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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-12-01 · 12 (Diciembre, 1963) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
12 (Diciembre, 1963)
Date
1963-12-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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DICIEMBRE 1963 BOLETIN INFORMATIVO 5 GEDANKEN ZWISCHEN ZWEI UND DREI “DO IT YOURSELF” 1963 Unsere Gegenwart reitet im scharfen, ungezuegelten Galopp. Um eine Kulturgewohnheit zu verbrauchen, total zu aendern, wendet sie kaum so viele Jahrzehnte auf, wie die alte Zeit Jahrhunderte. Meine im Jahre 1853 geborene Grossmama schrieb ihre . ersten Briefe noch fein saeuberlich mit dem geschnitzten Gaensekiel, Briefchen, die man damals ohne Kuvert zum schraegen Billet faltete. Heute tippen ueberall die Schreibmaschinen, die Stahlfeder, ja der Fuellfederhalter, beginnt zum alten Eisen zu gehoeren. Handfertigkeit und persoenliche F a e h i g keiten verschwinden allgemein vor der Mechanik und dem Grossbetrieb. Maschinen herrschen, zusammen mit dem Spezialistentum; sie loeschen in Beruf und taeglichem Leben das persoenliche Zugreifen; das ‘‘Sich - selbst - helfen - muessen” fast voellig aus. Die Zeit ist absehbar, wo Kinder in der A-B-C-Schuetzenjugend als Norm vor der Tippmaschine sitzen; es wird bald so sein, dass es Menschen gibt, die effektiv nicht mehr mit der Hand schreiben koennen. Briefe werden nur noch Schallstreifen sein, in Eiltempo gesprochen und ebenso befoerdert. Im Dachboden der Zukunft findet man vergilbte Tonbaender, aber keine ruehrend ges c hriebenen “Billets-doux” mehr. Eine unpersoenliche Handhabe, wobei das Wort. ‘‘Handhabe“ nicht mehr am Platze ist. Richtige Schreiberleistung findet man heute eigentlich nur noch in Notar-Kanzleien, wo unnoetigerweise alle offiziellen Akten noch in oft schwerleserlicher, altmodischer Art zeitraubend mit der Hand geschrieben sein muessen, mit richtiger Tinte und Feder, auf altvaeterliche Weise Beamtenzopf, der schwer ausrottbar ist. Die Hingabe, mit der ein solches unpersoenliches Dokument verfasst wird, wuerde einem Liebesbriefchen, das der moderne Juengling seiner Angebeteten auf der Maschine herrunterrasselt, besser anstehen. (Falls er ueberhaupt schreibt, und nicht nur telefoniert). Was “tut” man heutzutage wirklich noch mit der Hand? Haekeln? Stricken? Sticken? Frivolité? Ach was; Man hat seine Hausstrickmaschine oder kauft fertig. Wer spielt heute noch Klavier? Man hoert Radio, statt selbst Musik ,zu machen. Selbst Kurzplatten, und wer hat nicht eine ganze Sammlung davon, sind unbequem geworden, da man sie umdrehen muss. Der Mixmaster u e bernimmt in der Kueche die Hausarbeit und die Waschmaschine hat den stoerenden Waschtag in ein mechanisches Vergnuegen umgewandelt. Wer stopft heute noch Struempfe? Man schickt sie zum Maschenaufnehmen. Die Kleidung wird immer mehr standardisierte Maschinen wäre, kein junges Maedchen handarbeitet mehr, weder fuer Mutters Geburtstag noch fuer die eigene . Aussteuer. Dass man noch ‘‘per Hand” isst, scheint ein altmodisches Wunder. Fortschritt, Vereinfachung der taeglichen, ewiggleichen Handgriffe, ist eine natürliche Entwicklung. Trotzdem ist es schade, dass Funktionen verschwinden, die einen Ausdruck des persoenlichen Geschmackes darstellen. Allmaehllch wird das Gehirn aufhoeren, eigene Ideen zu produzieren, da Alles “readymade” geliefert wird; die Flinkheit, Beweglichkeit und Geschicklichkeit der Haende muss atrophieren, da keine Ansprueche mehr an sie gestellt werden. Der Nachmittags-Bridge hat das Handarbeits-Kraenzchen abgeloest. (Bitte, ich spreche damit dieser meist ausgesprochenen K1 a t. sch, - Zusammenkunft nicht das Wort. Ich konstatiere nur). Eher findet man eine junge Mutter, die ihrem quaengelnden Sproessling die Langeweile mit einem Deck Karten vertreibt, als eine geduldige (Erzieherin, die belehrend , in die Kunst der Handfertigkeit einfuehrt. Die Welle des ‘‘do-it-yourself”, die von Amerika aus propagiert wurd°, musste fehlschlagen da das Dilettantentum der Handwerklich Ungeschulten wohl dem Humor ein neues Gebiet erschloss, sonst aber bei nur Gezaehlten Erfolg zeitigte. Man kehrte gern und bequem zur F e r t i gware zurueck .Die Spielwaren-Abteilungen der Kaufhaeuser f u e hren bezeichnenderweise w e n i ger Baukaesten, Plastelin-Knet- S p i eie, Puppennaehkoerbchen oder Malerpaletten, als mechanisierte Spielzeuge, wie Autos, Flugzeuge und (leider i Kriegs spielmaterial, oder auch kaufmaennisch an- und aufregende Spiele, wie Metropoli und aehniiches. Dem Kleinkind wird dadurch viel an Fantasie- Entwicklung genommen. Es ist ein grosser Gewinn, wenn man bei einem Kind Interesse (um nicht das anspruchsvolle Wort “Talent” zu gebrauchen) fuer handwerklichen Ausdruck feststellt. Jedes, wenn auch erst sinnlos erscheinende Gekritzel ei ner ‘‘Zeichnung” ist wert, beachtet und gefoerdert zu werden, ist Ergebnis eines Denk-, Fuehl- oder Sehvorganges, selbst wenn es vorerst nur aus Freude an den Farben, der Bewegung ges c h i e ht. Buntstifte, eine Wandtafel oder ein Stapel verfuegbaren Papieres sollten in keinem Kinderzimmer fehlen; eine farbverkleckste Wand ist besser, als ein stumpfes Kind, das keinerlei Ausdruckswunsch zeigt. Eine gescheite Mutter zeigte mir eine ruehrende Sammlung gezeichneter Erzaehlungen ihrer Kinder, die sie dazu erzogen hatte, ihre kleinen, fuer sie so wichtigen Erlebnisse als Briefchen dar- ZU CHANUKKA 5724 “Die Wenigen siegten ueber die Vielen “Du liefertest die Starken in die Hand der Schwachen, die Vielen in die Hand der Wenigen, die Frevler in die Hand der Gerechten”. (Aus dem “Al Ilanissim Gebet”.) Der Kampf der Makkabaeer, dessen wir am Chanukka gedenken, und der mit dem Siege einer kleinen, glaubensstarken Schar ueber einen weitueberlegenen Gegner endete, zeigt uns, dass ein solcher Kriegsausgang denkbar ist, wenn hinter den Wenigen und Schwachen eine ungeheure Begeisterung und das absolute Vertrauen in eine gerechte Sache stehen. Nicht jeder Aufstand von Juden im Laufe ihrer Geschichte gegen einen maechtigen Feind, und Bedruecker hatte ein solches Schicksal. Andere, wie z. B. diejenigen gegen Rom, fuehi»- ten zu nationalen Katastrophen, weil man von falschen politischen Voraussetzungen ausgegangen war. Doch die Erhebung der Makkabaeer war, im letzten Sinne, zur Rettung der juedischen Kultur, zur Reinerhaltung des religioesen Geistes und' des Kultus erfolgt. Die Saeuberung des von den syrischen Heiden verunreinigten Tempels War vom Volke als goettliche Forderung erkannt und anerkannt worden. Der juedischen Geist vermochte zu triumphieren, weil er die Kaempfenden erfuellt hat, und weil diese wussten, wofuer sie stritten und eine starke, sittliche Kraft in sich fuehlten. Chanukka, im strengen Sinne kein “Fest”, sondern nur ein “Halbfeiertag”, ein Tag frohen Gedenkens, feiert eine juedische Generation, welche Aktivitaet einem “passiven Widerstand” vorzog. Dennoch wurden die Makkabaeer keine “Volkshelden” im ueblichen Sinne, die zustellen. Da gab es Versuche, einen erstaunlichen Vogel wiederzugeben, der durch den Garten stolziert war, die gebogene Gestalt eines alten Mannes, den man auf der Strasse gesehen, einen zusammengeknaeulten, schlafenden Hund, den man am W e g r and beobachtet, die verschuettete Milch, fuer die es einen Klaps auf die (daneben gezeichnete) Hand gegeben, die lange, lange Landstrasse, die man entlang gefahren und die grossen Regentropfen, die vom Himmel gefallen waren. Den Clou bildete eine Familiengruppe um den Fruehstueckstisch. die, wirklich 1 verblueffend Typisches der Einzelnen erfasst hatte. Es handelt sich bei diesen Kindern, vier freche, entzueckende, frische kleine Teufelchen, absolut nicht um erschuetternde und v e rblueffende Naturtalent um aussergewoehnliche Begabungen. Die Ernstnahme ihrer ruehrenden Ausdrucksversuche regt sie nur guenstig an, ihre Augen, ihre Logik, ihre Fantasie und ihre kleinen Haendchen in reizender, gesunder Konkurrenz zu gebra uchen und zu schaerfen. K...g. ‘; iÄ SK?## iW'Zv.«’; >#£61 mm mzi «Xvrÿ; in patriotischen Liedern besungen werden. Ueber ihr privates Leben wissen wir wenig und auch der Legenden um sie gibt es nicht viele, vielleicht deshalb, weil das juedische Volk in ihnen nicht Individualitaeten, sondern Repraesentanten der Volksgesamtheit erblic k t e. Sie kaempften gewiss mit sehr profanen Mitteln, aber fuer hohe und erhabene Ziele, und wenn es wahr ist, darf man ihnen auch nachruehmen, dass sie ihrerseits zur Rettung und Bewahrung der goettlichen Lehre beitrur gen. Der Gottesgeit sollt« wiederum im juedischen Lande seine Heimatstaette haben, mit dem juedischen Staate zu einer Einheit verschmelzen. Fortan sollte sich die Politik nicht mehr von der Lehre entfernen; dies war der heisse Wunsch Juda Makkabis und seiner Getreuen. Als der Staat den Versuch machte, ueber die ihm gezogenen Grenzen hinaus nur mit den Mitteln der blossen Macht zu operieren, brach er zusammen. Seit den Tagen der Makkabaeer ist nie wieder so erfolgreich und so aktiv juedische Politik gemacht worden wie in unserer Epoche. Die Namen von Theodor Herzl und Chaim Weizmann, von Golda Meir und Nahum Goldmann sind zum Symbol fuer die Erneuerung juedischer Geschieh te geworden. Ihr Werk, die Wiedererla ngung eines unaohaengigen, souveraenen, juedischen Staates ist im letzten und tiefsten Sinne ein religioeses, gottgefaelliges Werk, weil es der Ruhe— und Heimatlosigkeit des juedischen Volkes ein Ende zu setzen anstrebt. Der Kampf, der in diesen letzten fueni bis sechs Jahrzehnten gefuehrt werden musste, endete, aehnlich demjenigen der Makkabaeer, “mit dem Siege der Wenigen ueber die Vielen”, “der Schwachen ueber die Starken”. Er hatte das Ziel, d’em alten Gottesvolke nach Jahrtausenden die Gelegenheit zu geben, seine menschlichen, sozialen und kulturellen Ideale im Lande der Vaeter zu verwirklichen. So haben die Erneuerer der alten Zionsidee an die makkabaeische Tradition ange - knuepft. CURT WILK ANZEIGEN ANNAHME für das BOLETIN INFORMATIVO i Nueva York 52-Of.412-Tel. 87765 ' Fábrica de Tejidos “Nobleza” Freiwirlh y Cía. Ltda. 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