Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1963)
- Date
- 1963-11-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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NOVIEMBRE 1963 BOLETIN INFORMATIVO NACH ADENAUERS RUECKTRITT Der dreifache Druck der Jahre, der Gegner und vor allem, der Freunde hat nun den Abgang des ersten Kanzlers der BRD erzwungen, , obwohl die Jahre —87 insgesamt — f u e r seine phaenomenale Konstitution nichts zu bedeuten scheinen, er fuer die Kritiker nur olympische Verachtung uebrig hat und die Meinung seiner eigenen Leute ihn, gelinde gesagt, mehr oder weniger kalt laesst. Alles zusammen aber war dann doch zuviel in diesem Jahre, in dem die Sterne so unguenstig standen fuer die alten Maenner an der Macht: als erster war Ben Gurion, den so manche, fast metaphysisch anmutende Parallele, ebenso wie perspenliche Sympathie mit Adenauer verbindet, aus dem Rampenlicht verschwunden; unglaeubig musste sich der messianische Nehru die ersten Pfiffe aus seinem Publikum anhoeren; Mac Millan beschoenigte seinen Niedergang als Staatsmann mit einer persoenlich schmerzhaften, aber politisch willkommenen Operation; nur der einsame de Gaulle fordert die Goetter der Zeit j—sowohl auf persoenlicher wie geschichtlicher Ebene— weiter erfolgreich heraus. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, das Lebenswerk dieses Mannes, der 1949 an die Spitze eines zerstoerten und geaechteten Landes trat, um es 14 Jahre spaeter im vollen Genüsse seiner wirtschaftlichen Bluete und internationalen B e d e u t u 11g dem Nachfolger zu uebergeben, eingehend zu wuerdigen. Was Adenauer geleistet hat bei dieser deutschen Wiedergeburt, bei der Aussoehnung seines Volkes mit seinen Feinden, vor allem mit dem f r a n z oesischen “Erbfeind”, bei der Gestaltung der heutigen Allianzen und neuer Freundschaften, ist Thema fuer Spezialisten in deutschen Fragen und Stoff fuer lange Abhandlungen. Die kritische Beleuchtung der Rechnungsposten, die dagegen auf der Soll-Seite stehen geblieben sind, wie vor allem die Teilung Deutschi ands, ist wahrscheinlich im heutigen Fluss der Ereignisse noch garnicht moeglich, fehlt doch das Mindestmass von Abstand, ohne das eine minimale Objektivitaet nicht moeglich ist. Ebenso faszinierend wie kompliziert schliesslich eine Analyse dieser widerspruchsvollen Persoenlichkeit: einzigartige Mischung von politischer Geschicklichkeit und Fehlen von Diplomatie, von unbeugsamem Starrsinn und Manoevrierfaehigkeit, von klaren Gedanken und primitiver Redeweise, von Menschenverachtung und gewinnendem Wesen, von autokratischem Konzept der Demokratie. Ebenso widerspruchsvoll —bei allem positiven Rechnungsabschluss— ist schliesslich jenes Gebiet seines Wirkens, das uns speziell angeht und zu dem wir uns auch legitimiert fuehlen, einiges zu sagen: die Bewaeltigung der moralischen und geistigen Barbarei, die ihm der irre Verbrecher als ideologisches Erbe hinterlassen hatte. Eine Aufgabe, die keineswegs leichter sein sollte als das Aufraeumen des materiellen Truemmerfelds, wie denn die Spuren des letzrteren auch weit frueher, schon in wenigen Jahren, entfernt werden konnten, waehrend die Nebelschwaden des nazistischen Giftes bis heute von der Sonne der Bonner Demokratie noch nicht ganz weggeblasen sind. Um es bei diesem Thema vorwegzunehmen: es wird fuer immer das historische Verdienst Adenauers bleiben, den mit dem diskutiblen Namen Wiedergutmachung bekannten Komplex zu seinen vordringlichsten Aufgaben gezaehlt zu haben. Wenn es auch wahr ist, dass er dabei, wie bei wenigen anderen Fragen nur, die volle Unterstuetzung der sozialdemokratischen Opposition genoss, so wird doch diese Linderung der millionenfach toedlich vergifteten B e z i e h u ngen zwischen Deutschen und Juden fuer immer mit seinem Namen verbunden bleiben. Gewiss: nicht selten waere auch hier mehr Energie oder Eindeutigkeit, mehr Verstaendnis oder Takt moeglich gewesen; nicht selten haette ein Druck auf antisemit i s c h e Behoerden in Justiz, Unterrichts— oder Finanzwesen genuegt, ihr Gebaren in der Praxis auf die so oft und feierlich proklamierten Absichten der Bundesregierung abzustimmen (und es waere sicher nur ein viel sanfterer vonnoeten gewesen, als man ihn beispielsweise in der “Spiegel”—Affaire gegen die p o 1 i tische Opposition anwandte); nicht selten musste man sich angesichts eines Ministers wie Oberlaender oder des Intimus Globke fragen, wie weit der Bruch mit der Vergangenheit wirklich ehrlicher Ueberzeugung entspricht und wie weit nur praktischen und taktischen Vorteilen. Aber dann soll man sich doch daran erinnern, dass man den Lauf der Geschichte nicht . an Idealen und Wuenschen messen kann, sondern nur an praktischen Masstaeben und Parallelen. Und da vergleiche man die Haltung von Bonn mit der von Wien oder Pankow! KONRAD ADENAUER Die “W i e d ergutmachung”: ein historisches Verdienst feg«* Was wir, bei allen Enttaeuschungen, von der einen Seite an wirksamer Hilfe erfahren haben, was diese bedeutet hat beim Aufbau Israels und bei der Erleichterung des Loses der aus der Hoelle Geretteten, eruebrigt jeden' Kommentar im Hinblick auf die Ausfluechte, den Zynismus und die Feindseligkeit der beiden anderen. Dabei gab es einen Moment, da diese positive Haltung der BRD einer Belastungsprobe ohnegleichen ausgesetzt war' als vor jetzt 7 Jahren Eisenhower und sein unseliger Aussenminister Foster Dulles glaubten, im Interesse der Demokratie Nasser retten zu muessen, ersuchten sie Bonn, den auf Israel zur Erzwingung des Rueckzugs der Truppen ausgeuebten Druck durch Stornierung der Zahlungen zu verstaerken. Adenauers Antwort, schlicht und praegnant, lautete: Nein. Und er blieb dabei. Obwohl dies damals wie heute keinem westlichen Staat, gegenueber aus Washington vorgetragenen Wuenschen. leicht fallen mag. Aber er blieb dabei. Unbeirrbar und mit dem gleichen Starrsinn, mit dem so viele seiner erstaunlichen Erfolge — und Fehler— zu erklaeren sind. Viele Skeptiker, die in der deutschen Bereitschaft zum YESO R O M E R AL TABIQUE PROMONTA Progreso y Economía para las Construcciones Dístríb.: SODIMAC — S.A.C. SAAVEDRA BENARD MAURICIO HOCHSCHILD Y CIA. LTDA. MONATSSPIEGEL Luxemburger Vertragswerk der Wiedergutmachung nur die Suche internationaler Vorteile sahen, mag diese eine —viel mehr menschlich» als politische— Tat eines Besseren belehrt haben. Leider ist es wahr, dass er nicht alle uns Juden oder Israel betreffende Probleme mit dem gleichen Mut und Energie behandelt hat wie das soeben erwaehnte. So ist es vor allem bedauernswert, dass die BRD immer noch zu der weder quantitativ noch qualitativ bedeutenden Anzahl von Staaten gehoert, die keine diplomatischen Beziehungen mit Israel unterhalten. Beunruhigend ist es des weiteren, mit welchem Mangel an Interesse an hoechster Stelle in Bonn die moeglichen Massnahmen erwogen wurden, mit denen man die deutschen Techniker in Aegypten zur Unterbindung ihrer moerderischen Täetigkeit ve ranlas sen koennte. Die Durchsetzung deutscher Behoerden mit Nazis aller Kategorien, Schwaeche und Nachlaessigkeit in der Ausrottung des Hitlerismus, grosszueg i gs te Pensionierung von Parteibonzen und Kriegsverbrechern —sehr oft im Gegensatz kleinlicher Behandlung ihrer Opfer—, sowie unzaehlige andere Symptome der “unbewaeltigten Vergangenheit” haben schliesslich die Schaffung eines echten und starken Vertrauens in Bonn, seine Demokratie, seine Absichten, seine Aufrichtigkeit und seine Zukunft, bisher vereitelt. Wendet man aber auch hierbei nochmals den Blick zur u e c k, weg von den Wuenschen fuer die Zukunft, auf die grausige Vergangenheit, so kann niemand Konrad Adenauer die Anerkennung fuer den schweren, langen Weg versagen, den er zurueckgelegt hat. Zwoelf Jahre Barbarei und vier Jahre Erniedrigung und Interregnum lassen sich nicht so leicht ausmerzen. Der unendlich vergiftete Sumpf der deutsch-juedischen Beziehungen kann nicht in einer Genera tion entschlammt werden. Er hat jedenfalls einen grossen Anfang gemacht, zweifellos — bei allen Maengeln - nach bestem Wissen und Gewissen . Seinem Nachfolger oblieg? die Verpflichtung, diesen Weg weiter zu gehen und zu erfuellen, was er unterlies* zu tun. Nicht zuletzt wird die Geschichte einst daran ihr Urteil darueber faellen, ob mit der “Aera” Adenauer wirklich eine neue Epoche deutscher Geschichte begonnen hat. ATSCHEKA Estación de Servicio "Seminario" GerardoBraunschweig Mecánica en General SEMINARIO 634 Soldadura Engrase Desabolladura TELEFONO 460067 Electricidad Afinación Pintura Radios Philips y otras marcas Televisores, Refrigeradores y todos los Artefactos Eléctricos para su hogar Marmicoc - Cuchillería Discos - Regarlos Bicicletas - Tocadiscos WALTER GOLDSCHMIDT Grao Avenida 4311 Fono 50711 Wuenschen Sie etwas zu besichtigen in der Naehe Ihres Hauses bedienen wir Sie gerne, nach vorheriger Anmeldung in i J. Ego. Cañas 3125 Fono 41134