Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 8 (Agosto, 1963)
- Date
- 1963-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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AGOSTO 1963 7 BOL lE TIN INFORMATIVO VOM 20. ZUM 25. JÁHR -— Von Alfred Feldmann- Vor 5 Jahren durfte ich lieber die wichtigsten Ereignisse unserer SCI waehrend des zweiten Jahrzehnts ihres Bestehens berichten. Chronologisch ¡geordnet, vom zehnten Geburtstag an durch 10 Jahre der Arbeit des Aufbaus, der Konsolidierung. Wenn ich heute anlaesslich des' 25—jaehrigen Bestehens unserer Gemeinde diesen Bericht ergaenze^ weitere 5 Jahre betrachte, so kann ich, entgegen der Uebung des Chronisten, nicht anfangen mit den ¡Ereignissendes 21. Jahres, sondern muss beginnen mit der Begebenheit, die unsere Gemeinde am Schwersten betroffen, am tiefsten erschuettert hat. Die Ausgabe dieser Zeitung von Mai 1962 brachte gleichzeitig die Nachrufe und Trauerkundgebungen f u e r unseren ¡am 7. Mai ploetzlich verstorbenen Siegfried Landau und seinen ausführlichen Rechenschaftsbericht: “Rueckblick und Ausschau”, den letzten Rechenschaftsbericht unseres unvergesslichen Praesidenten und Ehrenmitglieds. Es war ihm nicht vergoennt, den Tag des 25. Jubilaeums zu erleben. Ohne wiederholen zu wollen, was anlaesslich der Trauerfeier gesagt worden ist, sollen die ersten Gedanken dieser Zeilen ihm gelten, sollen die ersten Worte zum Ausdruck bringen, dass wenn wir den Jubilaeumstag begehen werden, er in unserem Geiste bei uns sein wird, dass wir uns bewusst sein werden, wie unendlich viel er fuer uns getan hat, und dass wir unsere Dankesschuld an diesen Grossen, den wir zu den Unseren zaehlen durften, r.icht vergessen werden. Am Schluss meiner Auszehrungen zum 20. Jahrestag sagte ich, dass die Gemeindeverwaltung durch die Gewinnung junger Kraefte eine Gewaehr fuer Forti uehrung und Erweiterung der Gemeindearbeiten bieten muesse. Erfreulicherweise ist dieser Apell nicht ungehoert verhallt. Mehrere juengere Kraefte sind inzwischen fuer die Repraesentanz gewonnen worden und haben sich gut bewaehrt. Allerdings trat im Juli 1958 ein sehr befaehigtes juengeres Mitglied des Vorstands, zurueck. Herr Helmut Heinemann verzog nach Buenos Aires. An seine Stelle wurde Herr Dr. Hans Reich in den Vorstand gewaehlt. Im August 1958 hatten wir grosse Tage. Professor Ernst Simon aus Jerusalem weilte 4 Tage unter uns. Er besuchte uns im Auftrag des Leo Baeck Instituts und sprach nicht nur bei einer grossen Kulturveranstaltung, sondern auch im Kreise junger Ehepaare und bei einem Oneg Schabbat. Am Schaobatgottesdienst gab er die Schrifterklaerung. Alle standen im Banne dieses grossen Redners, alle waren tief beeindruckt von dem Menschen und Gelehrten Ernst Simon. Im September bestand Cisroco, noch vor der Gemeindegruendung entstanden, 25 Jahre. Im November traf der israelische Botschafter fuer Chile und Ecuador, Dr. Eliezer Dorön mit Gattin und Toechtern in Santiago ein. Am 2. Dezember fand in unserem Gemeindehaue eine Kundgebung fuer den Botschafter statt und Herr Dr. Dorön besuchte uns mit seiner verehrten Gattin nochmals am 8. Januar 1959. Im Juni 1959 war Minister Golda Meir in Santiago. Diese hervorragende Frau kam in offiziellem Aufträge der israelischen Regierung und fand seitens der chilenischen Regierung einen auss'erordentlich freundlichen Empfang. In einer Grossveranstaltung im Teatro Municipal sprach diese unvergleichliche Frau in lueberfuelltem Saale ueber israelische und Weltprobleme. Frau Golda Meir stattete auch unserem Gemeindehaus einen kurzen Besuch ab; sie sprach sich sehr schmeichelhaft ueber unser Gemeindehaus aus. Im September teilten Comité Representativo und Federación Sionista dem Staatspraesidenten Don Jorge Alessandri mit. dass dieste Koerperschaften den Herrn Staatspraesidenten als Zeichen der Verehrung und auf Grund seiner positiven Einstellung zu Israel in das Goldene Buch des Staates Israel haben eintragen lassen. In einem sehr ausführlichen und ueberaus freundlichen Schreiben dankte der Praesident fuer diese Ehrung Im Maerz 1960 traf der neue Botschafter der deutschen Bundesrepublik, Herr Dr. Hans Strack, hier ein. Der Redakteur unserer Zeitung, Herr Hans Kaufmann, wurde von Ihm empfangen. Der Herr Botschafter sprach sich mit erfreulicher Deutlichkeit ueber seine und seiner Regierung entschieden wohlwollende Einstellung uns gegenueber aus. Im April fand erstmals eine Bathmizwa in unserer Gemeinde statt, ihr feierlicher Verlauf hat grossen Eindruck gemacht. Diese Bathmizwafeiern sind inzwischen zu einer staendigen Einrichtung bei uns geworden. Am 10. Mai traf uns ein schwerer Verlust. Dr. Boris Levy starb ploetzlich. Er hatte seit Gruendung der Gemeinde in ihrer Verwaltung mitgearbeitet, war jahrelang Schatzmeister, unermuedlicher Tesorero der Magbit und hatte bei allen Gelegenheiten eine warmherzige soziale Gesinnung bewiesen. Er war ein sehr wichtiger Mitarbeiter, dem unsere Gemeinde viel zu verdanken hat. Dann kam jener 21. Mai 1960, der Tag der entsetzlichen Erdbebenkatastrophe im Sueden. Spontan, geradezu blitzartig, begann unsere Gemeinde eine grosszuegige Hilfsaktion. Sofort wurden Sachspenden gesammelt, ein Aufruf zu reichlichen Geldspenden fand ohne Verzug Widerhall und jeder hatte begriffen, dass Menschenliebe und Dankesschuld gegenueber dem gastlichen Chile jedes Opfer selbstverstaendlich machte. Auch die Regierung Israels beteiligte sich an dem Hilfswerk. Sie sandte sofort 2 Flugzeuge mit Medikamenten, Blutplasma und anderen Hilfsmitteln nach Chile. Im September besuchte uns der leider inzwischen verstorbene Senator Joachim Llpschitz, Innensenator von Berlin, im uebervollen Gemeindehaus im Bei sein deutscher Botschafts— und Konsulatsbeamter, sprach er ueber Entschaedigungsf r agen. Es war mehr als ein Vortrag, es war ein Erlebnis. Dass seine Einstellung in Entschaedigungsdingen wohlwollend' war, war uns bekannt. Aber wie er freimuetig und offen ueber das heutige Deutschland sprach, wie zuversichtlich er sich ueber die junge Generation in Deutschland aeusserte, wie die innere Waerme und Menschlichkeit ¡dieses Mannes mit jedem seiner Worte deutlicher zum Vorschein kam, wird ihn uns unvergessen machen. Wir beklagen es tief, dass sein Abschiedswunsch an uns, das bebraeische Wort “Lehitraot- Auf Wiedersehen”, durch Seihen fruehen Tod nicht verwirklicht werden kann. Am 4. April 1961 konnte unser Wald in Israel, unsere Stiftung zum 20. Jahrestag der Gemeinde eingeweiht werden. In Birla, im oberen Galil, in Gegenwart vieler Freunde aus Chile fand die wuerdige Einweihungsfe i e r statt. Unsere Gemeinde war durch ihren Vizepresidenten Alexander Lande und den Schreiber dieser Zeilen vertreten. In der Generalversammlung vom 23. April wurden einige Herren neu in die Repraesentanz gewaehlt, in den Vorstand traten die Herren Alfred Berliner und Kurt Loebel ein. Am 8. Mai sprach im Rahmen einer Kulturveranstaltung der israelische Botschafter fuer Peru und Bolivien, Herr Michael Simon, ueber seine Erlebnisse als erster Protokollchef der Medinat Israel. Der Redner, der die Schwierigkeiten der Errichtung des diplomatischen Dienstes eines neuen Staates in oft humorvoller Weise interessant darlegte, fand reichen Beifall. Im September waren wir in Genf beim juedischen Weltkongress durch Herrn Kurt Hofmann vertreten. Am 18. November war ein wichtiges Ereignis fuer die Intensivierung der Jugendarbeit. Das Jugendheim der Gemeinde fuer Barcai und Degania wurde eingeweiht. Es begann das Jahr unserer tiefen Trauer 1962. Am 28. Maerz verschied der Vizepresident der Gemeinde Alexander Lande. 15 Jahre seines Lebens in Chile hatte er dem Dienst fuer unsere Gemeinschaft gewidmet, 5 Jahre als Repraesentant und 10 Jahre als Mitglied des Direktoriums. Eine grosse Trauerkundgebung anlaesslich seiner Beisetzung bewies die tiefe Wertschaetzung die ihm Verdientermassen von allen Kreisen entgegengebracht wurde. Die Gemeinde hat mit Alexander Lande einen ihrer ruehrigsten Fuehrer verloren, Seine Freunde einen aufrechten, zuverlaessigen Kameraden. Die Schelauschim nach Alexander Landes Tod waren kaum vorueber, als am 7. Mai Siegfried Landau ploetzlich starb. Wir alle waren wie gelaehmt. Praesident und Vizepresident, beide noch im besten Alter, wurden binnen weniger i Wochen durch einen viel zu fruehen Tod dahingerafft. In tiefem Schmerz mussten wir uns ¡dem goettlichen Ratschluss fuegen. Am 24. Mai fand eine Gedenkfeier fuer unseren Dr. Landau statt, bei der neben Vertretern der Gemeinde, die israelische Botschaft und alle juedischen Organisationen in tief empfundenen Worten das Andenken Siegfried Landaus ehrten. Zahllose Kondolenzschreiben aus Chile, aus' anderen jsuedamerikanischen Laendern, aus Israel und Europa bewiesen die aufrichtige Anteilnahme an unserem Schmerz. Die Arbeit musste wieder auf genommen werden denn das Leben einer Gemeinde steht nicht still. Der Vorstand wurde neu gebildet. Dr. Hans Reich wurde zum Praesidenten gewaehlt. Er konnte das schwere Amt, getragen vom Vertrauen seiner ganzen Gemeinde, antreten. Herr Martin Michel wurde Vizepraesident und Herr Rudolf Pincus trat neu in das Direktorium ein. Im Mai hatten wir den Besuch des Herrn Benno Weiser Leiter des Informationsamts der Jewish Agency fuer Lateinamerika. In ebenso geistwie humorvoller Art sprach er ueber die verschiedenen Aspekte, unter denen ein Jude Israel sieht. Der Vortrag war sehr gut besucht. Ende Oktober stand i m Zeichen des Centra—Kongresses. Vom 29. Oktober bis 1. November hatten wir die Freude, die hervorragendsten Repraesentanten des suedamerikanischen Judentums bei uns zu haben. Argentinien, Brasilien, Perú, Uruguay, Paraguay hatten ihre prominenten Vertreter gesandt, gleichzeitig tagte der Suedamerikanische Rabbinerv e rband, dessen 11 Rabbiner wichtige Arbeit geleistet haben. Ueber den Kongress ist ausführlich in unserer Zeitung berichtet worden. Die meisterhafte Rede des Herrn Oberrabbiners Prof. Lemle, die vielbeachteten Vortraege des Herren Dr. Hardy Swarsensky. die von erfrischendem Optimismus gekennzeichneten Ausfuehrung e n des ¡Herrn Dr. Feuereisen sind ebenso wie die Ansprache des Herrn Dr. Hans Reich im Wortlaut veroeffentlicht worden. Der Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Winter beim: Oneg Schabbat ist allen, die ihn gehoert haben, von hoechstem Wert gewesen. Auch ueber die Arbeit der Centra ist eingehend berichtet worden. Was ist also noch zu sagen? Nun, es ist zu sagen, dass das Zusammensein mit unseren Gaesten —ich muss ein grosses Wort gebrauchen, denn ein anderes waere fehl am Platze— das Zusammensein mit unseren Gaesten etwas Beglueckendes war. Man muss gesehen haben, mit welch souveraener Sicherheit Herr Rudolf Hirschfeld die gesamte Materie beherrscht hat, man muss die geistvollen Ausfuehrungen des Herrn Dr. Alfred Hirschberg gehoert haben, man muss die ruhige aber feste Haltung (unseres Freundes Leschnitzer beobachtet haben, man muss die Entschiedenheit, mit der die Rabbiner ihren Standpunkt vertreten haben, erlebt haben und nicht zum wenigsten, man muss die delegierten Damen in ihrem Auftreten bewundert haben. Und mehr und mehr{ man kann nicht alles aufzeichnen. Ich, der ich das Vergnuegen hatte, mit einigen der Damen und Herren in kleinem Kreise zusammen zu sein, verstehe jetzt, dass mein verstorbener Freund Landau mir oft gesagt hat, dass er sich gerade in diesem Kreise ¡besonders wohlgefueMt habe. Das internationale Jugendlager der Centra, das in diesem Jahr 1963 unter dem Patronat unserer Gemeinde Stand, ist vom 11. bis 24. Februar in Melocotón abgehalten worden. Die geistige Leitung des Lagers hatte Rabbiner Egon Loewenstein, der von Herrn Prof. Dr. Pinkus (Sao Paulo) und Herrn Salomón Maguenzo unterstuetzt wurde. Im April war Herr Minister Joseph Almogi eine Woche hier; er wurde vom Direktorium bei einem Teeabend empfangen und hielt ausserdem im vollen Gemeindehaus einen Vortrag. Am 21. April fand die Generalversammlung in der Gemeinde statt, in der unser neuer Praesident, Herr Dr. Reich, seinen ersten Rechenschaftsbericht “Unsere Gemeinde — unser Jischuw — unser juedisches Volk” erstattete. Die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder dankten Herrn Dr. Reich durch langanhaltenden Beifall, der die Anerkennung seiner Arbeit und der des Gesamtdirektoriums bewies Ueber den Verlauf der Generalversammlung ist in unserer Zeitung eingehend berichtet worden. Am 23. April erreichte uns die Nachricht, das der Staatspraesident von Israel Jitzchak Ben Zwi gestorben ist. Der gesamte Jischuw hat zum Zeichen seiner tiefen Trauer saemtliche Veranstaltungen anlaesslich des 15. Gruendungstages der Medinat Israel abgesagt. Unsere Gemeinde vereinte sich in aufrichtiger Teilnahme mit unseren Schwestern und Bruedern in Israel anlaesslich des Verlustes dieses grossen Juden. Das Instituto Central de Relaciones Culturales Israel- Iberoamericano hat in Israel mit der Pflanzung des Gabriela Mistral — Waldes begonnen. In einem feierlichen Akt, den der Vorsitzende des K. K. L. Dr. Jacob Tsur eroeffnete, und bei der die diplomatischen Vertreter der suedamerlkanischen Staaten und andere Autoritaeten anwesend waren, hat Herr Miguel Maldavsky fuer die Federación Sionista de Chile gesprochen. 25 Jahre Rueckblick bedeutet nicht nur Rueckblick auf geleistete Arbeit, auf Erreichtes und Nichterreichtes, sondern gebietet uns im Gedenken zu verweilen an die vielen treuen und be~ (Fortsetzung Seite 58)