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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-04-01 · 4 (Abril, 1963) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
4 (Abril, 1963)
Date
1963-04-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 BOLETIN INFORMATIVO ABRIL 1963 EIN LAND IM AUFBAU DIE BEVOELKERUNG (Fortsetzung von Seite 5) DER KAPITALSTROM Die ganze Entwicklung Israels ist nur von dem Gesichtswinkel her zu verstehen, dass es darauf ankamdie groesstmoegliche Anzahl von Einwanderern in kuerzester Zeit zu produktivieren. Vergessen wir nicht, dass die : Bevoelkerung Israels von i rund 800.000 Menschen bei Staatsgruendung auf 2.332.000 Ende 1962 stieg. DIE BEVOELKERUNG ISRAELS Stand am Jahresende (in 1000) Zunahme 1949 1174 295 1950 1370 196 1951 1578 208 1952 1630 52 1953 1669 40 1954 1718 48 1955 1789 71 1956 1872 83 1957 1976 104 1958 2032 56 1959 2088 57 1960 2150 62 1961 2232 82 1962 * 2332 100 Vorlaeufige Zahlen Ungeachtet dieser Zunahme kennt Israel keine Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Erwerbslosen ist im Jahre 1962 sogar zurueckgegangen und' stellte sich im September 1962 auf rund 4.000 Personen. Man kann also nicht nur von einer Vollsondern —5,6 GLIEDERUNG DER ERWERBSTAETIGEN BEVOELKERUNG Landwirtschaft Industrie Hoch- und Tiefbau Strom- Gas- und Wasserversorgung Handel, Banken, Versicherung Verkehr Oeffentliche Verwaltung Dienstleistungen Zusammen estand Anteil .Bestand Anteil 1000) (in %) 1000) (in %) 102 17,6 122 16,6 127 21,9 178 24,2 54 9,3 68 9,3 12 2,0 16 2,2 79 13,5 88 12,0 36 6,2 46 6,2 123 21,2 161 21,9 48 8,3 56 7,3 586 100,0 735 100,0 sogar von einer Ueberbeschaeftigung sprechen, die fuer die derzeitig im Lande herrschende Hochkonjunktur kennzeichnend ist. Die gewerbstaetige Bevoeikerung gliedert sich wie folgt: Die israelische Industrie ist die Grundlage seiner Wirtschaft. Von 50.000 Personen, die bei Staatsgruendung industriell taetig waren, ist das Potential auf 178.000 im Jahre 1961 gestiegen sehen Regierung. Das mit Israel ist ein an Natur — | der Bundesrepublik Deutsch- und Bodenschaetzen eher arland abgeschlossene A bzu die Hilfe der amerikani-! dem 1948 abgeschlossenen WaffenstiÜstandsabkomme n mes Land, das ueberdies bei der Gruendung des neuen Staates noch schwer unter den Folgen jahrhundertelanger Misswirtschaft zu leiden hatte. Die Besiedlung des Landes mit ueber einer Million Einwanderern, die seit der Staatsgruendung nach Israel kamen, haette sich zu einer Wirtschaftskatastrophe ohnegleichen auswa c h s e n muessen, wenn nicht zugleich umfangreiche Gelder aus dem Ausland eingestroemt kommen sicherte Israel ansehnliche Reparationen, die vorwiegend in Form von Warenlieferungen geleistet wurden. Etwas spaeter begann der Strom der individuellen 'Wiedergutmachungszahl, Uj ngen zu fliessen die von der Bundesrepublik den aus Deutschland vertrieb e n e n Juden gewaehrt wurden. Ferner^., begann die israelis c h e Regierung, Staats bonds zunaechst in den Verei migten Staaten und neuer waeren, die zur Finanzierung dings auch in Europa unterdes wirtschaftlichen Aufbaus zubringen. Schliesslich setzte und der Ansiedlung der I auch der Zustrom von Ausmeistens mittellosen Immi- ■ landkapital ein, das aus rein granten haetten ^verwendet werden koennen. Zunaechst flössen bedeutende Gelder ins Land, die von verschiedenen juedischen Organisationen im Auswirts'chaftlichen ueb e r 1 e - gungen sich an dem raschen Aufstieg der israelischen Wirtschaft zu beteili gen wuenscht. Ueber den Umfang dieser 'verschiedenen Kaplland, vor allem in den Verei-! talstroeme in den letzten nigten Staaten, aufgebracht1 Jahren unterrichtet folgenwurden. Bald gesellte sich dade Zusammenstellung: KAPITALEINFUHR NACH ISRAEL 1959 1960 1961 (in Mill. $) Juedische Organisationen. 139 152 163 US-Hilfe... .... 49 54 51 Deutsche Zahlungen. 137 174 199 davon: Reparationen. 70 76 88 Wiedergutmachung . . 67 98 111 Auslaend Investitionen (netto) 13 44 46 Sonstiges. 15 9 44 Zusammen . 353 433 503 Fuer 1962 liegen noch keine Angaben vor; aber die verfuegbaren Teilergebnisse deuten darauf hin, dass im abgelaufenen Jahr der 1961 erreichte Betrag von 0,5 Mrd. $ noch uebertroffen wurde. In den kommenden Jahren drohen allerdings einige von diesen Kapitalquellen spaerlicher zu fliess'en oder auch ganz zu versiegen. Die deutschen Reparationen werden nach und nach auslaufen und 1966 gryiz aufhoeren. Auch die persoenlichen Wiedergutmachungszahlu n g e n duerften 1962 ihren Hor,hepunkt erreicht haben und in aen folgenden Jahren fortschreitend geringer werden. Schliesslich wird der Staat ab 1963 mit der Rueckzahlung der im Ausland bisher aufgenommenen Anleihen beginnen. Demgegenueber kann entgegen den amtlichen Schaetzungen moeglicherweise damit gerechnet werden, das die privaten Auslandsinvestitionen in Israel ihre seit 1960 aufwaerts'steigende Entwicklung nicht nur fortsetzen. sondern'noch beschleunigen werden. In den massgebenden israelischen Kreisen scheint man sich ueber die Zukunft des Kapitalimports keine allzu ernsten Sorgen zu machen, da darauf vertraut wird, dass Israel in der Lage sein werde, sich das zur Finanzierung seines wirtschaftlichen Aufbaus benoetigte Kapital zu beschaffen. Diese wirtschaftliche Entwicklung, die ohne Beispiel in der oekonomischen Geschichte der Welt ist, hat die “Neue Zuercher Zeitung”, der wir auch die hier veroeffentlichten statistischen Angaben verdanken, veranlasst, ISRAEL ALS SONDERFALL UND BEISPIEL hinzustellen. Das schweizerische Blatt fuehrt aus': “Unter den jungen Staaten, die nach dem Kriege entstanden sind., nimmt Israel in mehrfacher Hinsicht eine Sonderstellung ein. Die Staatsgrenzen, wie sie aus hervorgegangen sind, sind in hohem Masse ‘unrationell” und weisen eine fuer die Verhaeltnisse des kleinen Landes unangemessene Laenge auf. Israel ist von ihm feindlich gesinnten Staaten umgeben, die ihm das Recht auf Existenz bestreiten. Seine Bevoel kerung bestehtzur Haelfie aus Einwanderern, die erst, seit der Staatsgruendung ins Land kamen, und es' muss mit dem Anhalten der Immigration rechnen, deren Umfang durch von seinem Willen unabhaengige Uinstaende, nämlich durch die Lage der Juden in der Diaspora, bestimmt wird. Befindet sich Israel gegenueber anderen Entwicklungslaendern somit in verschiedener Beziehung im Nachteil, s'o ist es doch diesen Laendern dank der Tuechtigkeit seiner Buerger, die vielfach durch die europaeische Schule gegangen sind, sowie seiner durch umfangreiche Kapitalzufluesse gespeisten Finanzkraft ueberlegen. Nur so ist es zu erklaeren, dass Isrel es in wenigen Jahren zu einem Wohlstand gebracht hat, der hinter dem vieler europaeischer Laender kaum zurueckbleibt. Israel ist somit im Be griff, sich zu einem Industriestaat zu entwickeln, dessen Wirtschaft eng mit der europaeischen verbunden ist. Etwa 7if o|o des israelischen Exportes gehen nach Europa, davon die Haelfte in die Laender der Europaeischen Wirtschaflsgemeinscnaft. Dieser letzte Satz, zeigt aber auch die Achillesferse der israelischen Wirtschaft. Das Israels “natuerlicher” Absatzmarkt infolge des arabischen Boykotts verschlossen ist, ist fuer das Land der europaeische Markt von lebenswichtiger Bedeutung. Israel mus einen Modus Vivendi mit der EWG finden. Nur so, kann das Volumen des Exports und damit die israelische wirtschaftliche (Fortsetzung Seite 27) mmim Das Ansteigen der Produktivitaet der Landwirtschaft ist nicht zuletzt auf die Arbeit israelischer Forscher zurueckzufuehren: Hier sehen wir eine Versuchsstation des Weizmann Instituts, wo neue Saatpflanzen gezuechtet werden.

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