Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 3 (Marzo, 1964)
- Date
- 1964-03-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 BOLETIN INFORMATIVO MARZO 1964 NOTICIAS DEL IRGUN OLEI CHILE Un aspecto de la manifestación ofrecida por el Irgún Olei Chile al grupo de turistas Chilenos que recientemente visitaron el país. El 28 de Enero, el Irgún Chile realizó en los salones del Beit Zionei América una recepción en honor de los turistas chilenos que pocos días antes habían llegado al país en un vuelo especial. La reunión dió lugar al encuentro de más de 250 pers o n a s entre invitados y miembros de la colectividad chilena en Israel, que acudió a saludar a familiares y amigos. Allí volvieron a encontrarse viejos amigos, que entre abrazos y demostraciones de afecto dieron cuenta, unos a otros, de sus vidas en Israel y en Chile. Como invitados de honor asistieron la señora Perla de Arón, Presidenta de la wizo de Chile, el Dr. Hans Reich, Presidente de la Sociedad Cultural Israelita “B’ne Jisroel” y Vicepresidente de! Comité Representativo, la señora Chifra Lifson, Vicepresidente de la Wizo de Israel, la señora Fai Grover, del Ejecutivo de la Wizo mundial, el señor Moshe Kitrón, Presidente de la Organización Latinoamericana en Israel, representantes de la Agencia Judía y otras personalidades israelíes. Frente a mesas servidas, música y canciones israelíes el Presidente del Irgún, don Eduardo Flatau, dio la bienvenida a los visitantes, deseándoles una feliz y fructíra estadía. Luego, en breves palabras, explicó las funciones del Irgún Olei chile, que está destinado a orientar y alentar a los olim llegados de Chile y, al mismo tiempo, prestarles el apoyo moral que tanto necesitan los recién llegados. El Irgún Olei Chile es una dirección a la cual pueden dirigirse todos los chilenos residentes ,en Israel. A continuación, los visitantes fueron saludados por el Presidente de la Organización Latinoamericana en Israel, señor Moshé Kitrón, quien entre otros conceptos expresó la necesidad de que los judíos visiten Israel, aunque sea en calidad de turistas. El señor Hans Reich manifestó su satisfacción por las realizaciones del Estado de Israel, por el progreso que se puede notar a simple vista y al mismo tiempo elogió la labor del Irgún Olei Chile en sus tareas de recepción a los Olim de Chile. El acto fue cerrado por el Dr. Jaime Motlis, Secretario del Irgún, quien se refirió a los sentimientos de amistad y agradecimiento que los judíos de Chile residentes en Israel guardan hacia aquel país. El acto que fue dirigido por don David Ilevicky, fue una manifestación de camaradería del Yishuv chileno en Israel, y al mismo tiempo constituyó una nueva demostración de los lazos que unen a los judíos chilenos residentes con Chile. ALS ANGEKLAGTE... (Fortsetzung von Seite 5) beweisen zu wollen, dass Juden zu grossen und guten Taten faehig seien. Diese Behauptung macht ihn —weit mehr als die jetzt von der Verteidigung inszenierte und fuer die protestantische Umwelt bestimmte Vertiefung in die Bibel— wenn nicht unserer Sympathie, so doch unseres Mitleids wuerdig. Denn so erscheint in diesem komplizierten und dunklen ¡Bild von der Ermordung des Praesidenten Kennedy, das wohl nie ganz aufgehellt werden kann, ein Winkel im grellen Schlaglicht dieser Zwangsvorstellung, dieser irren Kurzschluss-Idee: der Jude, der des geliebten Praesidenten Tod raecht! Der andere Aspekt, der uns besonders interessieren kann, bezieht sich auf den ¡Missbrauch, den die antisemitischen Hetzer in USA und sonstwo in der Welt mit dem Fall dieses minderwertigen Gangsterlehrlings treiben werden. Das ist eine Tatsache, der wir uns nie werden entziehen koennen, dass wir uns von juedischen Delinquenten vor der Umwelt nicht nur glauben distanzieren zu muessen, weil sie Delinquenten sind —wie dies in jedem normalen Volk geschieht—, sondern auch weil sie Juden sind. Gewaltiger Irrtum! Kein Volk hat nur Nobelpreistraeger, noch nicht einmal nur Tempelbesucher oder Musterschueler. Und was uns die Geschichte mitgespielt hat, war gewiss nicht dazu angetan, uns in ein solches Volk 2U verwandeln. ATSCHEKA DER SOZIALREFORMER FRANZ OPPENHEIMER Franz Oppenheimer, der hervorragende Soziologe, Nationaloekonom und praktische Sozialreformer, dessen 100. Geburtstag auf den 30. Maerz faellt, ist mit den Anfaengen der zionistischen Bewegung und der nationalen Kolonisation in Palaestina aufs innigste verbunden. Seiner zu gedenken ist fuer uns Juden umso wichtiger, als auch ausserhalb unserer Reihen mit Recht auf die umfassende Lebensarbeit dieses* Gelehrten hingewiesen werden wird, der u. a. zu den Lehrern des neuen deutschen Bundeskanzlers Prof, Erhard gehoert. Aus einem Rabbinerhause stammend, doch ohne eigene juedisch-religioese Interessen hatte der junge Franz Oppenheimer Medizin studiert und sich zunaechst als* Arzt in Berlin niedergelassen, der Stadt seiner Geburt und seines Studiums. Doch uebte er die aerztliche Taetigkeit nur etwa fuenfzehn Jahre hindurch aus bis zu dem Augenblicke, da er sich ganz der Wissenschaft der Soziologie und der Nationaloekonomie, die ihn schon immer gefesselt hatten, zuwandte. Er wurde Dozent und bekleidete dann von 1919 bis 1929 eine ordentliche Professur fuer diese Faeeher an der Universitaet Frankfurt a. M. Franz Oppenheimers Lehren und Schriften, vor allem die Buecher “Der Staat” “Grossgrundeigentum und soziale Frage”, “System der Soziologie”, nehmen von der grundsaetzlichen Auffassung ihren Ausgang, dass* nicht der revolutionaere oder radikale Sozialismus geeignet ist, eine Loesung der sozialen Frage herbeizufuehren, sondern dass eine Synthese zwischen Sozialismus und Liberalismus gefunden werden muesse und dass die ungleiche und ungerechte Bodenverteilung die eigentliche Ursache aller sozialen Unzufriedenheit sei; ohne eine echte, durchgreifende Agrarreform auf genossenschaftlicher Basis gaebe es keine wirkliche Loesung. Die Bekanntschaft mit Dr. Theodor Herzl, dem genialen Schoepfer der zionistischen Bewegung,, fuehrte dazu, dass Franz Oppenheimer auf dem 6. Zionistischen Weltkongress zu Basel (1903) erschien, um dort fruehere, ln seiner norddeutschen Heimat gemachte Erfahrungen auf dem Gebiet der genossenschaftlichen Siedlung nunmehr im Hinblick auf die kuenftige praktische Kolonisation in Erez Israel zu vertreten. Er wurde damals zum Mitglied der sogenannten “Palaestina-Kommission” gewaehlt, um fortan in der Bewegung mitzuarbeiten, nachdem auch die Erscheinung Herzls', seine hohe Kultur und schriftstellerische Bedeutung ihn, den um vier Jahre Juengeren, tief beeindruckt hatten. Dem Hamburger (9.) Zionistenkongress von 1909 unterbreitete Oppenheimer bereits Vorschlaege zur Errichtung landwirtschaftlicher Genossenschaften in jenem gleichen Jahre, in welchem unter Dr. Arthur Ruppin’s Leitung die ersten zionistischen Siedlungsversuche im Lande begannen. Die Kolonie Merchavia ist von Oppenheimer mitbegruendet worden. Es war die waehrend seiner Arztpraxis in den Berliner Proletariervierteln gewonnene praktische Anschauung der sozialen Probleme, die Franz Oppenheimer, dessen Schwester Paula die Frau des Dichters Richard Dehmel geworden war, zur Beschaeftigung mit Wirtschaftstheorie und Sozialpolitik gefuehrt hatte. Mittels solcher Untersuchungen war er dann zur eindeutigen Ablehnung des kapitalistischen Wirtschaftssystems gelangt, des'sen Entstehen und Charakter er in vielen Veroeffentlichungen gruendlich behandelte. An die Stelle des Bodenmonopols und der damit verbundenen Machtstellung des Feudalismus erstrebte Oppenheimer eine vom Druck des Monopolismus befreite, auf sozialer Gerechtigkeit und freier Konkurrenz beruhende Markt Wirtschaft. Im Gegensatz aber zu anderen sozialistischen . Richtungen lehnte er die planwirtschaftliche Regelung von Produktion und Verteilung ab. Mit ihnen allen, den Vertretern marxistischer Auffassungen und bedeutenden Theoretik e r n der Volkswirtschaft, pflegte er sich in seinen zahlreichen Schriften auseinanderzusetzen. Prof. Dr. Oppenheimer war als Hochschullehrer ungewoehnlich beliebt und seine Vorlesungen erfreuten sich starken Zuspruchs. In spaeteren Jahren, gegen Ende der Frankfurter Lehrtaetigkeit, galt seine wissenschaftliche Taetigkeit vorwiegend der Soziologie. In dem bereits erwaehnten fuenfbaendigen Hauptwerk “System der Soziologie” macht er den grossartigen Versuch, wie es ein Gelehrter ausdrueckt, “dem Begriff der Gewalt in der Sozial— und Wirtschaftsgeschichte in allen ihren Formen illusionslos nachzuspueren und so die Pathologie" des durch die Gewalt entarteten Menschen zu schreiben”. Die Stellung dieses' Mannes innerhalb der juedischen Geistes'welt war so angesehen, dass er damit betraut wurde, die Festrede an jenem denkwuerdigen 1. April 1925 zu halten als auf dem Scopusberge bei Jerusalem die “Hebraeische Universitaet’ in Anwesenheit von Lord Balfour, Sir Herbert Samuel, Prof. Chaim Weizmann und des Oberrabbiners von Erez Israel, Raw Abraham Kuk Hakohen, feierlich eroeffnet wurde. Fast zur gleichen Stunde sprach Franz Oppenheimer in. einer festlichen Kundgebung zu Berlin inmitten einer illustren Gesellschaft auch vidier Nichtzionisten, die damals, nicht zuletzt durch Franz Oppenheimer, fuer die “Gesellschaft der Freunde der Hebraeischen Universitaet” gewonnen wurde. Als eine der massgebenden Autoritaeten auf dem Gebiet der landwirtschaftlichen Siedlung wurde der Gelehrte im Jahre 1926 von der Zionistischen Exekutive beauftragt, den damaligen Stand der Kolonisation im Lande zu untersuchen und hierueber zu berichten. Er hat dann manches Kritische gesagt ueber Kibbuzim und Kwuzoth, derer Struktur durchaus nicht seine Vorstellungen von einem “Liberalen Sozialismus” entsprachen. Doch enthielt Oppenheimers umfangreiches Gutachten genug Positives, Anerkennendes ueber den nationalen Aufbau der juedischen Heimstaette, um, zusammen mit anderen ßachverstaendigenberichten, eine geeignete Grundlage zu bilden, die denjenigen Instanzen vorgelegt wurde, die ueber das Abkommen mit den nichtzionistischen Freunden fuer die “Erweiterte Jewish Agency” die sogenannte “Buendnispolitik” (1929) zu entscheiden hatten. Franz Oppenheimer hat sei ne Lebenserinnerungen in einem sehr fesselnden Buche mit dem Titel “Erlebtes, Erstrebtes, Erreichtes” (1931) publiziert. Hier und in einer anderen Schrift distanzierte er sich von der deutschen Sozialdemokratie, die, und dies war seine Meinung schon viele Jahre zuvor, laengst den einstigen Elan, die Beigalsterungsfaehigkeit fuer ein Ideal, verloren habe. Oppenheimer war nicht ueberrascht und dies im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung - als die Massen der deutschen Arbeiterschaft mit Enthusiasmus zu den Fahnen eilten, um Wilhelm II und seinen Militaristen blinden Gehorsam zu leisten, obwohl 'di ei ijozlajl Ls tischen Airbeiter nicht sehr lange zuvor vom Kaiser als “vaterlandslose Gesellen” bezeichnet worden waren. Die weiter Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie zu einer Partei “kleinbuergerlicher Liberaler”, die in gutausgebauten sozialen Kranken— und anderen Versicherungen das letzte ereichbare Ziel sahen, ist von Franz» Oppenheimer vorausgesehen worden. Zu einem erheblichen Teile duerfte dieses Bild auch fuer die Gegenwart zutreffen. Im “Dritten Reiche” gab es fuer ihn keine Existenzmoeglichkeit mehr, doch lehn te er einen Ruf an die Jerusalemer Universitaet ab und ging nach USA. In Los Angeles starb er am 1. Oktober 1943 in seinem 80. Lebenswahr. Von dort aus hatte er in seinen letzten Lebensjahren noch einige Male seine Stimme erhoben, um fuer die Zeit nach den Siege der Alliierten eine strenge und gerechte Aburteilung der deutschen Kriegsverbrecher, aller schuldigen Nazis und Militaristen, die totale deutsche Entwaffnung und eine solche Neuordnung zu fordern die es den Kriegstreibern fuer immer unmoeglich machen muess’e, ihr gefaehrliches Spiel zu wiederholen. Doch den wirklich Unschuldigen, den politisch-Verfuehr ten, die ihren Irrtum einsehen wuerden, stellte er Gnade und menschlich — wuerdige Behandlung in Aussicht. Franz Oppenheimer sollte weder das Kriegsende noch drei Jahre spaeter die Errichtung des Staates* Israel erleben; in beiden Faellen waere er sehr gluecklich gewesen. CURT WILK