Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVI (1964)
- Issue
- 1 (Enero, 1964)
- Date
- 1964-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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* ENERO 1964 BOLETIN INFORMATIVO KENNEDYS ERMORDUNG- HINTERGRUENDE DER TAT DER NEUE PRAESIDENT “Jerusalem darauf hin, Kennedy trotz seiner Jugend und der kurzen Regierungszeit, die ihm gegeben war. eine der schicksalhaftesten Figuren der westlichen Welt Post” weist beiden Haeusern des Kon- Staat zweifeln im Gegensatz dass John F. gresses war eine Demonstra. zu den anti - israelischen tion Seines Willens, die Poli- Kreisen in der. Washingtontik Kennedys, fortzusetzen. Darin lag, keine Ueberra. schung. Niemand erwartet'5 dass der neue Praesident der gewesen ist. Er stellte fuer Vereinigten Staaten eine die Amerikaner geradezu das Traumbild des amerikanischen Menschen dar. Die Zeitung betont, dass Kennedy Zivilcourage und Mut bewies und selbst ein Jahr vor den Wahlen die fort schrittliche Politik nicht ver. liess, die er sowohl nach innen als auch nach aussen fuehrte. “Es ist leider wahr, dass es die Lincolns, die Ghandis und die Kennedys sind, die auf dieser Welt ermordet werden, und nicht die Stalins” Haaretz beschaeítigi sien mit den Ums'taencten des Verbrechens. Von der Frage der Bewachung des Praesi. denten ist die nach den Motiven der Tat nicht zu tren- Aenderung der Politik mit. teilen wuerde. Aber der Ernst und die Festigkeit, mit er Tradition. Insofern wird Johnson eine schwere Pruefung zu bestehen haben. Hazofeh: Waehrend sich Statsoberhaeupter aus der ganzen Welt versammeln, um dem Praesidenten Kennedy das letzte Geleite zu ft AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE VOR DEM BESUCH DES PAPSTES Da war: Dieser paepstliche des vatikanischen Sprachverleumdete, gepen, richten sich bereits bew lesen, dass diese Erklae- ¿üe Augen der Welt auf die rung dennoch bedeutsam ist. neue Gestalt, die nunmehr Die tragischen ümstaende, fjen Praesidentensessel der _ _ * - d i e dazu fuehrten, dass Ver einigten Staaten ein-' Beschluss, der ohne Pra-ezerchrs angekünckgte Besuch Johnson Praesident wurde, nimmt Praesident Lvndon denz ist> steht keineswegs in im Heiligen Land wird, wie haben es mit sich gebracht, Johnson hatte als vizenraeai u r s aechlichem Zusammenes dort hiess, auch Israel ern dass man auf der Welt Be- (j.en+ der USA im Schatten hang mit der Entwicklung, beziehen, waehrend der Papst surgnls zeigte, die Errungendes Praesidenten Kennedy die der Antrag auf eine Neuin einer Rede als Zusatz zu schäften auf dem Wege zur o-es'tanden und wird nun formierung der katholischd i e ser Zeitungsveroffenuhinternationalen Harmonie, mehr seine Schaffenskraft kirchlichen Beziehungen zum chung betonte, dass* seine die unter Kennedy erreicht uncj seine Faehiffkeit-en hejüdischen Volke auf dem Oe- Reise rein religiösen und keiweSen koennen Die Frage kumenischen Konzil genomneu politischen Charakter welche die ganze Welt bemen hat;- Das Konzil beendetragen werde. Aber das wnd wegt ist in welcher Form te seine jetzige Session, ohne ihre symbolische Bedeutung Johnson ’ als Vertreter der den kirchlichen Freispruch in weltpolitischer Hmsienl groessten Macht der west. der Juden von der Schuld an nicht herabsetzen. Wie auch worden waren, koennten in Gefahr geraten. Praesident Johnson verstand diese Besorgnis und daher beeilte er sich zu erklaeren, dass das Werk Kennedys fortgefuehrt werden wuerde. In der gan zen .Welt hat man die mit nen. Wir wissen immer noch nicht, was Oswald zu seinem Worte des Praesidenten Vorgehen veranlasst hat. Wer an einen politischen Hintergrund glaubt, der kann Anhaltspunkte in verschiedenster Richtung finden Angenommen, das's Oswald als Kommunist handelte, der den groessten Feind Castros beseitigen wollte, so fand sich der Jude Rubinstein, der ihm durch sein Attentat den Mund verschloss. Dieser Umstand wird die Lesart einer kommu nistischen Aktion beim amerikanischen Publikum noch mehr glaubhaft machen. Nimmt man an, dass Oswald im Auftrag« rechter rassistischer Kreise handelte, die gegen Kennedys fortschrittliche Politik auftraten, s'o war Rubinsteins liehen Welt mit den Problemen fertig werden wird, die nunmehr vor ihm stehen. Man fragt sich u a., ob ei Spannung erwartet, nicht der Linie seines Vorgängers nur auf internatio n a 1 e m folgen wird und selbst alle Gebiet, sondern auch bezue.. glich interner Probleme der USA, also der Frage dei Rassenbeziehungen in den Vereinigten Staaten. Auch in dieser Frage hat sich Johnson hinter den Gesetzesentwurf gestellt, den Kennedy dem Kongresse eingereicht hat. Haboker : Der Beschluss unserer Regierung, den Staatspraesidenten zur Beerdigung des Praesidenten Kennedy nach Washington kann man der Position des der Kreuzigung des christliimmer der Charakter diese chen Gottessohnes auszu Pilgerfahrt beschaffen sein sprechen. Dabei waere hier wird; für uns in Israel wird weit eher von einer historisie von grosser Bedeutsamschen Schuld! der Kirche zu keit sein, sprechen; denn mit ihrem Jerusalem Post: Die un-er- Entscheidime-en trifft ‘ nHw bisherigen Dogma hat sie — wartete Mitteilung von Papst ob er sich fn weit ¿rne^e wenn auch nicht direkt - Paul VI., er wolle das Heilirem Masse auf seine^ Mini Judenhass und damit ge Land besuchen, hat sofort, ster zu stuetzen beabsichtigt der blutigen Verfolgung von überall auf der Welt üiteres- Wenn mln den Leben™- Juden Auftrieb gegeben. Aber se und Kommentare hervor- Lyndon Johnsons als Benaselbstredend würde die kirchgerufen. Objektiv gesehen tor und Vize-Praesidenthe liche “Schuldloserklaerung” aber kann es kaum ein trachtet wird man footcfai' von geschichtlicher Bedeuselbstverstaendlicheres Ereiglen koenn^n daTs er IS ffe' tun^ auch für uns Juden nis geben als den Willen des - n?e_ sein. Die Vertagung erfolgte Papstes, den Geburtsort der übrigens nicht nur, weil sich Christenheit zu besuchen, die im Orient residierenden Patriarchen dem Dekret mit dem Blick auf die Araber widersetzen. wiegter Staatsmann ist, der grosse Erfahrung auf politischem Gebiete besitzt. Er hai oftmals Mut und Zivilcourage bewiesen. Auch in Israel zu entsenden, war ein richtiger Beschluss. Unter all den Staatsoberhaeupten, welche nach Washington gefahren sind, wird auch der hoechste neuen Praesidenten mit vol_ Haboker: Der von Paul VI, lern Vertrauen entgegen durch eine Erklaerung des sehen. “Observatore Romano Vorgehen’dazu bestimmt, die Repraesentant unseres BONN REDET MTT ZWFT 7TTNEFW fimirnn Hat» 'Prnvnlra Fi nn *7.11 Sfoofoo Hoe T/nllr Terool nor- *** LX ff J-iX ¿jUHUJjll Spuren der Provokation zu verwischen. Wer weiss nicht dass das kapitalistische Sys. tem solche Personen benutzt, um seine sehr schmutzigen Angelegenheiten zu "oranen”? Schalten wir alle Gedanken an einen politischen Hintergrund aus, koen. nen wir glauben, dass ausgerechnet zwei exzentrische Personen in einer Stadt zusammenstiessen? Die ganze Angelegenheit i s t seltsam, und merkwuerdig sind auch die Gestalten, die im Rah- Staates das Volk Israel vertreten. Die grosse Verantwortung fuer die Politik der Vereinigten Staaten und damit in weitem Masse fuer die westliche Welt ueberhauot, geht nunmehr an Lyndon Johnson ueber. Auch die is- “Davar”: Zwei Mitteilungen, die Israel angehen, hörte man in den vergangenen Wochen seitens hoher Persoenlichkeiten in Bonn. Eine stammte von dem neuen zuziehen, die ihre Staatsführer in solcher Fülle verlauten Die Bedeutung dieses Besuches kann aber nur verstanden werden, wenn man ihn auf dem historischen Hintergrund betrachtet, dec in diesem Falle vorhanden ist. Noch kein regierender als Papst hat jemals das Heilige Land besucht und seit 15:i Jahren ist auch noch kein Papst über Italiens Grenzen hinausgekommen. In eine. Epoche, in welcher Rom ur j Jerusalem nur noch drei liessen. Ein auffallendes Zei- Stunden voneinander eni raelische Aussenpolitik wird ^rhard er sich auf die Tatsache des j?.el Pressekonferenz, di-e Furcht vor einer arabischen Reaktion wird auch in Zukunft die Aufnahies Praesidentenwechsels in den Vereinigten Staaten einzustellen haben. Von jeher hatte das Weisse Haus uns' gegenueber eine andere Politik gefuehrt als chen dafür ist die Erklaerung des Bundeskanzlers Erhard, dass , die Möglichkeit einer Aufn ahme diplomatischer Beziehungen mit Israel nicht fernt liegen, waere es unverstaendlich, wenn der Papst “einen der Traeume seines Lebens” nicht verwirklichen sollte. In Israel wird der men der Affaere aufgetreten <jas state Department. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sind. Die Einzelheiten der Moide behandelt auch Haboker, Das' Blatt erklaert, es sei nicht leicht zu verstehen, Aussenminister Rus'k nunmehr auf diese Politik, ebenso wie auf die ganze Linie der amerikanischen Aussenwarum nicht Oswald in aller politik, staerkeren Einfluss Stille und ohne Wissen des nehmen kann als bisher. Publikums von Gefaengnis zu Al Hamischmar: Die Buer- Gefaengnis ueberfuehrt ger Israels', welche aus gan. wurde. Der Moerder des zem Herzen an der Trauer me diplomatischer Beziehungen Deutschlands mit Israel verhindern. Die zweite Mitteilung stammt von dem w e stdeutschen Wirtschaftsminister, der im Bundestag zum Ausdruck brachte, dass die Bonner Regierung noch in diesem Monat endgültig Ueber das Gesetz zur Be. aktuell sei, weil Westdeutsch- Papst zweifellos einen herzland auf die Araber Rückliehen Empfang erhalten. 111 sicht zu nehmen habe. Wie den wenigen Monaten semei unterscheidet sich Bonn zu seinem Nachteil da von all den übrigen Staaten des Erdballs, die Israel keineswegs diplomatisch in Acht und Bann getan haben, obwohl auch sie in wichtigen Wirtschaftsbeziehungen zu den Arabern stehen! Als weiterer erschwerender Umstand tritt schraenkung der Taetigkeit noch hinzu dass Willi Brandt, Moerders verbarg sich jedenfalls ueberhaupt nicht, er bekannte sich als begeisterter Anhaeger des Praesidendeutscher Wissenschaftler in Aegypten beschliessen wird. Hazofeh: Nach der lebhaften Knessethdebatte über eine Einladung Westdeutsch Berlins sozialdemokratischer Bürgermeister, waehrend seines kürzlichen Kairo-Besuchs Regierung hat Paul VI. allgemeine Bewunderung durch seine fortschrittlichen Ideen von aussergewöhnlicher Bedeutung erregt. Seine Verbundenheit mit dem alten Testament ist besonders stark. “Le Monde” brhauptet, dass der Besuch des Papstes im Heiligen Lande das Interesse der katholischen Welt an der Internationalisierung Jerusalems erneuern kann, aber zu glei- Worte der Rechtfertigung ueber den tragischen Tod des Praesidenten Kennedy teilnahmen, erwarten gleichte.Messe von 1964, eizeitig, dass Johnson seine ner Aussprache, die kein klaten Kennedys, sodass seine Zusicherungen b e z u e g lieh res Ergebnis herbeiführte, — Tat als Racheakt erscheinen Fortsetzung der Israel-Polisoll ten Aussenministerium musste. Rubi hiess frueher tik einhalten wird. Diese und Regierung von neuem Versicherung war in dem die gesamte Linie unseres Telegramm an den Israeli politischen Verhaltens in der wenn es um ihr" Verhaeltrus s c h en Mimsterpraesidenten Frage der Beziehungen zwizu Israel geht, enthalten, in dem es hiess, sehen Israel und der Bun- - - - dass der neue Praesident desrepublik überprüfen. Genach beiden Kraeften die wisse Vorkommnisse der letz- Tradition fortsetzen und ten Zeit machen es zu uns< es für richtig gehalten hat. eher Zeit mag dieser Besuch Rubinstein, sein urs'pruenglicher —juedischer— Name wird in allen Berichten er. waehnt. Dieses Verfahren, das an sich nicht so ueblich Ist, erweckt in uns keine sehr angenehmen Empfindungen. Denn man kann sehr leicht zu allen moeglichen Vermutungen ueber die Hintergruende des Mordes kom. men. Wir koennen nur hoffen, dass' unsere Vermutunlands_zur Tel-Aviver Levanfür die in Aegypten an Nassers Kriegsvorbereitungen gegen Israel beteiligten deutschen Wissenschaftler zu finden. So scheint es, alles in allem, dass die Deutschen “mit zwei Zungen reden’ Haboker: Die Erklaerungen des westdeutschen Ministerpra-esidenten Erhard bei seiner ersten Pressekonferenz sich fuer gute^ Beziehungen rsr Enttaeuschung fraglich, laesst keinen Zweifel daran, Laendern Qij es richtig war, seinerzeit dass der israelische Druck zwischen beiden einsetzen wird. den Kurs der Annaeherung auf Bonn zwecks Herstellung gen unbegruendët benswichtigen Die Interessen der USA im selbst um den nahezu Kotau- Mittleren Osten stehen nicht machens vor Bonn aufzunehselten im Widerspruch zu lemen. Die Deutschen kommen sich als erweisen werden. Israels. Doch, was Kennedys gen .sondern haben offenbar Dawar: Die erste program. Politik angeht, so konnte begonnen, sich von all den Praesiman niemals an dessen Symschönklingenden ipro-israelidiplomatischer Beziehungen ergebnislos geblieben ist Prof. Erhard bemühte sich, matische Rede des Interessen uns nicht nur nicht entgediese Weigerung zu begründen und bezog sich auf die arabischen Drohungen, dass eine Anerkennung Israels denten Johnson vor den pathien fuer den juedischen sehen Andeutungen zurückdurch die Bonner Regierung auch die Aufnahme offizieller Beziehungen z w i sehen dem Vatikan und Israel fördern. Der “Daily Telegraph” sieht in diesem Besuch einen Beitrag zur Milderung der Spa nnungen im Mittleren Osten. In jedem Fall ist die Wallfahrt des Papstes in die se Zone ein Ereignis, das zu Hoffnungen berechtigt. zu einer Anerkennung Ostdeutschlands durch die arabischen Staaten fuehreu muesste. Aber durch diese Erklaerung — selbst wenn er dies nicht beabsichtigte — staerkte der westdeutsche Bundeskanzler die Stellungnahme der Araber. Gewiss zeigten (Fortsetzung Seite 8)