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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-11-01 · 11 (Noviembre, 1963) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
11 (Noviembre, 1963)
Date
1963-11-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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NOVIEMBRE 1963 BOLETIN INFORMATIVO 11 AUSSCHREITUNGEN DER "RELIGIOESEN FRONT" Lamerchaw: Die Regierung ■war sich in der Verurteilung der Zwischenfaelle bei den Missionen einig. Die Polizei wird nunmehr die Schuldigen vor Gericht zu bringen haben, damit sie ihre gerechte Strafe erhalten. Die Regierung hat ihre scharfe Stellung schon deshalb bezogen, weil diese Zwischenfaelle im Ausland einen ausserordentlich schlechten Eindruck machten und diplomatische Vertreter einiger Laender in Jerusalem protestiert hatten. Wenn man aber derartige Vorkommnisse von der Wurzel her ausrotten will, kann man auch ueber d. anderen Zwischenfaelle an der religioesen Front nicht hinweggehen. Und man wird kaum bestreiten koennen, dass man in dieser Hinsicht viel zu milde mit den Schuldigen umgeht. Steinwuerfe am Schabbath und Angriffe in Schulen, die man zu religioesei Haltung zwingen will, muessten nicht mit Verstaendnis und Sanftmut, sondern ganz anders beantwortet werden. Auf allen Gebieten begegnet man der religioesen Vergewaltigung. Die Religioesen koennen nicht so einfach die Angriffe auf die Christen verurteilen, nur weil das politische Folgen haben koennte, gleichzeitig aber die Angriffe gegen Juden ungestoert fortfuehren. Es muessen Gesetze erlassen werden, die alle Buerger gleichmaessig verpflichten. Al Hamischmar. Die Regierung hat endlich ueber die Welle religioeser Ausschreitungen, von der die Hauptstadt heimgesucht wird, beraten. Die Minister — so heisst es in der offiziellen Mitteilung — sehen diese Ausschreitungen als sehr ernst an. Das Resümee der Beratung wurde aber verschoben. Die formale Begründung bildete die Abwesenheit des Polizeiministers. Aber es ist anzunehmen, dass es die wirkliche Absicht ist. auf dem Verhandlungswege ein Kompromiss zwischen dem Ministerpraesidenten und den religioesen Ministern zu finden. Vor diesem Weg der Suche nach einem faulen Kompromiss muss sofort gewarnt werden. Die Ausschreitungen der Religioesen haben die Form eines auf Landesebene organisierten und geplanten Angriffes angenommen, der vor keinem Mittel zurueck-* schrickt. Die Regierung muss diesen Geschehnissen unverzüglich mit aller Strenge des Gesetzes entgegentreten. In diesem Moment genuegt aber nicht nur die Anwendung des Gesetzes gegen die Ruhestoerer selbst. Nicht weniger wichtig ist es. alle diejenigen zu brandmarken, welche ihnen offen oder im geheimen die moralische Deckung gewaehren und sie zur Fortsetzung ihrer zuegellosen Taten ermutigen. Den Ausschreitungen muss ein Riegel vorgeschoben werden, und zwar fest und sofort. Haaretz: Die Regierung hat beschlossen, die Beratung im Anschluss an die Wiederholung der Schabbathausschreitungen extrem-religioeser Elemente in .Jerusalem erst s p a e t e r abzuschliessen. Diese Verschiebung muss dem Staat keinen Schaden bringen. Aber man muss schon jetzt vor jedem Versuche warnen, welcher sicherlich von den Ministern der National - Religioesen Partei gemacht werden wird, die Angelegenheit zu vertuschen und die Regierung zu irgendeiner “praktischen Loesung” oder zweckmaessigen Loesung zu ueberreden. In Wirklichkeit besteht hier ueberhaupt kein Problem! Es bedarf daher auch keiner “Loesung”. Die Strassen unserer Staedte, einschliesslich Jerusalems gehoeren der Oeffentlichkeit. Das' bedeutet, dass jeder Mensch sich auf ihnen jederzeit frei bewegen darf, so lange er das Gesetz nicht stoert. Der Zufall will, dass das Mandelbaum-Tor sich in der N a e h e einiger religioeser Viertel befindet. Dieses Tor ist alle Tage der Woche offen und es besteht kein Grund, es am Schabbath zu schliessen. Es ist richtig, dass der Touristenverkehr in den letzten Jahren zugenommen hat und mit ihm auch die Zahl der Touristen, welche aus dem jordanischen Teil Jerusalems in den israelischen kommen. Diese Touristen sind in ihrer ueberwaeltigenden Mehrheit Nichtjuden. Man hat grosse Bemuehungen gemacht um die Religioesen nicht zu veraergern. Die Autobusse werden so gelenkt, dass sie Mea Scharim umgehen und nicht durchfahren, Trotzdem kann man diesen Verkehr von einigen Punkten der ungarischen Haeuser und laengs der Schmuel-Hanawi - Strasse beobachten. Mit diesem Anblick aber muessen sich die Religioesen abfinden. Man darf vor ihnen nicht zurueckweichen! Der Staat darf sich nicht dem Rabbi Amram Blau und dem Rabbi Sehoenberger unterwerfen, sondern sie muessen sich an den Staat anpassen. ISRAEL KONSEQUENT GEGEN "APARTHEID" Lamerchaw: Die Rueckberufung des israelischen Botschafters in Suedafrika, auch wenn sie ohne grossen Laerm und Sensationsueberschriften geschah, ist ein gegen die Apartheidpolitik der südafrikanischen Regierung gerichteter Schritt. Diese Massnahme entspricht auch den Beschluessen der UNO vom vergangenen Jahre. Die Israelische UNO - Delegation unterstuetzte damals den Beschluss, die Nationen der Welt aufzurufen, die diplomatischen Beziehungen mit der Republik Suedafrika abzubrechen: Israel kann nun natuerlich nicht von anderen Staaten etwas fordern, was es selbst nicht zu realisieren bereit ist. Die israelische Massnahme kommt auch im richtigen Augenblick, bei Beginn der diesjaehrigen Vollversammlung der UNO, also in einem Momente, da damit gerechnet werden muss, dass wiederum Bescnluesse, und diesmal noch schaerfere, gegen Suedafrika gefasst werden. Im abgelaufenen Jahre hat sich auf der ganzen Welt der Widerstand gegen die Apartheidpolitik Suedafrikas verstaerkt. In Afrika werden immer neue Voelker frei und auch durch die Farbigen Nordamerikasweht der Wind der Freiheit. In Suedafrika selbst verstaerkt sich die Bewegung zur Befreiung der Farbigen; und diesem starken Druck widersteht noch immer die suedafrikanische Regierung. Es ist selbstverstaendlich, dass Israel gegen jede Diskriminierung Stellung nimmt. Israels' Pflicht ist es, Hand in Hand mit den afrikanischen Nationen vorzugehen und jeden Schritt zu unterstuetzen, der sich gegen rassische Diskriminierung richtet. Jerusalem Post: Die diplomatischen Schritte, die zur Abreise des israelischen Vertreters aus Pretoria gefuehrt haben, sind nur die letzten Aktionen der Regierung gegen die Apartheidpolitik Suedafrikas. Auch dieser Schritt, wie schon alle, die vor ihm kamen, wurde zoegernd beschlossen, angesichts der frueheren Beziehungen Israels mit Suedafrika. Israel duerfte das einzige Land unter all jenen, die Massnahmen gegen Suedafrika ergreifen, gewesen sein, das Suedafrika ein Konto der Dankbarkeit fuer Unterstuetzung in der Vergangenheit abzudecken und ein Gefuehl des Interesses fuer das Wohlergehen dieses Landes und der grossen juedischen Gemeinschaft dort hat. Aber mit der Verschaerfung der Apartheid war Israels Pflicht klar. Unsere ausgezeichneten Beziehungen zu den jungen afrikanischen Staaten haben noch mehr diesen Entschluss verstaerkt. Man hofft nun doch dass die suedafrikanische Regierung ihre Massnahmen in dieser Hinsicht lockern und zu einer neuen Politik uebergehen wird. Sc hofft man auch jn der UNO Es ist diesmal zu erwarten dass starker Druck ausgeuebt werden wird. Suedafrika aus den Vereinten Nationen auszuschliessen. Israel wird sich diesem Entschluss kaum anschliessen, aber die suedafrikanische Regierung sollte Anzeichen fuer eine Meinungsaenderung zu erkennen geben. Leider gibt es bisher diese Anzeichen nicht. Vina del Mar vermiete sonnige jnoeblierte Zimmer fuer Wochenende und laengeren Aufenthalt mit voller Pension auch empfehle meinen Mittagstisch zu angemessenen Preisen. Liesel Spiegel 8 Norte /915, Depto. lt. Tel. 882511 Caailla 1541 — Valparaiso DIE POLITISCHE AUSRICHTUNG DER ISRAEL-PRESSE Regierungskoalition: DA VAR, Histaidruth, pro-Mapai; JERUSALEM POST, unabhaengig, pro-Mapai; LAMERCHAW Achduth-Awoda; HAIZOFE, National-Religioes. Opposition: CHERUTH, Revisionisten; HAAREZ, unabhaengig, pro-Liberal: HÄBOKER, Liberal; AL HAMISCH¬ MAR, Mapam; KOL HAAM, Kommunisten. AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE DIE TAGUNG DER UNO Haboker stellt fest, dass die Frage des Budgets der UNO im Mittelpunkt der jetzigen UNO-Session stehen wird. Der Generalsekretaer U. Thant hat in seinem Jahresbericht schon auf die Probleme hingewiesen, die sich aus der gegenwaertigen finanziellen Krise ergeben koennen. Er hat die Notwendigkeit angedeutet Einsparungen vorzunehmen, und in deren Rahmen auch die Zahl der UNO-Soldaten im Nahen Osten zu verkleinern. Die Zeitung weist auf die hohen Ausgaben hin, die mit d. Arbeit d. UNO—Truppen nicht nur im Nahen Osten sondern auch in Kongo und im Jemen verbunden sind. U. Thant glaubt deshalb die Zahl der UNO-Soldaten an der aegyptisch-israelischen Grenze vermindern zu koennen, besonders angesichts der Tatsache, dass in der letzten Zeit eine relative Entspannung an dieser Grenze festzustellen war. Haboker lehnt diese Haltung als zu optimistisch ab, und weist besonders darauf! hin, dass wir jetzt wieder Zeugen einer wachsenden Infiltration aus Aegypten, zu Spionagezwekken, sind. Die UNO-Truppen im Nahen Osten stellen vielleicht eine finanzielle Belastung der UNO dar, sind jedoch der Fruefstein der Taetigkeit der UNO, Ruhe und Frieden im Nahen Osten wahren zu koennen. Die Zeitung stellt sodann fest, dass keine uns direkt angehende Frage auf die Tagesordnung der diesjaehrigen Vollversammlung gest eilt wurde. Es sei jedoch weiter moeglich dass die arabischen Staaten wieder zu einem Angriff auf Israel bei der Vollversammlung vorgehen werden, und in diesem Falle muesse die israelische Delegation nochmals bereit sein, solche Attacken zurueckzuweisen. Jerusalem Post stellt fest, dass die diesjaehrige Tagung der UNO nicht, wie die Tagung im letzten Jahr, im Zeichen von dringenden, durch Krisen geforderten. Debatten steht. Diesmal findet jdie Debatte in einer entspannten Atmosphaere, die sich durch das Moskauer Abkommen ergeben hat, statt. Ein wichtiger Punkt der diesjaehrigen Debatte wird die Forderung der afrikanischen Staaten sein, Portugal und Suedafrika aus der UNO herauszuwerfen. Es sei jedoch nicht anzunehmen, dass die Vollversammlung einen diesbezueglichen Beschluss fassen wird Weiter werden Probleme der Abruestung und der Taetigkeit der UNO fuer die Entwicklung von unterentwickelten Laendern einen wichtigen Teil der Arbeitszeit der UNO-Session in Anspruch nehmen. Die israelisch-arabischen Fragen werden diesmal nicht ins Rampenlicht der Aktualitaet ruekken muessen, besonders angesichts der Tatsache, dass die Versammlung im vergangenen Jahr die Taetigkeit der UNRWA bis zum 1. Juli 1965 verlaengert hatte. Es ist wohl anzunehmen, dass die arabischen Delegierten bei verschiedenen Gelegenheiten erneut Angriffe auf Israel vornehmen werden, doch werden diese hohl und nicht ueberzeugend fuer einen Grossteil der UNO-Mitglieder sein. ln einer Session, die ihre Blicke mehr auf die Zukunft als auf die Vergangenheit richten wird, sollte, so sei gehofft, auch die Gelegenheit wahrgenommen werden, erneut einen prüfenden. Blick auf die radikalen Kraefte im Nahen Osten zu werfen, die weiter eine Gefahr fuer den Weltfrieden darstellen. Ttäboker: Am Vorabend des Sukkothfestes hoerte man die Stimme Israels von der Tribuene der Vereinten Nationen her. Zugleich kam es zu einer weiteren Aeusserung Israels, diesmal im Rahmen der Tagung des Weltwaehrungsfonds.Obwohl beide Reden miteinander im Grunde nichts zu tun zu haben scheinen, greifen sie doch ineinander. Waehrend Golda Meir ein Programm von sechs Punkten zur Loesung der Fragen im Mittleren Osten einbrachte und Israels Stellung angesichts des Moskauer Abkommens umriss, macnte sich David Horowltz zum Sprecher der Entwicklungslaender. Die Vorschlaege fuer Frieden und Verhandlungen lm Mittleren Osten sind ja nichts neues. Die Hindernisse fuer die Verwirklichung dieser Vorschlaege liegen nicht bei Israel, sondern bei den Arabern. Golda Melr sprach gemaessigt und dieser Ton wurde von allen Seiten begruesst. Die einzige Neuerung ln der Rede Golda Meirs lag in ihrer Erwaehnung der Lage der Juden in der Sowjetunion. Diese Frage wurde zum ersten. Male in der Versammlung der UNO erwaehnt. Ob aber Israel im allgemeinen, bei seiner Politik in diesem seinem Weltbezirk weiter den Ton waehlen kann, den Aussenminister Meir anschlug, wird nicht an uns, sondern an den Arabern liegen. Dawar: Die Rede, welche Aussenminister Golda Meir ln der Vollversammlung der UNO hielt, brachte keine neuen Israelischen Gedanken ueber den Weg, der zum Frieden fuehrt, und war auch nicht dazu bestimmt, derartige neue Gedanken zu bringen. Es ist auch, zu unserem Bedauern, kaum anzunehmen, dass die israelische Einstellung zu diesen Problemen heute von den Arabern eher akzeptiert werden koennte als in der Vergangenheit. Dennoch hatte die Einreichung des Sechs—Punkte— Vorschlages politischen Wert fuer die Beratungen der UNO-Vollversammlung. Sie sind ein Zeichen dafuer, dass man den neuen Geist der Verstaendigung, der zur Zeit zwischen den Weltblocks herrscht, auch in anderen Weltteilen zur Anwendung bringen kann.

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