zahlreiche Fragen des juedischen Lebens in der Golah und Israel sprach. Weiterhin konnten wir bei uns begruessen, die Herren Charles [ Rosengarten und Rabbiner Marshall Meyer vom Consejo Mundial de Sinagogas, und die Herren Pinjas Shamir, León Dultzin und Isaac Neeman, die den hiesigen Jischuw als Abgesandte der Sochnuth besuchten. Ein weiterer auslaendischer Besucher war Herr Dr. Manfred George vom Aufbau, der im Aufträge der Centra im ueberfuellten Saale des Gemeindehauses einen Vortrag hielt. Der Abend war interessant, wenn man auch ueber seine Ansichten geteilter Meinung sein kann, insbesondere seine Berichterstattung im Aufbau ueber das juedische ¡Leben in Suedamerika, besonders in Chile etwas sehr kurz und fehlerhaft war. KULTURARBEIT UND GEMEINDEBLATT Weitere , Kulturveranstaltungen haben im vergangenen Jahre nicht stattgefunden, da unsere Kultur-Kommission auf dem durchaus richtigen Stamdpunkt steht, dass mit (einer der Muehe, Arbeit und Kosten entsprechenden Beteiligung unserer Mitglieder nur dann zu rechnen] ist, wenn man auslaendische Redner bringt, die von ueberragender Bede utung sind und schon durch ihren Namen allein, Besucher anziehen. Unsere Kultur-Kommission wird versuchen, im kommenden Geschaeftsjahre in Zusammenarbeit mit der Centra einige besonders prominente Persoenlichkeiten fuer uns zu gewinnen. Wenn wir von Kulturarbeit sprechen muss auch unsere Gemeindebibliothek erwaehnt werden. Sie besteht z. Zt. aus ueber 400 Baenden, die unseren Mitgliedern jederzeit zur Verfuegung stehen. Leider machen nur sehr wenige Mitglieder von unserer Gemeindebibliothek Gebrauch. Das ist ausserordentlich bedauerlich, da wir gerade in den letzten vergangenen Jahren wertvolle Buecher, besonders juedischen Inhaltes, unserer Bibliothek einverleibt haben. Die wichtigste Kulturarbeit unserer Gemeinde wurde von unserem Boletin Informativo geleistet. Unserem bewaehrten und verdienstvollen Chefredakteur Hans Kaufmann und seinem M i t a r b eiter Herrn Hans Engel ist es gelungen, auch im vergangenen Jahre wieder das ausserordentlich hohe Niveau zu bewahren, das unser Gemeindeblatt schon seit Jahren hat. Unser Gemeindeblatt erfreut sich im In-und Auslande des groessten Ansehens. Es wird, das kann ich mit berechtigtem Stolz hei vorheben, allgemein als das beste Gemeindeblatt S u e damerikas angesehen. Ganz besonders moechte ich auf die hervorragende Jubilaeumsnummer hinweisen, die ein getreues Abbild |der Entwicklung des juedischen Lebens innerhalb der letzten 25 Jahre in Chile und in der ganzen Welt bot. Unsere Presse-Kommission hat sich entschlossen, von dieser Jubilaeumsnummer an die iaeussere Form unseres Gemeindeblattes etwas zu modernisieren. Geblieben ist aber der hervorragende Inhalt, die Dynamik und der weitgespannte Rahmen, drei Eigenschaften, die unser Gemeindeblatt von jeher charakterisiert haben. Besonders moechte ich die Kinderbeilage, die Voz Infantil, unseres Gemeindeblattes erwaehnen, die das Igroesste Interesse aller unserer Mitglieder und vor allen Dingen unserer Kinder erweckt. In diesem Jahre hat die Rekordzahl von 51 Kindern ¡mit Begeisterung an der Voz Infantil mitgearbeitet, denen wir saemtlich im Verlaufe einer kleinen Feier Praemien fuer ihre Arbeit ueberreicht haben. ( Ich danke allen Mitgliedern der Presse-Kommission, unserem Chefredakteur Hans Kaufmann und der Redakteurin unserer Voz Infantil, ¡Frau Marianne Tobias aufs Herzlichste fuer ihre Mitarbeit, und spreche ihnen im Namen unseres Direktoriums unsere vollste und dankbare Anerkennung aus. Eine weitere wichtige Einrichtung unserer Gemeinde ist unser Schiedsgericht, das auch im vergangenen Jahre in einer grossen Anzahl von Faellen —auch von Nichtmitgliedern unserer Gemeinde— in Anspruch genommen worden ist. Den Herren Vorsitzenden und den Herren Schiedsrichtern danke ich ebenfalls von! dieser Stelle aus fuer ihre hingebungsvolle Taetigkeit, durch die sie vermieden haben, dass Streitigkeiten unter Juden vor die ordentlichen Gerichte kommen. Den juedischen Fonds wie Keren Hajessod und Keren Kajemeth haben wir auch im vergangenen Jahre unsere besondere Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Mit den Ergebnissen unserer Sammlungen hierfuer koennen wir ausserordentlich zufrieden sein. DACH — UND SCHWESTER- 1 ORGANISATIONEN I In unserem Hause haben, wie auch in den vergangenen Jahren, unsere befreundeten Organisationen Ihre Zusammenkuenfte und Veranstaltungen abgehalten. Ich erwaehne hier in erster Linie die A. T. I., die Wizo, die Lögen und andere mehr. Wir haben versucht, unseren Freunden den Aufenthalt bei uns so angenehm wie moeglich zu gestalten. Ich glaube, dass uns dies gelungen ist, nicht zuletzt mit Hilfe unserer Oekonomin Frau Jenny Vogel, die auch im vergangenen Jahre sich wiederum bemueht hat, allen an ¡sie gerichteten Forderungen mit Erfolg zu entsprechen. Wir haben, wie Sie alle wissen, im vergangenen Geschaeftsjahre im grossen Saale unseres Gemeindehauses eine neue Beleuchtung iegen lassen, die ausserordentlich zur Verschoenerung des Raumes ¡beitraegt. Unsere Beziehungen zu unserer Dachorganisation, der Centra, sind nach wie vor die denkbar besten und freundschaftlichsten. Leider war es dem Generalsekretaer ¡und dem Berichterstatter aus persoenlichen Gruenden nur moeglich, an der kuerzlich am 19.4 in Montevideo stattgefundenen Sitzung des Direktoriums der Centra teilzunehmen, waehrend wir uns bei den beiden vorhergehenden Sitzungen entschuldigen mussten. Wir haben von dieser letzten Sitzung wertvolle Anregungen mitgebracht, die sicherlich fuer unsere Gemeinde ihre Fruechte tragen werden. Im Aufträge der Centra hat unser Rabbiner Loewenstein die Gemeinden von La Paz, Cochabamba, Asuncion und Cordoba besucht. Diese Gemeinden haben sich bei uns dafuer bedankt, dass wir einen unserer Rabbiner zu ihnen entsandt haben und wir damit die Kleingemeinden auf diesem Kontinent unterstuetzen.. Herr Rabbiner Loewenstein hat — wie ich bereits erwaehnte — auch das internationale Jugendfuehrerlager der Centra in Piriapolis im Februar dieses Jahres geleitet. Wie ins von der Centra mitgeteilt worden ist, hat Rabbiner Loewenstein hierbei sehr gute Erfolge erzielt. Freundschaftliche Ba n d e verbinden uns, wie seit Jahren, mit] unseren Schwestergemeinden in der Provinz und zwar nicht ¡nur mit der Comunidad Israelita von Valparaiso, sondern vor allem auch mit den Kleingemeinden im Sueden des Landes. Hierbei moechte ich erwaehnen, dass Herr Rabbiner Lubliner im Aufträge der Federación Sionista die Gemeinde Valdivia besucht und dort u. a. Kulturabende veranstaltet l hat, die grossen Anklang gefunden haben. Ein besonderer Wort ueber unsere Beziehung zu den anderen Organisationen des Jischuw: Wie ich schon vor einem Jahr dargelegt habe, sind wir immer bereit, an jeder Stelle mitzuarbeiten, wo man uns / braucht und wo man uns benoetigt. So ist der Pro-Sekretaer unserer Gemeinde, Generalsekretaer der Federación Sionista, der General-Sekretaer der Gemeinde und der Berichterstatter gehoeren dem Comité Representativo als Beisitzer bezw. als Vize-Pr aesident an. Eine besonders grosse Anzahl unserer Mitglieder ist im Vaad Hajinuj an leitender Stelle taetig. Zwei Schluesselstellungen, die des Generalsekretaers und des Leiters der paedagogischen Kommission, ¡werden von Mitgliedern unserer Gemeinschaft mit groesstem Erfolge bekleidet, waehrend eine Anzahl anderer Gemeindemitglieder als Direktoren dem Vaad Hajinuj angehoeren. Dem Vaad Hajinuj lassen wir unsere besondere Unterstuetzung schon seit vielen Jahren angedeihen, unser Schatzmeister wird Ihnen dann in seinem Bericht wiederum eine erhoehte Subvention fuer das kommende Geschaeftsjahr vorschlagen. Hierzu sind wir berechtigt und verpflichtet, denn, wie ich Ihnen schon an anderer Stelle dieses Geschaeftsberichtes darlegte, gibt es fuer eine juedische Gemeinde keine wichtigere Arbeit als die Jugenderziehung. Wir freuen uns, dass die Anzahl der Kinder aus unserer Gemeinschaft, die die Schulen des Vaad Hajinuj besuchen, von Jahr zu Jahr steigt, und dass immer mehr Eltern die Notwendigkeit einsehen, ihren Kindern jn juedischer Umgebung juedische Erziehung angedeihen zu lassen. Wir wuenschen von ganzem Herzen, dass die Zahl dieser Kinder immer weiter waechst und wuenschen vor allem, dass auch Eltern von Kindern, die andere Schulen besuchen, an oeffentlichen Veranstaltungen des Vaad Hajinuj teilnehmen. Ende des letzten Schuljahres fand dort die Feier der Graduation von 51 Kindern statt, die bisher groesste Zahl von Jungen und Maedchen, die unsere Schule verlassen haben. Es war eine Feier, die auf jeden Anwesenden tiefsten Eindruck machte und die sicherlich in manchen Eltern die Ueberzeugung geweckt haette, dass sie ihre Kinder ebensogut dem Vaad Hajinuj anvertrauen koennen wie auslaendischen, als besonders vornehm geltenden Schulen. Von ganz besonderer Herzlichkeit sind unsere Bezie- (Fortsetzung Seite 6)