Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 4 (Abril, 1963)
- Date
- 1963-04-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ABRIL 1963 12 BOLETIN INFORMATIVO IM KAMPF GEGEN DIE LANDSKNECHTE DES VGELKERMGRDES AGENTEN DER ABWEHR UNTER ANKLAGE von Dr. Abner Nechuslitan Tel-Aviv Welch absurder Treppen-; witz der Zeitgeschichte, im j selben Baseler Hotel, dem gutgepflegten “Drei Koenige” i in denen der zionistische Ge- I danke gegen Ende des vorigen Jahrhunderts geboren worden war;die Keimzelle des juedischen Staates, wurde dem Ansehen dieses Staates jetzt so uebel mitgespielt. Steht nicht e i n ganzes, angeblich “ueber halb Europa gespanntes Netz, israelischer Geheimagenten’' hinter den Beiden, die der jungen Heidi zuredeten, fuer die Rueckkehr ihres Vaters aus Kairo zu sorgen, und sie fuer den Fall ihrer Weigerung wer weiss wie bedroht haben sollen? Liegt da nicht die Vermutung nahe, dass sie —oder ihre Komplizen— es waren, die Prof. Dr. Hans Kleinwaechter, den Kollegen des Freiburger Elektronen- Physikers, kurz vorher in Loerrach “zu kidnappen oder gar umzulegen versucht haben”; ja, und draengt sich nicht sogar der Argwohn auf, dass sie auch mit dem raetselhaften Verschwinden, Dr. Heinz Krugs, gleichfalls von dieser “kairoer Gruppe” deutscher Wissenschaftler, “etwas zu tun hatten”, wenn nicht gar auch mit jenen scheusslichen, in Paketen verschickten Hoellenmaschinen, von denen zwei in Aegypten explodiert sind? VON ISRAEL HER GESEHEN Man gibt sich in diesem | Land nicht der mindesten Taeuschung ueber das .Schwergewicht der “Affaire l Basel” hin, und ueber den I beaengstigenden Ernst der' Kette dieser Verdaechtigungen, die sie ins Rollen gei bracht hat. So zynisch sind hier nur die wenigsten Leute, um achselzuckend mit nichts als dem iberuehmten Elften Gebot, “Du sollst Dich nicht erwischen lassen “darueber hinwegzugehen, dass Joseph Ben-Gal, nach , seiner , Erklaerung Tel-Aviver Beamter und der Oesterreicher Otto Joklik, angeblich dreifacher Doktor, Professor gar, ihrer Aburteilung vor einem eidgenoessischen Gericht entgegensehen, und moeglicherweise dann auch noch einem zweiten Prozess in der Bundesrepublik Deutschi and Doch stellt man darum nicht weniger irritiert, wenn nicht erbittert, die Frage, ob es in Deutschland oder anderswo unter vorurteilslos denkenden, einigermassen unterrichteten Menschen auch nur einen geben kann, der nicht weis, wer hier wirklich mindestens so auf die Anklagebank gehoert. Wirklich nur: die beiden Handlanger dieses, vermutlich viel zu plump unternommenen Versuches einen der deutschen Spezialisten in Kairo schachmatt zu setzen, um den aegyptischen Machthaber in seinen Vorbereitungen zum Krieg mit atomkopfhaltigen Fernraketen und noch aergeren Waffen der Massenvernichtung zu stoeren, will sagen, in seiner Absicht, Revanche fuer die Niederlagen zu nehmen, die Ben Gurions Sold aten den Aegyptern zweimal .zugefuegt haben, 1948 und dann im Herbst 1956. FRAGEN AN DIE DEUTSCHEN Nach der Ueberzeugung der hiesigen Oeffentlichkeit und ALFREDO BERLINER C. Confecciones finas para Señoras Marcoleta 250 Pabellón 2.o - Piso 2.o (Dentro del Mercado Pres. Ríos) Fono 36143 ESTUFAS A (AS LICUAD» Mademsa — Gaseo Créditos GERARDO MEYER S. 890 Tel. 381775 Presse wuerde mit bedenklich vertauschten Rollen gespielt werden, sollte dieser Hintergrund nicht gebuehrend zur Beurteilung der Schuldfrage herangezogen werden. I n eben dieser Ueberzeugung wandte sich Frau Golda Meir, als Chef des Aussenministeriums in der Knesseth, Israels Volksvertretung, an die Regierung Dr. Adenauers mit einer offiziellen Erklaerung, deren massvolle Sprache ersichtlich vom Wunsch eingegeben war, in Deutschland auf Verstaendnis zu stossen. Zwar sagte sie: schnoede Gewinnsucht und ein im Judenhass des Nationalsozialismus begruendeter Wille zur Zertruemmerung Israels seien zweifellos die Beweggruende der “gewissenlosen Clique” iener deutschen Helfer Nassers. Aber sie fuhr fort, es sei ihr unvorstellbar dass‘dies Treiben den Intentionen der bundesrepublikanischen Regierung entspreche. Woertlich hiess es; “Nicht wenige Deutsche, deren makellose Vergangenheit ausser Frage steht, und die mit der Taetigkeit deutscher Wissenschaftler und Techniker (in Aegypten) keineswegs einverstanden sind, haben uns darauf hingewiesen, wie schwierig es rein juristisch sei, deutsche Staatsbuerger daran zu hindern, so nichtswuerdige Dinge zu treiben. Der deutschen Regierung und den Massen des deutschen Volkes, die d.ie nazistische Vergangenheit verabscheuen und nach einem anderen Deutschland streben, haben wir darauf zu erwidern, dass wir uns mit dieser Erklaerung nicht abfinden koennen”. D i e Ausfuehrungen Frau Meirs fanden ihren Niederschlag in einer Entschliessung der Knesseth, der einmuetig saemtliche Parteien mit der alleinigen Aufnahme der paar komunistischen Abgeordneten zustimmten; die Kommunisten waren nicht damit einverstanden, dass es im Text an einem Ausfall gegen Bonn als Schildtraeger des kriegshetzerischen westlichen Imperialis mus fehlte. Die Tagespresse legte sich im grossen ganzen weniger Zurueckhaltung als die Regierung Ben Gurions auf. Zwar kritisierte man auch ihn. Man bedauerte, dass er seinen Urlaub nicht unterbrochen habe, um an dieser Parlamentssitzung teilzuneh men und der Beschlussfassung dadurch einen womoeglich groes'eren Widerhall in Deutschland zu sichern. Und mit Recht bemaengelt man es auch, dass sich seine Regierung erst jetzt, nach den Verhaftungen in der Schweiz, zum Protest gegen die Abdel Nasser geleistete “Schuetzenhilfe”, oder besser Raketen- Hilfe deutscher Fachleute ffuer ptomarische, bakteriologische, biologische und anci e r e voelkerrechtswidrig? Mittel grauenhafter Massen- I Vernichtung entschlossen hat ' Dennoch — nicht der Ministerpraesident war das eigentliche Angriffsziel der zahlreichen, hier veroeffentlichten Leitartikel. Auch gegen Nasser richteten sie sich kaum; schon, weil Polemiken mit ihm schliesslich und endlich sinnlos sind. Die Angriffe galten fn erster Linie i Westdeutschland. Als besonders charakteristisch seien dafuer folgende Saetze aus einer weitverbreiteten Tel-Aviver Zeitung zitiert, die sich seit vielen Jahren konsequent fuer den Brueckenschlag zwischen den zwei Staaten und Voelkern einsetzt: ..“Wir bestreiten entschieden, dass die westdeutsche Bundesregierung nicht schon vor einem Jahr I imstande gewesen sein sollte, als Israel dem Vernehmen nach zuerst an sie herantrat;, diesen modernen Landsknechten des Genocide mit der Entziehung ihrer Paesse und der Aberkennung i h rer Staatsangehörigkeit zu drohen wir bestreiten, dass es den bundesrepublikanischen Behoerden nicht laengst moeglich gewesen sein sollte, ausser dem einen Professor Eugen Saenger auch andere solcher potentiellen Kriegsverbrecher wider alle anerkannten, internationalen Regelungen nach Hause zurueckzuzwingen. i Wir bestreiten, dass die Export - und Investitionsinteressen der westdeutschen Schwer 1 ndustrie in Aegypten dadurch bedroht gewesen waeren oder sein Wuerden... Warum machen sich d i e Deutschen nicht wissend? Etwa, weil sie mit den Zahlungen des Wiedergutmachungsabkomm e n s von Luxemburg seit 1951-1952 ihr schlechtes Gewissen so beschwichtigt haben, dass sie vermeinen, nichts uebrigesmehr tun zu muessen“. . Noch verfaenglicher war die in anderen Kommentaren an die Deutschen gestellte Frage: Ob etwa die vom “Evening Standard” und in anderen Londoner-Zeitungen vertretene Annahme zutreffe, dass die 200 oder 400 Wissenschaftler der “Kairoer deutschen Gruppe” insgeheim im Auftrag des Bundeswehrministeriums' arbeiten, um Waffen in Aegypten zu konstruieren, deren Herstellung den Deutschen heute noch von den Kriegsalliierten, bezw dem Oberkommando der Nato untersagt ist? Nichts, als Augenauswischerei waere dann allerdings, ging es dort resigniert weiter, wohl auch die in Bonn soeben bekannt gegebene Befragung des Bundesverfassungsgericht e s in Karlsruhe nach der Moeglichkeit, die Herren in Kairo an die Kandare zu legen. Ja, und dann sei es letzten Endes auch nicht zu verwundern, dass das Auswaerlige Amt ausgerechnet diesen Siedepunkt der Spannung mit Israel gewaehlt habe, um den arabischen Regierungen soeben amtlich zu versichern, dass die Herstellung diplomatischer Beziehungen mit dem juedischen Staat bis auf weiteres nicht in Frage kaeme. Das schwerlich unueiSbrlegte” “timing”, die Zeitwahl dieser Brueskierung all derer, die hier in Israel unentwegt um Verstaendnis fuer das neue, bessere Deutschland werben — die hat wirklich gerade noch gefehlt.... sowie Einlagen fuer leidende Fuesse werden schnellstens und preiswert angefertigt. Fachmaennische Beratung durch jahrelange Erfahrung zugesichert. “KOSMAR LTDA” Merced 753, Locol 11, Pasaje Andes Telefon 36134 ORQUESTA Isidoro Roisman CON SU ACORDEON ELECTRICO DE ALTA FIDELIDAD — UNICO EN SUDAMERICA Consúltenos para todo tipo manifestaciones de Alonso Ovalle 723 - Dep. 301 Fonos: 393683 y 496248 RECADOS