Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 4 (Abril, 1963)
- Date
- 1963-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ABRIL 1963 BOLETIN INFORMATIVO ZUM 15. JDM HAAZMAUTH: EIN LAND IM AUFBAU ZAHLEN UND TATSACHEN In Israel enstand — im Gei gensatz zu anderen “Wirtschaftswundern” die mindes-1 stens auf einer schon exis'tie - j renden Grundlage fussen j konnten — aus dem Nichts. I unter Mitwirkung von Einj Wanderern aus fast 70 verj schiedenen Laendern ein] Staat und eine Wirtschaft,! die wie ein Stueck Westeuro-; pa auf asiatischem Boden anmutet.; Obwohl Israel bei seiner Unabhaengigkeitserklaeru n g; ein unterentwickeltes Land; im wahrsten Sinne des Wortes war und wenngleich seine Bevoelkerung seither um etwa das Dreifache gewachsen ist, verfuegte jeder Buerger im Jahre 1962 ueber einen Anteil am Brutto — Sozialprodukt von ueber 900. Dollar, was zwischen Oesterreich unu Belgien liegt. Das Wirtschaftswachstum ist nahezu hektisch. Das Bruttosozialprodukt nah m 1962 nach vorlaeufiger Bg- :echnung, unter Zugrundelegung «tabiler Preise um 11 — 12 o'o zu. ISRAELISCHE WIRTSCHAFTSINDIKATOREN 1959 1960 1961 1962* - (Zunahme gegenueber dem Vorjahr in o o) Verfuegbare Guetermenge .. . . 11 9 12 11,5 Bruttosozialprodukt. 12 7 9 11,5 Privatverbrauch. 9 8 10 11,5 Verbrauch pro Kopf. 6 5 6,5 — Oeffentiicher Verbrauch.. 8 12' 8 9,5 Kapitalbildung . .. 8 1 18 11 Aussenhandel: Einfuhr (Waren u. Dienste) .. 6 14 18 . 10,5 Ausfuhr (Waren u. Dienste) .. 22 24 16 15 Einzelhandelspreise.. .. 2 2 7 8 Bevoelkerung. 3 3 3.3 4,5 "Vorlaeufige Zahlen Das ganze Land ist gegenwaertig ein gewaltiger Bauplatz. Ueberall werden Wohnhaeuser errichtet. Schul— und andere Sozialbauten erstellt, Fabriken und andere Produktionsanlagen geba u t und bisher brachliegendes Land wird fuer die Landwirtschaft erschlossen. Wenn der Zustrom von Einwanderern und von Kapital aus dem Ausland diesen Aufstieg auch entscheidend foerderte, so reicht er doch zu seiner Erklaerung nicht aus. Das Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung wird nur dann voellig verstaendlich, wenn man sich sowohl die soziologische Situation, aus der heraus das Land entstand, als auch seine internationale Lage vergegenwaertigt. Vergessen wir nicht: Israel ist noch immer von Feinden umgeben, die ihm das Leben durch wirtschaftlichen Boykott und aehnliche Massnahmen, durch die Sperre des Suezkanals und andere Vorkehrungen zu erschweren suchen. Dadurch wird die normale Entwicklung materiell behindert. Allein der Umstand, dass es keinen Handel mit seinen Nachbarn treiben kann und auf die Benutzung des Suezkanals verzichten muss, stellt eine schwere Hemmung fuer die Entfaltung seiner wirtschaftlichen Kraefte dar. Aber die Israel umgebenden Gefahren spornen zugleich die nationalen Energien zu Hoechstleistungen an, die unter guenstigeren Verhaeltnissen wohl kaum vollbracht worden waeren. Die Entwicklung Israels vollzieht sich im Zeichen einer Art “Kriegswirtschaft”, wie sie andere Staaten in Zeiten nationaler Not zu errichten pflegen. Mit dem Ausbau der Wirtschaft steigt naemlich auch die Aufnahmefaehigkeit des Landes fuer neue Immigranten, die zur Vermehrung der Der Bergbau, besonders in den Minen von Timna, wird von Jahr zu Jahr wichtiger Bevoelkerung und somit zur, Konsolidierung des jungen; Staatswesens beitragen Be-; wusst oder unbewusst weiss, jeder Israeli, dass es vor! allem darauf ankommt, das Bestehen des juedischen Staates zu einer unwiderruj fliehen Tatsache zu machen. | In diese Zwangslage ver-; setzt sucht Israel den Ausbau : seiner Wirtschaft nach allen Richtungen hin zu beschleuj nigen. Nach vorlaeufigen An- : gaben wurden 1962 zu den i Vorjahrespreisen 1459 (i. V. i 1317) Mill. isr. £ oder um | 11 o|o mehr als 1961 in die j Wirtschaft investiert, also' 19 o;o der verfuegbaren Guetermenge von 7635 Mill isr und 26 o!o des Brutosozialorodukts von 5588 Mill. isr. £. Davon entfielen 200 (189) Mill. auf Land-, Forstwirtschaft und Bewaesserung 372 (303) Mill. auf Industrie, Bergbau und Stromversorgung, 197 (229) Mill. auf das Verkehrswesen, 216 (2051 Mill. auf Handel und Dienstleistungen sowie 475 (392) Mill. auf den Wohnungsbau. DER AUSSENHANDEL Das beste Zeichen fuer eine , gesunde Wirtschaftsentwicklung bildet die Aussenhandelsbilanz, die, wenn auch noch immer stark defizitaer, sich doch in dem vergangenen Jahr 1962, guenstig entwickelte. Die Nettoeinfuhren Israels, nach Abzug der Exporte, erreichten 603 Mill. $; die Nettoexporte beliefen sich anderseits auf 273 Mill. $, so j dass das Defizit der Handels- : bilanz auf , 330 mill $ (— 8 | Mill. $ gegenüber dem Vor- | jahr zu stehen kam. Das, Deckungsverhaeltnis stieg damit leicht auf 45,2% waelii rend es in den ’ beiden Vori jahren noch 41,4% beziej hungsweise 42,6% betragen | hatte. Die Bruttoeinfuhren j nahmen 1962 von 586 Mill. $ , auf 612 Mill. $ zu. j Die Exporte israelischer j Produkte stiegen 1962 um 34 Mill. $ oder um 13,8% gegenj über dem Vorjahr; 85% der zusaetzlichen Ausfuhren rej sultierten aus einem ver-; staerkten Export an indu-, seriellen Gütern; die restli- I chen 15% entfielen auf lanü-; wirtschaftliche Produkte. Bei; den industriellen Exporten nahm die Ausfuhr von geschliffenen Diamanten um 19 Mill. zu; die Textilien und j Konfektionsartikelexporte eri höhten sich um 5,3 Mill. und 1 die Agrarexporte und Le- | bensmittelausfuhren um 1,9 j Mil. Die Veraenderungen bei: den Agrarexporten resultieri ten aus einem Anstieg der i Zitrusfrüchteausfuhren von j 8,7 Mill. $ und einem Rückj gang der Eierexporte von 4,2 j Mill. $. Insgesamt 52% der israeiij sehen Einfuhren stammten im Jahre 1962 aus Europa;! dieser Satz ereichte im Vor-; jahr noch 56%; dagegen parj tizipiert Nordamerika mit einem Anteil von 34 (31%). Die Einfuhren aus den EWG- Laendern sanken von 181 Mill. auf 147 Mill. $, so dass sich der Anteil der EWG- Staaten am Gesamtimport von 31% auf 24% verminderte. Anderseits stiegen die Einfuhren aus dem EFTA- Sobald die jetzt im Bau befindliche Wasserleitung vom Kinereth nach dem Negew vollendet sein wird, wird es moeglich sein, die Anbauflaeche weitgehend zu erhoehen. Raum von 132 Mill. im Jahre 1961 auf 153 Mill. $ im Jahre 1962, wodurch der relativ*5 Anteil von 23% auf 25% zunahm. LANDWIRTSCHAFT UND INDUSTRIE Die Erhoehung des Exports Israels ist in erster Linie auf eine Steigerung der Produktivitaet seiner Landwirtschaft und Industrie zurueckzufuehren, die ihrerseits das starke Defizit des Aus- , senhandeis begruendet. Sind! doch ein grosser Teil der Importe Maschinen und Produktionsapparaturen, die in i kurzer Zeit dazu beitragen! werden, die Exportproduk- ' tion zu erhoehen. ■ Israel foerdert bewusst al- , les, was sein wirtschaftliches | Potential staerken koennte. So wurde die landwirtschaftlich nutzbare Flaeche von 1.65 Mill. Dunam (1948) auf 4.11 Mill. Dunam (1961) ausgedehnt. Davon stieg die bewaesserte Flaeche von 0.3 auf 1.44 Mill. Dunam. Nachdem ein ausreichender Grad der Selbstversorgung der Bevoelke rung erreicht war, verlegte man sich auf den Anbau von Industriepflanzen wie Baumwolle, Zuckerrueben, Erdnuesse, Sisal, sowie von Zitrusfruechten und Fruehgemuese. Auchdie Eier und Gefluegelprodüktion erreich- , te grossen Aufschwung. ■Sobald die jetzt im Bau b e f i n dliche Wasserleitung vom Kinereth nach dem Negew vollendet sein wird, wird es moeglich sein, die Anbauflaeche weitgehend zu erhoehen. Es wird allerdings da-; mit gerechnet, dass etwa 1970 , die Erschliessung landwirtschaftlich nutzbarer Boeden : mehr oder minder beendet! sein wird'. Infolgedessen ist j Israel darauf angewiesen, j das Tempo der Entwicklung i seiner Industrie zu intensij vieren. | Von knapp 50.000 bei der s Staatsgründung, ist die Zahl j der in der Industrie taetigen j Personen auf 127.000 im Jahre 1955 und auf 178.000 im Jahre 1961 gestiegen. War die industrielle Taetigkeit anfaen glich auf wenige Zweige, wie Nahrungsmittel, Text ilien, Baumaterialien und einige andere, beschraenkt, so wurden inzwischen zahlreiche neue Industrien, wie Metallverarbeitung, Chemie, Papier, Bergbau usw., geschaffen sowie die bestehenden ausgebaut. Der Index der industriellen Erzeugung (1958 100) erreichte Mitte 1962 170; gegenüber 1955 hat sich der Produktionsumfang mehr als verdoppelt. Was die jüngste Entwicklung der israelischen Industrie vor allem kennzeichnet, ist der Umstand, dass sie in wachsendem Ausmasse für den Export arbeitet. Erhoehte sich die Agrarausfuhr zwischen 1955 und 1961 von 34,1 auf 62,9 Mill. $, also kaum um das Doppelte, so stieg der Export von Indüstrieerzeugnissen in der gleichen Zeit um das Dreieinhalbfache, naemlich von 54,9 auf 182,3 Mill. $. Wenn unter den Abnehmern israelischer Erzeugnisse alle Kontinente vertreten sind, so finden sie ihren wichtigsten Absatzmarkt in Europa, das über 60% des isr a e 1 i sehen Gesamtexports aufnimmt. Die Integration der israelischen Wirtschaft in die europaeische hat im Laufe der letzten Jahre bedeutende Fortschritte gemacht. Diese Entwicklung ist um so auffaelliger, als Israel an Rohstoffen arm ist und sie — aehnlich wie die Energietraeger — aus dem Ausland beziehen muss. Hingegen verfügt Israel über Arbeitskraefte, die in Europa vielfach fehlen. Hierin liegt die eigentliche Triebfeder für den rapiden industriellen Aufschwung des Landes. In dieser Beziehung weist die Stru ktur der israelischen Wirtschaft manche Aehnlich keiten mit derjenigen der Schweiz auf. (Fortsetzung Seite 6) a&Bfiai