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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-12-01 · 12 (Diciembre, 1963) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
12 (Diciembre, 1963)
Date
1963-12-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 BOL £ TIN INFORMATIVO DICIEMBRE 196.3 “DEUTSCHES JUDENTUM” Von Hermann Levin-Goldschmidt Eine zweifache Rechenschaft wird in dieser Veröffentlichung des Leo Baeek- Instituts abgelegt, für die Robert Weltsch als Herausgeber zeichnet: die volle Ueberschrift lautet: “Deutsches Judentum, Aufstieg und Krise, Gestalten und Profile“ Rechenschaft wird abgelegt von dem Aufstieg und der Krise des deutschen Judentums, und Rechenschaft davon, wie das im Jahr 1955 vom “Council of Jews from Germany” gegründete Leo Baeck-Institut dem ihm damals gesetzten Ziele naehgekommen ist, “die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Geschichte der v Juden in Deutschland und anderen deutschsprachigen Gebieten seit der Zeit der Aufklaerung zu betreiben, das dazu nötige Material zu sammeln und die Verö f fentliehung entsprechender Darstellungen zu fördern”. Dieses Ziel, der zweite Bereich, von dem hier Rechenschaft abgelegt wird, ist in bemerkenswertem Ausmass verwirklicht worden Seit 1956 sind aeht umfangreiche Jahrbücher erschienen, seit 1958 zwanzig Hefte einer raseh wichtig gewordenen Zeitschrift, “Bulletins des Leo Baeck-Instituts”, seit 1959 zehn Baende der Schrift e nreihe wissenschaftlicher A b h a n d lungen des Leo Baeck-Instituts. und hinzu kommen eine ansehnliche Reihe von Monographien und Biographien, fünf gedruckte Leo Baeek-Gedaechtnisvorlesungen s o wie weitere, bloss dank Unterstützung des Leo Baeck-Instituts erschienene Quellenwerke. Die drei Arbeitszentren befinden sich in Jerusalem, London und New York, ihre Sprache ist das Englische; nur sehr langsam gelingt der von Anfang an beabsichtigte Eintritt in den hebraeischen Sprachbereich, waehrend umgekehrt der anfangs auf das leidenschaftlichste abgelehnte Wiedere i n t r i tt in das deutsche Sprachgebiet dennoch nicht aufzuhalten war. Für alle Bulletins und die gesamte Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen hat sich das Deutsche durchgesetzt, und das gleiche gilt für die Mehrzahl aller übrigen Veröffentlichungen. Nut das Jahrbuch erscheint noch immer vorwiegend auf englisch, haelt nun aber ebenfalls Einzug in das deutsche Sprachgebiet. Mit einer einzigen . Ausnahme sind die s a e m tlichen Beitraege zu dem vorliegender Band, der sie also erst nachtraeglich zu einem e i n h e i tlichen und deutschsprachigen G a n zen zu vereinigen sucht, in den in London veröffentlichten Jahrbüchern erschienen. Nach einer Einleitung des Herausgebers folgt die Darstellung von vier “deutschen Juden des 20. Jahrhunderts”; es sind Martin Buber, Julius Guttmann, Paul Nathan und Salman Schocken, denen als Gestalten der “Literatur und Kunst” Franz Kafka und Max Liebermann angereiht werden; unter der wenig glücklichen U e b e r schrift “Bankiers und Politik” finden sich*Abhandlungen über das Bankhaus Bleichröder und “Jüdische Probleme beim B e r 1 i ner Kongress 1878” waehrend ein letzter Teil — “Im Angesicht der Katastrophe”— Leo Baeck selber zum Wort kommen laesst sowie die im Jahr 1933 gegründete Reichsvertretung der deutschen Juden schildert, Probleme der jüdischen Schule, die Reaktion der jüdischen Presse und den Exodus 1933 bis 1939. Höchst eindrucksvoll, ja überwaeltigend, fast bestürzend sind der innere Reichtum, die Vielfalt und die schöpferische Kraft des deutschen Judentums, die auch hier, in dieser allzu beilaeufig zusammengetragenen Sammlung, vor die Augen treten. Was einem regelmaessig erscheinenden Jahrbuch erlaubt ist, die bunte Mischung von Aufsaetzen, wie sie gerade einkommen, ist in dem Fall ihrer Veröffentlichung als Buch, und wenn dieses unter den verpflichtenden Begriff “Deutsches Judentum” gestellt wird, eine Schwaeehe, und trotzdem wird sich kaum ein Leser der beglückenden Erfahrung versehliessen, hier mit hohem, wesentlichem Geistesgut beschenkt worden zu sein. , Eine andere Frage ist es, ob es gelang, auch dem ersten Ziel des vorliegenden Buches gerecht zu werden, dessen zweites Ziel weitgehend erreicht wurde, wie aus der Rechenschaft von den Forschungen und Veröffentlichungen des Leo Baeck- Instituts hervorgeht: Ist es daneben gelungen, Rechenschaft abzulegen vom deutschen Judentum? Der Arbeitsbereich des Leo Baeck- Instituts, der sich nach dem ersten Satz der Einleitung des .Herausgebers auf die Spanne zwischen dem Beginn der Emanzipation und dem von ihm so genannten “Ende des Eigenlebens im Jahi 1938” beschraenkt, erweist sich als viel zu eng und als allzu künstlich, um dem deutschen Judentum gerecht werden zu können. Dabei sei davon abgesehen, dass jede wirkliche Erfassung jüdischer Dinge auf den Bundesschluss in der Wüste des Sinai und auf Abraham zurückgehen und von ihnen aus die seitdem durchmessenen vier Jahrtausende miteinbeziehen muss, die noch dazu —jüdisch und biblisch geurteilt— in der Welt- und Menschheitsschöpfung als solcher verwurzelt sind. Aber selbst wenn man sich nur auf das "de u t sehe Judentum” beschraenken will —wobei ausserdem erst noch zu klaerer. waere, mit welchem Recht und in welchem Ausmass einzelne Judenheiten ausgesondert werden dürfen, — muss von . der waehrend zweier Jahrtausende niemals unterbrochenen Siedlung der Juden auf dem Bodem D e u tschlands ausgegangen werden, um die ausserordentliche Kraft- und Schwierigkeitenfülle des neuzeitlichen “Aufstieg” dieser Judenheit richtig zu deuten und die in ihren Aufstieg hereinbrechende Krise und Katastrophe in deren ganzer, noch laengst nicht voll ermessener Entsetzlichkeit zu begreifen. ohne sich zu voreiligen Schlussfolgerungen verführen zu lassen, sei es im Sinn der Verzweiflung, sei es in demjenigen der Hoffnung Jedenfalls ist das deutsche Judentum noch immer lebendig, nach wie vor fruchtbar; weniger der Absicht nach, die einem vollstaendigen Absterben das Wort redet, mehr u n w i 11 küriieh bringt auch die vorliegende Veröffentlichung diese Tatsache an den Tag. “Neue Zuercher Zeitung ) BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe w ' Uaitrilaeiil das Blindenheim In Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORMEI - OR" Portugal 810. Casilla 2487 KUNST UND LITERATUR ZUM ABLEBEN VON EDMOND FLEG Kurz vor der Vollendung des 89. Lebensjahres ist in Paris der grosse juedisch-franzoesische Schriftsteller Edmond Fleg, Ritter der Ehrenlegion, verschieden. Zu Genf, am 26. November 1874 geboren, hat dieser Autor stets eine bewusst-juedische Haltung eingenommen. Seine Romane und Gedichte lassen eine tiefe Verbundenheit mit juedischer Geschichte und Tradition erkennen und machten auch vielfach Nie h t j u d e n in Frankreich mit juedischen Gedanken vertraut. Am deutlichsten zeigt sich dies in dem beruehmt - gewordenen zionistischen Roman “Ein kleiner Prophet”, dessen deutsche Uebertragung im Jahre 1927 erschien und eine der wirkungsvollsten literarischen Waffen gegen westj u e dische Assimilationsbestrebungen geworden ist. Dis seelischen Noete, welche das Kind dieses Buches durchlebt von dem Augenblicke an, da es seine erste Begegnung mit dem Judesein hat, sind aehnlich denjenigen, denen juedische Jugend auch heute ausgesetzt ist, wenn sie in einem fremden Milieu heranwaechst und nichts von ihrem juedischen Volke und dessen grosser Vergangenheit erfaehrt. In einem anderen Buche Flegs, einer “Moses-Biographie”, finden wir interessante Versuche, die Heilige Schrift solchen Juden naeherzubringen, die aus einer anderen Umgebung kommen. Auch gibt es ein Werk “Salomo”, das zum guten Teil auf dem Legendenstoff der talmudischen Agada (Erzaehlung) beruht. Im Buche “Eeoute-Israel” (Hoere Israel) ist die juedische Geschichte in Gedichtsform erfasst; doch lag bis vor einiger Zeit erst ein Teil dieser bedeutenden poe tischen Schoepfung vor, und dem Schreiber dieser Zeilen ist leider nicht bekannt, ob das Werk zuende gefuehrt werden konnte. Vorgesehen war vom Autor —und mindestens teilweise durchgefuehrt— eine Einteilung der Zeitabschnitte in das Kalendarium der juedischen Feste: Das Buch “Pessach” Abraham bis Moses die Stammvaeter, Mizrajim, das Gelobte Land, das naechste “Schawuoth“ Josua bis Nebukadnezar, die Kriege Gottes. Das Buch “Rosch Haschana“ enthaelt Jezechiel bis Holofernes, die 'Stroeme Babels, die besiegte Akropolis, “Jom Kippur” Pompejus bis Berenike, Herodes, der Fall des Tempels. “Sukkot” behandelt Petrus bis Mohammed, der Schatten Roms, der Halbmond Israels; aas Buch “P>arim”, Der Garten des Kalifen, der Kreuzzug der Rab¬ bis, das Feuer der Moenche. Und schliesslich “Sabbat' Calvin bis zum 1. Weltkriege. Diese Gedichte in ihrer Gesamtheit bilden zweifellos ein grossartiges Poem zur Offenbarung vom ewigen Sinne in der Leidensgeschichte des juedischen Volkes. Vielleicht wird erst eine spaetere Zeit die ganze Groesse des Lebenswerkes von Edmond Fleg, seines Wirkens als juedischer Dichter im franzoesischen Kulturkreise, ermessen und auswerten koennen. UURT WILK FIAMBRERIA ALEMANA Gucnter Walther Feinkost-Geschaeft vorm. Erna vda. de Thaele Delikatessen — Spezialitaeten aller Art Stets frische und reiche Auswahl — — Reelle Preise und gute Bedienung. Geschaeftszeiten: Montag bis Freitag 9.30 — 13.30 und 14 — 21 hrs. Sonntags und Feiertags 0.30 — 13.30 Avda. Irarrazaval 3364 zwischen Avda. Macul und Plaza äuhoa Telefon 4S7971 Cocktails—Banquetes Recepciones bei Hochzeiten, Geburtstagen, Barmizwahs, etc. Werner Spiegel Irarrazaval 1232 Tel. 460755

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