Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 4 (Abril, 1963)
- Date
- 1963-04-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO ABRIL 1963 BEGEGNUNGEN Das 5. Seminar fuer Madriclrim in Melocotón - Chile i. Das 5. Seminar fuer Jugendfuehrer der Organisationen, die in der “Jazit Noar Drom Americait” oder “Frente Juvenil Judío Latinoamericano” zusammengef a s s t sind, gehoert der Vergangenheit an. Es wurde von der CENTRA in Gemeinschaft mit der Sociedad Cultural Israelita Bne Jisroel-Santiago de Chile und dem Movimiento Juvenil Judío “Barcai” vorbereitet. Wir glauben sagen zu duerfen, dass es ein Schritt weiter auf dem Wege bedeutet, der in Piriápolis (Uruguay), Campo de Jordao (Brasilien), Laguna de los Padres (Argentinien) und Teresópolis Brasilien) begonnen wurde. Es brachte eine Fuelle wertvoller Begegnungen, von denen wir in diesem Bericht erzaehlen .wollen. Viele der auslaendischen Teilnehm e r waren von der herrlichen Natur-inmitten der Kordillere-beeindruckt, die den Ort des Seminars umrahmte. Wir begegneten einer Jugend, mit der wir 14 Tage lang in Freundschaft und Kameradschaft zusammen gelebt haben. Sie kamen ausnahmslos gut vorbereitet. Ein jeder arbeitete nach besten Kraeften mit und half das Ziel erreichen, das wir uns gesetzt hatten. Leider waren es nur ungefaehr 30 Jungen und Maedchen: 11 aus Brasilien. 2 aus Paraguay, 3 aus Perú, 4 aus Uruguay und die uebrigen aus Chile. Wenn das 5. Seminar als ein Erfolg betrachtet werden darf, verdanken wir diesen in erster Linie’ den jungen Teilnehmern, von denen nicht einer versagte, Leider fehlten aus uns unbekannten Gruenden Chawerim aus Argentinien und aus Rio de Janeiro. II. Von Sonntag, den 10, bis Dienstag, den 26, Februar vereinigten wir uns in Stunden intensivster Arbeit, vergnuegten Spiels und Gesanges. Zwei Ausfluege in die Berge und nach Viña del Mar halfen, den menschlichen Kontakt zu vertiefen. Dem Seminar ging ein paedagogischer Kongress (Moaza Chinuchit) voran, der zum Ziel hatte, den der “Jazit” angeschlossenen Jugendgruppen fuer das kommende Jahr didaktisches Material und Daedagogische Programme vorzubereiten. Am Sonntag, den 10. Februar wurden die Anwesenden (leider kamen die Brasilianer erst s'paeter) von den Chawerim Mosche Amiran, dem Schaliach der Centra Werner Simonsohn-dem Direktor der Jugendkommission der S. C. I. B’ne Jisroel—. von Vertretern der anwesenden Delegationen und dem Unterzeichneten begrue s s t. Damit begannen 14 Tage, in denen wir das Ziel, das wir uns gesetzt hatten, zu erreichen suchten: Einen Weg zu finden, der die Jugend, die der “Jazit” angeschlossen ist, mit juedischem Inhalt und Leben erfuellt. Lassen wir noch einmal die! Tage in der Erinnerung vo-1 rueberziehen. Um 7 Uhr er-' tóente das Wecksignal. Nach , der Gymnastik folgte das Morgengebet, welches eine Erklaerung aus dem Sidur' durch einen der anwesenden i Rabbiner abschloss. Anschliessend teilten wir uns; in drei Gruppen, in denen je nach den Vorkenntnissen, Iwrit gelernt wurde. Dann j begann die erste Ssicha! (Vortrag). Im Zentrum die-i ser Vortragsreihe stand das | Problem: Der junge Jude begegnet seiner Umwelt, das1 in seinen vielseitigen Aspek- ■ ten behandelt wurde: “Was ] ist ein Jude?”, “Die juedische i Gemeinde und ihre Funktio-! nen auf dem suedamerikanischen Kontinent”, “Judentum und Christentum”, “Judentum und Sozialismus”, “Assimilation und doppelte Loyalitaet”, “Die verschiedenen Generation begegnen sich”, “Der junge Jude begegnet seiner Vergangenheit und s'einer Umwelt”. Oftmals Der israelische Botschafter, Dr. Eliezer Doron, empfaengt den Wimpel des Seminars. Die Teilnehmer am 5. Seminar der Centra mit ihren Leitern schlossen sich erregte Diskussionen an. In diesen kamen Differenzen zwischen den Chawerim aus Brasilien und den spanisch sprechenden Laendern zum Ausdruck. Sie ergeben sich aus der Verschiedenheit der E n twicklung der Nationen, in deren Mitte wir leben. Um 11 Uhr begann die zweite Ssicha. In ihr befas'sten wir uns meist mit Israel, mit seinen politischen Parteien, seiner Geographie, den verschiedenen Typen seiner Kolonisierung. Es wurden auch Themen der Jugendarbeit behandelt, wie z. B. “Der Madrich und seine Gruppe”, “Elemente der Gruppenarbeit”. In der dritten Ssicha am Nachmittag hoerten wir mit besonderem Interesse Vortraege ueber “Die Psychologie der verschiedenen Altersstufen” die es dem kuenftigen Madrich ermoeglichen sollen, den Jahrgaengen einer Jugendorganisation paedagogisches und psychologisches Verstaendnis entgegenzubringen. Wir empfingen auch interessanten Besuch, Herrn E. Melitz, der ueber die Bedeutung des Keren Kajemet sprach, sowie j Herrn Gerd Leisersohn, der1 sich dem Thema: “Der junge Jude begegnet seiner Geschichte” widmete, Einer der Hoehepunkte des Seminarsj war der Besuch des israelischen Botschafters in Chile Herrn Dr. Elieser Doron, mit: seiner Familie am Sonntag, | d. 24. Februar. In Gegenwart des Praesidenten der S. C. I. B’ne Jisroel, Herrn Dr. Hans Reich und Mitglieder des Vorstandes, sowie einer Delegation der Federaciön Juvenil Sionista sprach ¡Herr Dr. Doron ueber: “Is-! rael zwischen den Voelkern”.! In einem besonders feierlichen Mifkad (Appell) wurde der Botschafter und die Ver- | treter der Gemeinde be-! gruesst. Israelische Lieder schufen eine jugendliche At- : mosphaere. Und dann j laus’chten wir mit besonde- I rer Aufmerksamkeit den interessanten Ausfuehrungen des Redners. | Von besonderer Bedeutung j waren die “Peulot L’dugma |i Beispiele fuer Aktivitaeten einer Gruppe), die in der Hauptsache den Nachmittag ausfuellten. In der 1. Woche bereiteten die Chawerim selbst Vortraege vor, die sich; mit der Darstellung von Peri soenlichkeiten wie z. B. j Achad Haam, Pinsker, Herzl, Gordon, Borochow, Welzmann befassten oder zeigten, wie eine Purimfeier auszugestalten ist. In der 2. Woche , wurden diese Referate den Anwesenden vorgetragen und ] fuer die verschiedenen Al -! tersschichten einer Jugend- 1 gruppe dargestellt. Daran j schloss sich eine Besprechung; und Kritik der Zuhoerer an. I Durch diese “Peulot L’Dug- 1 ma” sollte den Madrichim fuer das kommende Jahr Arbeitsmaterial fuer ihre Jugendgruppen vermittelt werden. Der Rest des Nachmittags und der Abend galt in eher Hauptsache Spielen, Liedern und Volkstaenzen, die fuer die Schaffung einer Gemeinschaftsatmosphaere von wesentlicher Bedeutung sind. Fin besonderes Erlebnis waren die beiden Schabbatot, die wir im Seminar feierten, Abends und morgens' fanden Gottesdienste statt, in denen die Gebete und die Thoravorlesung von Jugendlichen vorgetragen wurden, die auch die Predigten hielten. Ausserdem wurde am 1. Schabbat ueber die 10 Gebote gesprochen, am 2. ueber die soziale Gesetzgebung im Judentum Mit der Hawdala schloss der Schabbat ab und der Werktag begann aufs Neue. Noch immer stehen wir unter dem Eindruck ¡jenes Schabbat— Ausgang, an dem uns Mosche Amiran als' Kuenstler der Pantomime einen erlebnisreichen Abend bereitete und ein abendfuellendes Programm bot. III. Wir versuchen in diesem Bericht zu beschreiben, was wir in diesem 5. Seminar versuchten, an Geistigem zu erreichen. Schwerer ist es jedoch, die menschliche Atmosphaere wiederzuge b e n, die unter uns herrschte. Wir wurden zu einer Gemeinschaft junger Menschen, die sich der Verantwortung be wusst zeigten, die sie fuer unsere Jugend tragen. Dieses menschliche Band kam beim Lagerfeuer zum Ausdruck, mit dem das Seminar am 25. Februar abschloss. Wie spuerten, dass im Laufe dieser Tage junge Juden verschiedener Laender zu einer Einheit geworden sind. In den Funken des Feuers' spiegeltp sich der Funke wieder, der in ihnen entzuendet worden ist. Dieser Fuelle menschlicher Begegnungen und geistiger Befriedigung verdanken wir denjenigen, die sich in diesen Tagen zusammengefunden haben: Mosche Amiran, dem Schaliach der Centra und s'einer Frau, Chawera Sahawa, David Sztulman, dem Jugendfuehrer der CIP-Sao Paulo, Schlomo Maguenzo, dem Mitarbeiter der B’ne Jisroel und Mariano Pick, dem Vertreter der “Jazit’-Montevideo. Unser ganz besonderer Dank gilt unserem Freund Herrn Oberrabbiner Prof. Dr. Fritz Pinkuss, der in den 5 Tagen seiner Anwesenheit und Mitarbeit einmal mehr bewies, dass er ein echter Fuehrer und Freund unserer Jugend ist. Darueber hinaus trug auch-die ausgezeichnete Qualitaet der Kueche, die unter der Leitung von Frau Jenny Vogel stand, zum Erfolg des Seminars bei. Schliesslich sei auch dem Gemeindevorstand der B’ne Jisroel und dem Leiter der Jugendkommission Werner Simonson, s'owie dem Bureau der Gemeinde fuer ihre aufopferungsvolle Vorbereitungsarbeit der Dank ausgesprochen. Und nicht zuletzt gebuehrt auch den Chawerim der Barcai ein Wortes des Dankes fuer ihre Mitarbeit IV. Das 5. Seminar fuer Madrichim der Centra und der "Jazit” gehoert der Vergangenheit an. Wir glauben, dass wir in der Organisierung un serer Jugend einen Schritt weitergekommen sind. Es war ein Seminar, das ausschliesslich der Vorbereitung einer neuen Generation von Jugendfuehrern gewid m e t war. Trotz der Abwesenheit wichtiger Gruppen konnten wir helfen, die Arbeit der “Jazit” fuer das kommende Jahr vorzubereiten. Wir haben eine Jugend, die es wert ist, ihr unsere besten Kraefte zu widmen. Es war ein Seminar, das alles besass, was zur Jugend gehoert: Lieder, Spiele, Lagerfeuer, Gemeinschaft und geistige Auseinandersetzung Aber abschliessend moechte fch wiederholen, was ich am Lagerfeuer als letzten Wunsch z ui m Ausdruck brachte: Jede Jugendbewegung befindet sich immer wieder in einer Gefahr: Nur Jugendbewegung sein zu wollen. Sich mit Lagerfeuerromantik zu begnuegen. Wir aber wollen und muess'en den Weg in die Wirklichkeit finden. Uns'ere Wirklichkeit ist Medinat Israel und unsere Gemeinden der Laender, in denen wir leben. In der harmonischen Vereinigung dieser beiden Elemente unseres iuedischen Lebens liegt die besondere Stellung und Kraft der “Jazit Noar Drom Americait”. Unsere Aufgabe ist es. 'die uns anvertraute Jugend als aktive und stolze ¡Juden zu erziehen. Durch sie wird das juedische Volk leben . In diesem Zeichen stand das 5. Seminar von Melocotón in Chile. 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