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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-08-01 · 8 (Agosto, 1963) · p. Seite 40

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
8 (Agosto, 1963)
Date
1963-08-01
Page
Seite 40 (sequence 40)
Language
German
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40 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1963 COMUNIDAD ISRAELITA DE VALPARAISO Die Frau und Mutter im Judentum Von Curt Wilk AUS DER GEMEINDE Finanzen.—Def Vorstand hat die Finanzkommisdon der Gemeinde beauftragt, durch Reorganisation des Departa' ments bessere Uebersicht und fachmaennische Ordnung zu erreichen. In muehevoller Arbeit wurde ein Kardex engelegt, der allerdings vervollstaendigt werden muss, um alle Daten, Adressen, Telephonnummern usw gegenwartstreu auf dem laufenden zu haben. Wir hoffen, dass jetzt endlich fuer jedes Mitglied eine Karte existiert. In den Monaten Juni und Dezember, das heisst also zwei Mal jaehrlich, wird jeder seinem Kontoauszug zugeschickt bekommen, um pruefen zu koennen, 'ob seine geleisteten Beitraege auch ordnungsgemaess verbucht wurden. Selbstverstaendlich kann ein jeder daraus sofort ersehen, ob er “al día” oder im Rueckstand ist. Wer dann einige oder vielleicht sogar viele Monate schuldet, wird diesen Auszug mit vollem Recht als eine “Mahnung” ansehen. wer Jedoch seinen Verpflichtungen der Gemeinde gegenueber puenktlich nachgekommen ist. wird das neue Kontrohelement nur begruessen und verstehen koennen. Hohe Feiertage.—Das Departement fuer Kultus hat bereits den Auftrag gegeben, die Turnhalle des “Club Deportivo Israelita” zweckdienlich zu dekorieren und herrichten zu lassen. Wir teilen deswegen schon jetzt allen Mitgliedern und Gaesten mit, dass an Rosh-Hashana und Jom Kipcur der Gottesdienst in Valparaiso, Calle Morris 561, stattfinden wird. Weitere diesbezuegliche Nachrichten werden noch rechtzeitig bekanntgeben werden. Club der Goldenen Jahre.— In Baelde wird ¡Brechts “Drei-Groschen-Oper”, auf Tonband aufgenommen, bei uns eintreffen. Wir hoffen damit allen Mitgliedern einen schoenen Nachmittag bereiten zu koennen. Gran Baile-Comida.—Am 10. August 1963 findet der grosse Gemeindeball im Hotel O’Higgins, Viña del Mar statt Bitte notieren sie: Samstag, 10. August, 21.30 Uhr, Grosser Salón-Hotel O’Higgins. Sie werden es nicht bereuen, bei guter Tanzmusik, netter Gesellschaft, guten Darbietungen, einzigartiger Tombola und gutem Essen einen Abend mit uns in Viña zu verbringen. Eintritt, Essen inbegriffen, E9 7.— pro Person. Die Santiaguiner sind herzlich eingeladen. Anmeldungen: Sekretariat Alvarez 490, fono 80373, Casilla 4188, Valparaíso. Neue Mitglieder.—Frau Evelyn Gabbe de Hübner und die Herren Carl Darmstaedter, Leo Eliazovits, Curt Isaac und Alex Schnabel. Herr Emil Goldschlager hat aufgehoert, Mitglied unserer Gemeinde zu sein. Gran Animación tendra su Siesta con JQHNNY KURNIK y SU orquesta Música bailable y de concierto para toda clase de reuniones 10 de Julio 946 Fonos: 382477 y 382623 k'iiiimmimimiimimiiimiiiiiiimmiiimiiiiiimmiitiiiiiiiimiiiiiiii’: | SCHOENHEITS SALON 1 g ANITA KATZ | Expertin in Schoenheitspflege, dipl. in USA Moderne Hautpflege mit importierten Erzeugnis- £ sen und exclusiven Rezepten. 2-Vi^rationlsmassagen; Beauty life (elektr. Maschine E S gum Oeffnen der Poren); Vitaminmasken; Algen- 5 S maske einzig in Chile. E Heil und Körpermassagen im Haus. 5 E Make up und Frisuren fuer Braeute und 5 2! Festlichkeiten. S E Edificio Banco Israelita E Moneda 812, Of. 715, 7.o Pi. Geoeffnet 9-1 3,30-7 Tel. 491057 oder 397616 E Man spricht englisch, deutsch und franzoesisch E sumimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimimimiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiPiiiK Ein einzigartiger Glanz umstrahlte in alten Zeiten den Ruf der juedischen Frau und Mutter innerhalb des juedischen Lebens. Das dankbare Volk sang Lieder zu ihren Ehren, und besonders am Sabbat wurde ihrer voller Stolz gedacht. War doch der Gatte sechs Tage lang Sklave seines Berufes, und nur der siebente Tag und die Feste gewaehrten ihm Zeit und Ruhe, sich der Segnun. gen des haeuslichen Friedens und des Familienglueekes zu erfreuen. Sie, die Lebens, gefaehrtin und Mutter der Kinder, trug zu diesen Segnungen entscheidend bei, sodass man ihrer bereits am Sabbatbeginne im Liede gedachte. Fuer alle juedischen Generationen ist ein biblisches Wort verbindlich und wesentlich geblieben: Gott schuf den Menschon in Seinem Ebenbilde, als Mann und als Weib schuf er sie und nannte ihren Namen gemeinsam “Mensch”. Diese Gleichstellung der Geschlechter —ein jedes allein ist nicht der Mensch, sondern sie beide zusammen— suchte man im juedischen Volke zu verwirklichen. Wunderbare Frauengestalten uebermittelt uns die Bibel: Sara und Rebekka, Lea und Rahel, Mirjam, De. bora, Ruth u.a.m. Eis sind sehr bedeutende Frauen, doch auch mit den kleinen Sorgen des Alltages im Herzen, Sara die erste Stammutter, glich einer Fuerstin. “Hoere auf Sara, deine Frau”, be. fiehlt die goettliche Stimme Abraham, der erkannt hatte, dass ihm von ihr der richtige Weg gezeigt werden wuerde. Im Liede des Koenigs Salomo wird die Frau als die Seele des Hauses verherrlicht, und welch eine bewundernswerte Energie entfalten die fuenf Toechter des Zelofchad, de. ren Vater waehrend der Wuestenwanderung gestorben war, ohne Soehne zu hinterlassen, und die, nach dem Gesetz, kein Erbrecht besas. sen und deshalb vor Mose treten mit der Bitte, ihnen zu Erbbesitz zu verhelfen, damit der Name des Vaters nicht ausstuerbe. “Und der Ewige”, so berichtet die Tho. ra, “erleuchtet Mose mit der Weisung: “Gib diesen Maedchen Erbbesitz unter den Bruedern ihres Vaters”. Diese fuenf Toechter Zelofchad kaempften als erste fuer das Recht der Frau. Bis fast in die neueste Zeit war es das juedische Ideal, dass Mann und Frau nur auf dem Boden der Familie Frieden und echtes Glueck finden koennten. Gewiss feiert auch das Judentum die Liebe als solche. Man denke an das schoene Wort der Ge- AUSSTELLUNG DEUTSCHER GRAPHIK Das Museo de Bellas Artes wird in diesem Monat oder im September, eine Ausstellung von 125 Werke deutscher Graphiker der Jahre 1920- 1923, darunter Arbeiten von Otto Dix, Gotsch und Meyboden, veranstalten, welche dem Museum von unserem Gemeindemitglied, Herr Max Roesberg geschenkt wurden. nesis: “Jakob diente um Rahel sieben Jahre, und sie waren fuer ihn wie einzelne Tage aus Liebe zu ihr” Und das “Lied der Lieder” Salomon’s (Schir haschirim) darf als das grossartigste Liebesepos aller Zeiten angesehen werden, Doch tritt die Ehe in den Vordergrund und stets wird i m i Judentum die Poesie der Liebe zur Verherrlichung der Ehe. Fast alle grossen juedischen Maenner w a - ren v e r h e iracet, und erst als Mutter kommt die juedische Frau zu den hoechsten Ehren. Die Liebe der Mutter zum Kinde findet kaum einen ergreifenderen Ausdruck als im Worte des Propheten: “Wie einen Mann seine Mutter troestet, so troeste ich Euch”. Eltern und Kindesliebe, fuer sie finden sich viele Beispiele im juedischen Schrifttum. Das 5. der “Zehn Worte” darf hier uebergangen werden, da es jeder kennt. Doch das Deuteronomium ruft aus: “Verflucht sei, wer Vater oder seine Mutter ge. ringsch aetzt”. Und die “Sprueche” sagen: “Das Auge, das des Vaters spottet und die Runzeln der Mutter missachtet, moegen die Raben des Tales aushacken und die Jungen des Adlers fressen”. Ferner spricht “Sirach”: “Mit deinem ganzen Herzen ehre deinen Vater und der Mutter Geburtswehen vergiss nicht”. Der Talmud erzaehlt eine ruehrende Anekdote: Rabbi Tarfons Mutter machte einst auf dem Hofe mit ihrem Sohn einen Spaziergang; da loeste sich ihr Schun. nna Rabbi Tarfon legte seine Haende unter ihre Fussballen, und sie schritt auf ihnen einher, bis sie zu ihrem Divan gelangte. Einige Zeit Curt Wilk spaeter erkrankte der Rabbi schwer. Als nun seine weisen Kol legen ihn besuchten, sprach die Mutter zu ihnen: “Betet fuer meinen Sohn Tarfon, denn er erweist mir mehr Ehre, als mir zukommt. Da erwiderten die Gelehrten: “Selbst, wenn er noch hunderttause n d m a 1 mehr taete, reicht es nicht an da3 heran, was die Thora an Ehrerbietung vorschreibt”. Die grossen Veraendenm. gen in der Entwicklung der Menschheit haben vor der Familie nicht haltmachen koennen. Das alte Ideal besteht nicht mehr in vollem Umfange, und die Zahl der Unverheirateten wuchs ln den letzten Jahrzehnten, wenn man auch in allerluengster Zeit wieder haeufiger Fruehehen feststellen kann. Aber die Familien wurden kleiner und die Katastrophen, die ueber unser Volk hereinbrachen. Messen neue Probleme entstehen. Die grosse nicht juedische Frau Eilen Key sagte einmal: “Ehe nicht die Menschen beginnen, mit alttestamenta. rischer Schlichtheit die Fra. gen des Lebens zu behandeln, kann nicht der Grund zu einer neuen Ethik in diesen Fragen gelegt werden”. DER GEMEINDEBUND (Schluss vor) Seite 5) Es brachte unter seinen Mitgliedern alle notwendigen Mittel auf und hatte auch eine Reihe von nicht juedischen Goennern. Im Jahre 1935 kooptierte das Comité aus dem Kreis der Neueingewanderten zunaechst die Herren Rosenthal und Kiwi, um in Jahre darauf im Rahmen des Gemeindebundes weiterzuarbeiten. Wenn die wirtschaftliche Einordnung der Emigranten aus Deutschland verhaeltnismaessig schnell und reibungslos vor sich ging, so ist das zu einem guten Teil der Arbeit dieses Hilfscomités zu danken. Abschliessend darf gesagt werden, dass der Gemeindebund, auch wenn sein Ende kein ruehmliches war, eines der Fundamente unserer Gemeinde gewesen ist. Ohne die Vorarbeit, die ln dies'em Bunde geleistet wurde, waere zumindest die Anlaufszeit fuer unsere Gemeinde eine erheblich laengere gewesen. Eine andere Frage ist die, ob der Weg zur eigenen Gemeinde der gegebene war, oder ob er nicht ,in die in Chile bestehenden Organisationen haette fuehren ^ollen. Fuer ihre Beantwortung waere ein eingehendes Studium der geistigen Bindungen, mit denen die Einwanderer aus Deutschland hierherkamen, noetig.

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