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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-08-01 · 8 (Agosto, 1963) · p. Seite 12

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
8 (Agosto, 1963)
Date
1963-08-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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\2 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1963 i i i WIR GRATULIEREN UNS HERZLICH “-Fortset2ung, von Seite 11 zahl von staendlgen und auch gelegentlichen Mitarbeitern, die auf Grund einer Entwicklung zum “B.I.” gesteasen sind, welche damit begann, dass Herr Walter Baron eines schoenen Tages mit der bescheidenen Aufgabe betraut werden sollte Druckfehler zu vermeiden. Da er, wie gesagt, nicht nur diese Aufgabe, sondern auch sich selbst und die Leser sehr ernst nahm und auch seine Nachfolger —Zufall oder Gesetzmaessigkeit?— aus der gleichen Schule des Zionismus und der chaluztschen Jugendbewegung hervorgingen, begann damit die eigentliche Geschichte dea ‘‘B.I.”. so wie es heute aussieht. Damit? Oder gibt es noch andere, ueberpersoeoliche Gruende? Gewiss existieren sie und so wurde auch schon eingangs “eine ganze Reihe von Umstaenden” erwaehnt. Nun, worin bestehen diese? In einer grossen Zeit Es wuerde sicher im Rahmen einer solchen Betrachtung, die zwar unbescheiden ist, insofern sie uns selbst zum Gegenstand hat, sehr bescheiden aber, was ihren Anspruch auf Vollstaendigkeit und Genauigkeit anbetrifit, zu weit fuehren, sie alle zu suchen und zu untersuchen. Zwei erscheinen aber von hervorragender Bedeutung: Da ist einmal die Tatsache, dass in diesem einen Viertel! ahrhundert zwei Ereignisse stattfanden, die in drei Jahrtausenden juedischer Geschichte nur mit dem Auszug aus Aegypten, der david-s a 1 o m o n Ischen Glanzperiode, der Zerstoerung des Tempels und anderen einmaligen Wendepunkten zu vergleichen sind: die Ermordung des europäischen Judentums und die Errichtung d'es Staates Israel. Und wenn zu biblischen Zeiten es die Aufgabe von Priestern, P r o p heten und Schreibern war, vor Mitmenschen und Nachwelt Zeugnis abzulegen, so entfaellt heutzutage ein Teil dieser Aufgabe auf die Presse. Ein juedisches Blatt also, das nicht, wenn auch in noch so bescheidener Form, irgendwie irgendetwas von der Spannung, dem Unheil, der Tragoedie, der Erfuellung dieser Jahre festgehalten und mitgeteilt haette? Es waere nicht wert gewesen, geschrieben zu werden, es waere nicht wuerdig gewesen, im Namen eines der versprengten Restbestaende jenes Judentums herausgegeben zu werden, das mit Recht auf sein kulturelles Vermaechtnis stolz ist. Zum andern muss man sich vor Augen fuehren, wie abgeschnitten wir Juden in Chile waehrend der Kriegsjanre und danach und, bis zu einem gewissen Grade auch heute noch, aus geographischen Gruenden sind. Das Bewusstsein von der Gefahr, nicht nur in dieser Hinsicht am Rande der Welt zu leben, wirkte anspornend. Unsere Schwierigkeiten Natuerlich stellt diese Distanz und Isolierung auch eines der grossen Probleme unserer Zeitung dar. Qft waren wir monatelang von den Quellen der Nachrichten und Kommentare abgeschnitten. Noch heute kommt der groesste , Teil des Materials in englischer oder spanischer Sprache und muss uebersetzt werden. In Deutsch abgefasste Mitarbeiten 1 muessen zwangslaeufig immer weniger werden, wenn man sich auch bei diesem Aspekt des Problems damit abfinden kann, dass ihr Rueckgang nicht rascher vor sich gehen wird als unsere eigene unvermeidliche, wenn auch allmaehliche, , Umstellung auf Spanisch. Ein weiteres Problem, das uns treu geblieben ist, besteht in der bereits mehrfach e r waehnten Druckfehlergefahr. Wir arbeiten weiter mit fremdspra eiligem technischem Personal und es ist nur der Sorgfalt der Herausgeber des “B.I.”, der Herren Walter und Werner Lechner, denen dafuer ein besonderer Dank gebuebrt, sowie der une rmuedlichen Mitarbeit des Herrn Engel zu verdanken, dass sie staendlg in Bann gehalten wird. Die gleiche Sorgfalt jedoch, die in der Praxis eine Korrekturarbeit von einer vollen Arbeitswoche bedeutet, erzeugt eine neue Schwierigkeit: die Drucklegung einer jeden Ausgabe dauert fast 20 Tage, das letzte Material —der “Monatsspiegel”— muss 12 Tage vor Erscheinen in die Druckerei kommen. Kann jemand ermessen, was das an Einbusse von Aktualitaet in u n s e r er schnellebigen Zeit in sich birgt? Die Ueberbrueckung dieses gewaltigen Handicaps hat schon so manches Kunststueck journalistischer Akrobatik erfordert. Zuguterletzt —obwohl die Zahl der Probleme betraechtlich groesser ist—: wer vollbringt sie? Nur Menschen, die im Hauptberuf kaufmaennischen oder paedagogischen oder sonstigen Berufen nachgehen und die fuer das “B.I.” ihrer Arbeit oder ihrem Schlaf, ihrer Familie oder ihren Freunden hie Minuten und da Stunden stehlen. So steht das "Boletín Informativo” heute da, als Produkt einer einmaligen Epoche, dank einer Reihe von Menschen, die sich in diese Aufgabe verliebt haben und trotz der teils dramatischen teils grotesken Probleme, die sich immer wieder zwischen Schreibmaschine und Druckseite auftuermen. Es ist klar und man darf es ohne falsche Bescheidenheit sagen, dass es mehr 1st als ein Farn i 1 i e n b laettchen. Es ist ebenso klar, dass es sich nie wird mit einem “Aufbau” messen koennen. Die juedischen Gemeinden in spanisch-sprachigen Z e n t r en haben nicht die Bedeutung jener in anglo-amerikanischen Zonen; Santiago de Chile 1st nicht New York; unsere Haupt-Mitarbeiter sind es nebenamtlich und ohne auch nur einem Einzigen zu nahe treten zu wollen, wuerde wohl keiner mit jener journalistischen Elite in Konkurrenz treten; unsere treuen Inserenten von der Alameda oder Estado koennen es ebenso wenig mit ihren Kollegen vom Broadway und der 5th Avenue und die Mittel der S.C.I. sind nicht die des “New World Club”. Oer schwere Weg Trotzdem duerfen wir heute rueckblickend feststellen, dass es richtig war, nicht den leichten Weg zu gehen, der darin bestanden haette, unseren Mitgliedern zu sagen: “Hier teilen wir Euch die Veranstaltungen und F a m i 1 i ennachrlchten mit und im uebrigen haltet Euch an den Aufbau”. Unsere Gemeinde, in ihrem Milieu und in dem, das sie selbst schuf, mit ihren Aufgaben und Problemen ,mit ihrer speziellen Verbundenheit mit Israel, hatte und hat etwas Eigenes zu sagen. Das “B.I.” war das Instrument, diese Eigenart zum Ausdruck zu bringen und nicht «eiten entstand eine fruchtbare Wechselwirkung, in der die Formulierung neuer Tendenzen und Aufgaben halfen, dieselben mitzugestalten. Diese Behauptung laesst sich nicht nur an der Vergangenheit, sie laesst sich ebenso leicht an der Zukunft beweisen. So steht die Gemeinde heute vor der Forderung, die Dr. Hans Reich in seinem letzten Rechenschaftsbericht mit den Worten definiert hat, sich “binnen weniger Jahre aus einer mitteleuropaelschen in eine lateinamerikanische Gemeinde umzuwandeln”. Das "Boletín Informativo" darf mit einem gewissen Recht fuer sich ln Anspruch nehmen, auf ‘diesem neuen Weg Pionierarbeit zu leisten. Die schrittweise Umstellung auf die spanische Sprache, engerer Kontakt mit unserer Umwelt, Verschmelzung unserer Jugend mit der Jugend der anderen Sektoren der Kollektivitaet und alles, was diese Umwandlung sonst noch beinhaltet, findet in seinen Spalten nicht nur Echo: oft schon kam d'as Echo vor dem Schall. So ist sich die Redaktion auch heute klar darueber, dass dieser fast kaprizioes anmutende, irgendwo zwischen Nachricht enblatt und “Aufbau” gezogene Rahmen keineswegs ein endgültiger ist, ebenso wenig wie die .landsmannschaftliche und von deutsch-juedischer Tradition bestimmte Struktur der Gemeinde unwandelbar ist: wie koennten sie es in dieser Zeit der Gaerung, auf diesem Kontinent voll vulkanischer Kraefte auch sein? Wieder wuerde es die Grenzen dieser Betrachtungen sprengen, wollten wir den Versuch unternehmen, das Gedeihen ■ unseres monatlichen Pflaenzchens im Lichte der Sonne der wirtschaftlichen Entwicklung Lateinamerikas —oder der Schatten der dadurch bedingten sozialen Gewitter— zu untersuchen. Form und Inhalt Wenn wir aber das “Boletín Informativo” heute zum ersten Mal seit 14 Jahren ln einem neuen Gewand hcrausbrlngen, so moege diese kleine Erneuerung gleichsam symbolisch dafuer stehen, dass wir uns bei allem Respekt vor Vergangenheit und Tradition ebenso der Wandlungen bewusst sind, die der staendlge Fluss der Ereignisse bedingt. Es ist zwar nur eine Sache der Form, aber die Form ist oft vielsagend und wir glauben, in engem Einverstaendnis mit unserem künstlerischen Berater, Herrn Enrique Britzmann, jene gefunden zu haben, welche uns am meisten entspricht: einfach, anspruchslos, klar, gerade, modern, flott. Das ist die aeussere Erscheinung, in der wir weiterhin vor unsere Leser hintreten wollen. Die Gemeindemitglieder haben ln langen Jahren und bei vielen Gelegenheiten durch Ihr Interesse und dankenswerten Ansporn bewiesen, dass sie “ihre” Zeitschrift so sehen wollen. Und damit auch selbst so gesehen werden wollen. Denn tatsaechlich zaehlen wir mit Stolz auf einen bctraechtlichen Leserkreis im Auslande. Zu ihm gehoert einerseits die zahlreiche chilenische Kolonie ln Israel, mit der Verbindung zu erhalten uns ganz besonders am Herzen liegt und der wir bei diesem unserem festlichen Anlass einen besonders freundschaftlichen Grass entbieten wollen. Andererseits sind wir stolz darauf, dass die verantwortlichen Leiter vieler juedischer Organisationen lm Auslanae und der Schwestergemeinden in den Nachbarrepubliken, denen allen wir fuer Ihre in den Spalten dieser Ausgabe u e bersandten Glueckwuensche herzlich danken, auch zu unserem Leserkreis zaehlen. Wie dies aus mehr als einer Gratulation hervorgeht, repraesentiert fuer sie das “B.I.” weitgehend die "B’ne Jlsroel” selbst dann noch, —oder erst recht— wenn wir schon das Vergnuegen hatten, sie als Gaeste in Chile auch mit den anderen 1 Errungenschaften der S.C.I. bekannt zu machen. Schliesslich glauben wir, auch innerhalb Chiles zu helfen, die in Kilometern bet raechtlichen Distanzen zwischen den Gemeinden zu ueberbruecken und nicht nur der Comunidad Israelita de Valparaiso, die in unseren Spalten einen staendigen Raum zur Verfuegung hat, sondern auch den entfernten Gruppen von Nutzen zu sein. Wenn aber das “B.I." und die Gemeinde, die sich durch es interpretiert fuehlt, in dieser und nicht in einer anderen Form vor der Oeffentlichkeit erscheinen wili, so spiegelt das natuerlich, wie bei Auftreten und Kleidung eines Menschen, weitgehend den Charakter wider. Ihn ohne Pathos und ohne der Versuchung einer Prinzipienerklaerung zu verfallen, zu definieren, seien die letzten Worte dieser besinnlichen Selbstbetrachtung gewidmet: wir wollen am Weltgeschehen teilhaben, das unser Volk laenger schon mitgestaltet als irgendein anderes heute lebendes; allem Menschlichen gegenueber offen, in bester juedischer Tradition: Gerechtigkeit, Freiheit, Fortschritt, und Frieden fordern und foerdern; Judentum als Erbe bewahren, &Is Gegenwart erleben, als Zukunft aufbauen. PIROMETROS - TERMOMETROS pora Industrias y Laboratorios IfCHH K CIA. LTDA. ENTREGA INMEDIATA Nueva York 52, Of. 418 — Tel. 87745 I Das feinste Mode^esehaeft | fuer Kinderbekleidung j Providencia 2G03 — Ecke Pedro de Valdivia I

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