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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1964-02-01 · 2 (Febrero, 1964) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVI (1964)
Issue
2 (Febrero, 1964)
Date
1964-02-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 FEBRERO 1064 BOLETIN INFORMATIVO EIN BEWEGTER JAHRESWECHSEL Von FREDERICK R. LACHMAN (New York) Die Monate um die Jahreswende haben eine Reihe von tragischen und erfreulichen Ereignissen mit sich gebracht, auf die die juedische Bevoelkerung der Vereinigten Staaten mit grosser Intensitaet reagiert hat. Zugegeben: in den meisten Faellen handelt es sich um Ereignisse, die von einschneidender Bedeutung fuer die gesamte Bevoelkerung der US, fuer die gesamte Welt-Judenheit, ja fuer die gesamte Welt gewesen sind. Alle aber haben entweder eine ganz besondere Bedeutung gerade fuer Nordamerikas Juden oder haben, aus verschiedenen Gruenden, ganz besondere Reaktionen hier ausgeloest. An erster Stelle steht naturgemaess die Ermordung des Praesidenten Kennedy. Der Schock, der, von der Texas-Stadt Dallas ausgehend sich auf die ganze Welt uebertragen hat, war unter den Juden der US besonders stark — nicht nur, weil Juden das Gebot “Du sollst nicht morden!’’ mit ausserordentlichem Nachdruck empfinden, sondern weil John F. Kennedy fuer sie, vor allem fuer die aus Mitteleuropa eingewanderte erste Generation, eine ganz spezielle Bedeutung hatte. Hier war ein Praesident, der als geistiger Mensch erster Ordnung und —gemeinsam mit seiner Gattin-- Vorkaempfer auf kulturellem Gebiet, eine fuer die Vereinigten Staaten sensationell neuartige Atmosphaere geschaffen hatte, in der sich die Jugendkraft dieses Landes mit den hoechsten Kulturwerten der alten Welt zu einer wunderbaren Synthese vereint hatte. Was —vom politischen Geschehen abgesehen— in Washington vorging, erinnerte in denkbar bester Weise an die Zeiten, da Berlin, Wien, Prag, Budapest Kulturzentren fuer die ganze Welt gewesen waren. Fuer eine viel zu kurze Spanne Zeit war Washington eine Stadt, in der man seine Existenzberechtigung nachwies, indem man mit Shakespeare -Zitaten um sich warf und sich mit moderner Dramatik und Musik auseinandersetzte. Der greise Dichter Robert Frost, der bei Kennedys Ver- LEBENSSTANDARD IMMER HOEHER David Horowitz, der Gouverneur der Bank of Israel, veroeffentlichte im “Davar” einen Artikel, in dem er seine Argumente für die Aufrechterhaltung der Wirtschaftsstabilitaet zusammenfasst. U. a. finden sich darin folgende Feststellungen; Es ist Tatsache, dass 54% der Bewohner dieses Landes Eigentümer ihrer Wohnungen sind. Etwas Aehnliches gibt es in keinem Land, mit Ausnahme der rückschrittlichsten, in denen die laendliche Bevoelkerung unter den primitivsten Wohnbedingungen haust. Auch die sozialen Dienste in Israel stehen auf einem hohen Niveau. In den USA bedeutet für einen Arbeiter eine schwere Krankheit wirtschaftlichen Ruin, bei uns nicht. Selbst Slums gibt es bei uns weniger als in den meisten anderen Laendern. Es ist zwar richtig .dass ein Teil der Bevoelkerung —etwa 10% der Gesamtzahl— gerade an oder unter der Grenze des Existenzminimunms lebt, aber (selbst ihr Lebensstandard steigt. Hinzu kommt, dass unter den herrschenden Bedingungen der Vollbeschaeftigung und der Tendenz zum allgemeinen Ansteigen der Einkommen dieser Teil der Bevoelkerung zahlenmaessig ,wie absolut immer geringer wird. Subsidien, die Gegenstaende des taeglichen Bedarfs verbilligen, sowie Dienstleistungen werden vom Staat gewaehrt. Die Fahrtspesen gehoeren bei uns mit (zu den niedrigsten der Welt. Dank dieser Methoden und einer progressiven Steuerstaffelung sind die sozialen Unterschiede bei uns so niedrig wie nirgends auf der Welt. Da die Arbeiter etwa 2/3 der Bevoelkerung ausmachen und ein erheblicher Teil der übrigen Bevoelkerung aus Menschen besteht, der sogar noch unter dem Standard der Arbeiter lebt, liegt die Loesung der sozialen Probleme bei uns nicht in der Hauptsache in einer Neuverteilung des Nationaleinkommens, sondern vor allem in seinem Anwachsen. Der Lebensstandard ist eine Funktion verschiedener Funktionen wie Subsidien für Haeuserbau, Transportwesen, Gesundh eitsdienst und Schulwesen. So kommt , es, dass der allgemeine Lebensstandard bei uns viel hoeher ist als der Vergleich mit Loehnen und Gehaeltern anderer Laender rechtfertigt, obwohl selbst unsere Nominalloehne sich schrittweise allmaehlich dem Standard vieler westeuropaeischer Laender naehern. Hinzukommt folgendes: eine moeglichst gerechte Einkommensverteilung und die enormen Subsidien für Wohnungsbau, Schulwesen, lebenswichtige Artikel des taeglichen Bedarfs und für die Gesundheitsdienste Verbessern die wirtschaftliche Lage weiter Teile der Bevoelkerung wesentlich mehr, als sich auf der Basis eines blossen Vergleiches der Pro-Kopf-Einkommensverhaeltnisse m i t volkreicheren Laendern ermessen laesst, denn dort gibt es eine sehr grosse Anzahl von reichen Leuten, die die Durchschnittsziffer nach oben schnellen lassen, ohne dass dadurch breite Schichten profitieren. Alle diese Entwicklungen sind zweifellos positiv zu werten. Wir gehen von der Grundkonzeption, aus die Wirtschaft ist ein Instrument und gibt die Mittel an die Hand, den Menschen den hoechstmoeglichen Lebensstandard zu verschaffen. So gesehen liegt eigentlich kaum Grund für die jetzige weitverbreitete Unzufriedenheit vor. Es ist notwendig, den Prozess( der Erhoehung des Lebensstandards) fortzusetzen und die minderbemittelten Schichten daran teilnehmen zu lassen. Das kann aber nur schrittweise erfolgen, indem wir uns mehr und mehr eidigung eine Dichtung vorgetragen hatte, war nicht nur ein Symbol gewesen — er war, wie die erste Schwalbe, der Sendbote, der eine* neue Aera ankuendigte. Wenige Wochen vor seinem tragischen Tode hatte Praesident Kennedy die deutsche Bundesrepublik besucht, und seim Besuch in Koeln, Frankfurt, Bonn und Berlin hatte sich zu einer Triumph - tour sondergleichen entwikkelt. Die “Deutsche Wochenschau” hatte einen Farbfilm der ganzen Reise aufgenommen, der dazu bestimmt war, in den Vereinigten Staaten mit grossen Fanfaren vorgefuehrt zu werden. Stattdessen wird er nur in engeren Kreisen und ohne allzu grosses Aufsehen gezeigt und die ersten, die ihn, neben der Washington und New Yorker deutschen Kolonie, zu sehen bekamen, waren die deutschen Juden. Als man seinerzeit Kennedys Empfang in Deutschland und die jubelnd e n Hunderttausende a m Fernseh-Bildschirm gesehen hatte, war man gerade in deutsch-juedischen Kreisen peinlich beruehrt; peinlich, weil man sich noch zu gut daran erinnerte, wie dieselben M e n s c henmassen in Deutschland einem anderen “Fuehrer” zugejubelt hatten. Erst die geradezu unglaubliche Trauer der ganzen bund e s deutschen Bevoelkerung nach dem Tode Kennedys hatte den Skeptikern bewiesen, dass es der exzeptionellen Persoenlichkeit und dem Charme dieses jungen Praesidenten wirklich gelungen war, die Herzen der deutschen Bevoelkerung zu (erobern. So konnte man denn unvorreingenommen den grossartig gemachten Film sehen und noch einmal Abschied nehmen von dem Manne, der gerade in diesem Film so voller Leben und strahlender Jugendlichkeit erscheint, wie man ihn kauri je zu sehen Gelegenheit gehabt hatte. —O— Praesident Johnsons bekannte und bewaehrte Haltung der juedischen Bevoelkerung gegenueber war fuer die Judenheit der US eine grosse Beruhigung. Interessanterweise waren zwei seiner ersten offiziellen Besuche in der juedischen Kollektivitaet erfolgt; der eine, als er die, in der Naehe seiner Ranch gelegene Synagoge der Gemeinde von Austin besuchte — die andere, als er in einer New Yorker Synagoge an den Trauerfeierlichkeiten fuer den verstorbenen Herbert Lehman teilnahm, auf die Früchte unserer eigenen Anstrengungen und Bemühungen stützen und weniger auf den ungeheuerlichen Kapitalimport, der seit Staatsgründung über fünftausend Millionen Dollar betrug. Dies heisst nicht, anzuregen, den Lebensstandard zu senken oder auch nur sein weiteres Ansteigen zu hindern. Das Problem ist nur, wie man sein Ansteigen in galoppierendem Tempo verhindert und gleichzeitig dafür sorgt, dass das Nationaleinkommen so gleichmaessig wie moeglich verteilt wird. (“Canfit”) i-EI SONDER-BERICHT FÜR DAS B.I. der als Gouverneur des Staaihm seinem Auftreten innertes New York, als Senator halb des Judaismus mehr und als einer der fuehrenden Notiz nehmen solle. Auf der Maenner der demokratischen anderen Seite hat der ortho- Partei sein ganzes Leben doxe Rabbiner Norm ajn zwischen einem oeffentlichen Lamm ln einem Artikel in Wirken und eine, meist im dem Magazin “Jewish Life” Verborgenen geuebten ungeerklaert, die Juden reagierw o e h n 1 i ch grosszuegigen ten auf die Moeglichkeit ei- Wohltaetigkeit fuer juedische ner Entscheidung des Kon- und allgemein-amerikanische Zils, wonach sie nicht kollek- Zwecke geteilt hatte. tiv am Tode yon Jesus Waehrend es feststeht, dass Schuld seien, “im allgemei- Praesident Johnson in den nen unvernuenftig, unausgekommenden Wahlen der Praeglichen, zu sehr gefuehlssidentschafts-Kandidat der maessig, im Sinne ihrer demokratischen Partei sein Wunschtraeume und extrawird, kaempfen eine Reihe vagant dankbar”. Besonders von Politikern um die repuin Bezug auf diesen letzten blikanische Kandidatur, un- Punkt stellt er nachdruekter ihnen als fanatischster klich fest unsere “Wuerde Reaktionaer Senator Barry sollte es uns nicht erlauben, Goldwater. Ein Satz, den eindas Ende einer Ungerechtig - mal der bekannte Schriftkeit als eine Gunst dem Opsteller und Journalist Harry fer gegenueber zu betrach- Golden geschrieben hatte, ten”. trifft genau auf Goldwater Immerhin haben die Verzu. “Ich war immer uebersuche der katholischen Kirzeugt”, schrieb Harry Golden, che, die zwischen ihren ver- “dass, wenn einmal ein Jude schiedenen Zweigen beste- Praesident der Vereinigten hende Kluft zu ueberbruek- Staaten werden sollte, er ein ken, in doppeltem Sinne hier Presbyterianer sein wuerde”. zu Ergebnissen gefuehrt: auf Goldwater hat den foeder einen Seite versucht man ruehmten juedischen Grossmit Erfolg in New York und vater, der ihm mancherlei in anderen Staedten, eine antisemitische Anpoebelun- Einheitsfront der drei grosgen einbringt, zumal er ihn sen Religionen zu schaffen, g e 1 e gentlich zur Sprache um gemeinsam Fragen rasbringt, vor allem, wenn er sistischer Vorurteile, Fragen die Juden der US, die in ihvon ' Erziehung, Wohnungsrer Majoritaet demokratisch Probleme, Arbeitstagen und sind, auf seine Seite ziehen anderes zu loesen. So findet will, was ihm nicht gelingt, beispielsweise in New York So ist ihm der juedische am 25. Februar eine Konfe- Grossvater auf der einen Seirenz statt, deren Patrone der te hinderlich und auf der New York Board of Rabbis, andern nicht nuetzlich. Man der Protestant Council of schreibt uebrigens Goldwa- New York und die Roemisch ter eine Aeusserung zu, die Katholische D i o e zese ist. sich auf einen Golfklub be- Bürgermeister Wagner hat zieht. (Golf wird bekanntlich den Monat Februar fuer New auf einem Feld mit 18 Loe- York zum “Monat der Reiichern gespielt). Der Golfklub gion und Rasse” erklaert. hatte ihm als Mitglied seiner Auf der anderen Seite bejuedischen Herkunft wegen kommen all jene innerjuediabgelehnt, worauf er an den sehen Bestrebungen einen P r a e s i denten des Klubs neuen Impuls, die darauf abschrieb und fragte, ob man zielen, fuer die Judenheit ihn nicht vielleicht statt der der Vereinigten Staaten eine 18 wenigstens 9 Loecher spiezusammenfassende, u e b erlen lassen wuerde er sei nur geordnete Spitzenorganisa- Halbjude... tion zu schaffen, die in der _O_ Lage waere, namens der Ju- Wie allenthalben innerhalb den der US zu sprechen und der Welt judenheit, hat das zu handeln. Leider sind die Oekumenische Konzil und Aussichten fuer eine Verwirk - der paepstliche Besuch im lichung dieser schoenen und Heiligen Land bei den hlesinützlichen Idee zur Zeit gen Juden groesstes Auf»egleich Null. Wie sollte man hen erregt, und die Komauch eine Einheit zustande mentare werden durch zwei bringen zwischen den Juden Extreme charakterisiert. Auf der verschiedenartigsten kuider einen Seite hat der beturellen Herkunft, der verdeutende Reform-Rabbiner schiedenartigsten Einstellung Maurice N. Eisendrath, der zur juedischen Religion und Union of American Hebrew zum juedischen Volk — vor Congregations, erklaert, die allem aber, wenn man an jeneue Haltung der Kirche den ne irregeleiteten Jugendli- Juden gegenueber sollte juechen denkt, die, selbst fromdischerseits zu einer Gegenme Juden, glaubten, am be- Geste fuehren — dazu naemsten gegen Massnahmen der lieh, dass man der Figur von Israel-Regierung pro testie- Jesus als einem Rabbi seiner ren zu koennen, indem sie Zeit zum mindesten in histoan das Israel-Konsulat in rischem Sinne mehr Gerech- New York... Hakenkreuze tigkeit angedeihen und von schmierten. KEBEN KAJEMETH LEJISRAEL ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telegramme Blumen-Abloesungspenden, Baeume. i Goldenes Buch, Bar-Mlswah-Buch, Kinder-Buch des KKL. i Telefonische Bestellungen: 398101 (Gemeinde) oder 87101

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