Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 2 (Febrero, 1963)
- Date
- 1963-02-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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8 BOLETIN INFORMATIVO FEBRERO 1963 DER FLUCHBELADENE BERG Von HERBERT FREEDEN (Jerusalem) Man erzaehlt sich unheimliche Gesch ichten vom Gilboaberg, der steil und drohend zwischen dem Emek Jesreel und dem Jordantal emporsteigt. Seit der junge David ihn verwuenscht hatte, schien auf ihm ein Fluch zu liegen; “Ihr Berge von Gilboa, es soll weder tauen noch regnen auf Euch n och Aecker sein”, hatte er ausgerufen, nachdem die Kunde vom Tode Sauls und Jonathans im Kampfe gegen die Philister zu ihm gelangt war. Hirten, die ihre Herden auf dem Bergzug zur Weide fuehrten, wussten von merkwuerdigen Begebenheiten zu berichten; von Unfaellen, denen ihre Tiere begegneten; von Hyaenen, die Kinder zerfleischten; von dem Verschwinden ihrer Herden. Manchmal kamen sie selbst in verletztem Zustand, blutueberstroemt zurue ck, ohne dass sie sagen konnten —oder wollten— was eigentlich geschehen war. Vor einigen Jahren wurde ein junges Paar, das den Gilboa bestieg, um Blumen zu pfluecken, am Abend tot auf den Haengen aufgefunden. Einige dieser Vorgaenge waren nur zu gut zu erklaeren. Quer ueber den Hoehenzug laeuft die Grenze zwischen Israel und Jordanien, und da der Berg von der israelischen Seite strassenlos und sein Kamm unzugaenglich war, gab es dort oben ein Stelldichein von Schmugglerbanden, Marauders, arabischen Infiltranten und anderem lichtscheuen Gesindel. Der Entschlus, den Gilboa zu besiedeln, war zwar gegen Legende und Aberglaube gerichtet, aber diktiert von der Wirklichkeit modernen israelischen Lebens; die Grenze auf diesem Gebirge musste deutlich markiert und eindeutig gesichert werden. Der erste Schritt war der Bau einer Strasse, die unmittelbar an der Grenze entlang laeuft und unmissverstaendlich zeigt, dass, wer sie ueberschreitet, sich eines Grenzueberschrittes auf israelischem Gebiet schuldig macht. Wir fuhren diese Strasse entlang, die die Situation auf dem Gebirgskamm radikal veraendert; zu beiden Seiten der Grenzsteine gibt es Felder; zu beiden Seiten stehen die Patrouillen — und mit Fernglaesern vor ihren Augen beobachten sie die Vorgaenge auf der anderen Seite. “Solange sie beide Haende mit ihren Fernglaesern voll haben, koennen sie nicht schiessen”, sagte einer unserer Begleiter, als wir unter den Augen der arabischen Patrouille weiter fuhren. Die Arbeiter auf israelischen Gebiet, die gerade ein weiteres Stueck Land von Steinen saeuberten, um es fuer Landwirtschaft vorzubereiten, riefen uns laechelnd zu; “Seitdem wir hier sind, machen sich die arabischen Maedchen auf der anderen Strassenseite huebscher, bevor sie auf die Felder gehen”. Auf beiden Seiten wird friedlich gearbeitet. Man moechte gern fuer einen Augenblick vergessen, dass die Grenze hier zwei Laender trennt, die technisch im Kriegszustand m i t einander sind. Alles scheint ruhig und friedlich. Nur wenn irgendwo an der fast 1.000 km. MM ÉMU Wir fuhren die Strasse entlang, die die Situation auf dem Gebirgskamm radikal veraendert. ÆïâW'Wîw:'.'; iÜH lÄlli “¿.jiSläilÄllilÄ ___' __' ÜËÜ ÈMÈ langen Grenze sich ein Zwischenfall ereignet, dann teilt sich mit der Empfindlichkeit eines elektrischen Drahtes die Spannung auch diesem Bezirk mit. Die Strasse, die den Wandel auf dem Berg geschaffen hat, ist vom ~ KKL gebaut worden, der, wie ueberall im Lande, auch hier fuer die Aufforstung und Landentwicklungsarbeiten v e r antwortlich ist. Der legendaere Fluch, der so lang ueber dem Berge lastete, schien zu Anfang auch diese Arbeiten zu hindern. 90% der Baeume, die in den ersten Jahren gepflanzt wurden, gingen ein. Die kleine Siedlung am Fuss des Berges, “Nurit”, konnte nicht gedeihen und wurde von ihren Siedlern verlassen. Uud viele der jungen Baeume, die endlich Wurzel gefasst hatten, wurden in der trockenen Jahreszeit von Waldfeuern zerstoert. “Aber schliesslich ging es hier nicht um das Grab des Tut enk Amun oder die verwunschenen Gelasse eines schottischen Schlosses, in denen es spukt, der Gilboa ist ein Stueck unseres Lebens und Landes und wir mussten ihn von seiner historischen Erbschaft befreien”, sagte einer des KKL-Intruktoren. Planung, Arbeit und Opferbereitschaft erwiesen sich schliesslich zaeher als die Unbilden der Natur und Vorurteile der Vergangenheit und ueberwanden nach und nach die Schwierigkeiten. Auf dem Sektor des Berges, der zu Israel gehoert, gibt es 55.000 Dunam. von denen ueber die Haelfte fuer Bewaldung und der Rest fuer Land Wirtschaft vorgesehen ist. Wenn man heute hinauffaehrt. gruessen einen bereits junge Kieferwaelder. Es erwies sich nicht leicht und zu kostspielig, die Setzlinge vom Tal in Lastautos hinaufzubefoerdern. J e d er Wagen kann nur nur 2.500 junge Pflanzen fassen und | bisher sind 2,5 Millionen I Baeume gepflanzt worden, i Deshalb setzte dort der KKL I eine “fliegende Baumschule” ein, d.h. eine Baumschule, die nur eine kurze Zeit t —etwa 4-5 Jahre— besteht und, nachdem sie ihre Rolle ausgespielt hat, woandershin verlegt wird. In jener Baum- 1 schule wurden die Setzlinge fuer die Waelder gezogen, die jetzt den Gilboaberg schmuecken. Hier und da sieht man noch Spuren von Terrassen, die jordanische Araber auf israelischem Gebiet gelegt hatten, bevor die Strasse ihren Grenzueberschritten ein Ende machte: -Trzt brei- ’ ten sich terrassierte Felder und gruene Waldstreifen aus, und mit fieberhaftem Eifer vollenden Bauleute die Haeuser des ersten Dorfes auf dem Gilboaberg, mit einem Blick hinaus ins Jordantal. Menschen werden hier leben, die die neugewonnenen Felder bestellen und die jungen Waelder betreuen werden. Und so scheint endlich nach 3.000 Jahren der Fluch vom , Gilboaberg genommen z u sein. NEUE GASFUNDE Gasvorkommen wurden bei der Bohrung Kanaim II bei Rosch Sohar in einer Tiefe von 1200 Meter entdeckt. Die Bohrungen werden bis 1800 Meter fortgesetzt werden, um zu prüfen, ob eine weitere Gasschicht gefunden werden kann. (“Canfit”) OLIM IN ENTWICKLUNGS¬ GEBIETE Wie aus einem Bericht des Wohnbau - Ministeriums hervorgeht, wurden im vergangenen Finanzjahr 64,3% der Neueinwanderer in die Entwicklungsgebiete gesch ickt und nur 35,7% wurden in den Staedten und den seit laengerer Zeit bestehenden Dör fern eingeordnet. Die grösste Zahl von Neueinwanderern wurde in Dimona aufgenommen. <> (“Canfit”) PARTNERSCHAFT FUER DIE VERARBEITUNG VON ZITRUSFRUECHTEN Die Gesellschaft “Assis” hat mit einer italienischen Firma, die in Palermo eine Fabrik, zur Verarbeitung von Zitrusfrüchten errichtet, einen Vertrag geschlossen, auf Grund dessen eine neue gemeinsame Firma “Idus” gegründet wird- Der Vertreter einer Zuericher Wirtschafts beratungsgesellschaft berichtete dass Israel auf diese Weise die Zollmauern der EWG durchbricht und das dieses Beispiel wahrscheinlich Nachahmung finden und zur Gründung weiterer Partnerschaften israelischer mit eu~ ropaeischen Firmen führen werde. i (“Canfit”) NEUER REKORD DES BLUMENEXPORTS Der Blumen- und Blumenzwiebelexport erreichte im Jahre 5722 die Rekordsumme von 200.000 Doll, gegenueber 140.000 Dollar im Vorjahre. Auf Blumenzwiebeln entfielen 175.000 auf Blumen 25.000 Dolller. Gleichzeitig s t i eg d i e Blumenzwiebel-Produktion oro Dunam von 11.000 auf 25.000 Stueck im Durchschnitt. Die Gladiolenanbauflaeche wurde um 35% vergroessert. (“Canfit”) NEUE PHOSPHATLAGER Eine gruendliche Untersuchung der vor einiger Zeit entdeckten Phospnatlager im Bezirk Zefa und Arad hat ergeben, dass dort etwa 15 M ilionen Tonnen Phosphate vorhanden sind, deren Phosphatgehalt im allgemeinen zwischen 28 und 29 Prozent liegt, waehrend einzelne Vorkommen auch einen Pnosohatgehalt von 33 Prozent besitzen. Diese Phosphatlager liegen in einer Tiefe von bis zu 30 Metern, waehrend dir Phosphatlager von Oron nut von einer Schicht anderer. Materials von einem Meter Tiefe bedeckt sind- (“Canfit”) EXPORT DER RUESTUNGS-INDUSTRIE GESTIEGEN Die Produktion der israelisahen Rüstungsindustrie stieg im letzten Jahre um 25 o|o an. Der Export der Betriebe der Rüstungsindustrie erreichte 45 Prozent des Produktionsvolumen- Diese Angaben finden sich im Jahrbuch der Regierung. i (“Canfit”) NEUE OELSCHICHT ENTDECKT Bei der Bohrung bei Kochav 1 wurde , eine weitere Oelschicht entdeckt, die sich 83 Meter unter der ersten Oelschicht befindet. Die Geologen bezeichnen den neuen Oelfund als ausserordentlich wichtig. Zwischen dem Brunnen bei Kochav 1 und dem Oelfeld von Chelez besteht nach Meinung der Geo. logen keine Verbindung- Die Bohrungsarbeiten sollen weiter fortgesetzt werden. (“Canfit”) ‘ ERWEITERUNGSPLAN FÜR KUPFERBERGWERK IN TIM,NA II 30 Millionen sollen in das Kupferwerk in Timna investiert werd en, nach einem Entwicklungsplan, der der technologischen Kommission zu Beginn ihrer Sitzungen in Haifa vorgelegt wurde. Der Generaldirektor der israelische Mach-zawej Israel H- Bodenkin teilte mit, dass die Jahresproduktion auf 15.000 To erhoeht werden soll. In der Sitzung unter Vorsitz von Sir Ben Lockspeiser wurde bekannt gegeben dass die Foerderung der letzten drei Jahre zusammen 18.000 To betrug- Der Export der Kupferwerke brachte einen Zuwachswert von 7,25 Millionen Dollar ein. (“Canfit”) SCHIFFSLINIE EILATH—AUSTRALIEN Mit der Abfahrt des 3.100 Tonnen-Schiffes "Thorrilund” wurde eine regelmaessige Schiffsverbindung zwischen Israel und Australien hergestellt. Ausserdem wird damit die fuenfte Linie von Eilath aus eingeweiht, wie der Sprecher des Handels— und Industrieministerium erklaerte. Der Sprecher wies darauf hin, dass die Bemuehungen um Schaffung von Verbindungen zu Australien auf das Jahr 1958 zurueckgehen, als Handelsministrr Sapir in Begleitung des Direktors des Ministeriums Michael Zur und des Leiters der Devisenkontrolle Dr. Dinstein Australien besuchten. “Die Torrillund”, die von ZIIM eingesetzt wird, ist ein modernes daenisches Frachtschiff, das 1961 gebaut wurde. (“Canfit”) 6971