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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-05-01 · 5 (Mayo, 1963) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
5 (Mayo, 1963)
Date
1963-05-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1963 ZUM SCHAWUGTFESTE: DIE KROENUNG DES BEFREIUNGSWERKES Pessach und Schawuot gehoerten nicht nur in biblischer Zeit, da der Erntecharakter der Feste eine so grosse Rolle spielte, eng zusammen; auch fuer uns Heutige muessen die Begriffe Befreiung von Sklaverei und Verfassungsproklamat ï 0 n eine unloesbare Einheit bilden, wenn wir dem nationalreligioesen Inhalt dieser Tage gerecht werden wollen. Die Uebernahme allgemeinmenschlicher, ethis eher Verpflichtung' n durch das juedische Volk am Sinai, die (bedingungslose Annah m e immer-gueltiger Gese t z e, stellen in der Tat dieKroenung des Befreiungswerkes dar, der E.lotsung aus Mizrajim und der Umwandlung einer Sklavengruppe in ein freies Volk. Was aber, so darf immer wieder gefragt werden, wollte jenes Gesetz anstreben, bezwecken? Am Berge Sinai, so ueberliefert uns die Tradition von mehr als drei Jahrtausenden, war erstmalig die Lehre von der Einheit des Menschengeschlechtes sowie der einen und unteilbaren Recht — und Friedensordnung proklamiert worden. Gerechtigkeit, Naechstenliebe und B'oziale Handlungen fcverden als die Voraussetzungen fuer eine Dauer versprechende, glueckliche Entwicklung der Voelker verkuendet, die diese Lehre sich zu eigen machen. Mehr als in frueheren Zeiten hat die Menschheit heute, nach dem Erleben und Ueberleben der letzten fuenf Jahrzehnte, erkannt, dass von der Realisierung dieser Ideales die Zukunft abhaenge. Der so oft ausserhalb der juedischen Reihen als Gott der Rache verkannte Gott Israels gilt heute auch bei zahlreichen nichtjuedischen religioes — eingestellten Menschen als der wahre Menschheitsgott und sein Sittengesetz als eine unabschaetzbare segenspendende Lebenskraft fuer alle Nationen guten Willens. Ist aber das Gesetz der Ausdruck des reinen aus ueberirdischen Sphaeren kommenden juedischen Geistes, so kann es kein religioesgeistiges, kein wahres kultu relles Judentum geben ohne die prinzipielle Anerkennung des nationalen Gesetzes. In ihm manifestiert sich juedische Seelenhaltung in ihrer ganzen Groesse. In diesem juedischen Geist, der am Schawuot-Feste seine Ge burtsstunde begeht, kann man nie ganz eindringen, ohne eine gewisse Kenntnis von Bibel und Talmud, juedischer Geschichte und der Zur ersten Jahrzeit unseres SIEGFRIED LANDAU Wenn der Sonnenball am Horizont verschwunden ist, erleuchten jseine Strahlen noch laengere Zeit die Erde, bevor das Dunkel der Nacht hereinbricht. Ein Jahr ist vergangen, seit der Praesident unserer Gemeinde, unser Mitarbeiter und Freund Siegfried Landau uns so jaeh und unerwartet entrissen worden ist. Und noch leuchten die StraElen seines Lebens auf dieser Erde. Wie oft steht er noch immer vor uns, in seiner aussergewoehnlichen Vitalitaet. Viele Male war es uns noch immer unfassbar, dass er mit seinem klugen Rat, mit seinem Willen und seiner Energie nicht mehr in unsere Mitte tritt. Er gehoerte in seinem Leben als Jude zwei Welten: Der Welt der Praxis und der Welt der Ideale. Durch diese so seltene Synthese des Willens zum Tun und des Sehnens nach der Verwirklichung seines juedischen Ideals wurde er zu der Persoenlichkeit, deren Einfluss weit ueber die Grenzen unseres Jischuw hinausreichte. Wenn seine Lebenssonne untergegangen ist, waehrend sie noch hoch am Firmament stand, so duerfen wir uns heute nach einem Jahr noch einmal vergewissern, welche Botschaft die Strahlen seines Lebens uns hinterlassen haben. Ich erinnere mich einer Diskussion auf der 2. Tagung der “Centra” in Buenos Aires. Unsere Freunde aus Brasilien hatten den Antrag gestellt, dass die "Centra” zu einer Dachorganisation aller in Südamerika existierenden Gemeinden — ohne Ruecksicht auf Herkunftslaender ihrer Mitglieder — werden soll. In der Debatte nahm auch Siegfried Landau das Wort und zeichnete folgendes Bild: "Wenn wir sehen, dass sich ein breiter Strom ins Meer ergiesst, so stellen wir fest, dass der Lauf des Stromes noch weit hinaus verfolgt werden kann. Die Gewaesser des Stromes und des Meeres bilden zwar ein gemeinsames Bett, aber fliessen zunaechst doch getrennt, bis sie dann naturgegeben zusammenstroemen und nicht mehr Von einander getrennt werden koennen”. Dieses Bild begleitet uns auch in unserer Arbeit fuer die juedische Gemeinschaft. Wir bauen an unserer Gemeinschaft, weil wir glauben, dem Ganzen so am Besten, zu dienen. Aber wir wirken immer mit dem Blick auf den Tag, an dem auch wir in das Meer des lateinamerikanischen Judentums hineinstroemen. Im Dienste dieses Bildes Stand sein Leben. Es ist die Botschaft auch an uns. Sie leuchtet uns auch weiterhin auf dem Weg in die Zukunft. Bei Jakob, unserem dritten Erzvater heisst es: Die Sonne ging unter am Mittag. Und die Weisen deuten das Wort: Mag auch das Leben zu Ende gegangen sein, wenn sein Strahlenglanz immer staerker aufleuchtet, dann bleibt es noch hell wie am Mittag. Ein Jahr ist vergangen, aber die Botschaft des Lebens Siegfried Landau’s bleibt wirksam in uns, die wir ihm nahegestanden haben und sie weitertragen. Sichrono Liwracha. LOEWENSTEIN reichen Traditionsliteratur. Gemeinsam bilden sie den juedischen Geist, dessen letzter Sinn die Erfuellung des ethischen Gesetzes, die gute Tat ist. Gberrabbiner Prof. Zwi Pérez Cha jes (Wien) s. A., einer der leuchtendsten Sterne am Geisteshimmel des Judentums, sagte einmal; i Ein ganzer Jude kann man nur sein, wenn man mit der Bibel lebt, die Bibel kennt, wie einzig und allein der Jude sie kennen kann und kennen muss wie etwas, was Fleisch von unserem Fleisch und Blut von unserem But ist. , Und so bleibt die ewige | Botschaft des Schawuot-Festes, ohne auch nur einen I einzigen Augenblick die I wunderbare Verherrlichung! Gottes in der Natu" am Feste der Erstlinge herabzui mindern, dieser Gedanke:! Die Thora, die ganze Bibel, l haben unser Volk zur Freiheitsliebe, zum Gefuehl der Gerechtigkeit und Menschenwuerde erzogen. Der in unseren Vorfahren entfachte Enthusiasmus fuer diese hohen Ziele war immer stark genug, um unsere Menschen, wenn dies sein sollté, auch zu einem entsagungsreiehen Leben zu verpflichten. Doch darueber hinaus ist unsere Bibel zum Instrument der geschieht lich-bedeutsamsten religioesen Umwaelzungen geworden, indem sie der Renaissance, dem Humanismus und anderen kulturellen Bewegungen den Weg ebnete. Wo, wie im Judentum, Menschenliebe und Gerechtigkeit als Gottesdienst angesehen werden, wo die selbstlose Tat hofher bewer tet wird als ein Bekenntnis, und ein Recht und eine : Wahrheit im Mittelpunkt des religioesen Denkens stehen, dort darf man der Zukunft vertrauensvoll entgegensehen, denn diese Zukunft i wird — und das ist auch dh; Ueberzeugung vieler nichtstrengglaeubiger nicht gesetzestreuer Juden — dem ethischen Monotheimus gehoeren, wie er vom Sinai her durch die Jahrtausende gewirkt hat. Seine Ideenwelt wird sich durchsetzen als Kroenung aller menschlichen Freiheit, die vom alten Israel in den Tagen von Pessach und Schawuot proklamiert worden ist. CURT WILK en Annahme fuer das Boletín Informativo Nueva York 52 o£. 412 Tel. 87765 Von 9-1 u. 5-7 geoeffnfet. GENERALVERSAMMLUNG (Fortsíetzung von Seite 3) Danach nahm Herr Werner Simonson das Wort zur Frage des Sprachenproblems, woran Sich eine kurze Debatte anschloss. Nachdem keine weiteren Wortmeldungen zu Verschiedenes Vorlagen, schritt die Generalversammlung zur Wahl des Wahlvorstandes zu dem einstimmig die Herren Dr. Alfons Budwig, Dr. Max Rafael und Dr. Willy Rosenbusch bestimmt wurden. Vor Eintritt in den Wahlakt bestimmte die Generalversammlung die Herren Alfred Feldmann und Paul Ohnstein einstimmig als Rechnungspruefer fuer die kommende Geschaeftsperiode. Ebenfalls einstimmig wurde das neue Ehrengericht gewaehlt, das sich wie folgt zusammensetzt: Praesident: Beisitzer : Ersatzmaenner: I. INSTANZ Herr Dr. Wihelm Steinberg Herr Walter Loewe. Herr Dr. Werner Rubens Herr Dr. Willy Rosenbusch (Praesident) Herr Dr. Hans Jacusiel Herr Dr. Werner Laskowitz II. Instanz Herr Dr. Alfons Budwig Herr Bruno Lichtenstein Herr Alfred Feldmann Herr Dr. Max Rafael Herr Arturo Roesler Herr Dr. Walter Rheinheimer (Praesident) Herr Rodolfo Bachner Herr Ludwig Windmueller Alsdann wurde die Wahl des neuen Repraesentanten- Kollegiums vorgenommen, die folgendes Ergebnis brachte; Praesident: Beisitzer: Ersatzmaenner: REPRAESENTANTEN Herr Herr Herr Herr Herr Herr Herr Herr Herr Herr Herr Dr. Hans Reich Adolf Ebstein Alfred Berliner Heimann Abramczyk Martin Michael Kurt Hofmann Dr. Benno Kiwi Dr. Fernando Friedman Dr. Hermann Lehmann Fritz Leiser Rodolfo Pinkus Herr Bernardo Katz Herr Dr. Max Sklarz Herr Justin Stern Herr Dr. Juan Bab Herr Kurt Loebel Herr Adolfo Schnitzer Herr Werner Simonson Herr "Kurt Abraham Herr Emanuel Herzberg Herrfi Juan Will Herr Dr. Ernesto Reichmann ERSATZ-REPRAESENT ANTEN Herr Joaquin Rosenberg Herr Enrique Amster Herr Carlos Doernberg Herr Rodolfo Haymann Herr Heinz Podbielski Herr José Kohn Herr Walter Levy Herr Gerardo Guthmann Urn 13.15 Uhr schlossen. wurde die Generalversammlung ge- BESUCHE IN UNSERER GEMEINDE Im Laufe der vergangenen Wochen hatten wir die Freude, mehrere auslaendische Persoenlichkeiten in unserem Kreise begruessen zu koennen. So wurde Herr Professor Dr. Siegfried Krebs, Vertreter der Universitaet Jerusalem vom Repraesentanten— Kollegium der Gemeinde empfangen. Herr Professor Krebs wird in Baelde nach Israel zurueckkehren. Die Kommission des Leo— Baeck Instituts empfing den Besuch des Vorsitzenden dieser Institution in New York, Herrn Dr. Max Kreuzberger, der mit den Mitglieder dieser Kommission verschiedene Moeglichkeiten zur Aktivierung der Taetigkeit fuer diese Institution besprach. GEMEIN DESEDER In Anwesenheit von fast 130 Gemeindemitgli edern fand auch in diesem Jahre wieder der traditionelle Gemeindeseder statt, der von den Herren Rabbiner Lubliner und Heimann Abramczyk geleitet wurde. Beide Herren verstanden es. den zahlreichen Anwesenden die Ereignisse der Hagada nahe zu bringen und den Abend zu einem grossen Erfolg zu gestalten, wozu auch die vorzuegliche Kueche von Frau Jenny Vogel das ihrige tat.

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