Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 6 (Junio, 1963)
- Date
- 1963-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO JUNIO 1963 Mivn Pee ú/¿íze/¿oe/i€ Tfc&M# 4c/tve¿fá / DIE VAR, JORDANIEN UND ISRAEL Jerusalem Post: Ob die heute, foederativ aufgebaute Vereinte Arabische Republik mehr als ein Wunschtraum Nassers ist, wird vielleicht erst nach einem Jahr oder noch laengerer Zeit klar werden; vorlaeufig existiert dieses Gebilde nur auf dem Papier. Und d~"halb glauben die zwei westlichen Maechte die in diesem Laendergebiet am staerksten engagiert sind, Amerika und England, die im Gründungsdokument dieser zweiten VAR enthaltenen Drohung gegen Israel missachten und ihre Entscheidungen darueber, wie ihr zu begegnen sei, noch auf unbestimmt lange Dauer vertagen zu koennen. Die Englaender erkiaeren einerseits kurz und bündig, dass Hussein besser taete, “sich in eine Villa in Surrey zurückzuziehen” (Observer), sind andererseits aber anscheinend nicht ohne Verstaendnis dafür, dass von unserer Staatsführung stets auf die Israel sicherheitspolitisch drohende Gefahr aegyptlschcr Massnah men gegen Jordanien hingewiesen worden ist. Die USA- Regierung scheint weiterhin zwar dazu zu neigen, dem Koenig Hussein beizustehen, soweit es sich mit dem Wunsch des amerikanischen Aussenministeriums vereinbaren laesst, Abdel Nasser nicht vor den Kopf zu stossen; aber sollte der jordanische Monarch verschwinden, würde man sich in Washington der neuen Lage zweifellos ohne sonderliche Schwierigkeiten anpaäsen. In dieser verfahrenen Situation wurde hier und da gar behauptet, wir seien bereit, zu ‘‘Protektoren’ des jordanischen Staates zu werden. Welch seltsame Theorie Wir empfinden keine sonderliche Zuneigung für die Jordanier, und selbst, wenn wir sie empfaenden kaeme es für uns selbstredend nicht in Betracht, solchen Sentiments nachzugeben, statt nur an unsere eigenen Interessen zu denken. Der Status quo ist zwar noch gefaehrdeter, wenn aegyptische Truppen an der langen leicht verwundbaren israelisch-jordanischen Grenze stationiert werden würden, aber darum sind wir noch lange nicht bereit, uns zu Schutzherren dieses Nachbarlandes aufzuwerfen. Da war: Gelegentlich hoert man bei uns ebenso wie in einigen westlichen Hauptst.aedten, Jetzt, dass die neue arabische Foederation zur Entspannung des Konflikts der Araber mit Israel beitragen koennte, weil die foederierten Staaten nicht mehr genoetig waeren, untereinander in Israel feindlichen Demonstrationen zu wetteifern. Hoffen wir, dass es So stimmt Was aber hat anderenfalls zu geschehen? Wir müssen juns auf Entwicklungen gefasst machen, die der harten Wirklichkeit besser entsprechen, naemlich auf die Moeglichkeit dass die zweite VAR mit vereinten Kraeften gerade zum Versuch übergehen wird, unseren Staat von der politischen Landkarte zu loeschen. Das ist es ja, was in Kairo angekündigt werden ist: die ‘‘Befreiung Palaestinas”. , In der Besorgnis, dass es den drei verbündeten arabischen Staaten damit ernst ist, wurzelte soeben unser letztes Memorandum an den Sicherheitsrat der UNO, in dem ausgeführt wird, dass es kein Praezedenz dafür gebe in der staatsrechtlichen Konstitutionsurkunde foederie rter Staaten die Vernichtung eines anderen offiziell zum Ziel zu machen. I! Haboker: Wenn in Kairo! eine Kommission gebildet i wurde, welche die Einzelheiten ‘‘der Zusammenfassung der Armee” der drei arabischen Staaten ausarbeiten soll, so ist die einzige gemeinsame Front die der Ausarbeitung aggressiver Plaene gegen Israel. Ein solcher Plan So unreif! er auch noch ist, soll nicht unterschaetzt werden u n a man soll ihn nicht als blosse i Rederei betrachten, insbesondere nach der Erfahrung mit den militaerischen Gespraechen, die die arabischen Staaten vor Errichtung des : Staates Israel geführt und die zu der Invasion ln das Staatsgebiet geführt haben. Das Hauptziel der Vereini- ' gung ist die Vernichtung Israels. Das muss auch diejenigen aufschrecKen, ,die uns beruhigen wolien, und die behaupten, das Gleichgewicht der Kraefta in dieser Region sei noch nicht erschüttert. Mit Hilfe der Amerikaner hat Nasser seinen politischen Sieg im Jemen errungen, mit ihrer diplomatischen Hilfe wurde er aus der schweren Situation befreit, in der er sich an dieser Front befand. Dadurch ist aber seine Anhaenglichkeit an /Washington nicht gewachsen, und nun sind wir an der Reihe. DIE POLITISCHE AUSRICHTUNG DER ISRAEL-PRESSE Regierungskoalition: DAVAR, Histadruth, pro-Mapai; JERUSALEM POST, unabhaengig, pro-Mapai; LAMERCHAW Achduth-Awoda; HAZOFE, National-Religioes. Opposition: CHERUTH, Revisionisten; HAAREZ, unabhaengig, pro-Liberal; HABOKER, Liberal; AL HAMISCH- MAR, Mapam; KOL HAAM, Kommunisten. EIN SCHWERER VERLUST DIE ERKLAERUNG KENNEDYS Die Jerusalem Post begrüsst die Erklaerung des Praesidenten Kennedy über den Mittleren Osten und betont, dass sie in Israel sehr willkommen ist. Es ist erfreulich, das die USA um unsere und des ganzen Bezirks Sicherheit Sorge empfinden. Es ist zu begriissen, daSs sie Agression und Vorbereitung zur Aggression abiehnen. Trotz der üblichen Zweifel und des Zoegerns des amerikanischen Aussenministeriums hat Israel viele aufrichtige Freunde in den USA. Bei allem muss klar sein, dass' die amerikanische Erklaerung nicht weit geht, pnd sie kann auch nicht sehr weit gehen. Wenn der Raketen-Krieg gegen uns begonnen hat, wird es zu spaet sein, “Schritte zu unternehmen”. Waehrend der 15 Jahre der Existenz unseres Staates war es unsere Aufgabe, Angriffe noch vor ihrem Beginn zu verhueten. Und was ist “Vorbereitung zur Aggression?” Die Zerstoerung Israels ist bei der neuen arabischen Foederation ein sehr wichtiges Ziel und obwohl die Englaender sich bereits aeusserten, dass keine Angriffsabsichten bei den Arabern erkenntlich seien, bereiten sie eine Aggression vor. Die J. P. stellt dann die Frage., ob es als “Vorbereitung zur Aggression” anzusehen ist wenn aegyptische Truppen auf Grund eines Futsches der Nssser-Kraefte rr> der Altstadt auftauchen wuerden ohne dass ein Schuss abgefu. ert worden waere. 1956 wurde festgestellt das Israel in der Schaffung irakischer Basen auf dem westlichen Jordan-Ufer eme Gefaehrdung seiner Sicherheit sehe. Würden Sachverstaendige des ame. rikanischen Verteidigungsmir.isteriums eine solche Aktion a 1 s Bedrohung ansehen? Wuerden die USA sich zum Eingreifen als verpflichtet ansehen, wenn wir Massnahmen zur Sicherung an der Grenze Jordaniens (das inzwischen ' aufgehoert haette zu existier e n) unternehmen? w i r koennen nicht erwarten, dass Aussenstehende die Gefahr so einschaetzen, wie wir selbst. Praesident Kennedys Erklaerung gehoert zum Faktor “moralischer und politischer : Einfluss”, den Ben Gurion in seiner Rede als zweites Element bei der Vermeidung eines Krieges erwaehnt hatte. Die Sicherung unserer Kraft; durch Abschreckungswaffen; hatte er als das Wichtigste bezeichnet. | Haaretz: Zweifellos hielt! Kennedy es für noetig, das : zu sagen, was er gesagt nat, um auf die Ereignisse der; letzten Wochen zu reagieren,; Ereignisse, welche in Israel und bei vielen, die die Linie der amerikanischen Politik | im Mittleren Osten, nicht ak- : zeptieren. ernste Sorge ausgeloest haben. Die Vertreter : Israels weisen darauf hin,; dass' die Bilanz der bewaffneten Kraefte zwischen den arabischen Staaten und Israel in absehbarer Zeit zu unseren Ungunsten sich aen- : dern kann. Aber Kennedy erkennt diese Argumentation vorlaeufig nicht an. Kennedy erklaerte, die USA stütze die Sicherheit Israels und seiner Nachbarstaaten. Wir streben nicht danach, die arabischen Staaten zu vernichten. Wir haben nichts dagegen, dass Amerika ihre Sicherheit stützt. Wir fuerchten aber, dass das Gleichgewicht, auf welches Kennedy in seiner Formulierung so | grossen Wert legte, einige! arabische Herrscher zu Abenteuern veranlassen koennte.; Haboker: Seitens Israels wurde angesichts der Situation in Jordanien zu verste- : hen gegeben, dass es Israel nicht gleichgültig sein kann, wenn Nasser die Herrschaft such in Jordanien ergreift. Die Form in der diese Nichtgleichgültigkeit ihren Aus- (Fortsetzung Seite 25) Die Leitartikel aller Zeitungen beschaeftigter. sich mit dem Heimgang von Staatspraesident ¡Jizchak Ben-Zvl und dem gewaltigen Verlust, den der Tod dieses Mannes für den Staat und fuer das Volk bedeutet. Es wird auf die einzigartige Persoenlichkeit dieses Mannes hingewiesen, der sein ganzes Leben für sein Volk wirkte und alle seine Kraefte für die Entwicklung des Landes und seinen Foi tschritt einsetzte. Haboker: In allen Teilen des Landes und überall in der Golah hat die Nachricht über den Tod des Staatsprae sidenten grosse Bestürzung hervorgerufen. Mehr als zehn Jahre war er in diesem hohen Amte taetig und repraesentierte den jüdisenen Staat. In der Geschichte Israels wird sein Name unvergessen bleiben und noch die kommenden Geschlech t e r werden die chaluzische Persoenlichkeit des Dahingegan genen ehren. Er war es, der unter vollem Verstaendnis für die Lehren der Geschichte und die Gebote der Tradition an der Renaissance des Volkes führend mitarbeitete. Sein edler Charakter umfasste alle positiven Eigenschaften des Volkes, das er vertrat. Jeder brachte ihm Respekt und Verehrung entgegen, wie er sich überhaupt durch seine Volkstümlichkeit und sein allgemeines Ansehen auszeichnete. Stets stand er zur Verfügung — in ruhigen Zeiten wie auch in den Tagen der Krise. DAS GANZE VOLK TRAUERT Hazofeh: Mit allgemeiner Trauer wurde die Nachricht vom Hinscheiden des Praesidenten aufgenommen. E r hatte jeweils alle Gebote des Judentums erfüllt; er liebte sein Land und wirkte als Pionier beim Aufbau. Er fungierte als Lehrer des Jischuw und wuchs gleichzeitig mit dem Jischuw heran. Er bereitete das Volk auf den Staat vor und konnte spaeter an die Spitze dieses Staates treten, von allen anerkannt und begrüsst, Er wirkte in der Verteidigung, bei der Eroberung der Arbeit, bei der Sammlung der Verstreuten bei der Vereinigung der Bevoelkerung im Rahmen des Staatsaufbaus mit. Er liebte die Mitmenschen und widmete sich der Sorge um den einzelnen Bürger und um die Belange des Individuums. STETS TRAT ER FUER EINIGKEIT EIN Cheruth: Waehrend seiner Amtstaetigkeit bemühte sich Praesident Ben Zwi stets mit grossem Takt, einen Beitrag zur UeberWindung der inneren Differenzen im Staate zu leisten. Er setzte sich für die Belange der , gesamten Nation ein, ohne einen Unterschied zwischen Gruppen! und Klassen zu machen. An; seinem Grabe vereinigen i sich alle Kreise des Volkes und Vertreter der Golah ohi ne Unterschied der Partei. Das ganze Volk empfindet! tiefste Trauer angesichts des I Verlustes dieser Fersoenlich- | kclt. VERTRETER DER i ARBEITERBEWEGUNG j : Lamerchaw: Jizchak Ben Zwi vereinigte in sich zahl-! reiche hervorstechende Ei-;' genschafteil und- Züge; er i besass einen edlen Charakter und tiefes V erstaendnls : für die Belange der breiten Schichten des Volkes. Er war ein Mann der Arbeit im wahj ren Sinne des Wortes. Gleich-! zeitig jedoch zeigte er Verstaendnis für die intellektuellen Erfordernisse und Gegebenheiten: er interessierte sich für Wissenschaft und Lehre, für Forschung und Aufklaerung. Er war zugleich Repraesentant des Landes wie auch Weltbürger. Er beherrsch te die jüdische Kulturwar jedoch auch mit den Werten der allgemeinen Kultur durchaus vertraut. Ei bekleidete seinen Posten mit Würde, wenn er sich auch stets durch persoenliche Bescheidenheit auszeich n e t e. Gerade vor dem Fest der Unabhaengjgkeit, vor dem funfzehnjaehrigen Jom Haazmauth, ging der Praesident des Staates dahin. WIE ZU STALINS ZEITEN Dawar: Die Berichte über Massenjudenverfolgungen in der Hauptstadt der westlichen Ukraine basieren auf Informationen des “Jewish Chronlcle”, der im allgemeinen über zuverlaessige Quellen verfuegt. Diesen Informationen nach soilen kuerzlich Personen, welche Lemberg (Lwow) besucht hatten, erzaehlt haben dass dort Tausende von Juden wegen “Wirtschaftsverbrechen” verhaftet worden seien. Die Sache sei so weit gekommen, dass man ,j üdische Studenten aus den betreffenden Familien gezwungen haette, ihr Studium einzustellen. D i e ukrainische iBevoelk erung bringe der jüdischen Bevoelkerung grosssten Hass entgegen und die Verhaeitnisse aehneln in jeder Hinsicht denen, die unter dem Stalinre- B'ime geherrscht haetten. Diese Nachricht bildet insofern ein Novum, als es hier anscheinend um eine Massenverfolgung geht. Auch nichtjüdische Beoba cht er weisen auf die antijüdischen Aeusserungen hin und beispielsweise ein an sich prosowjetisch eingestelltes Blatt wie “New Statesman” liess sich aus Moskau über eine zunehmende antij üdische Welle berichten Obwohl an sich in der USSR scharfe Urteile gegen Wirts'chaftsdelinquenten (Fortsetzung Seite 25)