Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 8 (Agosto, 1963)
- Date
- 1963-08-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 BOLETÍN informativo AGOSTO 1963 VDR ZWEI JAHREN PFLANZUNG UNSERES WALDES Anlaesslich ihres 20. Jubilaeums beschloss die Gemeinde von Feierlichkeiten abzusehen und statt dessen in Israel einen Wald zu pflanzen, um so von der Verbundenheit der SCI mit unserer Medinah Zeugniss abzulegen. Vor zwei Jahren wurde mit der Pflanzung des Waldes begonnen. Nachstehend ein Auszug aus der Ansprache unseres Ehrenmit g 1 i e d e s Herrn Alfred Feldmann w a e h rend des feierlichen Festaktes auf den Huegeln bei Jerusalem. “Als vor einigen Jahren der erste israelische Botschafter fuer Argentinien und Chile, Jacob Tzur, mit seiner Gattin nach Santiago kam, um sich in der Moneda vorzustellen, haeuften sich m seinem Departamento im Hotel Carrera grosse Blumenarrangements, die die verschiedenen Kollektivitaeten der verehrten Gattin des Botschafters zur Begruessung gesandt hatten. Eine Kollektivitaet machte eine Ausnahme: Uns'eare “B’ne Jisroel”. Statt eines grossen Strausses ueberreichte sie Frau Tzur ein bescheidenes, kleines Straeuss'chen. An diesem war eine Karte befestigt, die anzeigte, dass unsere Gemeinde als Zeichen der Freude ueber den ersten Besuch von Frau Tzur eine Anzahl Baeume fuer Israel gestiftet habe. Als der Botschafter mit seiner Gattin Santiago verlies?, um nach Buenos Aires zurueckzukehren, sagte Frau Tzur, dass zwei Dinge sie besonders beeindruckt haetten. Einmal der Besuch der Escuela República de Israel in der calle Catedral, wo sie von den chilenischen Volksschuelerinnen mit dem Gesang der Hatikwah empfangen wurde und dann die schoene Art der “B’ne Jisroel”, sie mit einer Baumspende zu begruessen. Vielleicht war das der Anfang, vielleicht war das der Anstos's zu unserem Streben, nach unserem Koennen Teil zu nehmen an der Aufforstung Israels. Viele Jahre bevor Ben Gurion den lauten Apell an die Judenheit der ganzen Welt richtete: Baeume, Baeume und mehr Baeume muessen gepflanzt werden. Im Laufe der Jahre wurde in Chile das Interesse an Baumspenden besonders von den Wizo-Gruppen wachgehalten, bis dann die Gemeinde selbst beschloss, anlaesslich ihres 20—jaehrigen Jubilaeums einen Wald zu pflanzen, der den Nlamen “Bosque Sociedad Cultural Israelita B’ne Jisroel” tragen soll. Die Anstrengungen, die zur Beschaffung der Mittel fuer den Wald noetig waren, brauchen nicht unterschaetzt zu werden. Unsere Emigrantengemeinde hat viel aufzubringen, und alles, was fuer Israel zu geschehen hat, wird von uns sehr ernst genommen. Obwohl fast zur gleichen Zeit die B’nai B’rith Grossloge ihre Mitglieder in aller Welt zur Beteiligung am B’nai B’rith Walde in Israel aufrief, obwohl die entsetzliche Erdbebenkatastrophe in Chile uns zu selbstverstaendlicher, nachdrücklicher Hilfe verpflichtete, haben wir ■■**-*$ Ein Mal, errichtet auf den Huegeln Israels nicht aufgehoert, unsere Mitglieder anzuhalten, uns bei der Erfuellung der schoenen Aufgaben zu helfen, die wir uns anlaesslich unseres Jubilaeums gestellt hatten. Heute nun werden wir die Ehre haben, diesen Stein zu enthuellen, der vor den ersten Baeumen des Waldes, unseres Waldes stehen wird. So wie die jungen Baeume Wurzel fassen werden, um fuer immer fest verbunden zu sein mit dieser heiligen Erde, so fuehlen wir uns fest verbunden mit Israel, dem Lande, dem unsere ganze Liebe gehoert. Diese Verbundenheit beweisen wir nicht mit Worten, sondern mit Taten. Wir haben unsere Kinder in dies Land geschickt, damit sie mitarbeiten an der grossartigen Entwicklung der Medinath Israel. Wir spannen alle unsere Kraefte an. bei der Beteiligung an der Beschaffung der Mittel fuer die Fonds des Keren Hajessod und des K. K. L., bei der Unterstuetzung des Jerusalemer Blindenheimes, des Krankenhauses Shaare , Zedek und, wenn auch bisher noch in bescheidenem Umfang, als Freunde der Hebraeischen Universitaet in Jerusalem. Dass daneben die unermuedliche segensreiche Arbeit unserer Wizo-Gruppen geleistet wird, ist bekannt. Das alles, mit Ausnahme vielleicht der Zugehoerigkeit unserer Kinder zum Staate, ist so etwas wie unsichtbare Verbundenheit. Weithin sichtbares Zeichen unserer Haltung wird dieser Wald sein. Wir werden in Santiago erzaehlen, wo unser Wald steht. Hoch oben in den Bergen des Galil, mehr als 900 Meter hoch, liegt Biria. Bis zu den Gipfeln des Hermon und des Libanon reicht unser Blick, und zu den Golanbergen in Jordanien. Und wenn wir hinunter blikken, sehen wir das gruene Huletal und unser Auge erhascht einen iZipfel des Kinereth-Sees. Nicht viele Punkte der Erde sind von solch erhabener Groesse, von solch eindrucksvoller Schoenheit. Und ganz in der Naehe das altehrwuerdige Sfad hier der Knan, dessen grosse Haeus'er, als ich zum ersten Mal in Israel war, auf kahlem Berge standen, und die jetzt umgeben sind von dem Gruen der Baeume, die im Laufe weniger Jahre gewachsen sind. So werden wachsen die 10.000 Baeume unseres Waldes. Sie werden wachsen und stark werden, wie Israel waechst und immer staerkei wird. I Israel, jeden Tag schoener jeden Tag fruchtbarer, Israel waechst. Waechst an Ansehen und an Bedeutung. Imponierend durch sein kulturelles Niveau, durch den Aufstieg seiner Wirtschaft, durch Seinen Optimismus, durch diesen einzigartigen Willen, voran \ zu kommen, Schwierigkeiten ueber windend, allen Anfeindungen trotzend. Schon heute beglueckwuenschen wir Israel zu seinem 13. Geburtstag. Am bevorstehenden Jom Haazmaut der Barmizwa, wird es mit Befriedigung zurueck blicken koennen auf die' ersten 13 Jahre der Unabhaengigkeit, m i t Befriedigung und mit berechtigtem Stolz. Es wird nur ein Tag des Rueckblickens sein. Dann wird Israel mutig und fleissig wieder an die Arbeit gehen, der wir von ganzem Herzen groessten Erfolg wuenschen. Fábrica de Tejidos “Nobleza” Freiwirih y Cía. Llda. Santo Domingo 834 local 584 (Pasaje Capri) Tel. 35896 Grosse Auswahl in Strickkleidern und allen anderen Strickwaren hier Gross und Klein. GEDANKEN ZWISCHEN ZWEI UND DREI VOM WECHSEL DER JAHRESZEITEN Manchmal ist es recht schwierig, “Gedanken” zu haben und sie moeglichst abd r u c kbar zu produzieren. Herbst und Winter sind Ausruhe-Jahr e sze it en, da schlaeft die Natur, da entspannt Koerper und Geist. Der Regen tropft einschlaefernd gegen die Scheiben, das Kaminfeuer prasselt beruhigend'. Im Winter ruhen die Energien, die Natur diktiert eine Pause, die der Kreatur eine gesunde Lethargie erlaubt. Da ist es am seltensten, sich unterhalten zu lassen, statt selbst zu unterhalten, sich gute Musik anzuhoeren, ein interessantes Buch zu schmoekern. Gespraeche im Winter sind sehr selten hitzig und aufgeregt; mit zunehmender Sonnenwaerme steigert sich auch ihre Temperatur. Winter- Diskussionen leiden meist unter der Kaelte, die den Argumenten die Schaerfe wegnimmt. Die m e i s t en Menschen moegen den Winter nicht gern. Natuerlich spreche ich nicht von enragierten Winter-Sportlern, die schon im Hoch sommer sehnsuechtig nach dem ersten Schneefall in den Bergen Ausschau halten. Ganz allgemein gesprochen aber ist der Winter keine beliebte Jahreszeit. Besonders hier, wo die klare, scharfe, gesunde, trockene Kaelte fehlt. Der chilenische, Winter i s t unfreundlich, feucht, truebe und’ deprimierend. Er bringt Regenguesse, die der schnell saturierte Boden nicht aufnehmen kann und Weg und Steg grundlos verschlammen laesst. Seine Trabanten sind Schnupfen und Rheumatismus. Die Bluete des Fruehlings, die Reife des Sommers und die verschwenderische Farbenpracht der Herbst-Abschiedsstimmung bringen uns in harmonischen Kontakti mit der Natur, lassen uns teilnehmen am Zyklus des Werdens, geben uns die Ilusion der schoepferischen Hilfestellung, wo wir nur foerdern und ordnen duerfen. Der Winter jedoch mH seinem verhaengten Himmel, seinem?paeten Morgen und fruehen Abendl schliesst uns total aus vom Naturgeschehen, gibt uns immer wieder deutlich zu verstehen, dass Ruhezeit herrscht. dass menschlicner Eingriff uner wuenscht und stoerend ist. Diese Ablehnung zwingt zur Selbst-Einkehr, zur kritisehen Selbst-Betrachtung, zur Beschaeftigung mit aufgeschobenen Eigen - Problemen, zur gesunden Seelen- Bllanz. Dies ist das ganz grosse Plus der geruhsamen Winterzeit. Der Wechsel der Jahreszeiten ist eine grosse Gnade der Schoepfung. Er stellt Anforderungen an Koerper und Geist, haelt in Spannung und zwingt uns zu Reaktionen. Man, sagt, dass gleichmaessig gutes Wetter den Charakter verde rbe. Das stimmt. Im ewigen lauen Sonnenschein wer den die Menschen auch lau und unausgepraegt, faul und unentschlossen. Es fehlt die Notwendigkeit der Energie- Entfaltung, das Lichtsignal zum Neuaufbau, der gesunde Impuls zum Entschluss. Das Beste am Winter ist das Fruehlings-Ahnen, das er birgt, diese herrliche, sichere Hoffnung, die nie betrogen wird. Das Fruehjahr ist kurz, impulsiv, schaeumend; es gleitet schnell in den erfuellten Sommer ueber, der voll und reif, wie ein ruhiger, traeger Fluss vorueber fliesst. Der Herbst ist Abbau, fast Trauer, fast Angst. Die einzig wirklich positive Jahreszeit ist der Winter, der fuer sich, selbst keinerlei Praetentionen hat, der nur Ruhe und B e s i n nlichkeit bringt, und diese einzigartige, unvergleichliche, wundervolle Sicherheit, dass er der Vorbote des neuen Lebens, der Wiederkehr, der berechtigten Hoffnung ist. K...g San Diego 1118 San Antonio 272