Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 7 (Julio, 1963)
- Date
- 1963-07-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1963 DIE REPRAESENTANZ- AUS Dl PROTOKOLL Di SITZUNG VOM 6. JUNI 1963 Um 20 Uhr eroeffnet Herr Dr. Kiwi, Vorsitzender des Repraesentanten-Kollegiums, die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt er des vor wenigen Tagen verstorbenen Papstes, Johannes XXIII, der in den 4 Jahren seiner Herrschaft Reformen innerhalb der Kirche > begonnen hat. Der Papst war ein grosser Freund des juedischen Volkes, was er bei vielen Gelegenheiten bewies, z. B. durch Aenderungen der Liturgie. Er hat versucht, eine Bruecke zwischen Christentum und Judentum zu schlagen. Die Welt, und wir mit ihr, trauert um einen grossen Menschen. Die Anwesenden erheben sich zu Ehren des verstorbenen Paostes von ihren Plaetzen, dann tritt die Versammlung in die Tagesordnung ein. Protokolle; Die Protokolle der Sitzungen vom 4. und vom 23. April 1963 werden verlesen und genehmigt. Bericht des Direktoriums: Herr Hofmann erteilt nachstehenden Vorstandsbericht, der ohne Debatte angenommen wird; In der Zeit zwischen der letzten Sitzung des vorigen Repraesentanten-Kollegiums und der heutigen Zusammenkunft, seien 8 Neuaufnahmen zu verzeichnen, jedoch auch 8 Todesfaelle zu beklagen gewesen. Am 1. Abend Pessach habe die S.CJ. “B’ne Jisroel” ihren traditionellen Gerneindeseder abgehalten, an welchem 130 Personen teilnahmen. Der Abend stand unter der Leitung der Herren Rabbiner Lubliner und Heimann Abramczyk und war ein voller Erfolg. Um unsere Jugend in ihrer Arbeit zu unterstuetzen, habe die Gemeinde der Degania 25 Stuehle leihweise ueberlassen. nachdem sie auf einer Versteigerung sehr guenstig 69 Stuehle fuer das Gemein dehaus erstehen konnte. Der Religionsunterricht sei aus den Raeumen, die uns die Firma Wiener & Cia. dankenswerterweise zur Verlegung gestellt hatte, nach fiunoa, in die Synagoge Chatan Sefer, verlegt worden. Es sei erfreulich, dass noch in keinem Jahr so viele Kinder an diesem Zweigunterricht teilgenommen haetten wie dieses Mal, naemlich zwischen 35 und 40. Weiterhin habe die Gemeinde bei der United Synagogue in Buenos Aires 100 moderne Sidurim —Spanisch-Hebraeisch— gekauft; 'mit ihnen hoffen wir unserer zweiten Generation das Verstaendnis fuer die Gottesdienste zu erleichtern. An Stelle des Herrn Herper, der ausgewandert ist, habe die Gemeinde Herrn David Goldstein fuer den Chor gewonnen. Herr Goldstein , hat bereits mit dem Chor geprobt und gibt sich ausserordentliche Muehe. Es . sei notwendig, diejenigen Damen, die aus dem einen i oder anderen Grunde nicht j mehr am Chor teilnehmen,; durch neue Kraefte zu ersetj zen. Er baete von hier aus I die Herren Repraesentanten, in ihrem Bekanntenkreis fuer den Chor zu’ werben. Das Harmonium, das in sehr schlechtem Zustand war, ist nach einer Revision durch Herrn Goldstein, zur Reparatur gegeben worden. Herr Federico Urbach z. L. habe der Gemeinde ein Legat von Escudos 1.000.— hinterlassen. E b e n s o . hat Herr Schnitzer anlaesslich seiner Europareise eine Spende von Escudos 100.— gemacht. Es soll eine Jahrz<eittafel angefertigt und alsdann in geeigneter Form darauf hingewiesen werden, dass an Jahrzeiten in unserer Synagoge Kaddisch gesagt und Lichter gezuendet werden koennen. Unser Repraesentant. Herr Rodolfo Haymann, wird Entwuerfe fuer eine derartige Tafel anfertigen. In unserem Hause hat die grosse Gedaechtnisfeier der Federación Sionista und, des Comité Representativo fuer den verstorbenen Presidenten Jitzhak Ben Zwi stattgefunden, die seitens unserer Mitglieder gut besucht war. Die Gemeinde war auch m den vergangenen Wochen wieder bei wichtigen Veranstaltungen der Kollektivitaet vertreten, so z. B. bei der Erinnerungsfeier an den Aufstand im Warschauer Ghetto durch Herrn Abramczyk und bei der Eroeffnungder israelischen Keramik- Ausstellung durch Herrn Dr. Reich. Als besonders erfreulich sei zu berichten, dass Herr Minister Almogi in einem sehr herzlich gehaltenen Schreiben sich fuer die Aufnahme in unserem Hause bedankt hat. Im Juli-August feiert unsere Gemeinde den 25. Jahrestag ihres Bestehens. Das Direktorium hat bereits eine Kommission ernannt, die sich mit den Vorbereitungen der dafuer geplanten Festlich k e i ten beschaeftigen wird. Kommissionen: Herr Dr. Reich verliest die Namen der Mitglieder der vom Direktorium gebildeten Kommissionen Das Repraesentanten-Kol- Iegium bestimmt folgende Berichterstatter fuer die einzelnen Aussehuesse: Finanzkommission Herr Adolfo Ebstein Jugendkommission Herr Adolfo Schnitzer K.K.L.-Kommission Herr Heinz Podbielski Kaschruth -Kommission Herr Heimann Abramczyk Kranken-Kommission Herr Heimann Abramczyk Kultus-Kommission Herr Heimann Abramczyk Kultur-Kommission Herr Dr. Hermann Lehmann Leo Baack-Institut Herr Dr. Benno Kiwi Presse-Komm ission Herr Dr. Ernst Reichmann, Anschliessend verliest Herr Dr. Reich die Liste der Schiedsrichter. Er fuehrt aus, dass das Direktorium davon abgesehen habe, eine Haus- und eine Propaganda-Kommission zu ernennen, da diese Aufgaben direkt von Direktorium und Repraesentanz erfuellt werden muessten. Verschiedenes Herr Dr. Reich fordert die Herren der Repraesentanz auf, an dem : am 15. Juni stattfindenden Abschiedsbankett fuer Herrn Botschafter Doron teilzunehmen. Herr Rabbiner Loewenstein informiert die Herren der Re praesentantenkollegiums, dass die beiden Rabbiner der Gemeinde am Todestage des Papstes Johannes XXIII dem Nuntius und dem Kardinal von 'Santiago Kondolenzbesuche gemacht haetten. Herr Rabbiner Lubliner sei von der Zeitschrift “Ercilla” interviewt worden, waehrend er selbst in der Television der Universidad Católica in einer Sondersendung zu Ehren des verstorbenen Papstes gesprochen habe. Er komme soeben vom Trauergottesdienst, zu dem die Rabbiner , schriftlich von den kirchlichen Autoritaeten aufgefordert worden seien. Herr Hofmann spricht den Herren Rabbinern im Namen des Direktoriums d i e Anerkennung der Gemeinde fuer ihr Verhalten in dieser besonders delikaten Situation aus. Die j u e d i sch-christliche Verstaendigung gehoere zum Aufgabengebiet der Gemeinde. Herr Simonson berichtet ueber die Jugendarbeit und bittet das Direktorium um Information, ob die Moeglichkeit bestehe, diese Arbeit auf die juengeren Erwachs enen auszudehnen. Herr Dr. Reich antwortet, dass die Absicht bestehe. Herr Abraham Maguenzo fuer diese Arbeit zu engagieren; dieser habe bei einem kuerzlichen Besuch in der Gemeinde bereits sein grunds a e tzliches Einverstaendnis danht erklaert. Das Direktorium erwarte entsprechende Vorschlaege der Jugendkommission. Herr Schnitzer betont die Wichtigkeit gerade dieser Arbeit und bezieht sich besonders auf ein vom CU.T veranstaltetes Forum. Er regt an, die Sitzungen der Repraesentanz in kuerzeren A b staenden anzuberaumen, damit die Mitglieder des Repraesentant.en - Kollegiums mehr Kontakt zu der juedischen allgemeinen Arbeit bekommen. Er bittet darum, dass nicht nur ueber die Arbeit der Kommissionen, sondern auch ueber die Taetigkeit anderer Organisationen, in denen Mitglieder der Gemeinde taetig sind, berichtet wuerde. Er bezieht sich in desem Zusammenhang, insbesondere auf ein Projekt d^r Logen, 25-30 verwahrloste juedische Kinder zu erziehen. Den Worten von Herrn Schnitzer folgt eine lebhafte Debatte. Dem Wunsch des Herrn Schnitzer nach eingehender Berichterstattung ueber andere Institutionen des Jischuw soll nach Moeglichkeit entsprochen werden. Die Repraesentanz ist der Meinung, dass das Projekt der Logen unzweifelhaft zu begruessen sei, jedoch Angelegenheit der Logen und indi- ¡ vidueller Goenner bleiben muesse. Die Gemeinde habe in erster Linie Verpflichtungen gegenueber dem “Cisroco” der die Sozialarbeit innerhalb unseres Sektors leiste. Herr Hofmann berichtet ueber die Arbeit des Comité DR, EGON MARX PH. D. Herr Egon Marx, der Sohn unseres Gemeindemitgliedes Herrn Dr. Erich Marx, erhielt nach einem ueber dréijaehrigen Studium an der Chicago Universitaet und am California Institute of Technology den Titel Doctor of Philosophy (Ph. D.). Seine Doktorarbeit versierte ueber ein Thema der Nuklearphysik. Herr Dr. Egon Marx, der nach Beendigung seiner Schulzeit den Premio Aguilera vom Instituto Nacional als der bestet Schueler erhalten hatte und der nach Abschluss seines Studiums an der Universidad de Chile den Premio Marcos Orrego Pueima vom Instituto de Ingenieros zugesprochen bekommen hatte, erhielt anschliessend ein Stipendium vom Punto Cuarto. Er hat sein Studium in Nordamerika zum groessten Teil in seiner Eigenschaft als beurlaubter Professor der Universidad de Chile durchgefuehrt und wird nach seiner Rueckkehr nach Santiago Seine Lehr— und Forschungstaetigkeit an der Universidad de Chile aufhehmen. Wir gratulieren Herrn Dr. Egon Marx und wuenschen Ihm in seiner neuen Position viel Erfolg. LEHRVORTRAG IN DER GEMEINDE Am 18. Juni hielt Herr Rabbiner Loewenstein einen Vortrag ueber das Thema “Lebendiges' Judentum aus den Spruechen der Vaeter”. An vier verschiedenen Ausspruechen wurde die Aktualitaet der in den Pirke Avot behandelten Fragen aufzeigt. Die Anwesenden hoerten vom dem juedischen Kulturideal, das in der Vereinigung von Arbeit und Geist, Koerper und Seele besteht und gegen die Isolierung des Individuums von der Gemeinschaft ist. Es wurde das Pro-; blem erwogen, welches unse-! re Einstellung zum Leben sein soll. Aschliessend behan-; delte der Redner die Einstellung des Judentums in Veri (gangenheit und Gegenwart I zum Staat und seinen sozialen Problemen. ’ Esi waere wuenschenswert, wenn die Teilnehmerzahl bei I einem solchen Lehrvortrag! groesser waere. Vertiefung! juedischen Wissens war noch | Immer vornehmstes Ziel ei-! ner Gemeinde. AUS DEM JISCHUV ALIJAH VON DAVID ILEVICKV Der langjaehrige Praesident des Vaad Hajinuj, Herr David Jlevicky hat seine Alijah angetreten. KULTURARBEIT IN DER PROVINZ Herr Rabbiner Lubliner besuchte die Gemeinde Valdivia wo er verschiedenene Kulturveranstungen abhielt. VORTRAGSZYKLEN DER FEDERACION UND DES CIRCULO Mit grossem Erfolg wurden die gemeinsam von Federación Sionista und Círculo Israelita veranstalteten Vortragsabende von Prof. Dr. Benjamin Viel (Director der Es cuela de Medicina der Universidad de Chile) und von Dr. León Pérez (Buenos Aires) durchgefuehrt. JUGEND FEIER IM MACCABI Die Federación Juvenil Sionista veranstaltete im vollbesetzten Saal des Maccabi eine Auffuehrung unter dem Titel “Y no fue una leyenda’’, die bei allen Anwesenden grossen Beifall fand. VERABSCHIEDUNG VON BOTSCHAFTER DORON Mit grossem Bedauern nahm die chilenische Oeffentlichkeit und die Kollektivitaet von Herrn Botschafter Doronj Abschied, der in seine Heimat zurueckkehrt, um ein wichtiges Amt im israelischen Auss’enministerium zu uebernehmen. In vielen Veranstaltungen wurde dem scheidenden Botschafter und seiner Gattin von berufener Seite bestaetigt, dass es ihm in den Jahren seiner Taetigkeit gelang, die freundschaftlichen Bande zwischen Chile und Israel zu staerken und dass sein Beitrag zur Intensivierung der Beziehungen beider Laender sich noch lange Zeit fruchtbringend auswirken wird. Ganz besonders herzlich gestaltete sich das grosse Bankett im Estadio Israelita, wo die juedische Gemeinschaft Gelegenheit hatte. Herrn Botschafter Doron zu verabschieden Bei dieser Gelegenheit betonte der Praesident der S. C. I. “B’ne Jisroel”, Herr Dr. Hans Reich, die freunschaftlichen Bande, ,die unsere Gemeinde mit dem nunmehr heimkehrenden Botschafter Israels verknuepft hatten. Zum Nachfolger von Herrn Dr. Doron wurde Herr Dr. Uri Naor, frueherer Generalkonsul in Zuerich, ernannt (siehe Information unseres Korrespondenten Menachen Kilai). Representativo und ueber die Taetigkeit des “Cisroco”. Das Altersheim habe zwei benachbarte Haeuser gekauft, da eine Erweiterung unbedingt notwendig sei. Die Haeuser muessten voellig renoviert werden, was natürlich grosse Ausgaben erfordere. Herr Rabbiner Loewenstein informiert das Repraesentanten-Kollegium u e ber i die Arbeit des “Bareai”. , Herr Amster laedt die Her-! ren der Repraesentanz zu einem vom 28.-30. Juni stattfindenden Seminar der Logen ueber Jugendfragen ein. Herr Abramczyk macht darauf aufmerksam, dass Herr Loewenstein am 18.6, einen; Lehrvortrag abhalten wird. Schluss der Sitzung 22.15 f Uhr.