Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 5 (Mayo, 1963)
- Date
- 1963-05-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1963 OBER RABBINER PROF. DR. FRITZ PINKUS, SAD PAULD: DAS 5. JUGENDLAGER DER CENTRA Dieser Bericht wurde uns j freundlicherweise von der | CENTRA zum Abdruck uej berlassen. ' Wenn ich diesen Bericht! gebe, so steht er ganz unter j dem Eindruck, den ich in j dem Moment habe, wo ich das Campamento in Melocotón (Chile) verlasse. Von der menschlichen Seite her ist dort eine ungeheure Leistung vollbracht worden. Mit aufopfernder Hingabe hat unsere Schwestergemeinde in Santiago dieses Lager vorbereitet, in einer herrlichen Landschaft gelegen. Mit einer Perfektion, die ich am besten beurteilen kann, da ich seit zwoelf Jahren Fachmann fuer Campamentos junger Menschen bin. Alle Mitarbeiter erzielten grossartige Leistungen in technischer wie menschlicher Beziehung. Die Leiterin der Kueche erstaunte mit ihren kulinarischen Genuess. e n. Der von der CENTRA aus Israel engagierte Jugendfuehrer Amiran, Salomón Maguenzo aus Santiago und mein guter Freund und Mitarbeiter David Sztulman, alle drei leisteten in ihrer Arbeit Ausserordentliche s, in ihrer Zusammenarbeit, in der Verteilung der Arbeit wie in dem Kontakt mit den jungen Menschen. Sie haben durch die Auswahl der Themen. in der Behandlung der Grundthemen, der Psychologie des Jugendalters, in einer grossen Anzahl von Workshops fuer Jugendarbeit in den Gruppen, in Gesang und Spiel ganze Arbeit geleistet. Mit einer beispielhaften Hingebung haben mein lieber Kollege Egon Loewenstein und seine liebe Frau Kaethe ihr Beites gegeben, um dieses Lager zu leiten und es zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. Ich kann mir vorstellen, wie sie seit Monaten geplant und ueberlegt, mit ihren Mitarbeitern diese Dinge durchdacht haben und wie sie dann der gute Geist und die unsichtbare, aber immer leitende Hand des Ganzen gewesen sind. Ich selbst hatte das grosse Glueck. dass [ ich eine Woche von meiner Jugendarbeit in Campos de Jordao abzweigen konnte, um in Melocotón mitwirken zu koennen. Ich muss gestehen, dass diese Tage , zu den schoensten Erlebnissen meiner Jugendarbeit gehoeren. Ich bin gluecklich, dass ich dabei war, nachdem ich vor 2 Jahren das letzte Mal unsere kontinentale Jugend bei mir in Campos de Jordao hatte. Nun zur Jugend selbst. Es kamen neue junge Menschen j aus Uruguay, aus Chile, Brasilien und zu unserer groessten Freude Vertreter von ¡ zwei erst kuerzlich entstanj denen Jugendvereinigungen I aus Paraguay und Perú. Jun-; ge Menschen, bereits eine neue Generation mit verschiedenen Temperamenten,; mit verschiedenen Arbeitstypen in ihren Laendern, ¡ aber geeint in Freundschaft, im gemeinsamen Ziel und in der gemeinsamen Aufgabe. Í Es ist uns geglueckt, . durchzufuehren und aufi recht zu erhalten, das, was : vielleicht fuer die Gemeinj de jagend die entscheidende ' Position ist, naemlich die gesamt] uedische Haltung, dass junge Menschen aller Schattierungen zusammen gehoeren, dass sie wissen wir stehen und fallen zusammen. Dass sie, jeder nach seinen Interessen ausger i c h t e t, trotzdem die Gesamtheit juedischen Lebens, die Erscheinungsformen des Judentums in Israel, in den Gemeinden und in den verschiedenen Laendern des Kontinents in gleicher Weise als ein Gesamtbild in Betracht ziehen. Hoehepunkte waren die religioesen Veranstaltungen. Man kann in keiner Weise sagen, dass unsere Jugend unreligioes ist. Es kommt nur darauf an, wie wir mit ihr religioeses Leben gestalten. Hoehepunkte waren die ersten Aussprachen. Ich haette gewuenscht, dass viele unserer Familien daran haeften teilnehmen koennen. Wir hatten die grosse Freunde, am vorletzten Tag des Lagers, an einem Sonntag, den Gesandten Israels, Minister Doron, und seine Familie dort zu begruessen und einen Vortrag zu hoeren, der in klarer Form die aussenpolitische Position Israels seinen Freunden, Feinden und Neutralen gegenüber beleuchtete. Ein hervorragender Abschluss des Ganzen. Das Hauptthema ging um die Untersuchung, wie der junge Mensch dem Leben gegenueber tritt. Mein lieber Kollege Egon Loewenstein — ich gestehe, dass unsere Freundschaft in diesen Tagen noch staerker geworden ist — hat eine Reihe von Themen unter diesem Leitthema besprochen, er wird sicherlich noch selbst darueber berichten. Ich hatte Gelegenheit, folgendes zu machen: Abgesehen von einigen Gottesdiensten, in denen ich den jungen Menschen einmal die grandiose Bedeutung des Schema Jisroel klar machte, ein anderes Mal die ganz wesenstypische Bedeutun g der Berajas im Judentum, habe ich einige Themen zum Ausgangspunkt einer Diskussion genommen, an der sich die Jugendlichen mit besonderem Ernst und erfreulichem Eifer beteiligten. Jugendliche aus ganz verschiedenen Milieus, verschiedenen Laendern und sogar verschiedener Sprache. Wir haben mit dem Thema begonnen Die Jugend findet einen Unterschied zwischen den Generationen vor. Jugendbewegungen gibt es seit dem Beginn des Jahrhunderts, Jugendbewegung war politisch, war soziologisch begruendet. Der Gegensatz zwischen Generationen wurde groesser, weil ja zwei davon in den beiden Weltkriegen versagt haben, weil auch die grossen Religionen versagt haben, und weil die Ideologie eines statis c h orientierten Buergert ums wahrscheinlich uebergehen muss in die einer dynamischen Ideologie einer neuen Welt, einer neuen Generation. Wir sprachen darueber, wie die verschiedenen paedagogischen Theorien aussehen, wie Alt und Jung miteinander umgehen koennen. Wir stellten viele Ge- , sichtspunkte heraus fuer I die Wiedervereinigung zwi- sehen Alt und Jung, die we- I sentlich das sind, was fuer I das moderne Judentum be- , deutungsvoll und empfehlenswert sind. Der junge Mensch soll Vertrauen geniessen, bei den Eltern, bei Erziehern, bei seinen Freunden. Der junge Mensch soll ferner das Gefuehl der Freiheit, aber auch der Verantwortung bekommen, soll erkennen, dass es Werte gibt, die eben das Leben lebenswert machen. Eine etwas' schwere Materie, aber fuer den jungen Menschen wichtig, um das Zusammen— und Gegenueberstehen, das Zusammentreffen der Generationen zu klaeren. Eine andere Unterhaltung ging um das Thema: Der junge Mensch trifft das Christentum. Hier wurde mit den jungen Menschen erarbeitet, dass wir trotz dessen, was uns trennt und trotz der Missionsversuche dem Christentum ohne Ressentiment gegenueber treten sollen, dass eine interessante Lehrmeisterin heute die 61-; tuation in Israel ist, wo das Christentum zum ersten Mal mit Juden zusammen lebt und keine Mehrheitsreligion ist. Natuerlich kamen wir in der Diskussion ausreichend und ergiebig zu der Frage der Freundschaft zwischen Juden und Christen, die wir rueckhaltlos bejahen. Eine weitere Unterhaltung war dem Thema gewidmet: Der junge Jude begegnet seiner Gesclrchte, d. n. er begegnet Europa. Was war das eu- 1 ropae'sche Judentum? Es j war ¿u erklaeren, dass wir | mit unserer Gemeindearb“i‘; : hier besonders mit der hie [ sigen jungen Generation ei-; ne neue Epoche juedischer i Geschichte einleiten, das j Zusammentreffen mit Euj ropa, die grossen Leistungen,; das Entstehen der Kehillas, : die grossen geistigen, sozia- ' len religioesen Werke. Und es : ergab sich eine Aussprache, wie weit wir auf den Schul- : tern Europas stehend, trotz- : dem Europa ebenso wenig; wie Nordamerika kopieren I duerfen, sondern das grosse Erbe einbauen wollen in un-; sere neue, hiesige Arbeit. Am i Schabbat folgte als letztes 1 Thema, der junge Mensch; begegnet der sozialen Frage; Wir bezogen Stellung zum I Wochenabschnitt Mischpa- : tim und erklaerten der Ju-; gend, dass das Judentum; praktisch mit jeder Gesell- , schaftsordrumg ausser der I kommunistischen vereinbar : ist, was unter Umstaenden fuer eine neue Weltkonstellation wichtig ist, dass das Judentum, ohne im parteipolitischen Sinne sozialistisch zu sein, eine ganz grosse soziale Gesetzgebung hat, deren einzelne Punkte | lebhaft diskutiert wurden, j Wenn man ueber diese I weiten Entfernungen auf i diesem Kontinent herum; fliegt und sich ueberlegt, j wie frueher Stadt von Stadt I und Land von Land getrennt! waren, wenn man sieht, wie : Menschen in den einzelnen : Plaetzen, in diesem Fall die . CENTRA in Montevideo und i unsere Freunde in Santiago es ermoeglichen. dass' junge Menschen aller Laender sich treffen, arbeiten, Freundschaft schl i e s s e n, sich aussprechen und eine gemeinsame Plattform fuer das Judentum dieses Kontinents und des Gesamtjudentums finden koennen, dann muss ich sagen, es ist eine ganz grandiose, dankenswerte Sache, und ich! moechte nur immer wieder beten, dass es der ¡CENTRA gegeben sein moege mit ihren Leitern, Rudolf Hirschfeld und Hans Leschnitzer, mit immer neuer jugendlicher Begeisterung diese Arbeit fortzusetzen, so wie es mir Beduerfnis ist,’ noch Jahre an der Seite unserer Mitarbeiter mitschaffen zu koennen. . j Ich schliesse mit einer j kleinen Geschichte aus Is-! rael. Dort lebt ein Chauffeur i der Autobusgesellsch a f t | Egged. An jenem Morgen i war er besonders vergnuegt, j denn vor 25 Jahren war er j mit der Jugend-Alijah nach [ Israel gekommen. An einer j Haltestelle steht ein altes 1 Muetterchen. Br haelt an, j sie steigt langsam und i schwer in seinen Bus, aber ‘ sie versteht kein Iwrith, und | das Geld reicht auch nicht ganz. Das macht nichts, der Chauffeur legt das Geld aus und beim Anblick des Muetterchens denkt er an seine eigene Mutter. Wo mag sie sein? Nie habe ich mehr etwas von ihr gehoert. Die alte Frau sitzt und schmust mit ihren Nachbarn. Und aus der Unterhaltung hoert der junge Mann heraus, dass sie ihren Sohn sucht, sie will in das Haus der Jugend-Alijah, sie will hoeren, wann er dort angekommen ist, wie er jetzt heisst, denn sie kennt nur seinen alten Vornamen: David! Kaum hoert der Chauffeur diesen Namen, haelt er an, springt von seinem Sitz, umarmt und kuesst seine Mutter: Ich bin doch Dein Sohn, Dein Davidle, Du bist meine Mutter. Wie diese Mutter ihren Sohn wiedergefunden hat, so hat das Judentum seine Kinder wiedergefunden, Kinder, die eine andere Sprache sprechen, andere Gebraeuche haben, aber treue Kinder der Mutter, bewusste und ernste Juden sind, die in die Zukunft gehoeren. Ich glaube, Melocotón war nur ein Wegabschnitt auf diesem Wege in die Zukunft. DER 15. JOM HAAZMAUT IN CHILE Wenngleich alle Feiern anlaesslich des 15. Jom Haazmaut durch den unerwarteten Tod des Praesidenten Israels abgesagt wurden, gedachte ¡dennoch die juedische Kollektivitaet und die chilenische Oeffentlichkeit des 15. Staatsfeiertages des juedt- | sehen Staates. S Die Presse, in Santiago wie | auch in der Provinz, widmete I dem Tag Artikel und Soni derseiten und auch im Radio : wurde auf den Nationalfeier- | tag der Medinah hingewie-! sen. ‘ Als besonders gelungen darf die Veroeffentlichung des bekannten Dichters Julio Ba-! rrenechea in der Regierungs- ¡ Zeitung “La Nación’ gelten, die wir aus diesem Grunde in i der vorliegenden Ausgabe des “Boletín Informativo” ab-! drucken. I Im Namen der Regierung ueberbrachte der Botschafter Chiles in Israel, don Eugenio Palacios, dem israelischen Aussenminist erium die Glueckwuensche Chiles anlaesslich des Unabhaengigkeitstages, und das Departamento de Ceremonial y Protocolo des Aussenministeriums uebermittelte sie dem Botschafter Israels in Chile. Dr. Eliezer Dorón. INDUSTRIA PLASTICA NY-PONT M. R. Salo Neger SOBRE BASES EN PLANCHAS DE PLEXIGLASS TRANSPARENTE Y COLORES Manilla y Mangas para todo uso. Estantes para vitrinas. Repuestos de precisión para Industrias Tiradores. 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