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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-01-01 · 1 (Enero, 1963) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
1 (Enero, 1963)
Date
1963-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1963 Klamauk um ein Kammerorckester VON DR. ABNER NECHUSHTAN—(Tel-Aviv) Kurz nachdem Dr. Thomas Dehler, der Vizepraesident des Bundestages, aus Bonn, in Israel zu einem Besuch mindestens halboffiziellen Charakters eingetroffen und mit allen Ehren begruesst worden war, erschienen die Mitglieder des Kammerorchesters von Ramat Gan, dem in der Naehe von Tel.Aviv gelegenen Villen und Industrieort, auf demselben Flugplatz, um ihre Auslands-Tournee anzutreten. Aber weder in Bonn, noch in Dortmund, Stuttgart und Frankfurt werden sie die Konzerte geben, die sie seitlangem geplant hatten- Ihr Ensemble hatte zuletzt keine Wahl mehr gehabt, als den Drohungen des Bürgermeister dieser Kleinstadt nachzugeben, des Herrn Krinitzi. Ihm seinerseits war schliesslich nichts mehr uebrig geblieben, als sich dem genau so massiven Druck zu fuegen, unter den ihn einer seiner beiden Stellvertreter, der Fraktionsfuehrer des radikalen Rechtsfluegels des Stadtverordneten-rAussehu fieses, Wochenlang gesetzt hatte. Und dem Vizebuergermeister selber waere vielleicht garnicht der Einfall gekommen, seinem Parteivorsitzenden in Jerusalem, den blindwuetigen De u tschenhasser Menachem Begin von der radikal nationalistischen “Cheruth” (“Freiheitspartei”) , diesen Triumph in Ramat Gan zuzuschanzen, waere eine Tel-Aviver Abendzeitung auf ihrer Suche nach Sensationen Anfang Oktober nicht ploetzlich ueber die Absicht des Kammerorchesters hergefall e n, an vier Abenden auch in der Bundesrepublik aufzutreten, statt nur in Italien, Holland, Spanien, Belgien, Frankreich, Oesterreich und der Schweiz. Wider besseres wissen oder vielleicht auch aus Unkenntnis hatte das Blatt verschwiegen, dass diese vier Konzerte im Februar ausdrücklich von der zustaen. digen Regierungsstelle bestaetigt worden waren. Damit hatte sich damals jene Kommission befasst, die das i s r aelische Aussenministerium kurz vorher gebildet hatte, um darueber zu wachen, dass die von der Knesseth, der Volksvertretung, Anfang des Jahres beschlossenen Richtlinien ueber das Ausm ass kulturpolitischer Beziehungen mit dem deutschen Volk und seiner Bunde s r e publik innegehalten wuerden. Die Oppositionspartei des Cheruth-Fuehrers wollte sich jetzt, im Herbst, jedenfalls eine so guenstige Gelegenheit nicht entgehen lassen, der verhassten, vom Ministerpraesidenten David Ben Gurion gefue hrten groessten Regierungspartei, der sozi aldemokratischen Mapai, wieder einmal einen “Anschlag auf die nationale juedische Ehre vorzuwerfen. Im Sprachrohr der “Cheruth” wurde das neue Deutschland wie frue her schon oft, schlechthin mit dem Dritten Reich gleichgesetzt. Was falle den Ramat Ganer Stadtmusikanten ein, hiess es weiter etwa, Konzerte den Deutschen zu geben, die sich unter dem fadenscheinigen Vorwand ihrer “Hallstein.Doktrin” um die diplomatische Anerkennung des Staates Israel druecken, oder gar infolge ihres eingefressenen, in Wahrheit nie u e b erwundenen Judenhasses? Die den Aegyptern gerade kuerzlich wer weiss wie viele hunderte von Spezialisten mit dem Stuttgarter Raketenkonstrukteur Dr. Saenger an der Spitze1 zum Bau von Ferngeschossen des Hitlerschen VI- und V 2-Modells gegen den “zionistischen Erzfeind” Abdel Nässere geliefert hatten! In ausgekluegelt wirkungsvoller zeitlicher Abstimmung damit Hessen Menachem Be. gins Anhaenger unter den Studenten der Jerusalemer Universitaet zugleich ein Gespraech, zu dem eine Gruppe westdeutscher Jungakademiker eingeladen worden war, mehr oder minder hochgehen. Sie taten zur peinlichen Ueberraschung ihrer andersdenkenden Kommilitionen, der Veranstalter des Abends so ruede wie moeglich alles, um die Gaeste zu brueskieren, die dem “Deutsch-Israe- 1 i s c h e n Studentenbund” angehoeren, der seit laengerem in einer ganzen Reihe der bundesrepublikanischen Hochschulen fuer besseres beiderseitiges Verst e h e n wirbt. Ueberdies hatten es sich diese jungen Deutschen vorher nicht nehmen lassen, zwei Wochen lang am oestlichen Ufer des Tiberias-Sees auf den Feldern der Grenzsiedlung Tel-Kazir mitzuarbeiten, die zu dieser Zeit wiederholt unter dem Feuer syrischer Scharfschuetz e n gelegen hatte. Zwar rueckten die meisten hiesigen Tageszeitungen erfreulicherweiser von dem beschaemenden Jerusalemer Zwischenfall ab. Aber die Regierungskreise beschraenk. ten sich zu dem rechtsradikalen Kesseltreiben gegen jenes Kammerorchester auf die lakonische Feststellung der Kommission des Aussen ministeriums, sie sehe keinen Grund, ihre seinerzeit erfolgte Bestaetigung der Konzertreise auch in die Bundesrepublik zu widerrufen. Man haette wohl besser getan, den Notabein des. Staedtchens zugleich klarzumachen. dass die Aussenpolitik des Staates vorlaeufig noch DER FALL... (Schluss von Seite 4) GRUNDSATZURTEIL ÜBER ISRAELISCHE NATION ALITAET Die Geburt als Jude ist keine hinreichende Voraussetzung für den Erwerb der israelischen Staatsbürgerschaft. Mit dieser Entscheidung wies der Oberste israelische Gerichtshof den Antrag eines katholischen Moenches auf Erteilung der israelischen Staatsbürgerschaft zurueck. Der 40jaehrige Antragsteller, Peter Daniel, war als Kind orthodoxer Juden in Polen zur Welt gekommen und hatte waehrend des Krieges in einem Kloster Zuflucht gesucht und den katholischen Glauben angenommen. Er verzichtete spaeter auf seinen polnischen Pass, damit er nach Israel auswandern koenne Gegenueber dem Gericht erklaerte er, er sei glaeubiger Katholik, fühle sich aber als Angehoeriger der jüdischen Nation. (“Die Welt”) nicht in Ramat Gan gemacht wird. Herrn Krinitzi waere eine solche amtliche Rueckendekkung gegen seinen Vizebuergermeister wahrscheinli c h schon deshalb willkommen gewesen, weil er zu den Stuetzen der Liberalen Partei gehoert, die in der Frage der Beziehungen zu Deutschland im grossen Ganzen gemaessigte Auffassung e n vertritt- Ueberdies hatte er, bevor besagter Sturm im Wasserglas einsetzte, nicht das Mindeste gegen Konzerte des Orchesters in deutschen Staedten einzuwenden gehabt, ja, es scheint, da§s auch die Cheruth-Fraktion seines Stadtrates vorher keinen Einspruch dagegen erhoben hatte. Aber als sich i die Dinge derart zuspitzten, sah er keine Veranlassung I den kommunalpolitischen j Burgfrieden und vielleicht! sogar seine ¡persoenliche j Stellung in einem Konflikt | zu gefaehrden, den er allein auf weiter Flur auszutragen haette. Zudem wurde in diesem kritischen Augenblick noch der israelische Landesverband juedischer Naziverfolgter und arftinazistischer Wide rstandskaempfer mit heftigen Protesten gegen den “Deutschland-Teil” der Tournée beim Bürgermeister von Ramat Gan vorstellig. Daraufhin ging er nun so weit, den Orchestermitgliedern fuer den Fall, dass sie auf den ominoesçn vier Konzerten bestehen wuerden, mit dem Entzug der staedtischen Subvention, ja ehrlich 12.000 Israelpfund, zu drohen, ¡und auch mit der Entziehung ihrer Rechtes, weiterhin den Namen Ramat Gan zu fuehren. Unter solchen Umstaenden bli e b ihnen nichts uebng, als sich zu fuegen. Um nie Weiterexistenz ihrer Gruppe waere es andernfalls geschehen gewesen: nach ihrer Rueckkehr hierher waere dann jedes ihrer Konzerte ohne Zweifel in laermendem Pfeifen und Geschrei untergegangen. Gewiss, der Handvoll dieser Provinzmusiker konnte man in der Tat schwerlich zumuten, ihr Ensemble einer Regelung zum Opfer zu bringen, die herbeizufuehren nicht ihre Sache ist, sondern Aufgabe der beiden Staaten. Vielleicht wird der Besuch Dr. Thomas Dehlers, dem kurz darauf Bundestagspraesident. Eugen Gerstenmaier folgte, dazu beitragen, staerkeres Vertrauen in einen echten Gesinnungswand c 1 der Massen des deutschen Volkes bei all denen hierzulandes wachzurufen, deren Herzen unvermindert von der Erbitterung ueber ihre Leiden im . Hitlerreich und von der Trauer ueber die Ermordung ungezaehl ter Angehoeriger und Freunde in Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern bedrueckt sind. Aber solange die Unversoehnlichen in der Partei Menachem Begins — an sich eine Minderheit — sagen koennen, dass sich Adenauers Deutschland offenbar zu gut ist, den Staat der Juden nach dem diplomatischen Protokoll “unter den Linden zu gruessen”, wird der Klamauk um das Kammerorchester von Ramat Gan kaum der einzige Schlag bleiben, den sie den redlichen Befuerwortern einer vernuenftigen Verstaendigung hueben und drueben versetzen. kommunistische DDR, eine Behauptung, fuer die der Chronist jeglichen Beweis schuldig blieb, was zu der Annahme berechtigt, dass er in der Bestrafung von Mas-' senmoerden ein Privileg der' Kommunisten sehen moech- I te. j Sensationelle Berichte uej ber angebliche israelische Kommandos, die drauf und dran gewesen sein sollen, Rauff nach dem Muster der E i c hmann-Entfuehrung in Chile aufzubringen, waren auch mehr dazu angetan, den wahren und grausigen Hintergrund, auf den es in diesem Prozess pnkommt, zu verschleiern. Ein Gleiches muss, zumindest solange es an weiteren Beweisen mangelt, zu dem Versuch gesagt werden, einen Zusammenhang zwischen Rauff und der Errpordung der israelischen Agentin Nora Eldoe aufzustellen. So tat auch die israelische Botschaft in Santiago gut daran, in einer o e f f entliehen Erklaerung unsere Beteiligung als die des hoechst interessierten Dritten zu definieren. Es tut not, daran zu erinnern, dass es im Falle Eichmann keinen anderen Ausweg gab als den der schmerzlichen Entfuehrung. Hatten doch die mit Nazi-Agenten bis in die hoechsten Stellen durchsetzten argentinischen Behoerden ihren Unwillen, mehr noch als ihre Unfaehigkeit, bewiesen, Kriegsverbrecher auf regulaerem Wege vor Gericht zu bringen. In Chile dagegen berechtigte alles zu der nunmehr erfüllten Hoffnung, dass eine korrekte Gerichtsbarkeit und eine ebenso anstaendige wie tuechtige Polizei jeglichem Auslieferungsantrag die Diskretion und den Eifer angedeihen lassen, ohne die er I zur Farce werden muesste. i So vergingen denn auch von I Klage zu Haftbefehl und von! Haftbefehl zu Festnahme, trotz der rund 2.000 km. von i Santiago bis Punta Arenas nur g e s chlagene vierund- | zwanzig Stunden. | Wo sich schliesslich der; Irrtum in Bezug auf die isi raelischen Kommandos zu bewusster Irrefuehrung auswaechst, ist in der kommu- ( nistischen Parteipresse. Dort I wird der ganze Auslieferungsantrag zu einem abgekarteten Spiel zwischen der deutschen Botschaft und Rauff, um ihn nach der BRD “in Sicherheit” zu bringen und ihn so dem Zugriff der israelischen Haescher zu entziehen. Als ob Rauff nicht ohne Prozess bequemer zum d r i 11 en Mal aus freien Stuecken haette reisen koennen! Man muss schon sagen, dass kommunistische Redakteure ihres Lesern trotz ideologischen “Tauwetters” einiges zumuten. Recht und Gerechtigkeit Im Moment, da diese Zeilen erscheinen, liegt noch nicht einmal das Urteil erster Instanz vor und die an diesem Drama beteiligten Hauptakteure geben in dieser Phase ‘sub judiee” keine Erklaerungen ab. Es ist daher sehr schwer, auf die Frage, die in aller Munde ist und die alle Gemueter bewegt, eine Antwort zu geben: Wird der Massenmoerder Rauff ausgeliefert werden, um vor dem Gericht, das ihn anfordert, zu erscheinen? Rein technisch stehen die | Chancen, laut Kodex Bustamante, fuenfzig zu fuenfzig.! Die Initiative des Oberrich-! ters Fontecilla, sich ueber j die Ratifizierung der “Geno- I cide”-Konvention zu infor-! mieren, scheint darauf hin- : zudeuten, dass zumindest er persoenlich gewillt ist. sich j nicht nur in formalj uristischen Erwaegungen ueber , die Verjaehrung zu verstrik- | ken. Das waere ein sehr po-! sitiver Anhaltspunkt, i Wie dem aber auch sei, ei- : nes muss vorweggenommen werden: der Wahrspruch der j chilenischen Justiz wird, was! den juristischen Aspekt anbetrifft, dank ihrer Tradition der Unabhaengigkeit : ueber jede Kritik erhaben sein. Darueber hinaus aber gibt es Grund fuer die Hoffnung, dass sie die Ueberein- : Stimmung zwischen Recht und Gerechtigkeit finden; wird, dank derer allein nicht ' nur der Logik der Paragraphen, sondern auch der im! Moralischen! im Sozialen j und im Menschlichen begründeten Forderung Rechnung getragen wird, die j scheusslichen Untaten dieses 1 Nazifuehrers zu suehnen. M AERTIRER W ALD Und junge, starke ßaeume wachsen dort, Wo einst nur Steinlgeroei! und Trockenheit. Hier ist der Tod besiegt vom Lebenswillen, Hier saugen Wurzeln fest sich ein, und stillen Den Drang ins Hohe und Gewaltige. Sie finden ihren Mut und ihre Kraft In Erde blutgetraenkt von Euerm Leben. Und Eure jetzt erloesten Geister schweben In neuer Daseinsfreude ueber uns, Und segnen das zu Kraft geworden Leiden. Edith Goldschmidt PASAJES BARATISIMOS Vapor clase única en camarote, a Europa .. Vapor clase única a Europa, ida y vuelta .. Vapor clase única a Haifa. Vapor primera clase a Hamburgo ... . Avión a Frankfurt, E° 1.052.—, ida y vuelta Avión-Vapor a Río E° 105_, ida y vuelta .. Avión a México E° 436.—, ida y vuelta .. Avión a Nueva York E° 585.—, ida y vuelta Avión a Lima, Cuzco, Santiago. NO SE COBRA COMISION Agencia “COSMOS” Norberto Ebel Huérfanos 979 - Of. 210 - Stgo. - Casilla 9277 E° 325,— 610.— 586,— 930.— 1.876.— 191,— 778,— 1.065,— 258.—

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