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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-04-01 · 4 (Abril, 1963) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
4 (Abril, 1963)
Date
1963-04-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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* ABRIL 1963 BOLETIN INFORMATIVO rmyn Pee ¿a/taetóc/ie 7foed¿e úc/tzetfá / NACH JEMEN UND IRAK: NASSERS REVOLTE N? 3 IN SYRIEN TAETIGKEIT DER MISSION IN ISRAEL Dawar: Noch kann niemand ganz genau die Folgen absehen, die sich aus der neuen Revolte in Syrien ergeben. Diese Folgen moegen für Syriens . Nachbarn, ja fuer den ganzen Mittleren Osten von ausserordentlicher Bedeutung werden. Sicher ist nur, dass diese Zone der Welt, die ja niemals vollstaendig zur Ruhe gekommen ist, die ganze letzte Zeit Erschütterungen erlebte, d i e alles uebertreifen, was bisher bekannt war. Israel kann nicht auf die Lage in seine Nachbarstaaten Einflus nehmen, aber es ist nicht zu leugnen, dass die Situation in den Nachbarlaendern auf die Sicherheitslage Israels Einfluss hat. Die Erschütterungen in den arabischen Laendern, d i e nichts mit Israel zu tun haben, gehen den jüdischen Staat an da er von ihnen auf die Dauer auch betroffen werden kann. Sollte es in unserer Mitte noch Menschen gegeben haben, die an dieser Wahrheit zweifelten, dürften sie durch die neue Revolution in Syrien eines Besseren belehrt worden sein. Cheruth: Jeden Montag und Donnerstag bricht in einem d. arabischen Laender eine neue Revolution aus. Es gibt keine andere Zone in der Welt, die so unstabil waere. Es ist verblüffend zu beobachten, wie wenig diese Nationen von der Notwendigkeit stabile und funktionierende Regime zu haben, gelernt haben. Man hat oftmals den Eindruck, dass die Regierung in Haenden von Arabern dasselbe darstellt wie ein Streichholz in den Haenden eines kleinen Kindes. Die arabischen Herrscher haben bisher nicht verstanden, das Regierung die Verantwortung fuer das Leben und das Wohlergehen von Millionen Menschen bedeutet. Es kommt gar nicht so sehr darauf an, welcher Seite die revoltierenden Offiziere in Damaskus eigentlich angehoeren. Es ist kein Geheimnis, dass der Hauptfaktor für die Unruhen, die in dieser Zone d. Welt vorherrscht auf das Konto des aegyptische Diktator zu schreiben ist. Seine Haende reichen ueber die beiden Koenigreiche Jordanien und Saudiarabien hinaus auch in die nordafrikanischen Staaten und moeglicherweise auch in andere afrikanische Laender hinein. Und dabei gibt es bei den Westmaechten, hauptsaechlich aber in den Vereinig ten Staaten noch ernste Kreise die der Ansicht sind, Nasser sei der einzige stabile Faktor im Mittleren Osten. Auch wenn noch nicht erwiesen ist, bis zu welchem Masse Nasser an’der Revolution in Syrien Anteil hatte, ist doch interesant zu beobachten, dass' Aref von Irak und Ben Bella von Algerien die beiden ersten waren, die sofort auf den neuen Wagen aufsprangen, und das neue Regime in Damaskus beglückwünschend anerkannten. Das sind die Sturmzeichen, dass uns in diesem Weltbezirk noch viele Prüfungen durch; solche Unstabiiitaet bevor-! stehen. i Haboker: Ueberraschend i kamen die Berichte, welche zuerst den Briten, dann aber den Amerikanern eine wichtige Rolle wenn nicht sogar die Initiative bei den Umstuerzen in den arabischen Laender zuschrieben. Sicherlich ist die amerikanische Regierung kein uninteressierter Beobachter im Mittleren Osten. Es gibt Kommentatoren, die der amerikanischen Regierung die Absicht zuschreiben. Nasser zu helfen, nicht gerade damit er die Herrschaft in den. arabischen Staaten ergreift, aber damit rings um Aegypten herum Regime geschaffen werden, die ihm genehm sind. Dadurch würde Nasser geneigter werden, mit Israel zu einem Kompromiss zu gelangen. Denn im Gegensatz zu allem, was die Wirklichkeit beweist, glaubt man in den USA immer noch, das wichtigste Problem des Mittleren Osten waere der israelisch— arabische “Konflikt”. Noch immer gibt man sich im State Department der sonderbaren Ilusión hin dass die Aufnahme einer grossen Zahl arabischer Flüchtlinge in Israel den Konflikt loesen werde. Auch wenn wir die grossen Schwierigkeiten, mit denen die USA bei Beschlüssen ueber ihre Weltpolitik zu ringen haben, verstehen, koennen wir nicht umhin, uns oft ueber die Politik der USA im Mittleren Osten ueberhaupt und gegenueber Nasser im besonderen zu wundern. Die Rolle, die die USA vermutlich bei den Umstuerzen im Irak und in Syrien gespielt hat, kann nur von dem Wunsch bestimmt worden sein, die Position Nassers zu staerken. Cheruth: Die Beziehungen zwischen dem Staate Israel und der katholischen Kirche waren niemals ideal und bis auf den heutigen Tag hat der Vatikan Israel nicht offiziell anerkannt. Gleichzeitig besteht weiterhin formell der seinerzeitige UNO-Beschluss auf Internationalisierung Jerusalems, obwohl er voellig irreal ist, — und dies nur. weil der Vatikan sich auf diesen veralteten Entscheid stützt. - In lezter Zeit kam ein weiterer Konflikstoff hinzu, die Frage der Mission. Haeufig genug ist hierueber berichtet worden. Gewiss kann diese Frage nicht mit Waffengewalt geloest werden und wenn einige fanatische Jugendliche Fensterscheiben in einer Mission in Jerusalem einwerfen,- so widersetzt sich die gesamte Oeffentlichkeit solch einem Vorgehen. Hinsichtlich der Form, und der Art und Weise kann es keine Meinungsverschiedenhe i t e n geben und solche Aktionen werden von unserer Oeffentlichkeit abgelehnt. Gleichzeitig jedoch wendet sich das Publikum gegen die Taetigkeit der Missionare innerhalb der juediSchen Bevoelkerung, besonders wenn j die Notlage von neuen Einwanderern ausgenutzt wird. ' Wir begruessen in dieser; Hinsicht die Taetigkeit des I Keren Jaldejnu zur Rettung i juedischer Kinder, und die juedische Oeffentlic h k e i t | kann auf diese Rettungsak- . tionen nicht verzichten. In- I zwischen hat der Bischof in Nazareth als Vertreter des lateinischen Patriar chats Protest erhoben und einen Boykott der Kirche gegen unser Religionsministerium angedroht Gleichzeitig werden Einzelne Vorkommnisse i ungebuehrlich aufgebauscht obwohl es sich in solchen; Faellen meist um persoenlij c h e Auseinandersetzungen I handelt und nicht etwa um. , generelle Massnahmen. I I Haaretz: Wer sich dafuer! einsetzt, dass unsere Kinder; in juedischen Schulen erzo- ' gen werden, muss' konstruktive Massnahmen fordern. Dagegen ist eine weitere Zuspitzung des Konflikts mit; der Kirche eine unnoetige Erhitzung der Atmosphäre,! Ueberfaelle auf Missionsschu - len u. dgl. zu vermeiden. Vor , derartigen Massnahmen muss I gewarnt werden, — genauso | wie Uebertreibungen zu vermeiden sind. KRUSCHEV. KEIN ANTISEMITISMUS IN DER U. D. S S. R. KNESSETH LEHNT AUFHEBUNG DER MILITAERVERWALTUNG AB Dawar: Der Umstand, dass i die vor die Knesseth gebrach-! ten Antraege zur Abschaffung dieses Verwaltungssystems mit nur einer Stimme Mehrheit abgelehnt worden sind, wird der Opposition jetzt wahrscheinlich wieder Anlass geben, oeffentlich zu behaupten, dass die Beibehaltung des Militaerregime moralischer Grundlagen ermangele, Diese Behauptung ist ungerechtfertigt. Bedauerlicherweise hat man hier versucht, die Schwaeche der parlamentarischen Basis unserer Regierung bis aufs Aeus- S e r st e auszunutzen, und glücklicherweise ist dieser Versuch mit den Folgen, die er im Falle des Gelingens zum Schaden der innenpolitischen Stabilitaet gehabt haette, nun missglückt. Wie kann jemand unserer Regierung vorwerfen, dass sie so reaktionaer sei, die arabische Minderheit des Staates zu diskriminieren, ohne dass es aus' Gründen der nationalen Sicherheit noetig waere? Bisher hat noch niemand den Beweis' dafuer erbringen koen nen, dass das geltende System der Militaerverwaltung in diesen Landesteilen ueberfluessig ist. Soll man in einer so entscheidenden Frage vielleicht experimentiere n? Würden d i e Experimente fehlschlagen, waere man genoetigt, zum frueheren System mit Massnahmen zurueckzukehren, die viel rigoroser sein muessten, als es heute der Fall ist, So gesehen, hat der Abstimmungssieg der Regierung den. Beweis auch für die moralische Gueltigkeit des Status quo in dieser Frage erbracht. 1 Haaretz: Neue Gesichtspunkte sind in der Knessethdebatte vor den Abstimmungen nicht aufgetreten. Ohne den Fraktionszwang, der diesmal besonders streng gehandhabt wurde, haetten einzelne Abgeordnete in saemlliehen Fraktionen wahrscheinlich anders gestimmt. So kam es zum vermutlich knappsten Abstimmungssieg in der parlamentarischen Geschichte unseres Staates. Zu fragen ist indessen, wie sich die Gegner des' Militaerregimes verhalten haetten, wenn sich eine Mehrheit für die Abschaffung ergeben haben wuerde. Es genuegt ja nicht, den heutigen Status zu beseitigen, man muss auch wissen, was an die Stelle dessen treten soll — und dabei haette es unter den Gegnern des status quo im Falle der Annahme ihrer Antraege. sofort heftige Meinungsverschiedenheiten gegeben. Mithin hat das vorgestrige Resultat nicht nur die Koalition gerettet, sondern auch der “Koalition der Opposition” ernsthafte Verlegenheiten erspart. Haboker: Dieser “enorme” Abstimmungssieg hat die Koalition mit Ben Gurion an der Spitze gerettet; andernfalls waere er nach seiner eigenen Erklaerung ja zurückgetreten. Seine umfangreichen Ausfuehrungen gaben aber keine überzeugende Antwort auf die Frage, ob das geltende Verwaltungsregime die nationale Sicherheit so foerdert, dass die Diskriminierung der israelischen Araber dagegen leich ter wiegt. Das Ergebnis der Sitzung war im Grunde eine Niederlage für das Regierungslager, deren Parteiführer sich nach wie vor kaum auf die Zustimmung der Oeffentlichkeit stützen koennen, wenn sie die Beibehaltung des Militaerregimes als moralisch gerechtfertigt betrachten. (Fortsetzung Seite 25) Haboker:. Seit der Kubakrise sieht der Kreml in Lord Russell eine wichtige westliche Persoenlichkeit, der er Erklaerungsbriefe über die sow j etische Aussenpol i t i k schickt. In seinem letzten Brief an den 90-jaehrigen Lord geht Ministerpraesidem Kruschev von der Aussenpolitik ab, um Rüssel auf einen Brief zu antworten, in welchem dieser verlangt hatte, die Angriffe gegen Juden in der Sowjetunion einzustellen, Khruschev erklaert in seinem Schreiben, es gaebe keinen Antisemitismus in der Sowjetunion. Auch wenn Kruschevs Erklaerung eine bedeutsame Neuerung dastellt, muss festgestellt werden, dass seine Antwort als solche bereits beweist, welch empfindlichen Punkt die Juden für den Kreml darstellen. Nicht nur dass man zu Anklagen, man gebaerde sich antisemitisch, Stellung nehmen muss, sondern, mehr als das, sehen die Sowjets es für notwendig an, diese Bechuldigung oeffentlich zu dementieren. Kuerzlich teilte der Moskauer Korrespondent der “New York Times” mit, man berate im Kreml über eine Aenderung der offiziellen Politik den Juden gegenueber. Bisher haben die Juden, im Gegensatz zu anderen nationalen Minderheiten in Russland, kaum Irgendwelche nat ionalen Rechte genossen. Aus dem Briefe Kruschevs geht aber unter allen Umstaenden hervor, dass-auch die grosseSowjetunion ueber das Juden- ' problem nicht hinwegkommt. .Al Hamischmar: Die Erklae rung N. Kruschevs in seinem Brief an den britischen Philosophen Bertrand Russell, dass sich die sowjetischen Behoerden negativ zu jedem antisemitischen Vorkommnis in der USSR beziehen, wird in der ganzen Welt und besonders von den Juden in der Golah und Israel mit Befriedigung zur Kenntnis genomen werden müssen; aber doch gibt er damit keine zu reichende Antwort auf dies Problem. Er laesst es z. B. unerklaert warum viel mehr Juden zu den im Sowjetstaat als Wirtschaftsverbrec her hingerichteten Verurteilten gehoeren, als es ihrem Prozentanteil an der russischen. Gesamtbevoelkerung e ,itspricht. Er fuehrt dies Miss verhaeltnis auf soziale Ursachen zurück, und gibt ioglscherweise gerade damit zu. dass die Lage der Juden Russlands gine Anomalie aarstellt. Dann aber bilden Teilmassnahmen, die sich nur an aeussere Erscheinungen halten und nur sie beseitigen wollen, keine radikale Loesung Nationalitaetenfragen sind nach der sozialistischen Lehre im Wege der Zuerkennung des Selbstbestimmungsrechts an solche Bevoelkerungsgruppen zu loesen. Und so, wie man den dortigen Juden nach dieser von Lenin begründeten Doktrin das Recht der Anpassung an ihre Umgebung nicht vorenthaelt, sollte man ihnen auch nicht das Recht auf die Wahrung und Eintwickung eigenstaendiger Kultur verweigern, und ebensowenig die Befugnis, nach Israel auzuwandern, wenn sie es wollen. Dawar: Die Antwort Kruschevs an Bertrand Rüssel zur Frage des Antisemitismus ist ein belehrendes Dokument, das im übrigen nicht viel neues bringe. Weder Rüssel noch andere Persoenlichkeiten, die Sorge über die Situation der Juden Russlands zum Ausdruck brachten, koennen als Feinde der Sowjetunion bezeichnet werden. Wir haben es nicht mit politischen Stimmen, sondern mit Aeusserungen im Namen der Humanitaet zu tun. Das menschliche Gewissen bej stimmte das Verhalten dieser; Persoenlichkeiten, und sie | wollten ein Echo im Gewissen I der Menschen finden.

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