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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-11-01 · 11 (Noviembre, 1963) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
11 (Noviembre, 1963)
Date
1963-11-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO NOVIEMBRE 1963 MEINE ZWEITE ISRAELREISE Als ich im Jahre 1934 das damalige Palaestina bereiste, traf ich ein Land im Anfang des Aufbaus vor. Juden, die aus ihrem Heimatland vertrieben waren, , versuchten mit groesstem Idealismus, die neue Heimat aufzubauen. Wenn man von diesem Nationalstolz absah und nuechtern, sachlich, realistischwirtschaftlich das Land und seine Aussichten betrachtete, so sah vieles nicht sehr erfolgversprechend aus. Dem Export der Zitrusfruechte und einiger anderer Produkte geringeren Umfanges, wie z.B. einiger Chemikalien und kuenstlicher Zaehne, standen Importe fast aller lebensnotwendigen Rohstoffe und Fertigfabrikate gegenueber. Der Wohnungsbau kam der steigenden Nachfrage nicht nach, und viele Juden mussten in Zelten uebernachten. Der , T o u r ismus beschraenkte sich auf Juden, die aus juedischem Interesse den Aufbau des juedischen Landes mit eigenen Augen sehen wollten, und auf Vertre^er anderer Religionen, die ihre heiligen Staetten besuchten, wobei sie die mannigijitigen Beschwerlichkeiten der Reise in Kauf, nanmen Ich hatte damals den Eindruck, als ob nur eine sehr begrenzte Einwanderung in Israel moeglich sein wuerde, teils wegen der Kleinheit des Landes, teils aus wirtschaftlichen Gruenden. Meine Reise 1983 sollte uns eines Besseren belehren und zeigte uns ein voellig veraendertes Land. Eine Fuelle von Industrieen waren inzwischen entstanden. Veredelungsindustrieen wie die Diamantenbearbeitung haben einen solchen Umfang angenommen, dass sie zur zweiten Einnahmequelle des Landes an Devisen wurde. Rohstoffe, an die 1934 noch garnicht gedacht werden konnte, finden sich heute im Lande. Andere Importe werden im Laufe der Jahre ueberfluessig werden oder eingeschraenkt werden koennen. So wird z. B. noch heute alles Holz importiert, aber infolge planmaessiger Anpflanzung von Baeumen kann Israel spaeter mit eigenem Holz rechnen. Moderne Schulen und Krankenhaeuser sind ueberall im Lande gebaut. Nach Befriedigung der dringenden Notwendigkeiten konnte auch etwas fuer die Schoenheit des Landes getan werden. Gruenanlagen, Parks, Stadien. Schwimmbaeder, ausgebaute Strandanlagen, Hotels jeglicher Klasse von bescheidenen Anspruechen bis zu Luxushotels internationaler Kategorie sorgen fuer Foerderung des Tourismus, der heute die dritte Devisenquel- Je des Landes darstellt. Das Eisenbahnnetz ist vergroessert, gute Strassen sind durch das Land gelegt und Autobusse mit sachkundigen Fuehrern, auch innerisraelische Flugzeuge, sorgen dafuer, dass die Reisenden das ganze Land bequem kenneniernen koennen. Die Reisebegleiter der Omnibusse erklaeren die Sehenswuerdigkeiten ausser in iwrith .auch m deutsch, spanisch, englisch, franzoesiseh und vielen anderen Sprachen. Unser Reisefuehrer auf der Fahrt durch den Negew beherrschte 14 Sprachen und hielt unter¬ Von Juan Jacu'siel wegs den Reisenden einen kleinen Vortrag ueber die Geschichte der Juden in Israel. Auf einer Fahrt ins Galil, an der viele Christen teilnahm en, erklaerte der Reise begleiter das Wesen und Funktionieren der Kibbuzim und vieler Institutionen wie Histadruth, Kupat-Cholim und andere. Allenthalben ist das Land unter einer Privatwirtschaft mit staatlicher Planung aufgeblueht. Heute muss niemand mehr in Zelten wohnen. Der mittellose Neueinwanderer bekommt sofort seine Wohnung zugewiesen, und ausserdem kostenlosen Sprachunterricht, damit er schnellstens in die Oekonomie des Landes eingegliedert werden kann. Die Kinder der Einwanderer bilden schnell eine homogene Masse in diesem Schmelztiegel. Bestimmt gibt es ln Israel nur wenig Spitzeneinnahmen. Aber was ist wichtiger, dass es einigen wenigen sehr gut geht, oder dass die Masse keine Not leidet? Bettler oder zerlumpt gekleidete Personen habe ich nirgends gesehen. Auch keine Betrunkenen. Schwer gearbeitet wird ueberall und das Klima ist gewiss nicht leicht. Aber was das Wichtigste ist: die Menschen sind gluecklich und zufrieden. Eine Unterhaltung mit unendlich viel Personen von verschiedenstem Herkommen, mit Juden aus Osteuropa, aus Nordafrika, aus Bulgarien, dem Jemen und vielen anderen Laendern, ergab immer wieder, dass diese Menschen sich in der neuen Heimat und nsir dort wohlfuehlen. Auch die Einwanderer aus Deutschland, die sich heute schon Reisen ins Ausland, nach Italien, der Schweiz oder Deutschland leisten koennen, wo sie weit mehr Komfort finden als sie in Israel haben, erklaerten mir immer wieder, sie moechten nur in Israel leben. Nur fuer kurze Ferien moechten sie gern von Zeit zu Zeit sich eine Auslandsreise leisten. Es mag gut sein, dass die Unzufriedenen, die sich nicht eingliedem konnten, im Läute frueherer Jahre das Land verlassen haben und so zersetzende Kritik ihrerseits aufhoerte. In 1962-1963 hat keine auch nur irgendwi e erwaehnenswerte Abwanderung stattgefunden nur ein kleiner Bruchteil von 1% der juedischen Bevoelkerung hat das Land verlassen und wertvolle Kraefte sind neu ins Land gekommen. Jeder dieser Neueinwanderer wurde mit offenen Armen aufgenommen. Viele Begriffe von frueher haben sich gewandelt oder als falsch herausgestellt. So z. B. der Begriff “Wueste”. Unbrauchbares Land in dem Sinne, dass es fuer immer unbrauchbar bleiben muss, gibt es in Israel nicht. Die sogenannte Wueste vermin-? dert sich staendig, indem das vorher unfruchtbare Land urbar gemacht wurde. Dies ist nur ein Problem der Bewaesserung, der hineingesteckten Arbeit und letzten Endes des hierzu benoetigten Kapitals. Die Folge ist, dass nach heutiger Beurteilung Israel noch fuer viele weitere Millionen von Neueinwanderern Platz hat. Die Befuerchtung der umliegenden Laender, eine Ueberbevoelkerung von Israel muesste notwendig zu einem Expansionsbestreben fuehreii, ist dah e r voellig unbegruendet, Auch Bedenken wirtschaftlicher Art haben sich mit zunehmender Industrialisierung und staerkerem Anbau des Landes als unberechtigt herausgestellt. Ein Bereisen des Landes zeigt, wie vorzueglieh , alle fuer Israel gegebenen Gelder angelegt sind. Die wenigsten Juden in der Galut opfern gern, wie niemand ueberhaupt sich gern von seinem Geld trennt. Aber wenn sie sehen, was alles mit den aufgebrachten Mitteln geschaffen ist, werden sie vielleicht gebefreudiger werden. Dabei muessen sie sich sagen, dass alles, was sie an Geld geben, gering ist im Vergleich zu dem, was die Israelis selbst aufbringen, an Arbeit und an Steuern. Noch werden fuer viele Jahre Opfer und mehr Opfer von allen Juden der Welt verlangt. Man hoert bisweilen von denen, die sich ihrer Pflicht gegenueber Israel entziehen, zwei Einwaende, mit denen sie ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen suchen: Angesichts der Feinde rings um Israel koennten die nach Israel fliessenden Summen vergeblich gespendet sein und man schoepfe in ein Fass mit einem Loch, dass sich nie fuellen koenne. Was den ersten Einwand anlarigt, so haben mir gegenueber Israelis aller Kreise und Staende ihr vollstes Vertrauen zur Wehrfaehigkeit des Landes und zur vorzueglichen Organisation ihrer Regierung ausgesprochen. Wenn Israel ln Zeiten, in denen es an allem fehlte, was man zur Kriegsfuehrung braucht, an Waffen, an ausgebildeten Soldaten, an befestigten Plaetzen, guten Strassen und Geld, siegreich gegen eine gewaltige Uebermacht kaempfen konnte, so braucht man erst recht heute nicht zu verzagen, wo Israel wesentlich besser fuer einen Defensivkrieg vorbereitet ist. Ausserdem ist heute ein Krieg unpopulaerer denn je, nachdem man die Erfahrung gemacht hat, dass es nach einem Kriege nur Geschaedigte und keine Nutzniesser gibt. Auch werden die diversen internationalen Organisationen wie NU und andere, hoffentlich Kriege fuer die Zukunft unmoeglich machen. Ausserdem, was kann sich jeder einzelne von uns fuer die Zukunft erhoffen, wenn Israel keinen Bestand haben sollte? Das kann und wird nicht sein. Was schliesslich den Geldbedarf Israels anlangt, so wird dieses Land wie jedes andere eines Tages ganz auf sich allein gestellt sein, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, naemlich sobald sein uebernormales Ausgabeetat fuer Landesverteidigung, bezw. Einwanderung aufhoert. Eines Tages werden die umgebenden Laender sehen, dass Israel nichts sehnlicher wuenscht als in Frieden zu leben, und dass auch ihnen das friedliche Leben mehr Vorteile bringt. Dann werden sie ihren Vernichtungswillen aufgeben, ihrer selbst willen. Wann dieser Zustand eintreten wird, ist natuerlich nicht vorauszusagen. Ferner: Wo gibt es in der ganzen Welt ein zweites Land, das alle Einwanderungswilligen, die in ihr Land zurueckkehren ■wollen, aufnimmt, ohne zu fragen, ob und wieviel Geld sie mitbringen, ob sie irgendeine Kultur aufzuweisen haben oder womoeglich Anairabeten sind und ob sie Berufe, bezw. Kenntnisse haben, die dem aufnehmenden Land nuetzen koennen? Noch wohnen in vielen Laendern Juden, die hilfesuchend nach Israel blicken, auch wenn sie zur Zeit nicht, nach Israel auswandern koennen oder duerfen. Fuer sie alle, unsere Brueder und Schwestern, muss sich Israel rechtzeitig vorbereiten, und dazu wird die Hilfe des gesamten Judentum gebraucht. Der verantwortungsbewusste Jude entzieht sich diesem Ruf nicht und weiss auch, dass Opfer und nicht Almosen verlangt werden. Ich traf auf meiner Reise ueberall juedische Touristen, in Israel und in anderen Laender, viele aus Chile, und von anderen wurde uns berichtet, die vor uns die Reise gemacht haben. Ich eritvnere an den schoenen juedischen Brauch, wenigstens die Summe, die ein einziger Reisetag kostet, fuer wohltaetige Zwecke zu spenden. Wir alle begehen Feste in unserem Leben, Geburten, Barmizwoth, Verlobungen, Hochzeiten oder andere freudige Gelegenheiten, bei denen die juedische Gemeinde nicht vergessen werden soll, Aber auch bei traurigen Anlaessen, bei Jahrzeiten oder gar beim letzten Abschied von einem teuren Angehoerigen, sollte man dem lieben Toten Ehre erweisen, indem man zu seiner Ehrung eine Spende fuer Israel ueberweist. ZUERST WIRD EIN RADIO-APPARAT GEKAUFT... Nach Ermittlung der Bank Israel gibt es eines feste Reihenfolge beim Kauf langlebiger Verbrauchsgüter durch Bürger Israels. Zuerst schaffen die Familien einen Radioapparat an, spaeter Gas und einen Frigidaire; es folgt eine Waschmaschine und nachher kommen elektrische Mixer' und Staubsauger. In ihrem neuen Bericht (Nr. 20) erklaert die Bank Israel, dass der Produktionsertrag in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 10 bis 12% gestiegen ist, waehrend die Preise mehr oder weniger stabil blieben. Zugleich mit der Expansion der Wirtschaft gab es eine Steigerung des Umlaufs an Zahlungsmitteln, die jedoch ihren Ausdruck nicht in Er~ hoehung der Preise für Konsumgüter, sondern für Aktien und Boeden fand. Der private Verbrauch stieg um 6 bis 7%, das private Einkommen um etwa 10%, das Defizit in der Zahlungsbilanz ging um 30% zurück. Die Auslandsverschuldung Israels ist eine der hoechsten in der Welt und belief sich Ende 1962 auf 306 Dollar pro Kopf der Bevoelkerung. (“Canfit’) FAEHRENSCHIFF "BILU" VOM STAPEL GELAUFEN Das Motorschiff ‘‘Bilu” der Gesellschaft “Bilu-Somerfin Car Ferries Ltd.” ist auf der Hoboken-Werft in Belgien vom Stapel gelaufen und wird am 10. April 1964 seine erste kommerzielle Fahrt von Haifa nach Italien antreten. Als italienischer Hafen wird Civitavecchia, 65 km von Rom entfernt, die nen (wo das Schiff auf seiner Jungfernfahrt am 13. April um 12.00 Uhr mittags eintrifft). Die ‘Bilu” kostete 6 Millionen Dollar, hat Platz für 528 Passagiere und 120 Autos, eine Geschwindigkeit von 21 Knoten, und wird als erstes israelisches Schiff das Prinzip der ‘Selbstbedienung* bei der Verpflegung ermoeglichen. Eine Fahrkarte “ohne Bett” und ohne Essen kostet tour-retour 100 Dollar (ohne Reisesteuer). Für eine Einzelkabine wird ein Zuschlag von 50 Dollar tour-retour; erhoben. In Kabinen mit 2, 3 oder 4 Betten betraegt der Zuschlag 40, 20 bezw. 70 Dollar. Für das Mitführen von Autos werden Betraege von 82 bis 108 Dollar je nach Gewicht zu erlegen sein. Transport eine Vespa kostet hin und zurück 18 Dollar, “Fahrraeder sind gratis”. Für die Verpflegung muss man mit ca. 3 Dollar im Tag rechnen (kontinentales Frühstück und zwei warme Mahlzeiten). Man kann sich auf Wunsch auch ‘selbst verpflegen”. Das Schiff hat Klimaanlage, TV und Kino (Einheitsklasse). .(“Canfit”) ISRAELISCHER PAVILLON IN KOELN EROEFFNET Der westdeutsche Landwirtschaftsminister Schwarz der zur Eroeffnung des israelischen Pavillons auf der K o einer Lebensmittelmesse “Anuga” sprach, drückte seine Befriedigung über das Ansteigen des israelischen Exports nach Deutschland aus. Israel verfügt auf dieser Messe, an der sich 40 Laender beteiligen, über einen Pavillon von 400 qm. B. Schaefer von der Messegesellschaft leitet den Pavillon, dessen Ausgestaltung in den Haenden des Architekten E. Vardinom lag. . (“Canfit’)

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