Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 2 (Febrero, 1964)
- Date
- 1964-02-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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FEBRERO 1964 3 BOLETIN INFORMATIVO PURIMGEDANKEN DAS AUSLAND SCHREIBT DIE VERWUENSCHUNG AMALEES Ven KURT WILK “Krieg fuehrt der Ewige gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht“. (2. Buch Moses 17,16) Von uns Juden wird gesagt dass wir ein Volk mit einem guten Gedaechtnis seien; weder das Gute, das wir erfahren, noch das Schlechte, das man uns zufuegt, wuerde von uns vergessen werden. Doch das Gedaechtnis eines Volkes wird von seiner Geschichte und von seiner Nationalliteratur gebildet, und die Heilige Schrift sowie unsere Historiker erwaehnen sowohl in Dankbarkeit diejenigen, die uns gerecht behandelten, als auch im richtigen Masstabe die unendlich lange Reihe unserer Gegner, die ln jeder Generation wider uns auf traten nicht immer, um uns zu vernichten, oftmals nur, um uns fuehlen zu lassen, wie schwach und ohne wirkliche Verteidigungsmittel wir waren. Doch der Vernichtungswille der Judenfeinde kam selten so klar zum Ausdruck wie in dem heimtueckischen Uebsrfali der Amalekiter, jenem furchtbaren Angriffe, c’pm das soeben aus Mizrajim befreite Volk Israel ausgesetzt war. Und nichts ist bezeichnender fuer den Geist der juedischen Lehre, dass keine Hass— und Rachegesprochen werden gegen Aegypter, Assyrer oder Babylonier, von denen wir Unterdrückung und Knechtschaft zu erdulden hatten, sondern ausschliesslich gegen Amalek, den Inbegriff des Boescn und Rohen, der mordete aus Freude an der Vernichtung von Menschenleben und dort angriff, wo der Widerstand am schwaechsten sein musste, bei “ermatteten Nachzüglern, bei Greisen, Frauen und Kindern’’. „ Von den Fruehzeiten israelitischer Volksgeschichte ueber den Amalekiterkoenig Agag, von dem das erste Buch Samuel erzaehlt, fuehrt eine Linie zum Judenfeinde Haman, der in Persien gegen uns aufgetreten war und dessen heimtueckische Anschlaege und ihr Misslingen in der Estherrolle fuer alle Zeiten festgehalten worden sind. Doch niemals haette diese Schrift, bei aller inneren Wahrhaftigkeit und Lebensechtheit, Juden stets mit neuen Hoffnungen erfuellen und ihnen die Gewissheit des schliesslichen Triumphes ueber ihre Widersacher geben koennen, wenn sich das Wunder von Purim nicht in so vielen Generationen wiederholt, wenn nicht so oft juedische Diasporazentren in letzter Minute, wie einst im persischen Reiche, aus den Haenden der Nachfahren Amaleks errettet worden waeren. Fast 19 Jahre sind vergangen .seit der “moderne Haman”, unser brutalster und grausamster Feind, der uns die furchtbarsten Wunder unserer ganzen Leidensgeschichte zugefuegt hatte, durch die Anstrengungen der freiheitsliebenden Nationen vernichtet worden ist. Doch seine Denkungsweise und die Fuer die mir anlaesslich des Ablebens meiner geliebten Frau MARGOT LEWIN erwiesene Freunden Anteilnahme sage ich auf diesem Weß‘e allen und Bekannten meinen herzlichsten Dank HELMUT LEWIN Fuer die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Mutter und Schwiegermutter EDITH CARSCH sagen wir alien Freunden und Bekannten unseren aufrichtigen Dank. Montevideo ARNOLDO CARSCH und Frau Simón Bolívar 1485, Dept. 12 SARA YAFFE de CARSCH Fuer die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Hinscheiden unserer innigstgeliebten Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter ERNA GOLDBERGER geb. JACOB sagen wir allen Freunden und Bekannten unseren aufrichtigsten Dank. ROLF GOLDBERGER und FRAU MARGARETE geb- LEVY CLAUDIO GOLDBERGER Vaidivia, Januar 1964 Casilla 713 Wir danken herzlichst allen Verwandten, Freunden und Bekannten fuer die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem so pioetzlichen Hinscheiden meines lieben Mannes FRITZ HIRSCH L. und besonders trostreichen Worte des Herrn Rabbiner Lubliner. ANITA HORN DE HIRSCH und Familie Santiago-, den 15. Januar, 1964 seiner gefaehrlichen Komplizen lebt noch in den Hirnen von Millionen von Menschen des einstigen Wolmlandes, denen in diesen Tagen, durch den grossen Auschwitz-Prozess, wiederum und notwendigerweise mit noch schonungsloserer Eindeutigkeit als bisher gesagt werden muss, was von den Nazis' an der zivilisierten Menschheit im allgemeinen und an uns Juden im besonderen an unvorstellbaren Verbrechen begangen worden ist. Doch vielfach vernimmt man, auch von juedischen Menschen, den Ruf nach Vergeben und Vergessen. Hierzu soll gesagt werden, dass niemand ein Recht dazu hat, Verzeihung auszusprechen fuer Verbrechen, die anderen Menschen zugefuegt worden sind, und keiner der Ueberlebenden der groessten KatastroDhe in unserer Geschichte kann fuer sich das Recht in Anspruch nehmen, im Namen der Hingemordeten deren Henkern zu vergeben. Die Mahnung von Purim, dis Erinnerung an das Geschehene von Geschlecht zu Geschlecht zu bewahren, ist eine , heilig j Verpflichtung fuer jede Zeit und insbesondere fuer die unsrige, in welcher der Haman des Altertums im neuen Gewände mit vielfach anderen Methoden, doch im gleichen Geiste, von der gleichen gottlosen Gesinnung geleitet, wider uns aufstand. Es kann in der Welt keinen Raum geben fuer Amalek und uns; bleiben Amalek und Haman bei ihrem Denken und Tun, dann “streitet der Ewige gegen sie von Generation zu Generation”; d. h., modern ausgedrueckt, dass sich alle gutwilligen und friedliebenden Menschen ohne Unterschied von Herkunft, Hautfarbe, Geschichte und Glauben gegen jenen Feind von Humanitaet und Fortschritt zusammenschliessen muessen. Und, wenn der einzelne Jude vielleicht bis zu eineugewissen Grade vergeben darf, weil seine Lebensfuehrung- und Haltung ihn, wie er meint, hierzu zwingen koennten, das juedische Volk als Ganzes kann darf und will auch nicht vergessen, was Amalek ihm angetan. Purim, seine Erfahrungen und Lehren, bilden eirien Teil des juedischen Volksgedaechtnisses, an das der ewige Gott Israels immer wieder appelliert, weli Sicherheit und, Zukunftshoffnung hiervon nicht getrennt werden koennen. MITTEILUNG DES DIREKTORIUMS Mit Ruecksicht auf die Ferien wird die feierliche Einfuehrung des Herrn Kantor Baruch im Rahmen des Freitag-Abend-Gottesdienstes am 27. Maerz 1964 stattfinden. NOTICE MITTEILÜM AVir machen darauf aufmerksam, dass wir. UEBERFUEHRUNGEN bei Sterbefaellen zwischen 10 Uhr abends und 8 Uhr morgens nicht vornehmen duerfcn. ES Jahre zentraieuropaeisch-juedische Gemeinschaft in Chile 25 Jahre sind seit jenen unserem eigenen Blatt- Tagen im November 1938 zeigt diese Entwicklung in /ergangen, welche den Juihren mannigfaltigsten Asden Deutschlands die letzten pekten. Das B. I. ist'die molilusionen und Hoffnungen natliche Publikation der Soraubten, und sie der brutac i e d a d Cultural Israelita len Tatsache gegenueber “Bne Jisroel” die Gemeinde stellten, dass ihre einzige zentraleuropaeischer Juden Hoffnung die schnellstin Chile. Aus einer kleinen moegliche Auswanderung sei. “Chewra”, gegruendet von Waehrend der ersten iuenf einer Handvoll Emigranten Jahre des Nazi-Regimes war im Jahre 1938, hat sich die die Emigration eine indivi- “Bne Jisroel”, zu einer gros' duelle Angelegenheit gebliesen, bluehenden Gemeinde ben, eine lang durchdachte, vom 1.400 Familien entwikvorsichtig geplante und in kelt, die ihren .Sitz in Sanaller Ruhe durchfuehrte Vertrago hat, waehrend Schweslegung des Wohnsitzes ins tergemeinden in allen groes- Auslarid. Nach der Kristallseren Staedten Chiles exisnacht aenderte sich diese tieren. In diesem lernen Sachlage drastisch. Nur noch Land, dessen Lebensweise so von dem Wunsch beseelt voellig von der gewohnten Deutschland so rasch wie verschieden ist, haben diese moeglieh zu verlassen, konn- Menschen eine engverbundeten die Fluechtlinge sich ne Gemeinschaft geschaffen, nich mehr die Laenerluellt mit iuedischem Stolz, der aussuchen, wohin sie und mit grossem Interesse an emigrieren wollten, sondern Medinath Israel. Gleichzeimussten dorthin gehen, wo tig haben diese frueher mitnian sie auf nahm. So gelangteleuropaeischen Juden es ten viele von ihnen in Winverstanden, sich wirtschaftkel der Erde, die frueher fuer lieh, geistig und menschlich sie praktisch unbekannt wain das Leben Chiles einzuglieren, wo sie niemanden kanndern und ihre Anstrengungen ten, deren Sprache sie nicht haben offensichtlich viel zum verstanden und ueber deren oekonomischen und intellekwirtschaftlichen und geselltuellen Fortschritt des Lanschaftliche Si t u a t i o n sie des boigetragen, nichts W’ussten. Heute, 25 Jahre spaeter, ist Diejenigen unserer Leser, ts faszinierend davon zu ledenen die Vergangenheit sen, wie diese Fluechtlinge es noch klar vor Augen steht, fertig brachten nicht nur zu werden, falls sie Gelegenheit ueberleben, sondern sich, ohdazu haben, bei der Lektuene ihre Identitaet als mittelre dieser Jubilaeumsausgabe europaeische Juden aufzugestolz darauf sein, was unsere ben oder die Gefuehle ihrer Brueder in Chile —genau wie neuen Landsleute zu verletin so vielen anderen Laenzen, sich in ihre neue Umgedern, welche die Fluechtlinge bung einzugliedern, und zu aufnahmen— erreicht und geachteten und geschaetzten wie sie, trotz aller Schwierig- Buergern ihrer neuen Laenkeiten stets erhobenen HauPder zu werden. tes gelebt haben. Die Jubilaeumsausgabe des “Boletín Informativo” —einer Ueb ersetzt aus AJR-Informa- Zeitschrift nicht unaehniieh tion (London) ad Maerz. 1964 wird im Gemeindehaus in Concepción ein Internat fuer an der dortigen Universitaet studierendo juedische Studenten eingerichtet werden. In dieser AVeise wird ein grosses Problem seine Loesung finden, da die Frage der Unterbringung von Studenten in Concepción bisher immer mit nicht unerheblichen Schwierigkeiten verbunden war. Eventuelle Interessenten koennen sich an den Presidenten des Centro Dr. Epstein, Herrn Israel Rosenberg, Rengo 111 — Concepción werden. -o-- Fuer wenige Tage besuchte unseren Jischuw Herr Pinchas Shamir, Sonderdelegierter des Wirtschafts-Departements der Jewish Agency mit Sitz in Montevideo. Der. Mercaz Letarbut Israel nutzte seine Anwesenheit aus, um einen gutbesuchten Vortrag ueber i s r a e 1 i sehe Wirtschaftsprobleme zu veranstalten. -o- Den chilenischen Rekord im Gewichtstemmen. Kategorie pesado-liviano, errang Herr Werner Vogel Sohn unseres Mitglieds Kurt Vogel. -o- Auch in diesem Jahre wieder verteilte die Federación Sionista de Chile Stipendien fuer Jugend Fuehrer im Majón Lémadrij Juz Laaretz in Israel. Folgende Jugendliche wurden mit diesen Stipendien ausgezeichnet; Francisco Berczeller, Yehuda Berry, Manuel Gomberoff, Armando Rohrstock, Yohanan Simonstein, Arie Sujov und Abraham Tawritzky. GOLDEN AGE CLUB Gemueiliches Beisammensein, Once, Darbietungen Montag, den 16. Maerz um 1/2 5 Uhr in den Raeumen Av„ Portugal 810 ¡i,'J ,1